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das prinzip ist schon durch den geschichtsunterricht allgemein bekannt. angeblich ist die gewaltenteilung das fundament der demokratischen verfassung. bedenken sind angebracht, wenn mensch die verhältnisse vor augen hat, wie sie sich hierzulande und auch anderswo zeigen.
aktuell lenkt die wahl des cdu-funktionärs peter müller zum verfassungsrichter den blick auf das staatsphilosophische thema. nun kann ich mich nicht daran erinnern, dass montesquieu den parteienproporz als praktische umsetzung des prinzips gewaltenteilung empfohlen hätte.
in der berliner republik, und nicht nur in dieser, ist der proporz aber der politische alltag. nicht nur bei der besetzung der richterstellen am verfassungsgericht. der proporz der parteien bestimmt z.b. auch die zusammensetzung der rundfunkräte und folglich auch die programme der öffentlich-rechtlichen sender.
mein eindruck ist, dass die politische klasse das prinzip gewaltenteilung noch gar nicht begriffen hat. wer hätte es den leutchen aber auch beibringen und vorschreiben sollen? u.a. wird ja auch der supreme court der usa parteipolitisch mit richtern besetzt.
gewaltverherrlichung ist weit verbreitet und steht der gewaltenteilung diametral entgegen. wohlgemerkt, schon dem uranfänglichen verständnis des prinzips bei montesquieu. von einer weiterentwicklung der humanen idee kann nirgendwo die rede sein.
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in der berliner republik, und nicht nur in dieser, ist der proporz aber der politische alltag. nicht nur bei der besetzung der richterstellen am verfassungsgericht. der proporz der parteien bestimmt z.b. auch die zusammensetzung der rundfunkräte und folglich auch die programme der öffentlich-rechtlichen sender.
Stimmt leider! Hast Du auch einen Lösungsvorschlag für eine Verbesserung der Situation parat? Vielleicht könnten Wahlgremien direkt, ähnlich wie bei Volksabstimmungen, gewählt werden. Hätte allerdings den Nachteil, dass wieder unproduktive Verwaltungen noch weiter aufgebläht würden. |
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nun kann ich mich nicht daran erinnern, dass montesquieu den...
Bitte auch darum John Locke nicht zu vergessen. |
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"dass montesquieu den parteienproporz ..."
Zur Zeit von Montesquieu gabes noch keine Parteien im heutigen Sinne; allenfalls Vorläufer in Gestalt von sog. Clubs. Ich bin mir nicht sicher, ob es in unserer Vertretungsdemokratie überhaupt Sinn macht, über Gewaltenteilung zu reden - den "Souverän" Bürger gibts nur am Wahltag; dann hat er seine Macht überlassen. Und Parlamentarier sind letztlich Fußvolk der jeweiligen Parteien. |
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nietzsche 2011:
"Ich bin mir nicht sicher, ob es in unserer Vertretungsdemokratie überhaupt Sinn macht, über Gewaltenteilung zu reden - den "Souverän" Bürger gibts nur am Wahltag; " wenns keinen sinn macht, über gewaltenteilung hierzulande zu reden, bedeutet das, dass es keinen sinn macht, über demokratie in diesem land zu reden. denn wie gesagt ist das prinzip der gewaltenteilung der anfang der abwendung vom monarchischen staat mit absoluter herrschaft. andersrum hieße es, wir seien auf dem weg zurück zur monarchie oder diktatur, denn die redet nicht über das prinzip. in unserer verfassung spielt der begriff der menschenwürde eine große rolle. ohne weiterentwicklung der idee der teilung der monolithischen macht ist menschenwürde eine bloße worthülse. |
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@h.yuren
"wenns keinen sinn macht, über gewaltenteilung hierzulande zu reden," Hab ich so NICHT gesagt! Dennoch ist doch zu fragen, ob das, was wir gegenwärtig erleben, demokratische Prozesse sind oder eine Diktatur der Finanzmärkte. Die Entwicklung des Prinzips der Gewaltenteilung ist natürlich richtig; dennoch ist auch hier mit der Zunahme politischer Entscheidungen (!) durch das BVG eine Aushebelung zu beobachten. |
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schrieb am
30.11.2011 um 22:40
Nietzsche 2011 schrieb am 30.11.2011 um 22:34
Die Entwicklung des Prinzips der Gewaltenteilung ist natürlich richtig; dennoch ist auch hier mit der Zunahme politischer Entscheidungen (!) durch das BVG eine Aushebelung zu beobachten. Aber nur deshalb, weil die Legislative ihre Aufgaben nicht mehr richtig im Sinne der Volksvertretung wahrnimmt! |
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nietzsche 2011:
"Hab ich so NICHT gesagt!" na, dann versuch mal, die differenz zu ermitteln. "Dennoch ist zu fragen, ob das, was wir gegenwärtig erleben, demokratische Prozesse sind oder eine Diktatur der Finanzmärkte." treffer! aber es ist noch weit undemokratischer. sieh dir mal an, welche organisationen gar nicht demokratisch legitimiert sind. außer den banken sind das die allermeisten organisationen. angefangen von den zu recht ins gerede gekommenen geheimdiensten bis zu den multis, wozu ich auch die römische kirche rechne. du siehst, es gibt in sachen demokratisierung und gewaltenteilung noch das meiste zu tun. |
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h.yuren um 08.53
Ich schrieb "Ich bin mir nicht sicher, ob es . . . überhaupt Sinn macht . . ."; du schreibst "wenns keinen Sinn macht" = ich Konjunktiv, du Indikativ! Reicht dies als Differenz :-)? "du siehst, es gibt in sachen demokratisierung und gewaltenteilung noch das meiste zu tun." Volle Zustimmung. Ich denke allerdings, dass Parteien mit ihrer zentralistischen Struktur dabei ein Hemmnis sind. |
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es war ein rhetorischer imperativ um die differenz;-)
dass die parteienlandschaft alles andere als zukunftsfähig ist, unterschreibe ich sofort. auch ohne den rattenschwanz von lobbyisten und zuarbeitenden oder sperrfeuernden massenmedien, legalen parteispenden und zusätzlichen pöstchen für parlamentarier. schon die binnenstruktur der einzelnen parteien ist alles andere als offen für kontrollen und sachverständige einmischungen. parteilichkeit gehört schon dem namen nach verboten. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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