Gold Star For Robot Boy

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14.12.2010 | 21:22

Barbie zu Guttenberg:Nachfolgerin der Soldatenhure ?

Ken und Barbie und ihr Kumpel J.B. waren an der Front und nicht alle fanden das gut. Christiane Peitz hat sich in der ZEIT gefragt, warum "Gattin und Mutter" Guttenberg mit ins Kriegsgebiet musste und führt uns ein in die kleine Geschichte der Truppenbetreuung:

" Xavier Naidoo war da, Peter Maffay, Gunter Gabriel, die Coverband Pink Mail und ein Esslinger Polizeiorchester. Bisher war vom Entertainment für Bundeswehrsoldaten im Ausland wenig zu hören. Und nun kommt Stephanie zu Guttenberg.(...) Die Show für die Truppen ist so alt, wie es Truppen gibt. Wer Krieg führt, braucht nicht nur moralische Unterstützung, sondern auch Spaß: als Ablenkungsmanöver vom harten Soldatenjob und als Vorzeichen eben jener Zivilität, die im Krieg nicht selten verteidigt wird. Wer Militäreinsätze organisiert, muss folglich für den moralischen Rückhalt sorgen, für die seelische Erbauung und den erotischen Ausgleich. Party als psychologische Kriegsführung, ein Stück Normalität mitten im permanenten Ausnahmezustand. Auch Soldaten sind Menschen. Seit altersher gab es die mitreisenden Priester, die Soldatenhure, die Drogen, die Feldpost. Heutzutage sollen nicht nur Armeesender ("Good Morning Vietnam") die Kampfkraft stärken, sondern auch Promis, Präsidenten und Politikstars ebenso wie Showgrößen aus Film, Pop und Fernsehen."

Soweit ich weiß, ist Frau zu Guttenberg keine Sängerin sondern Gattin des Verteidigungsministers und wollte in Afghanistan weder für Unterhaltungseinlagen noch für erotischen Ausgleich sorgen. Für Parties im Vorzeichen jener Zivilität, die im Krieg mutmaßlich verteidigt wird sind eher private contractors wie DynCorp International oder ArmorGroup North America zuständig. Oder bezog sich jene Zivilität auf die vertuschte Ermordung von Schwangeren und Teenagern, das Massaker an Zivilisten in Kunduz , den verdeckten Schattenkrieg der USA und die Drogengeschäfte korrupter afghanischer Politiker ?

Auch J.B. Kerner ist weder Showgröße noch Priester, sondern ein BWL'er ohne Abschluss mit dem Spezialgebiet Fußball, der mittlerweile im Dienste eines unter Kartellverdacht stehenden Privatfernsehsenders steht und dem Verteidigungsminister in Afghanistan vermutlich zahlreiche Steilvorlagen für seine Kriegsrhetorik geliefert hat.

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Bild:dpa

Die Show für die Heimatfront ist so alt, wie es Kriege gibt.

 
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Kommentare
GeroSteiner schrieb am 14.12.2010 um 22:56
Volltreffer!

Ähnliches Kaliber: Cher - If I could turn back time.
Volles Rohr!

Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.12.2010 um 11:41
Fliegen die dann mit dem Helicopter zurück in die "Anstalt"?
Ich mein ja nur, ist ja ein rotes Kreuz drauf.
poor on ruhr schrieb am 15.12.2010 um 11:47
Klasse! Deutlich! Auf den Punkt gebracht! Die richtigen Worte zur medialen Farce, die alle HUMAN denkenden Menschen in diesem Land beleidigt. Vielen Dank.

Viele Grüße

por
Katharina N. schrieb am 15.12.2010 um 15:50
Trotz der geballten Kritik von allen Seiten zeigt sich ein selbstsicherer Guttenberg und rechtfertigt seinen Besuch in Afghanistan samt Frau und Medientross in einem kurzen Statement:
<>
Was will man mehr? Für Aufregung und Medienpräsenz hat er gesorgt, Kerner ist auch wieder im Gespräch. Die Gattin tat es Lady Di gleich, besuchte zunächst das Lazarett und sprach mit den Soldatinnen. Die ehrenwerte Botschaft lautet wohl: Wir haben euch nicht vergessen! Immerhin reisten die Guttenbergs extra dorthin, um den Soldaten und Soldatinnen frohe Weihnachten zu wünschen, die wiederum dienten als dankbare Kulisse und Rahmen für ein Weihnachtsspektakel der besonderen Art..
Katharina N. schrieb am 15.12.2010 um 15:56
Das Statement hab ich in meinem Kommentar unterschlagen, gehört eigentlich noch in die Textlücke...

<>
j-ap schrieb am 15.12.2010 um 16:01
Ach was.

Das Haus Bismarck-Schönhausen hatte schon immer einen ausgeprägten Militärfimmel. Wächst sich vermutlich noch aus in den kommenden 500, 600 Jahren.
hibou schrieb am 15.12.2010 um 16:26
hassja recht j-ap :-))
und trotzdem ist gsfrbs blog zu goutieren :-)
rolf netzmann schrieb am 16.12.2010 um 10:10
Wás hat zu Guttenberg denn bisher geleistet? Als kurzzeitiger Wirtschaftsminister hatte er kaum Gelegenheit, sich zu profilieren, als Bundeswehrminister hat er unter dem Druck der Realitäten eine längst überfällige Reform der Armee vorbereitet, welche jetzt vom Kabinett abgesegnet wurde. Fakt ist, das auch die Streitkräfte sparen und ausserdem auf neue Anforderungen vorbereitet werden müssen. Eine Berufsarmee ist einfach effektiver und wie unser Bundespräsident a. D. freizügig ausgeplaudert hat, es geht um knallharte ökonomische Interessen des Möchtegern - Global Players Bundesrepublik. Dafür ist die ineffektive Truppe bisher ungeeignet, das ist der Hindergrund der Reform.
Als Profi der Selbstinszenierung ist der Baron allerdings der Primus in der Regierung...
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