vor 20 jahren beschloss das parlament in bonn seinen umzug nach berlin. es war keine große mehrheit für den beschluss zu vermelden.
die entscheidung ist nun am jahrestag anlass für neue fragen und diskussionen. komplettumzug, bonn-berlin-gesetz, pacta sunt servanda, nichts gilt für die ewigkeit.
was die streitenden für die stadt am rhein oder an der spree selbstverständlich nicht in frage stellen, ist die hauptstadt an sich. nur die zentralisten kommen überhaupt zu wort, wenn sie auch nur die alten abgedroschenen thesen wiederholen. beobachter sehen nur zwei parteien im streit: die zentralisten und die föderalisten. von dezentral argumentierenden regionalisten kein wort.
wohl ist zu hören, berlin sei als preußische zentrale historisch zu sehr belastet. doch der mann vom rhein, der das sagt, sieht bloß die stadt selbst, nicht ihre funktion für das regime eines wilhelm II und eines adolf im vergangenen jahrhundert, sieht nicht die reale gefahr für die alte hauptstadt, in ihre alte rolle zurückzufallen. traditionen sind leider oft der bequeme ersatz für produktives denken.
zentralismus oder regionalismus, das ist hier die frage. entweder mensch begreift, was auf dem spiel steht, wenn er sich für das schwarze loch im system entscheidet oder aber für kurze leitungen. verwaltungfragen laufen parallel zu fragen der energie. das ist kein zufall. die ökobilanzen entsprechen hochgradig den humanbilanzen.