Gold Star For Robot Boy

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05.02.2011 | 22:57

Merkel's Botschaft an Ägypten:Twittern ja,wählen später

Unserer ehemaligen FDJ Agitatorin wurden anlässlich, der vom Steuerzahler finanzierten Münchener Rüstungslobbykonferenz in München, einige interessante Gedankengänge ins Redemanuskript geschrieben. Merkel blickte zurück auf ihre Vergangenheit als Demokratie Aktivistin in Ost-Berlin, wie die New York Times es formulierte und verglich die Proteste auf dem Tahrir-Platz mit dem Fall der Berliner Mauer.

ARD:

"Wir haben damals auch keinen Tag warten wollen", sagte sie. Eine ganz schnelle Wahl in Ägypten halte sie aber für falsch. Sie warnte vor einem "totalen Machtvakuum". Die Europäische Union und die USA unterstützten die Freiheitsbewegung, aber der demokratische Übergang müsse "friedlich und vernünftig" ablaufen."

Der geordnete Anschluss der DDR an die BRD habe schließlich ein Jahr gedauert und diese Zeit wurde sinnvoll genutzt, wird sie weiter in der NYT zitiert. Also, liebe Freiheitsfreunde in Kairo und anderswo: Hört auf den Tip einer "Ex-DDR-Revolutionärin" (SPON), geht wieder nach Hause und überlasst den Prozess des Übergangs lieber unserem alten Freund Hosni Mubarak und seinem Komplizen, dem CIA Folter-Kumpel Omar Suleiman. Sobald sich die militärischen und gesellschaftlichen Eliten neu sortiert haben, dürft ihr an die Wahlurnen und das Kreuz bitte an der richtigen Stelle machen. Bis dahin wünschen wir euch viel Spaß beim Freunde sammeln auf Facebook (WARNING: GRAPHIC CONTENT).

Merkel:

"Und dass man Facebook und Twitter überall auf der Welt hat, dass es zunehmend schwer wird, das zu sperren, ob es in China ist, in Ägypten, in Tunesien oder sonstwo auf der Welt, das ist auch ein kleines bisschen unser Verdienst."

Wie "schwer" es ist Zensur auch mit Hilfe westlicher Firmen durchzusetzen wissen ihr ja jetzt. Wenn ihr also mal wieder in den Lauf einer Heckler & Koch blickt oder euch amerikanisches Tränengas den Blick vernebelt, schickt einfach ein tweet und wir werden ein kleines bisschen in unserem Staatsfernsehen darüber berichten. Für den Schutz privater Daten in den Händen amerikanischer Social Netwok Firmen können wir leider keine Garantie übernehmen.

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Kommentare
Alien59 schrieb am 06.02.2011 um 05:51
Ich fürchte, es gibt genug Ägypter, die deutsch verstehen, um sich vera*** zu fühlen. Merkel ruiniert jeden Rest Ansehens, den Deutschland in Ägypten noch hatte. Macht sie das absichtlich? Treffen mit Netanyahu, dämliche Sprüche....
Ehemaliger Nutzer schrieb am 06.02.2011 um 07:14
Verehrter Forist, es fällt mir im Alter zunehmend schwerer, dieses ganze Ausmass an Heuchelei, diesen Abgrund an Verlogenheit und diesen offensichtlichen Zynismus zu ertragen. Man spricht oft von der "Altersmilde". Bei mir ist es umgekehrt, bei mir muss man es "Alterszorn" nennen. Ich habe bis heute soviel Gemeinheit, soviel Zynismus, soviel Elend, soviel Gier der Menschen gesehen, dass es fast nicht mehr auszuhalten ist. Je älter ich werde, desto mehr durchschaue ich das gesamte System. An dieser Stelle möchte es einmal ganz klar zum Ausdruck bringen, es ekelt mich in einem Masse an, dass ich froh bin, wenn mein Frau meine Asche irgendwo im Meer versenkt. Nur ein Wunsch wird sicher unerfüllt bleiben, ich möchte nocheinmal 20 Jahre alt sein und das alles wissen, was ich heute weiss. Man hätte sich vor mir in Acht nehmen müssen. Verzeihen Sie mir diese paar persönlichen Worte angesichts dieses Grauens, angesichts dieses Abgrundes an menschlicher Charakterzerstörung.
Gustlik schrieb am 06.02.2011 um 12:00
Gibt es in Kairo und in den Provinzen keine RUNDEN TISCHE, um das Vakuum mit Mitbestimmung aufzufüllen?
poor on ruhr schrieb am 06.02.2011 um 16:53
@GSFR

Deiner Darstellung stimme ich zu. Sie stellt all diese politischen Dinge über Ägypten in einen richtigen Kontext des Verstehens. Wünschte auch, das es anders wäre, aber ist wohl so , Wie Du es schreibst.

Herzliche Grüße

por
goch schrieb am 06.02.2011 um 18:57
Merkel vertritt wie immer knallhart die Interessen der Wirtschaftseliten. Also geht Produzieren vor Demonstrieren. Jeder Tag Stillstand kostet (Gewinne).
Und wo kämen wir denn hin, wenn das Volk selbst die Spielregeln der Demokratie bestimmt? Das wäre ja unberechenbar.Und unberechenbar geht gar nicht im Kapitalismus. Da muss alles rechenbar sein, wo bleibt sonst der Profit?
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