war mal ein zwischenruf des abgeordneten j.fischer, in richtung regierung kohl gerufen in den 90er jahren. das mitglied des bundestags selbst war freilich auch nicht dafür bekannt, experte auf einem gebiet zu sein. so fiel der ruf auf den zwischenrufer zurück. trotzdem traf das wort ins schwarze.
die gewählten vertreter im parlament sind in der regel nicht aufgrund ihrer kompetenz auf einem gebiet der wissenschaft oder wirtschaft oder wegen herausragender weltweisheit oder mit blick auf ihre ethische integrität gewählt worden, sondern schlicht als mitglied einer partei, die zumindest 5% der gültigen stimmen
auf sich gezogen hat.
bewusst oder unbewusst hatte der abgeordnete fischer das wort von der “laienspielschar” aufgegriffen und ins italienische gewendet. was in den 80er und 90er jahren aus der opposition satirisch aufgespießt wurde, galt natürlich genauso für die rotgrüne koalition der folgejahre. denn die bedingungen der möglichkeit, ins parlament gewählt zu werden, blieben gleich.
wenn millionen politische dilettanten oder laien eine vertretung aus ihrer mitte bestimmen, ist das ergebnis der stimmabgabe vor allem von der stimmung im lande abhängig, aber davon abgesehen wählt die mehrheit ihresgleichen, mithin dilettanten, die meist nur ein merkmal kennzeichnet: den willen zur macht.
was die machtkranken bis verantwortungsbewussten koalitionäre zustande bringen, demonstriert aktuell besonders schön das beispiel ehec-epidemie. statt den schaden zu begrenzen, vergrößern die laienschaispieler ihn nur. und diese beobachtung ist weder neu noch auf das gebiet der gesundheitspolitik beschränkt.
das regime ist und arbeitet ebenso irrational wie vordem die oft und zu recht kritisierte einparteienplanwirtschaft. es braucht ein rationales gegengewicht als korrektiv. das bundesverfassungsgericht hilft nicht aus jeder patsche.
Politik : Avanti dilettanti
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