Gustlik

Blog von Gustlik

21.05.2010 | 13:03

Zwischenhoch am Wiesenhügel 12

Fährt er oder sie in die Provinz, interessiert das Problem am Wiesenhügel 12 nur wenig.
Kommt ein Elternteil von der Arbeit nach Hause, interessieren die Kinderprobleme um den Roller von Felix oder die Puppe von Jana nur wenig.

Nur wenig Zeit gibt man der Provinzialität, dem Detail, wenn doch gerade ein ganzer Schotterberg an Veranwortung umgesetzt wurde. Da tropfen noch die letzten globalen Schweißperlen von der Stirn direkt ins Auge, um den Blick vor den kleinen Dingen zu verschließen.

Die kleinen Dinge findet man dann ganz schnell, wieder. Monate auf ALG-Bezug oder Rente ab sofort, da wird der Maulwurfshügel im eigenen Gartenparadies zur Katastrophe. Er oder sie kümmert sich um das Fernsehprogramm, was gestern nur ein kleiner Nachtisch beim Problemgespräch war.

Er oder sie "fällt in ein Loch", so schreibt man, wenn man raus ist aus dem Zentrum der Entscheidung, der Macht, der Wichtigkeit, ein Nichts an Bedeutung mehr auf die Schulter klopft.

Immer soll er oder sie sich entscheiden, schon früh im Leben. Will man nur ein kleiner Bäcker sein, nur Brötchen für den Wiesenhügel 12 backen, oder soll es dann doch die Wellnessgrundversorgung für das halbe Bundesland sein.

Karriere bedeutet ganz oben zu stehen, ganz im Oben zu entscheiden, die Statuten zu leben.
Karriere bedeutet ganz oben zu schreiben, ganz im Oben bei SPIEGEL oder BILD die Artikel über Wahlen, Kriege, Machtkämpfe zu schreiben.

Dass die eigene Karriere ein ewiger Machtkampf ist, will er oder sie nicht hören. Zu wichtig ist das Streben, nicht über den Wiesenhügel 12 schreiben zu müssen,  nicht über den Maulwurfshügel, nicht über die Puppe von Jana und den Roller von Felix.

Ein Zwischenhoch zu Pfingsten. Das Spüren noch die, die auf ALG-Bezug und auf Rente sind. Der Rest will doch höher hinaus. Immer nur. Und sagt das täglich seinen Kindern Jana und Felix.

- zwischenhoch -

 
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Kommentare
Deaktivierter Nutzer schrieb am 21.05.2010 um 14:19
aber das macht nichts,
felix kenn ich nicht,
aber mich - n bisgen ;-)

dies
"höher hinaus"
muß unheimlich stressen,
herzinfarkte,
blutdurchnanderdruck,
irre augen
und vor allem
der verlust an "filtern".

der wiesenhügel
wird wohl auch wahrgenommen
werden (müssen)
unds wird energie kosten,
ihn auszusparen,
ebenso energiefressend
all diese entscheidungen,
wieviel mensch sein will
und diese fragen,
wieviel drunter es sein darf
oder wieviel höher es gehn sollt...

usw...

mußn immenser streß sein !
;-)

also:
macht nix,
sagt jana
und schleppt
die gelenkpuppe
in ihre neue wohnung...

ein fuß fehlt
und die hand ist
irgendwie angeknabbert,
aber zum zeichnen
unnatürlicher verrenkungen
reicht sie allemal,
muß mit,
spart platz im
5-euro zusatzmüllsack...

lg
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