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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
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Kürzlich lag ein „Gutachten“ von geschätzt 1000 Blatt Papier vor mir, das mit einem Computerprogramm namens „TreeMac 1.0“ zusammengeklickt wurde. Es geht um Gesundheitszustand und Zukunftsaussichten von 152 Straßenbäumen in Halle. Heftige Pflegemängel werden konstatiert, und die gibt es wirklich. Alle möglichen Krankheiten werden aufgezählt, was geringe Zukunftschancen begründen soll. Nur wird vergessen, dass Bäume keine rein statischen Bauteile sind, sondern lebende Wesen, die auf Krankheiten reagieren und sich immer wieder „berappeln“. Gerade Linden sind da von einer kaum bezwingbaren Regenerationsfähigkeit. Der Holzzuwachs ist zu gering, kein Wunder, alte Bäume sind typischer Weise ausgewachsen.

Entscheidend ist wohl die Standsicherheit, dafür hat der „Gutachter“ 21 "Schürfgräben" ausheben lassen. Auf Fotos sind oberflächlich freigelegte Wurzeln zu sehen, meist entlang von alten Kabelgräben oder brutal herausgerissenen Bordsteinen. Die von der Baufirma ausgeliehenen Schipper hatten wohl keine Lust: nach etwa 40 cm ist zumeist Schluss mit der Buddelei. Und genau diesen Wert legt der „Gutachter“ seinen „Berechnungen“ zu Grunde: 40 cm, manchmal 50 cm, ganz selten 60 cm, immer in Zehnerschritten. Kombiniert mit den Rechtecken der viel zu kleinen Baumscheiben „berechnet“ der „Experte“ kleine flache Quader, die den gesamten Wurzelraum der Linden ausmachen sollen. Aufgerechnet gegen die heftigen Windlasten bei Orkan und vollem Blattbesatz ungepflegter Bäume können dabei nur verheerende Standsicherheiten heraus kommen.

Dabei getraue ich mich zu behaupten, dass selbst bei kranken relativen Flachwurzlern auch in einem Meter Tiefe und unter der Straße noch ansehnliche Wurzeln anzutreffen sind. Aber das Computerprogramm weiß es besser, auf abenteuerlicher Datenbasis berechnet es auf den Cent genau Sachwert, Verzinsung der Grundinvestition, Wertminderung, Ertragsprognose; so als wäre jeder einzelne Baum ein börsennotiertes Unternehmen, das seinem Besitzer Spitzenrenditen erwirtschaften muss, oder es wird abgestoßen und „verwertet“. Die Todesurteile sind gesprochen, bald gibt wieder billiges Kaminholz für die Häuslebesitzer im Saalekreis.

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