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Spult man seine Erinnerungen der letzten Jahrzehnte ab, finden sich dort einfache Fernsehbilder, die von ihrer Einfachheit lebten. Es war eine Zeit, in der es noch Ansager in Frauengesichtern gab, Wetter- und Störungstafeln vor die Kamera gehalten werden mussten und das Umschalten in ein anderes Studio mit einer Ankündigung verbunden war. Es folgte ein "Klack" oder ein "Krachen". Nach einem Abspann blieb das Bild noch Sekunden im Nurschwarz stehen.
Heute lebt unser Fernsehbild mit weichen Übergängen, der keine Vor- und Abspänne mehr kennt, die den Namen verdienen würden. Scheinbar liegt alles in einer endlosen Dauerschleife. Alles wird bequatscht ,betextet und begrafikt, Filmenden werden an den Rand gedrückt, um möglichst die Aus- und Umschaltquote gering zu halten.
Studios und Bilder lassen uns erschaudern, wenn die Virtualität den Fernsehrahmen zerreißt. Da ist es egal, ob man eine alte Röhre oder einen neuen Flachen hat. HDTV zeigt den Unsinn dann noch deutlicher.
Hier der Niedergang des deutschen Fernsehbildes in 3 Schrägstellungen:
Platz 3 (ZDF/heute)
Platz 2 (MDR/Länderzeit)
Platz 1 (rbb AKTUELL/Wetter)
Seit dem Einzug der 3Dimensionalität wird versucht, Studios und Grafiken "mehr" Raum zu geben. Die Ergebnisse sind nur was für Raumgestörte.
"Was will der Dichter uns damit sagen?"
Was sagt Oma Schulze, wenn sie jenes Fernsehbild sieht?
Fordert sie einen bundesweit gültigen Tag der 1fachen Dimensionalität im deutschen Fernsehen? Als Zugabe von "Extern 1" gibt es dann farbenfrohe Schwarzweißigkeit, von "Extern 2" kommen An- und Absagen, "Extern 3" liefert ungekürzt den Abspann, "Extern 4" schaltet den Teleprompter aus, "Extern 5" liefert Schautafeln für Wetter und Störung und "Extern 6" kümmert sich um eine Sendepause und erstellt dazu ein 1faches Testbild.
Vielleicht kommt Enkel Niklas dann dahinter, dass der 3D-Blick eine Sehstörung ist?
Fordert er ab sofort, dass ein Mehr auch ein Weniger sein kann? Wichtig bleibt immer nur die Idee. "HolDirTiefeVisionen" funktioniert nicht.
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Bin ich froh mir das fernsehen abgewöhnt zu haben....
Weniger ist halt mehr, und gar nichts noch viel viel mehr... |
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Dann hast DU ein gestörtes Verhältnis zum Äther.
"Am 17. Februar 1931 glückte dem Japaner Kenjiro Takayanagi erstmals die Übertragung eines Sportereignisses in Echtzeit." DRADIO |
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Lieber Gustlik, das ist erhellend beobachtet.
Eindimensionales Denken produziert dreidimensionale Fernsehbilder, die Studio, Moderator, Wichtig und Unwichtig nicht mehr trennen. Tja, die Anstalten gehen ihr Thema Nachricht, News und Info mit mehr virtuellen Raum, aber einer Verkleinerung durch Weit- und Breitwinkel an. Menschen sehen aus der Vogelperspektive eher weniger. Für 3-D muss man Wenders heißen und eine Tanzttheaterfilm machen. LG Christoph Leusch |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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