„Studie“ ist so ein Wort, da kriegen manche Journalisten so ein Glitzern in den Augen. Und wenn sie dann noch vom Allgemeinen Deutschen Automobil-Club kommt, hach, von unserem ADAC, dann kann man doch nicht anders – die muss man veröffentlichen. Kurz drüber nachdenken? Quatsch, wozu? Wir sind doch im schnellen Internet, raus damit!
Als „wirkungslose Effekthascherei“ bezeichnet die Auto-Lobby die Umweltzonen in einer Studie. Fahrverbote haben demnach keinen Einfluss auf den Schadstoffausstoß.
Schön Schlagzeile, oder?
Ich kann nicht beurteilen, ob die Methodik einwandfrei ist. Aber es kann sicher nicht schaden, Studien von Lobby-Gruppen mit ein paar Gramm Skepsis zu begegnen. Man könnte ja zumindest mal die andere Seite hören. Oder nur kurz auf deren Webseite schauen: Denn in einer just am Vortag veröffentlichten Pressemitteilung des VCD heißt es, in der Berlin sei der Ausstoß von Dieselruß um 24 Prozent verringert worden.
Was stimmt nun? Keine Ahnung.
Und ich habe ja auch meine Zweifel, ob die Umweltzonen das Feinstaub-Problem lösen werden – es gibt ja noch genug andere Emittenten. Durchaus möglich, dass die Umweltzonen auch als Feigenblatt dienen. Indes will mir mein hoffentlich gesunder Menschenverstand einreden: Schaden wird es wohl kaum.
Aber kann man von Journalisten nicht zumindest erwarten, dass sie ein Thema von mehreren Seiten beleuchten und nicht nur Pressemitteilungen von Großlobbys umformulieren und rauspusten?
Umweltverschmutzung, so etwas.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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