Gustlik

Blog von Gustlik

15.09.2011 | 11:19

Patente statt Sicherheit, Protest an der falschen Stelle


Ein etwas zorniger Leserbrief an eine namhafte Computerzeitschrift klingt so:

    Wie haben Sie denn das Editorial geschrieben: Auf einem iPad oder einem schönen PC mit großem Monitor und bequemer Tastatur?

Gemeint war hier der Technikjournalist, der einen Abgesang auf den PC komponiert hatte.

Wir können davon ausgehen, dass eine Bachelorarbeit auch in den nächsten Jahren nicht am iPad, Smartphone oder gar am internetfähigen Fernseher geschrieben wird. Jeder noch so eifrige Kritiker wird seinen Auswurf am PC verfassen. Man könne ja noch über das zugehörige Betriebssystem streiten.

Alles ist sicher! Was meint Herr Android dazu?


Eigentlich steht der grüne Manndroid schon hinter einem Absperrband "Virus". Es soll ja Leute geben, die gegen die Vorratsdatenspeicherung demonstrieren, aber als Manndroid total locker alles erledigen.

Smartphones auf Stand der PCs von '98, lautet eine aktuelle Schlagzeile. Gemeint ist hier die Sicherheit, die ja bekanntlich bei Windows fast allmonatlich automatisch erledigt wird. Kennen Sie das bei Ihrem Smartphone?

Der lockere Protestler knallt alles auf sein Smartphone.
Eine passende Protest-App sollte sich noch finden, vielleicht auch eine App zur Verwaltung aller Onlinepetitionen, die gerade so IN sind. Dass auch gleich alle 30 Sekunden der aktuelle Mitunterzeichnerstand abgefragt wird, gäbe einen richtigen Hype.
Warum nicht gleich alle Bundestagsabgeordneten überwachen? Eine App, die auswertet, ob Abgeordnete zu bestimmten Zeiten an Sitzungen und Abstimmungen teilgenommen haben, sollte doch möglich sein? Ein Wutbalken, der das Abstimmungsverhalten zeigt, wird dann als App zum Kauf angeboten. 1,99€ könnten wir dafür schon zahlen.

Ein cooles Handliches, smart oder iphoniert, wird alles wissen, was Sie eigentlich protestvoll verhindern woll(t)en. Die Technik hat die Politik schon lange überholt und überrollt. Unterschreiben hat keinen Zweck mehr, wenn das Handliche im Hintergrund alles stillschweigend mitprotokolliert oder Apps aus Grauimporten erst nach Monaten das wahre Tun offenlegen.

Wenden Sie sich ruhig weiter vertrauensvoll an die Politik, unterschreiben Sie alles und rüsten Sie sich in aller Ruhe mit neuster Technik aus, nutzen alle gemeinen Netzwerke mit Freunden, um der Politik Druck zu machen.

Die Netzwerker sitzen nicht mehr im Bundestag, die sitzen schon lange bei Telekom, Samsung, HTC und Google&Co.

Ein Abgeordneter, der mit der Zeit geht, muss aktuelle Technik haben. Der Protestler sowieso. Aufrüsten ist Pflicht.

Nachtrag zum Nachdenken: Düsseldorfer Landgericht verbietet Galaxy Tab 10.1 von Samsung. Hier geht es mit Sicherheit nur um Patentstreitigkeiten.

 
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