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was auf ziemlich alten zeugnissen "leibesübung" hieß, umschreibt der duden, volkstümlich in der auffassung und amtlich im ton, als "körperliche Betätigung, die [im Wettkampf mit anderen] der Gesundheit u./od. dem Vergnügen dient".
dass die nationalmannschaften dem nationalprestige dienen und auch dem nationalgefühl, ist den machern des "großen Wörterbuchs" ebenso entgangen wie die tatsache, dass der profi-sport ein lukratives geschäft ist, dass spitzensportler ein höheres einkommen haben als spitzenpolitiker etc. kritik am sport ist unerwünscht; rainhard fendrichs hit "Es lebe der Sport" existiert nicht. dabei macht nicht nur der massensport fußball schlagzeilen wegen vereinspleiten, spielmanipulationen, spielerhandels mit sogenannten ablösesummen in millionenhöhe, vielmehr reißen die skandale um fast alle olympischen disziplinen nicht ab, besonders die medizinische nachhilfe, genannt doping, ist ein dauerlutscher der journaille.
meist bleibt der unmut an der oberfläche nach dem motto: der sport ist gut und gesund, nur gibt es ein paar schwarze schafe, die das schöne spiel verderben. die ähnlichkeit mancher veranstaltungen (wie etwa die wettkämpfe der radrennfahrer und boxer) mit den römischen spielen im colosseum, inszeniert um den massen roms ein vergnügen zu bieten und sie im doppelten sinn zu fesseln, ist kein thema.
montaigne nannte solche spiele (zu seiner zeit und in seinem milieu vor allem zweikämpfe im fechten) hirnlos und hart. es ist nicht schwer, sich vorzustellen, welchen spielen von heute der erste essayist dasselbe prädikat zumessen würde. marlene streeruwitz übernahm den job an seiner stelle und drückte dem klassischen theater den stempel "Kriegsvorbereitungsstätte" auf. die andere österreicherin, elfriede jellinek, widmete dem sport ein ganzes theaterstück, gar nicht klassisch; und doch herrscht einverständnis in der sache.
wenn die edlen griechen im alten hellas ihre olympischen spiele zu ehren des obergotts zeus feierten, ruhten angeblich für die dauer des fests alle kriegshandlungen. das will etwas heißen bei einem völkchen, das die sentenz hervorbrachte: aller dinge vater, aller dinge könig ist der krieg.
wenn man genauer hinsieht, waren die wettkämpfe in olympia archaische kriegshandlungen. speer- und diskuswerfen, faustkampf und ringen, wettrennen und weitsprung spielten in der phalanx der hopliten schon längst keine rolle mehr. doch auf kraft und geschicklichkeit, nicht zuletzt auf kämpferische haltung kam es noch immer an.
so war es kein zufall, dass die imperialistischen europäer im industriezeitalter sich auf die schönheit der olympischen spiele besannen, sie aus der versenkung hervorholten, entstaubten und glanzvoll wiederaufführten, nicht ohne die eine oder andre neuerung ins programm aufzunehmen wie etwa das schießen mit feuerwaffen.
angesichts dieser hehren tradition sollte sich niemand über die dopingserien im sport ereifern. nicht das doping ist der skandal. das fällt vielmehr in die rubrik der listenreichen tricks, die immer schon kriegsentscheidend waren. die "spiele" selbst sind der skandal. nicht die vorsätzliche körperverletzung beim boxen, nein, der gefeierte und großzügig geförderte sport als paramilitärische übung, oft genug hirnlos und hart, ist der skandal.
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Nein!
Wer diesen Beitrag geschrieben hat, so unterstelle ich einmal hat mit Sport als konkrete Tätigkeit nichts am Hut. Das Thema des Beitrages ist interessant, die Folgerung daraus frech. Zuerst gilt heute nicht mehr, was noch im alten Griechenland galt, die körperlichen Voraussetzungen um Soldat zu sein, sind doch ganz andere. Ein Soldat heute benötigt deutlich weniger Fitness, muss vielmehr robust sein. Ein 30Km Marsch mit Gepäck ist für jeden gesunden jungen Mann/Frau zu bewältigen, für Untrainierte ist das eine andere Erfahrung, ankommen werden alle. Was soll am Snowboarden kriegswichtig sein, stelle man sich mal einen Langstreckenläufer mit den 30Kg Marschgepäck vor, die man während eines solchen 30Km Marsches trägt. Im zweiten WK waren bei den Amerikanern vor allem die deutschen Speerwerfer gefürchtet, die Hammerwerfer riefen bei ihrem auftauchen Schock und Schrecken hervor,ungezählt sind ihre Opfer. Hier werden zwei Dinge zusammengebracht die nicht zusammengehören. Lieber Yuren, leg das Fernglas weg und komm aus dem Elfenbeinturm. Stell dich in der Stadt deiner Wahl beim nächsten Stadt-Marathon ins Ziel und schau Dir die Gesichter der Killermaschinen an, die dort ins Ziel laufen. Geh auf einen Sportplatz, wenn die Schüler trainieren und sieh wie sie werfen lernen, mit Bälle die Handgranaten sehr ähnlich sehen. Das Bedürfnis sich zu bewegen ist in uns und hat nichts mit Krieg führen zu tun. Jeder der mit Wasser und Brot Sport treibt wird von den Dopern betrogen, ganz konkret, das ist wirklich arg. |
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Wenn jemand heute auf den Krieg vorbereitet wird, dann Menschen die Ego-Shooter, Flugsimulatoren usw. spielen.
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lieber merdeister,
ich verstehe deine zurückweisung. sie ist nur allzu verständlich. aber habe ich nicht gesagt, dass die olympischen spiele schon im sogenannt klassischen athen archaische kriegshandlungen nachspielten? damit ehrten die alten griechen angeblich den zeus, in wirklichkeit das agonale prinzip und den vater aller dinge. ok, leben hat unter anderem das merkmal bewegung. die lebendigeren jungen menschen brechen bei der anstaltserziehung zu sitzlingen immer wieder aus. nicht nur nebenbei werden die kleinen beizeiten zur konkurrenz dressiert. das ist der anfang. muss ich mich schon wieder auf bertrand russell berufen? der empfahl im fach sport die auseindersetzung mit objektiven widerständen, etwa beim segeln, und sprach sich gegen das übliche balgen (rugby) im handfesten gegeneinander aus. russell hatte etwas verstanden, was auch die mbuti im tropischen regenwald afrikas verstanden hatten. die erziehung zur kooperation, nicht im team gegen ein anderes zu kämpfen, sondern für ein gemeinsames ziel. wenn mensch das nicht noch schnell im eilverfahren wieder neu lernt, ist er verloren. so verloren wie die alten griechen und römer bei aller tapferkeit. deine unterstellung trifft übrigens voll daneben. von kindesbeinen an war ich im sport aktiv. vorsicht! habe unter anderem als amateur geboxt. später das goldene sportabzeichen gemacht. und jetzt gehe ich jeden zweiten tag auf rad-wanderung, das heißt, ich bin mehr oder weniger zu fuß und pedale unterwegs. ich weiß, wovon ich rede. im sport plus doping zeigt sich nicht allein die kriegskultur. der hinweis auf streeruwitz deutet das an. videos, vor allem die ballerstreifen, lassen keinen zweifel aufkommen. |
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Heute morgen habe ich mir schon gedacht, das meine Unterstellung ein Eigentor wird.
Zu der Konkurrenz habe ich einen anderen Zugang. Wenn ich während eines Wettkampfs versuche vor jemandem zu sein, dann sporne ich mich mit seiner Hilfe zu höheren Leistungen an. Hinterher bedanke ich mich für die Hilfe, das harte Rennen, das gute Spiel. Der Wettstreit ist nichts schlimmes an sich. Wenn man sich an die Regeln hält und die Mitstreiter respektiert. Deine Sicht halte ich für verkürzt und pessimistisch. Aber das hatten wir ja schonmal irgendwo. Und wenn jetzt alle Fußballmannschaften anfangen zu Segeln, kotzen die ständig ins Wasser (--->Bier) und alle Fische sterben. Das Argument mit den objektiven Widerständen ist ja auch nett, ist aber auch eine sehr reduzierte Sicht auf den Sport. Im Spitzensport und Doping zeigt sich, wie wertlos der einzelne Mensch in unserer Gesellschaft ist, wenn er nicht leistet, nicht produktiv ist. |
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Parallelen? Ja. Skandal? Keineswegs.
Sie stellen ja den Bezug selbst her. Krieg > Wettkampf. Das war so, ist so, wird immer so bleiben. Nun mag man sich daran reiben, dass man die Einhaltung von Regeln fordert, wenn es doch eigentlich um den Krieg geht, in dem - wie in der Liebe - alles erlaubt ist. Doch auch im Krieg gibt es Sittenwächter, ebenso erfolglos wie im Sport. Dass aber der Sport selbst wegen seiner Artverwandschaft zur kriegerischen Auseinandersetzung skandalös sei, da halte ich nicht mit. Vielleicht hätte man sich vorher beschweren müssen. Ca. 2000 Jahre. Es ist doch vielmehr der SPort ein Katalysator für all die (negativen) Energien, die uns sonst vielleicht dazu verleiten würden, unserem gegenüber eins auf die Nase zu geben. Andersherum wird ein Schuh draus: Nicht der Krieg sucht seine Übung, sondern der Mensch eine "kriegsähnliche" Betätigung, um eben jenen nicht zu betreiben. |
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jan, es ist immer erfreulich, wenn die gegner im wettkampf fair sich verhalten, sich freundlich begrüßen und verabschieden. aber warum müssen zwei (oder mehr) menschen als gegner gegeneinander antreten um "sieg" oder "niederlage"? die wortwahl sagt eigentlich schon alles. warum müssen frust und wut so gezüchtet werden in vielen tausend menschen, denn die zuschauer bilden ebenfalls zwei parteien, die gegeneinander stehen und nicht selten als hooligans aufeinander losgehen. wozu das?
es erzieht zum krieg, es ist eine kriegsvorbereitung. darum haben die alten griechen den sportlichen wettkampf in olympia geheiligt. wer die archaischen kriegshandlungen in den altgriechischen disziplinen nicht erkennt, muss die augen vor der realität verschließen. wir haben größte schwierigkeiten, uns eine andere gesellschaft vorzustellen, eine gesellschaft ohne krieg. es ist zumindest 6000 jahre her, seit der krieg anfing, die gesellschaft zu formen. die alten griechen glaubten, dem krieg alles zu verdanken. und tatsächlich verdankten sie ihm sehr viel im kargen hellas. bis sie sich gegenseitig vernichteten. eine gesellschaft, die nicht untergehen soll nach ein paar jahrhunderten, muss anders verfasst sein. anders als alle bekannten gesellschaften. sie muss die kriegerische vergangenheit hinter sich lassen, wozu unter anderem der sogenannte sportliche wettkampf gehört. ist es nicht bestialisch, wie steinböcke oder see-elefanten um die alphaposition zu kämpfen, statt sich über aufgaben und ihre bewältigung zu einigen, sich eben zu verständigen und zusammenzuarbeiten? nur dies wäre aber menschlich, menschenwürdig. was soll die trophäe an der wand oder der orden an der brust, wenn die siegeszeichen auf kosten einer niederlage von sehr fähigen, aber in dem kampf unterlegenen menschen zustandekamen? ist die feindseligkeit historisch effizient oder genau das gegenteil? sorry, ich habe ein paar fragen gestellt. mögen sie zu unserer verständigung über das thema beitragen, jan. |
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Lieber h.yuren,
nehmen wir mal nicht den Sport, sondern die Liebe, bei der ja angeblich auch alles erlaubt ist. Sind Sie auf dem Gebiet der Liebe noch niemals in Konkurrenz getreten zu einem anderen Menschen? Welcher Mittel haben Sie sich auf diesem Feld bedient? Haben Sie sich da freundschaftlich mit ihrem Konkurrenten geeinigt? Ihm vielleicht sogar einfach aus reiner Menschenfreundlichkeit den Vortritt, also die Frau/den Mann ihrer Sehnsüchte, überlassen? Wie weit geht auf diesem Gebiet Ihre Verständigung und Zusammenarbeit? Gesellschaften gehen nicht unter, sie gehen über in eine andere Form. Aggressivität dient dem Überleben des Einzelnen. Als Frau möchte ich die mir schon gar nicht aberziehen/nehmen lassen. Niederlagen und Verluste gehören zum Leben, durch den Sport übt sich der Mensch auch darin. Nicht durch Sport, Neid oder Konkurrenz wird der Mensch zum Arschloch, sondern dadurch, wie er mit diesen Phänomenen menschlichen Lebens umgeht. Liebe Grüße Titta |
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Ich glaube, ich teile ganz generell ihr Misstrauen gegenüber diesen Mechanismen nicht. Ich mag Sport, ich bin ehrgeizig, wenn ich auf dem Feld stehe, (@Titta auch auf dem der Liebe) und ich akzeptiere gern, dass es auch mal etwas ruppiger zugeht und nicht jeder alles strahlender Gewinner vom Platz kriecht.
Darin sehe ich nichts falsches oder verwerfliches. Es gehört für mich zum Menschsein dazu. In all den kleinen Kämpfen, die wir tagtäglich fechten, steckt für mich auch ein großer Teil Leben. Für mich ist es eben auch immer die Reibung, die uns Menschen voran bringt. Im Großen wie im Kleinen. Und natürlich birgt dies auch Risiken, keine Frage. Diesen Wettkampf aber zu etwas Unmenschlichem zu verklären, dem man abschwören muss, um sich zum wirklichen Menschen zu entwickeln, halte ich für falsch. Er ist da, und wird es vermutlich immer sein. Ich würde ihn auch nicht missen wollen. Mit all den Konsequenzen. Es tut mir Leid, wenn ich meinen Rahmen hinsichtlich dieser Frage nicht sprengen kann. Besten Gruß, Jan Jasper |
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Erinnert mich an das, was eine Professorin letztens noch zu mir meinete. Die mit humanistischem Weltbild kommen immer mit dem Bösen in der menschlichen Natur nicht zurecht.
Zur Klarstellung: Sport bzw. Konkurrenz gehört für mich noch nicht dazu. |
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hallo merdeister, unsere neuen kommentare sind nahezu gleichzeitig entstanden. bedankt voor de moeite.
ich begreife uns hier nicht als konkurrenten, sondern als streitende sine ira et studio. du schreibst, am wettkampf sei an sich nichts schlimmes. und es folgen ein paar bedingungen. fair play vor allem. das ist in den fällen, wo nichts oder wenig auf dem spiel steht, oft möglich. im sogenannten breitensport ist das zusammenspiel wahrscheinlich eher der alltag. sobald jemand nicht gut verlieren kann, wie man so sagt, treten probleme auf. auf den ehrgeizigen rängen aber stellt sich die sache spiegelbildlich dar: verbissener kampf ist die regel, fair play die randerscheinung. hierher gehört die doperei, die korruption etc. das verhalten wird "nach oben hin" stets kriegsähnlicher. können wir uns darauf einigen? |
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Ja.
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Eine erstaunliche Verhaltensweise des Menschen. Mit Vertrauen ist es Sport, ohne Vertrauen ist es Krieg. Vertrauen und Kooperation haben den modernen Menschen ermöglicht. Erst auf dieser Basis wurde so etwas wie friedlicher Handel und Markt in Konkurrenz möglich.
Wohin aber die, man muss, schon sagen krankhafte konfrontative, kriegerische Ideologie mit ihren "gedopten", geldgeilen Akteuren führt sehen wir in der jetzigen Krise: Das Vertrauen im Kernbereich des Kapitalismus wurde zerstört. Somit scheint es eine vordringliche Aufgabe zu sein, wieder das zu verstehen, "was auch die mbuti im tropischen regenwald afrikas verstanden hatten. die erziehung zur kooperation, nicht im team gegen ein anderes zu kämpfen, sondern für ein gemeinsames ziel. wenn mensch das nicht noch schnell im eilverfahren wieder neu lernt, ist er verloren. so verloren wie die alten griechen und römer bei aller tapferkeit." |
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liebe titta,
dein spielfeldwechsel ist eine gute idee, weil sie das grundsätzliche der frage ins taghelle übersetzt. es ist die frage, wo der mensch beginnt zwischen animalischem instinkt und menschheitsbewusstsein. wo mensch seine identität findet: im reiz-reaktions-schema mit gefühlen oder in der verbundenheit mit menschen, die schon über sich hinausgewachsen sind. wenn mensch nicht ganz apathisch oder jenseitig verdreht ist, ist er/sie in dem spannungsfeld zwischen den genannten polen. was der olle göthe so schön andeutet, wo er von den klammernden organen und den hohen ahnen redet. ja, ich habe versucht, den konkurrenten als mitgefangenen zu verstehen und mich mit ihm und ihr zu verständigen. freilich ohne erfolg. die verhältnisse, die sind nicht so. einer muss nach göetete der hammer und der andere der amboss sein. also titta, mir sind wenige gefühle fremd, aber die klarheit der wahrheit ist mir wichtiger. doch titta, gesellschaften gehen unter. nach alter manier wären wir gerade an der reihe. aber die neue weltlage lässt nur noch alles oder nichts zu. natürlich wächst der mensch an widerständen. wenn sie ihn nicht erdrücken. liebe grüße helder |
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Der Mensch ist Mensch, in seinen schäbigsten, egoistischsten wie in seinen mitmenschlichsten, altruistischsten Momenten. Sich selbst so anzunehmen, und eben nicht darauf zu warten, bis der Mensch/man selbst irgendwie über sich hinausgewachsen ist, ist für mich ein zentraler Kern des Menschseins.
Wahrheiten gibt es nicht. Wir sind am Untergehen als Gesellschaft?! Wäre mir viel zu pessimistisch. Vom "wahren Menschen" erwarte ich mir eine positivere Einstellung zur Welt und deren Entwicklung. Wozu sonst alle Anstrengung, die ja auch Sie propagieren, wenn der Mensch es doch sowieso vermutlich nie schaffen wird. Manchmal müssen Dinge untergehen, damit was Besseres anfangen kann. liebe Grüße Titta |
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danke streifzug für dein einverständnis. warum nur bist du der einzige? sind es ähnliche erfahrungen? einsichten?
der widerspruch der meisten hier ist erwartungsgemäß. zu ungewohnt ist die gegenposition, die aber doch von rainhard fendrich so erfolgreich besungen wurde. das war wirklich mal ein hit im sinne von treffer. jan jasper, du treibst gern deinen sport und möchtest nicht mitsamt dem sport verunglimpft werden. da ich in dieser gesellschaft aufgewachsen bin, verstehe ich deine haltung sehr gut. für viele ist die welt der freizeitgestaltung durch sport in ordnung. ein stückchen lebensqualität. das will ich dir und allen anderen, die so denken und handeln wie du, nicht nehmen. als lebewesen sind wir den mechanismen der rivalität unterworfen, und wenn wir damit gut leben können, brauchen wir schon einen heftigeren denkanstoß als ein blog, um das biologische programm in frage zu stellen. darum habe ich das doping ins blickfeld gerückt. in dem verhalten wird etwas sichtbar, was die heilige flamme von olympia ruß spucken lässt. meine these setzt hier an, bleibt aber nicht beim doping als facette des profisports stehen, sondern reißt an dieser stelle den schleier weg, um mehr zu zeigen. warum dürfen boxer ihre gegner vorsätzlich verletzen, ohne dass der staatsanwalt eingreift? warum müssen schüler/innen bei den bundesjugendspielen durch ihre pflichtteilnahme gedemütigt werden, obschon ihre schwachen leistungen im fach sport bekannt sind? warum weisen die disziplinen dieselben leistungsklassen auf wie die übrige gesellschaft, dieselbe rangordnung? sag mal, jan jasper, siehst du wirklich einen großen unterschied zwischen einem sportler, der den anderen herausfordert, und einem hirsch oder pavian? noch einmal: ich will dir und niemand anderem den spaß am spiel nehmen. aber bitte, denkt das spiel global zu ende! denkt über den spaß hinaus bis zu dem punkt, wo das spiel in bitteren ernst umschlägt. |
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"denkt über den spaß hinaus bis zu dem punkt, wo das spiel in bitteren ernst umschlägt."
Genau den Punkt verorten wir vermutlich unterschiedlich. Das ganze Spiel deshalb aber verbieten, und damit den Spaß, kann auch nicht die Lösung sein. "Kein Alkohol ist auch keine Lösung" singen ja schon die Toten Hosen nicht zu unrecht. Ich gehörte bei den Bundesjugendspielen/Sport im allgemeinen auch immer zu den Gedemütigten. Dafür gab's andere, bei denen es genau umgekehrt war. Wir ordnen uns als Rudeltiere immer in Rangordnungen ein. Das kann mitunter demütigend sein, klar. Grundsätzlich gibt es aber diese Rangordnungen, um sozialen Streß auf lange Sicht zu vermeiden helfen. Rollenfindung ist immer ein sozialer Streßfaktor. Arbeitsgemeinschaften, wo die Rollenverteilung klar ist, sind am effektivsten. Von der Arbeitsleistung her wie vom persönlichen Wohlbefinden der Einzelnen her. Alles ist eben immer eine Sache der persönlichen Sichtweise. Wo Rangordnungen benutzt werden, um Rangniedere auszubeuten, gehören nicht die Ordnungen bekämpft, sondern das ausbeuterische Verhalten. So, und jetzt muß ich ins Bett. LG Titta |
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Lieber Helder,
Ich habe schon versucht zu begründen, warum es einen Unterschied zwischen einem Boxer und einem Pavian gibt. Ich habe auch versucht zu erklären, warum sich Wettkampf und Krieg so ähneln. Nur der Schluss ist ein anderer. Ich sage, der Mensch betreibt Sport, um seiner tierischen Instinkte Herr zu werden und diese zu kanalisieren. Du sagst, der Mensch würde dies tun, um für den Ernstfall zu proben. Ich behaupte eben genau das Gegenteil. Sport als Mittel, seine Aggressionen auf spielerische Weise abzubauen. Daher natürlich mit all den Konkurrenzmerkmalen des Krieges, aber eben ohne Folge. Es ist am langen Ende aber vor allem bloß die Frage, von welcher Seite man das Pferd zäumt bzw. wieviel Mißtrauen man den eigenen, archaischen Wurzeln entgegen bringt und ob man glaubt, diese aktiv überkommen zu müssen. Dazu von mir ein klares Nein. Besten Gruß, Jan Jasper |
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Du vergleichst den herausfordernden Sportler mit einem Pavian oder Hirsch. Eigentlich meintest Du doch: Es geht um die Mädels.
Was denn sonst, ich zeige mich von meiner besten Seite und mache mich zum Affen (Pavian) gewinne, verlieren, egal, es geht um die Mädels. So ist das eben. Das Problem mit der Demütigung ist keines das für den Sport spezifisch ist. Auch ein schlechter Mitschüler wird von anderen gemobt, wenn er beim vorlesen, zu sehr stockt oder an der Tafel versagt. Das liegt aber an der Sicht auf den Menschen, den wir "unseren" Kindern vermitteln. Wir sind nicht ressourcenorientiert, vor allem nicht bei anderen. Die Schwäche des anderen wird gnadenlos ausgenutzt, je weniger wert ich mich fühle desto mehr. Aus dieser Perspektive ist das ganze Leben Krieg. Um Deinen Beitrag zu verstehen und meine Zustimmung zu geben, brauchte ich im übrigen etwas Hilfe, weil mir Deine Gedanken nicht vollkommen zugänglich waren. |
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Falls es an mich ging:
Ich hab mit dem Pavian/Mensch-Vergleich nicht angefangen. Ich weiß auch nicht so recht etwas damit anzufangen. Was das Ausnutzen von Chancen angeht, gebe ich dir Recht. Der Mensch ist ein Grenzgänger, der sich in der Regel erlaubt, was geht, ohne dabei viel Rücksicht zu nehmen. Ich habe allerdings häufig das Gefühl, dass es eher die Rücksicht ist, die man über sein Leben hinweg erlernt (oder eben nicht). Wie auch immer, folgt man diesem Gedanken, wird jede zwischenmenschliche Interaktion zum "Krieg". Genau aus diesem Grunde kann ich auch die Ausgangsthese von Helder nicht mittragen. Sie ist interessant, mir aber einfach zu überzogen; auch eine ihr immanente, funktionale Weisheit kann ich persönlich nicht finden. Besten Gruß, Jan Jasper |
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Hallo Jan,
nein das ging nicht an Dich. Ich sollte mir angewöhnen die Angesprochenen auch zu nennen. Trotzdem danke für die Antwort. |
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titta, titta,
das darfst du nicht wiederholen: dir die nacht um die eselsohren schlagen für meine viel zu pessimistischen kundgaben hier. gestern beim "babysitten" (bei meiner enkelin von 7 jahren) fiel mir ein viech aus stoff in die hände, das mich an dein wappentier erinnerte. erst beim zweiten hinsehen bemerkte ich den unterschied: es war kein esel, sondern ein schaf (wohl aus der gleichen serie). " ... viel zu pessimistisch. Vom 'wahren Menschen' erwarte ich mir eine positivere Einstellung zur Welt und deren Entwicklung." titta, wohl bin ich ein geborener optimist, aber kein um jeden preis positiv denkender. mit solcher einstellung kann ich nicht dienen, weder im wach- noch im traumzustand. außer dem optimismus ist mir, so kommt es mir zumindest vor, der wille zum wissen angeboren. als meine eltern mir dreikäsehoch auf dem osterspaziergang den osterhasen näherbrachten, indem sie die gefärbten eier versteckten, die ich suchen sollte, sammelte ich die osterhasenprodukte ein und drehte den spieß um, versteckte die fundsachen und forderte meine eltern auf, sie nun zu suchen. (aus der erinnerung meiner mutter) mit dem maskierten nikolaus und dem christkind und was es sonst noch an spielzeug gab, ich sah schon als kind, was es war ... älter geworden, ruhte ich nicht, bis ich den großen mummenschanz der gesellschaft genauso durchschaute wie die osterhasenmär. daher ist es vielleicht ganz selbstverständlich, dass für mich die französische aufklärung die wahre offenbarung war, als ich sie entdeckte. und nun, liebe titta, willst du mir nahelegen: "Alles ist eben immer eine Sache der persönlichen Sichtweise." und folgerichtig ebenso: "Wahrheiten gibt es nicht." also soll ich dem lukrez nahelegen, seine poesie für eine genauso subjektive produktion zu verkaufen wie horazens patriotische sprüche? tut mir leid, das kann ich nicht. und diderots encyclopédie soll ich in eine schublade legen wie leibnizens theodizee? das wäre zuviel verlangt von mir. und wäre eine schande für die menschen und die menschheit! das muss ich so sagen. ohne wenn und aber. und was die wahrheiten betrifft: in mathe war ich keine leuchte. mir hat aber manches eingeleuchtet, und so etwas wie die regula falsi hat mir sehr imponiert, weil es zwar kein genialer, aber doch ein gewisser weg war, sich der wahrheit zu nähern. liebe grüße helder ps:deiner professorin möchte ich johan galtung empfehlen. der entdeckte die "strukturelle blindheit". seine entdeckung hat sich noch viel zu wenig herumgesprochen. |
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Mach dir mal keine Sorgen, als Nachteule ist es mir eine Lust, mir die Nächte um die Ohren zu schlagen.
Du darfst mich auch ruhig gerne für ein Schaf halten. Die wahre Offenbarung ist für mich Gott und seine Liebe zu mir, da können alle anderen Weisheiten nicht mithalten. (Beziehung geht eben über alle Weisheiten hinaus.) Aber genau aus dem Grunde weiß ich auch, es gibt nicht die endgültige Wahrheit oder Weisheit. Oder um es mit dem alten Griechen zu sagen: Ich weiß, daß ich nichts weiß. Zum Drang zur Wissensaneignung. Einer meiner Ausbilder hat mich stets daran erinnert bzw. immer wieder insistiert: "Warum und wozu wollen Sie das eigentlich wissen? Mit welchem Ziel? Wissensaneignung ist noch kein Wert, noch kein Ziel in sich. Wozu soll Ihr Wissen dienen? Zu welchem Zweck wollen Sie es sich aneignen?" Mathe gut und schön. Aber Logik ist eine Grundlage, ein immanenter Teil unseres Denkens, aber noch kein Wert in sich. Von wg. der strukturellen Blindheit. Klar, aus dem Spiegel kann immer nur der rausschauen, der auch reinguckt. Deshalb noch mal: die Welt ist so, wie ich sie sehen will. Ein 'so ist die Welt' gibt es nicht, kann es gar nicht geben. Frag nach bei den Systemikern. Liebe Grüße macht Spaß Titta |
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ließt sich für mich alles etwas überzogen theoretisiert.
selbst im hoch kommmerziellen sport, wo jeder trick (bis hin zum betrug im realen leben) gezogen wird und viel zu milde (mein persönlicher geschmack) kommentatorisch begleitet wird geben sich die akteure nach der auseinandersetzung die hand zum zeichen, dass eben eins nicht war. krieg. wer wann was und welches gesellschaftliche aushängeschild für machtpolitische ziele missbraucht ist an sich beliebig. heute sport morgen künstler übermorgen die wissenschaft. es geht im sport um kohl, anerkennung und ruhm und damit am ende wiederum um kohle: what's all. |
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misterL, sport mit krieg gleichzusetzen, war nicht meine absicht, auch nicht meine rede. ausdrücklich ist im blog von den feiern achaischer kriegshandlungen bei den alten griechen die rede. o lumpisches theater.
auch spreche ich mit streeruwitz von kriegsvorbereitung, nicht aber von krieg selbst. was machtpolitisch aus dem sport und anderen gesellschaftlich prominenten phänomenen gemacht wird, ist nicht das thema. ich sage doch nur, die leitkultur ist die kriegskultur. das ist an allen ecken und enden der gesellschaft sichtbar. auch im sport. |
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Deinen Text kann ruhig mehrfach durchgelesen werden. Ich habe die interessanten Zeilen einige Tage auf mich wirken lassen.
Du schreibst: "angesichts dieser hehren tradition sollte sich niemand über die dopingserien im sport ereifern. nicht das doping ist der skandal. das fällt vielmehr in die rubrik der listenreichen tricks, die immer schon kriegsentscheidend waren. die "spiele" selbst sind der skandal. nicht die vorsätzliche körperverletzung beim boxen, nein, der gefeierte und großzügig geförderte sport als paramilitärische übung, oft genug hirnlos und hart, ist der skandal." Natürlich fördert die Bundeswehr ausgewählten Spitzensport in der Bundesrepublik mit 28 Millionen Euro. Schach ist nicht dabei. Dafür Biathlon. Ich gehe jedoch nicht über die Brücke - paramilitärische Übung -oder Kriegsvorbereitung. Ein entschiedenes Nein von mir zu Deiner argumentationskette. Inwieweit 28 Millionen Euro zur Imageförderung gerechtfertigt sind ist eine ganz andere Frage. Zum Doping. Bei Doping meldet sich immer mein persönlicher Bullshit Detektor. Doping ist unentschuldbar. Insofern kann ich auch Deiner Titelzeile nicht die dopingserien sind arg nicht zustimmen. Ich habe Sport seit frühester Kindheit im Verein betrieben. Habe Spartakiademedaillen stolz an die Wand meines Kinderzimmers gehängt. Ich bin anschließend gerne verschwitzt unter die Dusche gegangen und habe mich gut gefühlt. merdeister triffts es in seinem Kommentar ganz gut: "Das Bedürfnis sich zu bewegen ist in uns und hat nichts mit Krieg führen zu tun. Jeder der mit Wasser und Brot Sport treibt wird von den Dopern betrogen, ganz konkret, das ist wirklich arg." |
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h. yuren
ist eine (temporäre) überlegenheitenkultur automatsich immer auch eine kriegs.- also vernichtungskultur? falls ja, dann hast du sicher recht, aber definiert sich das leben dann an jeder noch so kleinen stelle auf auf diesem planten als kleiner kleinstkrieg. selbst das balgen des nachwuches auf der wiese um einen kleinen ball wäre an sich nichts anderes. mir erscheint für den alltagsgebrauch die terminolgie "krieg" dafür einfach etwas überzogen. |
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So und nun, wo ich ganz durch bin.
Du sagst, der Sport wird in unserer Gesellschaft zur Kriegsvorbereitung im weitesten Sinne missbraucht, hat jedoch an sich nichts mit Krieg zu tun. Dann; nun nochmal ein eingeschränktes Ja. Sonst; bin ich wieder verwirrt. |
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dag merdeister, verwirrt bin ich auch ein wenig, weil die megamschine hier die chronologie der kommentare über den haufen geworfen hat.
ein ja und ein eingeschränktes ja, das ist zusammen ein ja+ oder? wenn ich an deine erste reaktion zurückdenke, eine freundliche wendung. aber welche gedanken waren dir unverständlich (trotz meiner geschliffenen sprache)? lieber jan jasper, wir müssen grundsätzlich unterscheiden, wie jemand sich im sport fühlt, warum es sport überhaupt gibt, und schließlich, welche gesellschaftliche funktion der sport bei uns hat. über die subjektive einstellung zum sport kein wort. er ist zuerst bei den müßiggängern der herrschenden klasse geübt worden, a) als kampfertüchtigung wie fechten, bogenschießen etc., b) als notwendige körperliche bewegung der von körperlicher arbeit befreiten. mit der industrialisierung sank das edle treiben auf die plebejische ebene ab; mit zunehmender freizeit wurde der sport immer wichtiger; seine edle herkunft kann er aber in keiner hinsicht verleugnen. daneben ist der sport eine schiene für den sozialen aufstieg von wenigen unterschichtkindern, etwa beim boxen und beim fußball. dein bekenntnis zu den archaischen wurzeln des menschen kann ich teilen oder auch nicht, es hängt davon ab, was du mit archaischen wurzeln meinst. liebe titta, du hältst es also mit dem ollen griechen, der nix wusste und auch noch stolz drauf war. hm. weißt du, dass der sich gerühmt hat, an etzlichen kriegszügen teilgenommen zu haben? weißt du, titta, mit den göttern darfst du mir nicht kommen. das läuft bei mir unter wahnabteilung, die gern mit der gewaltabteilung gemeinsame sache macht. religion ist mir fremd, es sei denn als musik oder als sprache mit tieren. die christianer kennen das bild von den schäfchen und dem hirten (wenn die wüssten, was das heißt!). nein, ich halte dich nicht für ein schaf, meine enkelin besitzt wirklich dein eselsbild als schafspendant. wissen ist nicht selbstzweck, sondern erst mal orientierungsmöglichkeit. aber "wider besseres wissen" ist eine real-existierende redewendung. lieber misterL, wenn es im sport um ruhm und ehre (und natürlich auch um mehr oder weniger kohle) geht, ist das genau wie früher mal beim militär. die parallelen sind frappant. die edlen offiziere gaben sich nach der schlacht auch schon mal die hand, shake hands unter gleichadeligen ... grüß dich, sportinsider. die förderung durch die bundeswehr hat wie bei den alten griechen in olympia direkt nichts mit kriegsvorbereitung zu tun, klar. selbst bei biathlon nicht, wo ja geschossen wird. aber es muss doch einen handfesten grund geben für die milliönchen fördergelder. das ist vielleicht die gefühlte nähe, mal abgesehen von nationaler einstellung und dem wunsch, bei internationalen wettkämpfen besser dastehen zu wollen. bewegungsbedürfnis allein führt nicht zum sportlichen vergleichskampf. es muss noch etwas aus der tradition der gesellschaft hinzukommen. |
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Goedemorgen helder, gerade Deine geschliffene Sprache stand meinem Verständnis im Weg. Ich kann nicht mehr sagen, was genau ich nicht verstanden habe. Doch es scheint als habe Jan Jasper dich auch etwas missverstanden, auch wenn er Dir weiterhin weniger zustimmt als ich. Wenn Dich ein Ja+ freut, sollst Du es haben. Es bleibt ein Ja+ mit Einschränkungen, die Du zum Teil selber angeführt hast. Deine Sicht ist mir einfach zu radikal.
Vielen Dank für den Gedanken. |
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Von wg. Wahnabteilung.
Die Entscheidungen, zu glauben oder eben auch nicht zu glauben, sind nur die unterschiedlichen Seiten ein und derselben Medaille. Ich sehe das eh weniger als Wahn, also als etwas Krankhaftes, sondern mehr als Teil der menschlichen Bedürftigkeit und Hilflosigkeit. Die viele natürlich gerne von sich weisen, in welcher Form auch immer. Wer redet davon auch schon gerne? Gerade und besonders unter Linken. Da fällt es schon leichter, den Diskurs auf Wissen, Fakten, Theorien etc. zu beschränken. Das war jetzt nicht auf dich bezogen, sondern allgemein, im besonderen jedoch auf den Freitag. |
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aber titta, wie kannst du sagen, nicht ich sei gemeint, wenn du doch an meine worte anschließt? wahn ist, da bin ich mir ganz sicher, nicht bloß krankhaft, sondern teil der "gesunden" ausstattung des menschen. das ich-bewusstsein z.b. ist uns sozusagen mitgegeben als reiseausrüstung. selbst im traum hält es sich. aber bei licht besehen, ists eine fata morgana.
um die kurve zum thema zu nehmen, ist auch die ruhmsucht, das verlangen nach anerkennung, die erfolgsreligion so etwas, wenn auch auf eine weise, die leichter durchschaubar ist. krankhaft ist der auffällige wahn. der schrecklichste der schrecken, das ist der mensch in seinem wahn (f.schiller). |
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ich-bewußtsein entwickelt sich im diesseits. woher sollte es denn sonst kommen? von gott? aus dem jenseits?
ohne du kein ich. |
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exactly, titta, die evolution hat uns so gemacht. durch miteinander sprechen, durch verständigung und zusammenarbeit, ist der mensch zum menschen geworden. das war sein überlebensrezept. seit mensch in städten wohnt, ist spätestens die möglichkeit zur kommunikation unterbunden worden. ein könig fragt nicht. seitdem gehts abwärts mit uns. der sport ist eine erfindung der städter und kommandeure.
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Hallo h.yuren,
"seitdem gehts abwärts mit uns." Kann man so sehen. Muß man aber nicht. |
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nachdem ruhe eingekehrt ist in der auseinandersetzung um das thema, habe ich das ganze noch einmal gelesen und darüber nachgedacht, was schiefging und was fehlt.
im ergebnis hat allein streifzug sein einverständnis erklärt, vor allem durch das lange zitat der wesentlichen zeilen; merdeister signalisierte seine eingeschränkte zustimmung; alle anderen stellten sich quer. statt auf abweichende fragen einzugehen, hätte ich besser das wesentliche deutlicher herausarbeiten sollen: statt sport den kampfsport betont und den pädagogischen faktor noch stärker ins spiel gebracht (wie am beispiel von russell). warum ist boxen in schweden gesetzlich verboten, und zwar schon seit jahrzehnten? weil es beim boxen (und verwandten "sportarten") darum geht, den gegner (neuerdings ja auch die gegnerin) zu beschädigen. wie gesagt, handelt es sich um vorsätzliche körperverletzung. das gebrochene nasenbein, die platzwunde an der augenbraue, vor allem aber die zerstörung der grauen zellen lassen sich nicht als kollateralschäden bezeichnen. sie sind das ziel des zweikampfs. hier stimmt die gleichung: sport = krieg. hier trifft montaignes urteil den kern: hirnlos und hart. warum muss die freude an der bewegung, die uns angeboren ist, gepfeffert werden mit kampfgeist, mit titelkampf, mit (nicht selten) blutigem gegeneinander? dass knochenbrüche und gehirnerschütterungen etwa beim fuß- und handball als kollateralschäden hingenommen werden, verrät eine großzügigkeit im verletzen, die typisch ist für eine kriegskultur. mensch kann aber mit blick auf die vorhandenen waffen und sozialen unterschiede in der welt auf keine zukunft hoffen, wenn er seine kriegerische haltung und praxis nicht aufgibt. das boxverbot wäre ein bescheidener anfang. |
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Mensch sein, heißt, schuldig zu werden an anderen. Leben heißt, andere zu verletzen. Ob nun bewußt oder unbewußt.
Ein Boxverbot, oder welches Verbot auch immer, hebt die Zwänge menschlichen Seins nicht auf. Was willst du denn noch alles verbieten? Wo hört das auf? Wenn du findest, nun ist genug? Verbote ändern nichts am Menschsein. Verbote nehmen dem Menschen nicht seine Aggressionen. |
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liebe titta, 2 einwürfe auf einmal von dir zu später oder früher stunde. das (früh bzw. spät)kann man so sehen oder auch anders. was den lauf der welt des menschen angeht, schwören auch die einen auf fortschritt, die andern auf "Verhausschweinung"(k. lorenz).
konrad lorenz ist die klammer oder die überleitung zum zweiten einwurf von dir: der zoologe hat einen titel geliefert, der "Das sogenannte Böse" heißt und sich mit den angeblich angeborenen aggressionen auch des menschen befasst. das ist eigentlich eine diskussion von vorgestern, kommt aber immer mal wieder hoch. instinkte oder angeborenes verbieten zu wollen, ist nicht gerade gescheit. die frage ist aber, ob denn der mensch von natur birst vor aggression. die einen sagen ja, die andern nein. meinungen. nicht mehr. der alte rousseau mit seinem von natur guten menschen hat nicht erklärt, was genau er darunter versteht. er wusste historisch noch fast nichts. von genetik ganz zu schweigen. nebenschauplatz hund: ist ein hund aggressiv oder zahm? du siehst, man kann nicht verallgemeinern. DER mensch ist dies oder das. so wie die umstände (und gene) den einen menschen so werden lassen und den anderen menschen anders, so verhält es sich auch mit der menschheit oder DEM menschen als spezies. meine sicht der menschheitsgeschichte: der krieg hat den menschen seit gut 6ooo jahren zum nachteil verändert. er hat ihm die wolfsnatur (laut hobbes) aufgezwungen, wenigstens äußerlich. doch dabei sind die gene natürlich wohl auch angetastet worden. zumindest bei einer minderheit. DER mensch ist dennoch bis heute kein unmensch (oder untier), sonst hätten wir hier gar nicht die möglichkeit darüber zu diskutieren. wenn leben schon immer heißt anderes leben verletzen, dann muss mensch nicht in den fehler verfallen, dies zu forcieren, sondern mensch geht genau in die andere richtung und zeigt sich dadurch als mensch. du kannst verbote ablehnen wie einst lao dsi, der chinesische meister. aber regeln ersetzen (nein, das ist ist kein billiger ersatz, das ist im gegenteil humanisierung) die instinkte. regeln muss mensch aushandeln. aber mensch braucht sie nicht nur im straßenverkehr, sondern im ganzen leben. je menschlicher die mit vernunft und gewissen gemachten regeln für den menschen sind, desto humaner das leben des menschen. liebe grüße helder |
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Ja, und einer dieser Regeln, eine der Domestizierungen der Instinkte ist doch der Sport. Hier lebt der Mensch seine Aggressionen aus. An das Wild anschleichen, es über viele Kilometer hetzen, es erlegen, es nach Hause schleppen, sich über den gelungenen Beutezug freuen, die Gemeinschaft daran teilhaben lassen. (Guck dir doch nur die Sportarten an, und was da drumherum organisiert wird.) Die Natur besiegt und das eigene Überleben gesichert zu haben. Das hat der Mensch in vielen Jahrhunderttausenden gelernt. So ist er durch die Savanne gezogen. Und nun soll er das in wenigen Jahrtausenden alles ablegen? Nein, er kanalisiert das, was tief in ihm drin ist, als Sport. Wo könnte der Großstadtmensch sonst seine Natur ausleben?
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Tschuldigung,
ich war so im Thema. Lieber Helder und liebe Grüße Titta fehlt natürlich noch. |
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einverstanden, liebe titta, (das eselchen ist zum glück wieder da, gestern abend war eine maus oder ratte mit brille an seine stelle getreten; im kommentar hatte ich mir die rückkehr des eselchens gewünscht, der kommentar ist im komm-junity-orkus verschwunden, nachdem ich es leid war, länger als eine stunde auf bearbeitung zu warten)
sport diszipliniert die jugendlichen bolzer/innen auch, ähnlich wie das militär, nach dem motto: mein kommando gilt ... päng schießsport, (auto-, motorrad-) rennsport, boxsport, angelsport, fußballsport (ich war als kind auf schalke und hab vielleicht einen knacks gekriegt, als ich im nicht überfüllten winterlichen stadion hören konnte, wie ein stürmer aus ulm dem verteidiger tibulski das schienenbein zerkickte ...zumindest war das so prägend, dass ich die situation behalten habe) nicht zu vergessen den jagdsport, dem wir es zu danken haben, dass rotkäppchen hier und heute keinem wolf mehr begegnet, jedenfalls keinem wolf im wolfspelz usw.usf., kurz: es lebe der sport (von rainhard fendrich)! und war nicht neulich eine neue sportart in der köln arena zu besichtigen? frischer import aus dem land der unbegrenzten sportlichen möglichkeiten (den namen hab ich leider vergessen). nur gut, dass es auch den "denksport" gibt! herzlich gegrüßt seist du, titta helder |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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