h.yuren

die seen gehn unter

11.12.2011 | 19:01

Das ist (doch) der Gipfel(!)

durban ist geschichte. etliche unterhändler feiern das ergebnis als fortschritt, wenn nicht sogar als historisch. umweltgruppen dagegen zeigen sich weniger zweckoptimistisch und sprechen vom zaudern und bremsen.

nachdem erst vor kurzem ans licht kam, dass die klimaschädlichen emissionen im vergangenen jahr global neue rekorde zeitigten, ist es kein wunder, dass in durban keine wunder geschehen sind.

doch das wäre die voraussetzung für einen wirklichen erfolg, denn wie gehabt denken die delegierten der reichen länder (wie etwa die usa oder die brd) nicht mal im traum daran, sich in richtung klimaschutz zu bewegen. die usa sind dafür seit langem bekannt und berüchtigt. die brd hingegen möchte als mustergültig dastehen in sachen umweltschutz, macht aber auch keine anstalten, auf saus und braus zu verzichten.

wenn es noch völlig unerforscht wäre, welche faktoren zur klimaerwärmung und den ernsten folgen führen! aber nein, alles ist bestens durchleuchtet und bekannt. also liegt es einzig am fehlenden politischen willen der reichen industriestaaten, wie es der chinesische unterhändler treffend sagte.

die organisation der weltbevölkerung in staaten, die im nationalen interesse entscheiden, und die ideologie des freien marktes, die auf wachstum um jeden preis setzt, versprechen für die zukunft noch einiges palavern und vertrösten der menschheit auf das nächste oder übernächste gipfeltreffen der staaten der welt.

ob die von klimaforschern vorausgesagte häufung und steigerung von wetterextremen ein umdenken fördern könnte? zweifel sind, so wie die dinge liegen, angebracht.

 
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Kommentare
Jacob Jung schrieb am 11.12.2011 um 19:10
Mit Interesse und Zustimmung gelesen. Danke. JJ
goch schrieb am 11.12.2011 um 22:48
Vielleicht bewahrheitet sich nur, dass Kapitalismus und Ökologie (Klimakatastrophe verhindern) doch unvereinbar sind.
Anders formuliert: Kurzfristige Profitinteressen und langfristige Menschheitsüberlebensinteressen sind diesem Wirtschaftssystem fremd.
Ansonsten Zustimmung.
Gruß
Goch
goch schrieb am 11.12.2011 um 22:52
Korrektur: Kurzfristige Profitinteressen und langfristige Menschheitsüberlebensinteressen sind mit diesem Wirtschaftssystem nicht zu haben.
h.yuren schrieb am 11.12.2011 um 23:12
das hast du richtig verstanden, lieber goch. genauso ist es gemeint. deregulierte märkte und kontrollierte umweltauflagen wollen nicht zusammen, sind unvereinbar. also muss mensch sich für das eine oder das andere entscheiden.
Technixer schrieb am 12.12.2011 um 20:54
unter diesem Link findet ihr die eine zusammenfassung des umweltschutzberichts der eu von 2010. gerade weil viele (vor allem in deutschland) sich auf die schulter klopfen wie super ökologisch die teutonen doch sind; die biodiversität ist in einem dramatischen ausmaß zurückgegangen, dass mir die worte fehlen, schutzprogramme (naturschutzgebiete) wurden seit 10jahren nicht ausgeweitet, verwüstung (iberische halbinsel), grundwasser verschmutzung, steigende treibhausgasemissionen, uvm.
die weltklimakonferenz ist so sinnvoll wie guttenberg als datenschutzbeauftragter.

lieber h. es muss erst alles kaputt gehen, stürme, golfstrom-ende, keine fische mehr usw. dann aber erst dann wird der vollzeitkapitalist sein tagwerk einstellen und krepieren, leider sterben dann auch die menschen welche überhaupt nichts für den ganzen wahn können.

um die natur als solches würde ich mir keine sorgen machen, dass leben findet immer einen weg, aber die lebensgrundlagen für menschen werden nicht mehr existieren.
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