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In der "guten alten" Zeit genügte es, ein wenig von der Norm abzuweichen, um als Original zu gelten. Armin Stein (Hermann Otto Nietschmann) hat 1921 fünfzehn von ihnen ausgegraben und liebevoll beschrieben: den frühen Vogelschützer Duttav (Gustav), das Mütterchen Lehmann von der Suppenküche, Fräulein Mardut und ihre schönen alten Roben, dazu den Studentendiener "Napoleon" und das Geschwister-Trio aus der Kurzwarenhandlung Hummel. Gosenwirt Thieme verteidigt erfolgreich seinen Ruf als gröbster Wirt der Stadt, Glöckner Mehlhose läutet mit Wut und Andacht, Kutscher "Strohhut" schreibt seine Memoiren, Mamsell Regine und ihr Schoßhündchen sind unzertrennlich, Doktor Kayser ist ein Vorkämpfer der Homöopathie und Professor Scheuerlein wirkt als kauziger Lehrer an Franckes Latina. Aber auch Fürst Leopold (der alte Dessauer) wird von Stein in die Reihe der Originale gestellt und Robert Franz, der Singakademiker. Johanna Bahrdt steht schließlich für ihren Vater in der unterhaltsamen Sammlung, den Theologen, Aufklärer und Schankwirt Karl Friedrich Bahrdt.

Dieses 1921 letztmalig gedrucke Werk ist jetzt wieder erhältlich, bei Amazons KDP als Kindle-Ebook zum sehr verträglichen Preis von 1,02 Euro (im Kindle-Shop nach "Armin Stein" suchen). Das soll jetzt mal keine Werbung sein, sondern die pure Stadtgeschichte, in die Gegenwart herein geholt.
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Mir scheint, der Autor hat einen etwas inkonsistenten Begriff vom 'Original'? Er scheint auch den 'Promi' darunter zu subsumieren. - Wer könnten denn die Nach-21er Originale sein? Heydrich, Honecker, Sindermann, Rauen, Szabados? Günthi Krause, Drehorgel-Rolf, Uwe Haßbecker? Cierpinski, Genscher, Kai Pflaume, Bullerjahn?
Der 'Caruso vom Reileck' wird wohl nie Erwähnung finden - es sei denn, nach seinem Tod setzt die Verklärung ein. Dann kommt auch er zu Denkmal und literarischen Ehren wie 'Zither-Reinhold'. Meine Postzustellerin ist ein Original. |
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Zither-Reinhold natürlich, dann der Sänger, der Klatscher, der Blumenmann, Grossi (der Typ, der jetzt mit Schallplatte auf dem Kopf in Berlin herumläuft), der aufdringliche Drehorgel-Rolf würde ein Streitfall. Politiker, Sportler und Schlagerfuzzis natürlich nicht, einige Dichter schon, dazu einige Lehrer und Hochschullehrer.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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