die bezeichnung "konventionelle Landwirtschaft" ist ein euphemismus. die industrielle produktion pflanzlicher und tierischer lebensmittel wie getreide und fleisch soll damit in ihrer ganzen unappetitlichkeit verschleiert werden.
das industriefleisch kommt heutzutage aus megaställen. das wort stall passt eigentlich gar nicht zu den geduckten bauten mit den senkrechten trichtertonnen davor. stall war früher mal (heute noch beim ökobauern) der vorübergehende raum für die tiere, meist im selben haus, in dem die bauernfamilie wohnte. offiziell ist darum ganz normal etwa von der "(schweine)mastanlage" die rede.
die fleischproduktion ist nicht nur durch mechanisierung und automatisierung, sondern auch durch spezialisierung gekennzeichnet. und es geht nicht mehr um ein paar tiere, sondern gleich um tausende. von artgerechter haltung keine spur. die tiere drängen sich auf engstem raum. und das hat folgen.
das infektionsrisiko ist hoch. darum verabreichen die mäster oder deren veterinäre den tieren oft (prophylaktisch) antibiotica. durch mutation entstehen resistente bakterien- und virenstämme, die als 'nebenprodukt' unvermeidlich anfallen. das ergebnis der industriellen fleischerzeugung sind multiresistente krankheitskeime auf einem viertel bis auf der hälfte des hähnchen- und schweinefleisches im supermarkt.
so kommen die keime regelmäßig in fast jede küche. aber sie werden auch durch die riesigen lüftungssysteme aus dem massenstall in die außenluft und aufs land geblasen. bei entsprechender lage der umliegenden felder zur hauptwindrichtung kann dort das gemüse keimbelastet sein.
hierzulande werden die kranken und schwächlichen in einer großen zangenbewegung von multiresistenten erregern bedroht. von der einen seite nähern sich die besonders hierzulande verbreiteten hauseigenen resistenten keime der kliniken, von der andern seite rücken die resistenzen aus der fleischindustrie heran. über die risikogruppen in den krankenhäusern und in den mastanlagen hinaus sind die zunehmenden resistenzen eine hörbar tickende zeitbombe für die gesamte bevölkerung und die gesundheitspolitik.
demnächst könnte es passieren, dass z.b. ein mäster nicht ohne weiters in ein spital eingelassen wird. zu riskant. als patient oder besucher bitte erst zur blutprobe, kann es dann heißen.