Empfehlung der Woche

Frieden – Wie geht das?

Frieden – Wie geht das?

Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

Zur Empfehlung
Meine Frau weint

Meine Frau weint

Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

Zur Empfehlung

Politik : Machtspiele (1)

Zum Kommentar-Bereich

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community.
Ihre Freitag-Redaktion

auf dem sonderparteitag der grünen heute in berlin steht der leitantrag der parteispitze zur debatte: zustimmung zum atomausstiegsgesetz der schwarzgelben regierung. viele gruppierungen an der basis der partei lehnen den großen konsens ab oder zweifeln an der stichhaltigkeit der beschlussvorlage.

die basisgruppen haben kein problem mit dem image der partei. sie scheren sich nicht um das etikett 'dagegenpartei', das ihnen die schwarzgelben angeheftet haben. ihnen sind die fakten wichtig wie die länge der laufzeiten, die viel raum für neue um- und wiedereinstiegsbeschlüsse bieten; auch die unvollständigkeit des ausstiegs, wo gronau und lingen, die produktionsstätten für den atomaren brennstoff gar nicht erwähnt werden (wie beim ausstieg der schröder-regierung); nicht zuletzt ist der umstieg auf erneuerbare (besser: unendliche) energien konkret und beschleunigt anzugehen usw.

die interessenlage ist offensichtlich an der spitze eine andere als an der basis der partei. das phänomen gilt als gruppenspezifisches gesetz für alle etablierten parteien.

die parteioberen gerieren sich eher regierungsfromm und auf konsens bedacht; die parteibasis neigt eher zum zweifel an der glaubwürdigkeit der regierenden und an der konkreten beschlusslage. das misstrauen gegen die da oben sitzt tief, auch innerhalb der eigenen partei.

das rotationsprinzip, das die grünen ursprünglich pflegten, ist ein mittel gegen die erstarrung in typischen schichten und entsprechenden verhaltensweisen oder auch bewusstseinsinhalten. im vergleich mit dem wasser: oben schwimmt das leichtere und kältere eis, unten bleibt das lebenselement flüssig.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.