h.yuren

die seen gehn unter

29.12.2011 | 13:48

Windkraft

wenn der wind auffrischt, in den ohren zu fauchen beginnt, sträucher und bäume zu fegen, ist das (nach meiner vereinfachten skala, siehe unten) die erste stufe nutzbarer windenergie, die wir weltmeister im energieverschwenden meist ganz ungenutzt spielen lassen.

wenn von energiewende die rede ist, sind die neuen großen windräder und -parks sowie die großen flächen fotovoltaik gemeint. solange die dimensionen maßvoll bleiben und nicht ins maßlose ab aufs offene meer oder in die wüste gehen, bin ich einverstanden.

die energiewende wird gern missverstanden als abkehr von den fossilen brennstoffen. punkt. die vollständige wende umfasst aber auch die dezentralisierung der energieproduktion. das heißt, möglichst überall sollte die natürlich vorhandene energie, vor allem sonne und wind, an ort und stelle genutzt werden.

das ancien regime aber stellt sich quer mit unnötigen auflagen, besonders für windräder. die genehmigungsbehörden und gesetzgeber sehen keinen handlungsbedarf, wo es z.b. um rasenmäher, laubbläser oder holzfeuerungen in der nahen nachbarschaft geht, ganz zu schweigen vom silvestergefeuer, meinen aber einschreiten zu sollen, wenn jemand auf seinem grundstück ein windrad installieren möchte.

ich hege die hoffnung, dass die finsteren kämpfer gegen die windmühlenflügel schon bald von selbigen genauso besiegt werden wie dunnemals don quijote.

zugabe:

für den hausgebrauch habe ich die altehrwürdige, aber etwas unhandliche beaufortskala vereinfacht. statt 12 stufen der windstärke unterscheide ich nicht halb so viele. statt zahlen von 1 bis 12 kleine buchstaben von a bis e. a und b stehen für schwachwind, von der flaute und dem leisesten (atem)hauch (a) bis zur leichten brise (b). ab stufe c ist der wind hörbar und nutzbar. ab stufe d ist der winddruck spürbar. darüber herrscht sturm oder extreme windkraft (e).

 
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Kommentare
Dennis82 schrieb am 31.12.2011 um 10:33
Windräder sind riesig (und können daher umfallen, auch auf Häuser, weswegen nicht jeder so ein Ding einfach in den Garten stellen darf). Windräder beeinträchtigen die Natur (getötete Vögel, Rodungen, Landschaftsbild) zu Zwecken privater Gewinninteressen (die beginnende Privatisierung der Luft) und daher wird es auch weiter Gremien und Behörden geben, die für die Genehmigung dieser Ungetüme zuständig sind. Windräder sind für mich der Inbegriff von Energieversorgung für den grünen Wohlstandsbürger, der die Klimaanlage endlich ohne schlechtes Gewissen 24h am Tag laufen lassen will. Hier in der Region machen die ganzen hässlichen Windräder das Landschaftsbild völlig kaputt - was den Naturliebhabern seltsamerweise aber völlig egal ist.
h.yuren schrieb am 31.12.2011 um 15:15
du bist auch so einer, so ein naturliebhaber, dem die strommasten mit den überlandleitungen ans herz gewachsen sind, höre ich aus deinen worten. wahrscheinlich hast du physikalisch wenig bis keine ahnung von windkraftnutzung.
es gibt nicht bloß die riesenräder, die dir auf den kopf fallen möchten, es gibt auch kleine anlagen, die bloß zum laden der batterien im winter laufen, wenn uns die sonne nicht verwöhnt.
tlacuache schrieb am 31.12.2011 um 15:25
Dennis hat auch noch den Strom aus der Steckdose, so ganz 1979 Filbingerlight halt...
Ach so, der scheint ja Jahrgang '82...
'79 bin ich uebrigens in Gorleben rumgetrampelt, damit Dennis und seine Enkel nicht ganz so '86er Tschernobyl und 2011 Fukushima rumgestrahhlt rumlatschen muessen...
h.yuren schrieb am 31.12.2011 um 17:35
hallo tlacuache, danke für dein verständnis der umstände.
wenn ich mich recht erinnere, war ich '80 in hannover bei der großen demo dabei. von wegen jahrgänge und so.
aber was kann mensch tun gegen die birnen, die für schnaps glühen?
Dennis82 schrieb am 02.01.2012 um 10:44
@h.yuren: Wie groß sind denn diese "kleinen" Anlagen? Und mein Strom kommt eben nicht "aus der Steckdose". Für mich bedeutet Umweltbewusstsein aber nicht nur, ein gutes Gewissen zu haben, wenn ich auf meine Stromrechnung schaue, sondern in erster Linie daran zu denken, was der Gesellschaft der Strombedarf wert ist. Und meiner Meinung nach gibt es da Grenzen, auch bei der Windkraft. Es nützt der Natur nichts, dass wir sie mit Windrädern zupflastern, um sie zu schützen.

Natürlich stören mich auch Überlandleitungen und Sendemasten etc. Nur gibt es hier davon recht wenige, dafür seh ich wenn ich aus dem Fenster schaue nahezu überall Propeller rotieren. Und es werden mehr und mehr. Im Biosphärenreservat Pfälzerwald (dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands) gibt es mehr und mehr Bestrebungen klammer Kommunen, auf Anraten kapitalmarktorientierter Windkraftkonzerne das einzigartige Landschaftsbild der Region zu opfern, um diese Monstren auch noch in die bislang weitestgehend unberührte Natur dieser einmaligen Waldlandschaft zu "pflanzen". Dazu passt sehr schön, wie hier auch gegen die Schaffung eines Nationalparks agitiert wurde. Weil dadurch die kommerzielle Ausbeutung der Natur beeinträchtigt worden wäre.

Und ansonsten ist es ganz schlechter Stil, jemandem sein Lebensalter "vorzuwerfen"... ich bin ja sooo beeindruckt!
h.yuren schrieb am 02.01.2012 um 20:51
@dennis82
die kleinen anlagen sind eben keine riesenwindmühlenflügel, sondern kleinräder, die z.b. 200 watt produzieren, wenn der wind es zulässt. damit ist der mangel an sonne in den 3 wintermonaten zu überbrücken, indem die batteriebänke auf niveau gehalten werden. die hauptlast wird von der fotovoltaik-anlage getragen, versteht sich.

mich stören die aerodynamischen windräder nirgendwo. ich finde sie einfach schön, gleich wo sie im wald oder auf dem feld stehen. und der gedanke, dass sie die freifliegende energie einfangen, macht sie noch schöner - in meinen augen.
natur und ihr schutz ist ein weites kampffeld.
tlacuache schrieb am 02.01.2012 um 11:01
Dennis 82:
Ich werfe keinem Jahrgänge vor:
..."Natürlich stören mich auch Überlandleitungen und Sendemasten" etc...
Mich stoeren solche Kommentare ganz gewaltig, wenn Überlandleitungen und Sendemasten, Propeller etc. das Menschenuebel 2012 sind, dann koennTen wir ja alle gut schlafen.
ENERGIE und/oder sauberes Wasser, Klimawandel etc. ist EINE der Herausforderungen damit in Zukunft der Menschheit ein Ueberleben gesichert ist...
Da sollten uns so Propelerchen vor der Haustuer nicht stoeren.
Ich kann erzaehlen, wie es so in den anderen 172 Unostaaten aussieht, die haben noch nicht mal Trinkwasser weil keine Energie, da interessiert mich der Ausblick Ihres, meines oder
3. Personen Fensters recht wenig...
Durst ist scheisse, dass koennen Sie mir glauben, ich kenne das, wenn man auf einmal beruflich einen Tag im Urwald festgenagelt ist und es gibt keinen Tropfen Wasser...
Dennis82 schrieb am 02.01.2012 um 11:12
Lustig...! Warum spielen sie jetzt den Wunsch nach einer unberührten Natur (was Ziel eines jeden Umweltschutzes sein sollte) gegen die Armut in der Welt aus? Hat die Armut eines Großteils der Weltbevölkerung nicht eher was mit unserem Wirtschaftssystem zu tun als mit der Form der Energieversorgung?

Aber lassen wir dass, es bringt eh nichts!
tlacuache schrieb am 02.01.2012 um 11:19
"Lustig...! Warum spielen sie jetzt den Wunsch nach einer unberührten Natur (was Ziel eines jeden Umweltschutzes sein sollte) gegen die Armut in der Welt aus?"
Damit ist alles gesagt, Danke
thinktankgirl schrieb am 02.01.2012 um 11:31
Ich habe nach der horizontalen Version gesucht, allerdings nur das gefunden:


Und vor kurzem habe ich so was auf einem Dach gesehen, dachte zuerst es sei Kunst am Bau, war aber Eddy von Urban Green Energy:

h.yuren schrieb am 02.01.2012 um 20:53
liebes thiktankgirl, danke für die eindrucksvollen bilder zum thema. die wirklich wie kunst am bau anmutenden neuen windfänger sind im kommen. aerodynamik für fortgeschrittene.
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