auf allen straßen, autobahnen, gassen und plätzen machen sich die großbuchstaben im individualverkehr breit, so breit, dass inzwischen schon die verbreiterung der fahrspuren gefordert wird.
vor jahrhunderten waren es die pluderhosen, pompösen kopfbedeckungen und natürlich die herrschaftlichen schlossanlagen, durch welche die landesherrn demonstrierten, dass sie es breit hatten.
zu jener zeit kam auch der brauch auf, die anfangsbuchstaben in zeilen und wörtern breiter auftreten zu lassen, oft gleich doppelt majuskulös, wo es um heilig- und herrlichkeiten ging. "hauptwörter" - die wortschöpfung und die heraushebung der wortart beruhte auf einem missverständnis, das bis heute nachwirkt - werden seit jener zeit groß geschrieben.
die barocken großbuchstaben im individualverkehr, die kriegsjeeps mit allradantrieb, die tonnenschweren sumosportler unten den pkw, die fettleibigkeit in blech gehörte in einem fair verwalteten land verboten. aber das gegenteil ist zu besichtigen. die barocken blechkutschen machen sich überall breit und breiter. vor dem ende des fossilen zeitalters plustert sich die demonstrative verschwendung noch einmal gewaltig auf.