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die chemie und ihre abspaltungen in atomphysik und genforschung sind keine geheim- oder parawissenschaften, sondern naturwissenschaften, deren anwendungen in unseren alltag hineineinwirken. otto normalo und der abgeordnete auf der kommunalen, landes- und bundesebene haben die genannten fächer nicht studiert und wissen entsprechend wenig bis gar nichts.
ein vierter sektor ist etwa gleichzeitig mit der molekularbiologischen genforschung entstanden und wirkt mindestens so stark in unseren alltag hinein wie die chemie mit ihren spezialgebieten, das ist die it-branche, vom pc bis zum world wide web.
und was sehen wir bei uns selbst wie auch bei den volksvertretern bis zum ministerrang? keine ahnung, aber verwegene aussagen und beschlüsse. besonders schön zeigt den sachverstand der regierenden der jüngste fall mit dem bundestrojaner.
ach, das programm zum ausschnüffeln der bevölkerung konnte etwas mehr als gedacht? kein problem. unsere geheimdienstler und polizisten halten sich stets an recht und gesetz. das überschreiten der grenzen des vom verfassungsgericht erlaubten und die reaktion des ministers und anderer vertreter erinneret mich an die reaktion des sowjetischen verantwortlichen, das war seinerzeit chruschtschow, die experten hätten sich ein wenig verrechnet, die sprengkraft der h-bombe sei etwas stärker als erwartet. aber das sei kein grund zur sorge.
die mitglieder des ccc brachten die überziehung der auftraggeber jetzt an den tag. experten auf dem it-gebiet. dagegen sind zweifel erlaubt, was das geschick im bloßen gebrauch des rechners durch manche minister betrifft. die aber haben das sagen.
die reihe über den mangelnden sachverstand beim souverän und seinen vertretern könnte ich noch eine ganze weile fortsetzen. mir fallen z.b. die bereiche geologie und astronomie ein mit ihren anwendungen in bergbau und raumfahrt. hierzulande ist kein schulfach oder lehrplan dafür vorgesehen. wo aber das wissen fehlt, kann das empfindlichste gewissen nicht (re)agieren.
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>>die reihe über den mangelnden sachverstand beim souverän und seinen vertretern könnte ich noch eine ganze weile fortsetzen.<<
Und zwar bis in die Unendlichkeit! Befeuert wird dieser mangelnde Sachverstand durch die Medien, die nicht in der Lage sind überparteilich und objektiv aufzuklären. Die greifen die zum Teil religiös vertretenen Themen von lobbygesteuerten Politikern auf und verstärken sie im Volksbewußtsein. Machen das Volk gewissermaßen systematisch blöde! |
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das volk per medien systematisch blöde zu machen, dürfte wohl schwierig sein, da die bevölkerung vielleicht im besitz eines führerscheins sein mag, ohne navi aber schon aufgeschmissen ist, von a nach b zu fahren, viel weniger über genügend details bescheid weiß, um politisch halbwegs die richtung zukunftsfähig zu bestimmen, vom gewissen gar nicht zu reden.
das gesunde volksempfinden ist nur eine nationalro(h)mantische masche. was man darauf bauen kann, ist in der geschichte überall zu besichtigen, besonders in d. |
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btw
Wir in Bayern haben ja jetzt den absoluten Sachverstand rhetorischer Verbalschleifen als Widergeburt in Form eines Mar. Söd. als Finanzminister bekommen. Wieso wollte der Sparkassenverband ihn, diese fränkische Lichtgestalt, nicht als Sparkassenoberchef? -> schlechte Personalakte mit wexelnden Berufungsstationen. |
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heute sah ich mal wieder die sendung "Quer" von c. süß.
der moderator muss meine serie gelesen haben, denn er spielte sehr eindeutig auf die qualifikation des neuen finanzministers an, der bisher sich als gut in der fraktion vernetzter hervorgetan und ein machtgen hat. der süß ist süß. |
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>>...keine ahnung, aber verwegene aussagen und beschlüsse. besonders schön zeigt den sachverstand der regierenden der jüngste fall mit dem bundestrojaner...<<
Na ja, man gibt sich gerne ahnungslos, wenn eine Missetat aufkommt. Das machen schon kleine Kinder, wahrscheinlich ist das Sichdummstellen also nicht mal angelernt, sondern eher instinktiv bedingt. Die Chuzpe eines Hermann Horcherl: "Die können ja nicht immer mit dem Grundgesetz unterm Arm herumlaufen" und "...etwas ausserhalb der Legalität" ist die grosse Ausnahme. |
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du meinst wirklich, liebe claudia, die vertreter des souveräns wissen, was sie tun?
das müssen dann aber lauter tausendsassas sein, die könner ohne furcht und tadel, die von einem ressort mal eben ins andre springen. überflieger ohne schwerkraft. wow. hast du mal einen persönlich getestet? ergebnis? die dummstelltour will ich nicht in frage stellen. das müssen sie natürlich auch können. nichts gewusst. nicht in erinnerung... |
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schrieb am
06.11.2011 um 05:31
lieber helder,
>>...hast du mal einen persönlich getestet? ergebnis?<< ich habe schon verschiedene Abgeordnete kennengelernt (bei den Jusos, vor 40 Jahren, ist mir auch mal ein späterer Bundeskanzler über den Weg gelaufen). Das Ergebnis ist, wie könnte es anders sein, durchwachsen. Es gibt "Hinterbänkler", die im Wesentlichen immer nach Fraktionsdisziplin abstimmen, die haben fast von nichts Ahnung und verkaufen das in ihrem Wahlkreis gut. Mehr als als immer "richtig" abstimmen und gut verkaufen müssen sie auch nicht können. In Ausschüssen wird natürlich etwas mehr Wissen gesammelt, man holt sich auch Gutachten von von Leuten, die mit Vornamen Professor heissen. Und wenn ein Gutachten wieder mal zu einem unerwünschten Facit kommt und man es in den Tiefen des Archives versenken muss, dann wissen diejenigen, die es verschwinden lassen schon, warum sie das tun. Und eine Abgeordnete, die sagte, als sie anfing im Bundestag war das ein echter Stressjob und sie dachte sie immer wieder: Es ist nicht zu schaffen. Und ohne die engagierte Zuarbeit ihrer Assistentin die Unterstützung durch die Fraktionskollegen hätte sie auch nicht geschafft. Das ist bislang die einzige, mit der ich mich auch persönlich gut verstehe. Ich sage nicht in welcher Partei die ist, aber vielleicht kannst du' s erraten. --- Wer Minister wird, muss natürlich vom Fach des Ministeriums nicht viel verstehen. Dafür ist das Ministerium da. Wichtig ist also, was in Bundestagsausschüssen und in Ministerien abläuft und ja, die wissen der Regel schon was sie tun. Insofern haben wir wohl Beide ein Stück weit recht und nicht recht: Ein Minister über das Fach seines Ministeriums nicht so genau Bescheid wissen. Minister kann auch ein Gutti. Und die Ministerialbeamten, die nicht repräsentieren, sondern wirklich tun, wissen in der Regel, was sie tun, sind aber der Öffentlichkeit unbekannt. Man kann sie wohl als fachlich zweite Garnitur sehen, denn die erste wird mit höheren Gehältern von Jenen abgesaugt, die in der Hierachie eines kapitalistischen Staates über der Regierung stehen. Das heisst aber nicht, dass sie ahnunglos sind. Eher schon, dass es einen Karriereknick nach unten nach sich zieht wenn sie nicht die Schnute halten. --- Apropos Chuzpe: Vom Schäuble fand ich es auch ganz schön frech, als er zu den 55 HRE-Milliarden nur sagte: "Das werden wir den Bürgern schwer vermitteln können". Das sind die Sorgen eines Ministers: Nicht dass das Geld wieder mal weg ist (irgend jemand wird es schon haben), sondern dass man es den Leuten vielleicht nicht so leicht verklickern kann. Ich sage immer wieder: "In der Politik sollte man was mit Korruption erklärbar ist nicht voreilig mit Dummheit erklären wollen". |
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schrieb am
06.11.2011 um 05:38
Ach, noch was:
>>Das machen schon kleine Kinder,...<< Der Unterschied zwischen Kindern und Politikern ist: Kindern lässt man dumme Ausreden nicht durchgehen. Politikern fast immer. Nur Erwachsene dürfen sich dumm stellen. |
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danke sehr, liebe claudia, fürs auspacken deiner erfahrung mit den kandidaten im politgeschäft.
meine unmittelbaren einsichten in den betrieb sind ähnlich wie deine, nur hatte ich nicht das große glück, dass mir ein späterer kanzler über den weg lief. zwei dinge stehen den machern im weg, wie ich das sehe. zum einen ist das, was manche als machtgen bezeichnen, also ein persönlicher defekt. zum anderen sind es die strukturen, politisch-gesellschaftlich. das ist zuerst die parteilichkeit, zusätzlich die parteidisziplin. nicht zuletzt spielt die abhängigkeit vom sogenannten souverän eine rolle. der "souverän" wählt aus den parteienlisten aus, nach sympathie oder antipathie, nach gefühlslage. denn mehr auswahlkriterien hat er nicht, der "souverän". dem kommt die zunehmende personalisierung der wahllotterien sehr entgegen. nicht nur in amerika. meine kritik an diesem system ist eigentlich platonisch, unverändert, seit ich platon zuerst gelesen. natürlich angepasst an die bedingungen nach fast 2500 jahren. mangelnder sachverstand, aber auch der totalausfall ethisch-ökologischer kriterien. dass die kandidaten sich gut verkaufen können müssen, ist im gegenwärtigen system die hauptsache. dass die nummer mit dem unschätzbaren souverän ein teils ro(h)mantisches überschätzen der großen zahl ist, der quantität vor der majestät der zukunftsfähigkeit, sei noch nachbemerkt. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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