der verhaltensforscher konrad lorenz machte es sich zu einfach. für ihn war der aggressionstrieb "das sogenannte Böse". biologistisch zog er eine durchgehende linie von den barschen (fischen) bis zu triebtätern und normalos.
menschen leben gewöhnlich in gruppen. wenn eine gruppe gewaltbereit ist, wie es die zwickauer (neonazi)zelle war, gibt es dafür mehrere gründe, kennzeichnend aber ist stets das kraftfeld, in dem sich die gewalt auf- und entlädt, d.h. die ideologie, die so unrealistisch ist, dass 'wahn' die treffende bezeichnung dafür ist.
wahn und gewalt sind unzertrennlich. gewalt sucht den wahn (und umgekehrt), minimal als ausrede oder entschuldigung für verletzung, maximal als ideologische rechtfertigung für untaten. wo wahn ist, kann die gewalt nicht weit sein. abgesehen vom freundlichen ausnahmewahn der gewaltlosigkeit droht überall von der wolke des wahns mehr als bloß donner, nämlich blitz und tod.
wenn das wahn-und-gewalt-syndrom von der gesellschaft ernst genommen würde, hätten esoteriker und mythenprediger sich an strenge auflagen zu halten. z.b. dürften sie nicht mehr öffentlich auftreten und ihren stuss verbreiten. das grundrecht der freien meinungsäußerung wäre für sie eingeschränkt.
wo die gesellschaft aber den wahn sich entfalten lässt, wird sie früher oder später von der gewalt "überrascht" wie im fall der mordserie der zwickauer zelle. die "wahn-toleranten" setzen sich dem verdacht aus, sympathisanten zu sein, implizite auch der gewalt.