h.yuren

die seen gehn unter

15.09.2010 | 21:10

Schön Wetter

der aufschwung ist da. die wirtschaft brummt wieder. das wachstum wächst.
die im süden verstaatlichte hre-bank bekommt einen kleinen nachschlag von 40 milliarden. damit ist sie über den berg, damit sind alle wunden der überwundenen krise ausgeheilt. die bad banks hüllen sich in schweigen.
die hausärzte mäkeln und kränkeln noch ein bisschen. aber die verstehen was von selbstmedikation.

die shell-studie bescheinigt der jugend von heute ein optimismusplus. absolut mehrheitlich. die zeiten der no-future-gammler sind lange vorbei. nur in der gesellschaftlichen nachhut (der terminus unterschicht ist seit münte out) fehlt den kids noch ein herzhaftes schulterklopfen von oben.

die lobby der großen energiekonzerne strahlt nach der glücklichen unterbringung ihrer schäfchen auf der nicht ganz trockenen schwarzgelben weide, die aber gut umzäunt ist, so dass keine demonstranten das grün gestrichnene gras platt trampeln können.
die genkartoffel mit dem schönen namen amflora gedeiht zur zufriedenheit von bayer und bauer.
in stuttgart feiert die demokratie ihre wiedergeburt.

und als ich heute morgen in den garten trat, traute ich meinen ohren und augen nicht, denn ein star schwätzte oben auf der birke vom frühling.
auch der herbst hat noch ein paar schöne tage, sagte der dorffrosch.

 
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Kommentare
jayne schrieb am 15.09.2010 um 21:13
klingt wie ein resümee auf die heutige haushaltsdebatte resp. den beitrag unserer kanzlerin - bei uns fielen erste blätter von eiche und ahorn ...
h.yuren schrieb am 15.09.2010 um 21:36
das hab ich beim lesen deines blogs auch gedacht.
ich glaube, der star auf der birke weiß ebensogut wie der star im plenarsaal, dass es herbst ist und es dunkler wird von tag zu tag.
Fro schrieb am 15.09.2010 um 21:57
Danke Helder, für den beruhigenden Beitrag – schön, dass es hier im Lande auch Minderheiten gibt, denen es gut geht.

Hier zur weiteren Erbauung eine Prognose der Bundesregierung bezüglich der Einkommen der BürgerInnen. Es geht weiter aufwärts mit Unternehmens-und Vermögenseinkommen. Die Real-Löhne sinken zwar seit 2000 kontinuierlich, aber das Jahrtausend ist ja noch nicht vorbei...


Quelle
h.yuren schrieb am 15.09.2010 um 22:09
danke, fro, für den beweis, dass der frühling gerade begonnen hat und es fröhlich aufwärts geht - mit der roten linie.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.09.2010 um 22:12
"die bad banks hüllen sich in schweigen" damit sie die abschreibungsregulatorien erfüllen um nicht "das grün gestrichnene gras platt zu trampeln". Ich erwarte ungeduldig auf die nächste Sparidee. In jeder Krise gibt's ja Gewinner.
h.yuren schrieb am 15.09.2010 um 22:49
ja, sachichma so, die nächste sparidee kommt bestimmt, denn das grundgesetz verpflichtet die regierenden zu sparen. gewinner sind die künftigen generationen, die vom angesparten lustig leben werden. sie werden strahlen vor glück über die strahlenden schätze, die wir angespart haben werden.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.09.2010 um 22:58
qui

brillant avenir! simplement radieux.
philoron schrieb am 15.09.2010 um 22:13
Na wenn das so ist- dann muss die Welt wohl doch in Ordnung sein und ich kann beruhigt zu Bett gehen.
Mal sehen, wann der Schäfer seinen Tieren wieder eröffnet, sie wären den Berg hinaufgelangt, höher ginge es jetzt erstmal nicht mehr- natürlich bedingt. Eigentlich beginnt im Herbst doch der Abtrieb? Ist der Kalender durcheinander oder liegt es einfach an dem Star, der vom Frühling schwätzte?
h.yuren schrieb am 15.09.2010 um 23:06
aber nein, lieber philoron, abgetrieben wird grundsätzlich nicht mehr. denn was wir brauchen, ist auftrieb. siehe oben fros finanzplanung bis 2014.
der star im parlament schwätzte vom frühling, das stimmt. parlament ist eine ableitung von französisch parler = reden. das eigentliche geschäft der parlamentarier, besonders der koalitionäre, ist aber das machen, das anschieben. die reden lassen sie durch andere erstellen. sie sprechen die dann wie schauspieler oder newsleser. dadurch gerät der kalender nicht durcheinander. denn das ist er von anfang an schon. der durch die römer verdorbene altägyptische kalender. die jahreszeiten bleiben dadurch unberührt. wer das laub der bäume im blick hat, kann den märz vom september zweifelsfrei unterscheiden.
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