Gustlik

Blog von Gustlik

06.11.2010 | 12:01

Am Nougat der Zeit


Irgendwo in einer kulturvollen Stadt. Im Verkaufsraum, neben dem Nougat, liegt eine - baumtod -Unterschriftenliste. Dass die Bäume bleiben, soll unterprotestiert werden. Ein Platz kommt zur Umgestaltung, 5 Bäume stehen auf der Fällliste, dann wär der Platz baumleer, aber umgestaltet.
Die Mitteilung aus dem Hause "Planung" spricht von "Rückbau", um das Fällen zu humanisieren.
Menschen könnte man einfacher aus der Stadt jagen, wenn sie gerade aufgestanden, unfrisiert und ungeschminkt sich in den Tag legen.
Bäume lassen sich im Herbst schmerzloser fällen. Da sind sie glatzastig, eine Krankheit lässt sich immer finden, ein Pilz sitzt schon auf der Rinde, um für eine Begründung aus dem Hause "Planung" gut zu sein.
Wenn die Säge frißt und die Späne fliegen, liegen die Jahresringe der Jahrzehnte geschreddert nahe dem Hause "Planung".
Der Vorgang wiederholt sich im Land, die Namen sind austauschbar. Manch kulturlose Stadt ohne Nougat wird mehr Bäume aufbieten können.

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
archinaut schrieb am 06.11.2010 um 13:40
Keine Angst, lieber Gustlik,
in den Baumschulen wartet die nächste Generation!
merdeister schrieb am 06.11.2010 um 15:02
Die wachsen doch alle schief, wegen PISA.
archinaut schrieb am 06.11.2010 um 15:53
Meinst Du
Bonsai?
archinaut schrieb am 06.11.2010 um 16:02
In den Pückler-Parks sterben allmählich die 200-jährigen,
das dauert noch eine Weile, bis diese mächtigen Kerle nachgewachsen sind:
Man muss natürlich anfangen mit den Nachsetzen!

www.traeume-der-lausitz.de/
jayne schrieb am 06.11.2010 um 15:02
"baumpflegedienst" nennt sich das in meiner stadt dafür zuständige fällunternehmen, und ich bin nicht so gelassen, wenn ich ihren karren irgendwo abgestellt finde, am vorabend ...
Angela S. schrieb am 06.11.2010 um 15:08
ich versteh zwar den Text nicht so ganz (?) aber ich möchte jetzt Nougat essen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 06.11.2010 um 15:18
Lass Dich doch dann von einem 'Nocut' an einen Baum fesseln...
carlfatal schrieb am 06.11.2010 um 23:01
Achtung: nich OT:
In Frankfurt gibt es einen Wagenplatz, der nächstes Jahr einer Autobahn weichen muß, die gnadenlos zwischen unzähligen kleinen Naturschutzgebieten durchgebuddelt werden soll. Nicht nur der Wagenplatz muß weichen, auch jede Menge geschützter Viecher wie Eidechsen. Nun dürfen die Bauwägler auf einem neuen, in Verhandlung stehenden Gelände weiterleben, allerdings ohne ihre Katzen, da die Stadt all die heimatlos werdenden Kriechtiere auf demselben Grundstück ansiedeln will (mit Hilfe des BUND), weil angeblich nicht Autobahnbauer sondern Katzen der größte Feind der Eidechse sind.
Interessanterweise gibt es tatsächlich sowohl Katzen als auch Eidechsen auf dem bisher bewohnten Gelände, und weder die einen noch die anderen sind deshalb ausgestorben.
Aber: ein Nachbar, die Firma Zoo & Co, ein Riesentierverkaufssupermarkt hat von der unteren Naturschutzbehörde die Erlaubnis bekommen, sämtliche Bäume in der Einfahrt zu besagtem Wagenplatz fällen zu dürfen, um ihre Werbung zur Strasse hin besser sichtbar machen zu können: Da waren die dort lebenden Eidechsen egal, das Habitat ist unwiederbringlich zerstört und im Rahmen der Fällarbeiten wurde auch ordentlich mit Benzin für die Geräte der "Baumpfleger" rumgesuppt, so daß da mindestens alle auf dem Stück lebenden Eidechsen im Winterschlaf vergiftet worden sind.
Das ist die Realität: Ignoranz, Gier und Dummheit! Eichen schaffen kaum mehr fünfzig Jahre, bevor sie durch Übersäuerung erkranken, aber wir machen weiter so wie immer...
Augen zu und durch, cf
Gustlik
aufgedacht und nachgeschrieben
Ort:
bad frankenhausen
Mitglied seit:
2 Jahre 8 Wochen
Zuletzt aktiv:
13.04.2012
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 667
Kommentare: 1159
Logbuch
13:22
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
13:15
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
13:09
Sisyphos Boucher hat gerade einen Kommentar geschrieben.
13:09
Meyko hat gerade einen Kommentar geschrieben.
13:07
gerhard monsees hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG