Günter Bartsch

güb

01.04.2009 | 14:23

Schweizer A-PR-rilscherz

Im Grunde ist das eine nette Idee zum 1. April:

Der Schweizer „Verein der Felsenputzer“ sucht dringend Freiwillige, welche die Schweizer Berge säubern. Grund: Der Vogelbestand hat kräftig zugenommen, weshalb die Berge nun vom Kot befreit werden müssen. Dazu eine Webseite des Vereins, mit Facebook-Link und YouTube-Video.

Der Aprilscherz lief heute in einigen Medien, etwa im Hamburger Abendblatt und der Basler Zeitung. Das wäre relativ lustig, wenn die Zeitungen darauf hereingefallen wären.

Sind sie aber nicht.

Das Unternehmen Schweiz Tourismus hat am 27. März in einem Brief an Journalisten drei Seiten verschickt:

  • Das Angebot: Schweiz Tourismus bietet den Redaktionen eine „wasserdichte, rundum durchdachte Geschichte“ an. Man würde sich freuen, wenn die Medien die Aktion aufgreifen würden.
  • Der Textvorschlag: „Sperrfrist 1. April 2009, 0.01 Uhr“. Hat das Hamburger Abendblatt fast wortwörtlich übernommen, siehe oben.
  • Die Auflösung: „Sperrfrist 2. April 2009, 0.01 Uhr“ (geistert aber eh schon durchs Netz). „Seit gestern macht ein Viralvideo aus der Schweiz international die Runde (…) Die Felsenputzer-Aktion markiert den Start der neuen europaweiten Werbekampagne von Schweiz Tourismus (…).“
Ich kann mich gar nicht entscheiden, was ich peinliche finde: Dass Schweiz Tourismus es nicht probiert hat, die Journalisten reinzulegen (was womöglich sogar mehr Resonanz gefunden hätte). Oder dass einige Redaktionen so einfalllos sind und die PR-Masche auch noch mitmachen.

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Thorsten schrieb am 01.04.2009 um 18:32
Ich war auf der Webseite der Felsenputzer, ein Spass für die ganze Familie.
Günter Bartsch
Günter Bartsch, Jahrgang 1979, hat bei Allgäuer Zeitung/Augsburger Allgemeine volontiert. Er hat am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin Politikwissenschaft studiert und arbeitet jetzt als Freier Journalist.
Ort:
Berlin
Mitglied seit:
3 Jahre 14 Wochen
Zuletzt aktiv:
09.09.2010
Status:
Publizist
Aktivität:
Beiträge: 11
Kommentare: 11
Mein Web:
Logbuch
13:02
anna T. hat gerade einen Kommentar geschrieben.
12:59
Stefan (Me-Ti) Ebermann hat gerade einen Kommentar geschrieben.
12:54
kenua hat gerade einen Kommentar geschrieben.
12:47
DandelionWine hat gerade einen Kommentar geschrieben.
12:44
EnidanH hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG