Günter Bartsch

güb

23.04.2009 | 16:34

Friedrich Merz will auch nicht für eure Krise zahlen

Wer hätte das gedacht? Die Wirtschaftskrise führt zu völlig neuen Koalitionen – und die Koalitionäre ahnen gar nichts davon.

Auf Zeit Online heißt es über CDU-Auslaufmodell Friedrich Merz:

„Er könne nicht verstehen, warum der Staat derzeit einem Teil der Wirtschaft das Insolvenzrisiko abnehme. Was sich bei Opel oder Scheffler abspiele, seien Dramen, aber gewiss keine systemrelevanten Risiken. Nicht einmal alle Banken seien systemisch relevant (…).“

Ich kann mir nicht helfen, aber hört sich das nicht ganz ähnlich an wie im Aufruf zur „Wir zahlen nicht für Eure Krise“-Demo?

„Der Bankenrettungsfonds muss von den Banken finanziert werden. Eine 'Bad Bank', die lediglich die Verluste sozialisiert, darf es nicht geben.“

Ich habe allerdings Zweifel, ob Merz ebenfalls den bisherigen Profiteuren nun die Kosten der Krise aufbürden will. Aber konsequent wäre es, oder?

 
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Kommentare
Jan Jasper Kosok schrieb am 23.04.2009 um 16:49
Merz ist Wirtschaftler. Aus wissenschaftler Sicht gibt es wenig emotionale Regung bei den durch die Krise entstehenden Pleiten. Viel mehr ist das eine Art natürliche Selektion. Er stellt das System Rettung an sich in Frage, während die Demo danach fragt, wer die Zeche zahlen soll, die Rettung per se aber nicht hinterfragt.
Günter Bartsch
Günter Bartsch, Jahrgang 1979, hat bei Allgäuer Zeitung/Augsburger Allgemeine volontiert. Er hat am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin Politikwissenschaft studiert und arbeitet jetzt als Freier Journalist.
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