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das künstlich geschaffene Idyll bröckelt…
Mal ganz ehrlich, lange habe ich auf einen Artikel, wie den in der heutigen taz, gewartet.
„ MITTELSCHICHT“
Das neue, gut ausgebildete, emanzipierte, familienorientierte Bürgertum tappt in alte Geschlechterfallen. Mit der Trennung vom Partner beginnt der soziale Abstieg der Mütter. Vom großstädtischen Lebensstil bleibt nicht viel“. Taz SONNABEND/SONNTAG, 17./18. JULI 2010
Mich nervt das ganze Szenegehabe seitens der hippen Eltern ganz schön. Wie gerne würde ich meinen Kaffee schlürfen und normale Leute treffen. Menschen, welche hier wohnen und nicht nur rumschönen. Menschen aller Altersklassen eben. Und dazu viel multikulti. Ich denk da an Kreuzberg. Den Kollwitzmarkt könnte man auch verlagern (Pläne gibt´s ja schon).
Ja, auch ich bin nur zugezogen (vor 15 Jahren/ Südwest/Schwabenbeziehung). Wir, die Hassobjekte „der Aborigines des Prenzlauer Bergs“. Diesen Bezirk haben wir gewählt, weil Nichts schön und getüncht war. Da gab`s noch keinen Sian, Anna Blume u. co. Und das war auch gut so. Versteckte Bars, Partys auf Zuruf und von Touris nichts zu sehen. Kinder kamen, weil es so sein sollte und nicht weil es „IN“ ist. Hier die Kurve zur Einleitung.
Die Zeiten sind leider vorbei und wir verbringen fast jede freie Zeit weit ab vom P`Berg. Etwas Erfreuliches habe ich dennoch zu berichten: ab 10_2010 greift das "Parkraumbewirtschaftungssystem" und das bedeutet für die Anwohner: weniger Touris u. mehr Ruhe. Ob es dann auch weniger Trennungen gibt?
Es bleibt spannend im Kiez der Schönen, Reichen und ...
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Alter Schwabe! -Nein, "Alter Schwede!" heißt das wohl richtig. Wat schreim' denn de Leutchens hiea nich so allet üba meen ur-altet Domizil; da steppt offensichtlich der Bär: Keine Parkplätze und Trennungen! Darfur ist dagegen ja ein gesitteter Kirchgang im angenehm klimatisierten Paradies mit anschließender Gourmet-Völlerei.
Auf eine Meldung von TASS habe ich seinerzeit immer vergeblich gewartet. Nun aber schreibt die TAZ darüber. Alter...bin ich froh, den Spieß rechtzeitig mehrmals umgedreht zu haben. Tschüssle & Hau rin! |
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Richtig, lieber Walter. Notieren wir aber vorerst das Faktum, daß es auch Links-Konservative gibt: Alles soll so bleiben wie es sowieso nie war.
Kiez der Reichen und Schönen? Den hat man doch in Berlin schon länger nicht mehr gesehen. Nun gut, vielleicht messe ich Alt-Schwabinger da aber mit falschen Zollstöcken. |
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Sollte die Betonung auf 'Alt' bei Schwabing liegen, mag da ja vielleicht einmal etwas dran gewesen sein - mittlerweile ist es doch eher der Lieblingsort der am Wochenende hereinbrechenden Landbevölkerung - das ist die Leopoldstraße weder schön noch reich, hm?
Außerdem, verehrter j-ap, Sie und Ihr Zollstock wußten nicht, daß Berlin, ohnehin voll der Superlative, selbstverständlich auch das größte Villengebiet in Europa hat? Von ganz im Nordwesten (Falkensee) bis ganz in den Südwesten (Klein-Machnow) - geschätzt also etwa 70km in der Länge. Dagegen kann das bißchen Grünwald und Nymphenburg nicht anstinken...;-)... |
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"Kiez der Reichen und Schönen? Den hat man doch in Berlin schon länger nicht mehr gesehen. Nun gut, vielleicht messe ich Alt-Schwabinger da aber mit falschen Zollstöcken."
Prenzlberg ist nicht der Bezirk der Reichen & Schönen, das ist nur gehobene Mittelschicht. Zumindest die wirklich Reichen (im Berliner Verhältnis gesehen) trifft man in Grunewald und Umgebung (auch in Richtung Potsdam) |
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Liebe dame,
ich weiß ja nicht, wie man bei euch da oben »Villengebiet« ausbuchstabiert, aber man darf wohl schon gar nicht genau hinsehen wollen, wenn man allen Ernstes 70km in der Länge misst — vermutlich muß man dann auch die 3/4 Datschenbebauung ausblenden, die dazwischenliegt. Außerdem ist Nymphenburg bestimmt kein Villensammelplatz und in Grünwald wohnen zwar die Schönen, aber daneben in erster Linie die Ober- und Chefärzte aus Großhadernrechtsderisar. Und wenn wir schon in die Peripherie gehen (Falkensee), dann dürften Sie einige Mühe haben, auch nur annähernd an die Grundstückspreise zwischen Prien am Chiemsee, Tutzing am Ammersee und dem ganzen Lago di Bonzo heranzureichen. Das Problem von Berlin ist schon immer gewesen, daß die schneidigen Preußenkönige ihr kleines Schatzkästchen Potsdam zeitlebens viel lieber mochten als den Moloch Berlin, weswegen sich das Wachstum der Stadt auch bei weitem nicht so homogen und organisch vollzog wie etwa in München. Die Folgen für das städtebauliche Ensemble sind zwar insbesondere durch Kriegseinwirkung und anschließende Teilung noch wesentlich verschlimmert worden, ändern aber auch nichts daran, daß die Zerfaserung schon weit früher stattfand. Mal ganz davon abgesehen, daß Berlin einige Stilepochen ganz ausließ, wie etwa die hier im Süden so bedeutend ausgeprägte Renaissance. Daß in Alt-Schwabing die Landbevölkerung am Wochenende einfällt, ist natürlich vollkommen richtig. Im Gegensatz zu Berlin kauft die hier allerdings nur Nippes und auch mal Theaterkarten, aber nicht ganze Häuserzüge. Ich hatte das nur deshalb erwähnt, weil gerade wir Schwabinger das, was man hier am Beispiel des Prenzelbergs beklagt (»Gentrifizierung«), schon vor 100 Jahren hinter uns gebracht haben und von daher höchstens müde lächeln angesichts solcher Tragödienweinerlichkeit. |
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Die Standardquelle definiert Villa wie folgt: 'ein meist freistehendes repräsentatives Einfamilienhaus (ursprünglich) auf dem Land, immer ergänzt um eine Gartenfläche.' de.wikipedia.org/wiki/Villa Von exorbitanten Grundstückspreisen steht da übrigens nichts.
Recht haben Sie mit Ihrem Verweis auf Potsdam - deswegen entstanden vermutlich auch die Villenviertel überwiegend im Westen - nämlich Potsdam zugewandt. Recht haben Sie auch mit der Auslassung diverser Epochen. Trotz allem Getöse um 750 Jahre (mittlerweile rund 780) Berlin - eine halbwegs ernst zu nehmende Stadt ist Berlin ja erst seit dem sehr späten 19. Jhdt. Die damit verbundene Stadtplanung hat übrigens einige Vorteile - man kommt zum Beispiel mit U- oder S-Bahn sehr schnell von a nach b. Anders als in München, wo man ja, möchte man von a nach b, immer über die Innenstadt fahren muß. Der kleine Unterschied, etwas 'müde lächelnd' im Geschichtsbuch Ihrer Wahl nachzulesen oder selbst daran teilnehmen zu müssen, ist Ihnen offenbar nachhaltig nicht erkennbar? Das nur als Nachschub zu Ihrer 'Tragödienweinerlichkeit', vor allem aber zu Ihrem 'wir'. Nice try, lieber j-ap. |
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Liebe dame,
ich kann es auch gerne etwas volkstümlicher, direkter, unverbauter, 'eigentlicher' formulieren: Der Rest der Welt hält einen umfallenden Sack Reis für das, was er ist, nämlich für einen umfallenden Sack Reis. Berliner hingegen wähnen gleich den Weltgeist mächtig an die Pforte klopfen, wenn ein Korn daraus auf ihre Scholle fällt. Ihr seid und bleibt nun einmal drama queens, da beißt die Maus keinen Faden ab. ;-) |
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Und ich dachte schon, lieber j-ap, selbst Ihnen sei in Zeiten der Nahrungsmittelteuerung und damit verbundenen -krise der sprichwörtlich umgefallene Sack Reis in Proportionen gerückt, wie überaus dumm von mir.
Interessant aber, daß und wie Sie Berliner zu kennen meinen - aber so verhält man sich wohl, wenn man aus einer selbsternannten 'Weltstadt mit Herz' kommt. ...;-)... |
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"....Mich nervt das ganze Szenegehabe seitens der hippen Eltern ganz schön. Wie gerne würde ich meinen Kaffee schlürfen und normale Leute treffen. Menschen, welche hier wohnen und nicht nur rumschönen. Menschen aller Altersklassen eben...."
Dito! Mich nerven die auch. Ich habe noch nie in meinem Leben derart neurotische Mütter (und einige Väter) erlebt wie in PB. Wer filmreife Szenen erleben möchte gehe in den Bio-Company Supermarkt: einfach in eine Ecke stellen und Kamera 30 Minuten laufen lassen, ich garantiere man braucht kein Drehbuch, das Leben schreibt hier selber. Ich kann nur ansässigen Therapeuten empfehlen hier her zu kommen und Visitenkarten an die Kundschaft zu verteilen, mehr Patienten als hier werden sie wohl nirgendwo aufgabeln. |
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P.S.
„ MITTELSCHICHT“ Das neue, gut ausgebildete, emanzipierte, familienorientierte Bürgertum tappt in alte Geschlechterfallen. Mit der Trennung vom Partner beginnt der soziale Abstieg der Mütter. Vom großstädtischen Lebensstil bleibt nicht viel“. Mal ehrlich: der Abstieg sei ihnen gegönnt, allerdings auch den Männern. Das wirkt im besten Falle bewußtseinsfördernd, der gerechte Preis für das Rumgetue vorher. Allerdings, die Kinder tun mir leid, was können die für ihre Eltern? Ob alte oder neue "Geschlechter -fallen -rollen" spielt dabei keine Rolle, weil, egal was für einen Lebensstil man wählt, ist man mit seiner Wahl authentisch hinsichtlich der eigen Person und Partnerschaft, ohne dabei einem angesagten hippen Lebensstil nachzukommen, wird es auch nicht so schnell zur Trennung kommen. |
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@B:V
Treffender hätte ich es auch nicht sagen können!.;) |
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Yes. Und wenn noch ein paar Therapeuten übrig sind, dann können sie getrost nach Friedrichshain kommen. Für diesen Berufszweig ein aufstrebender Kiez. Am besten in der neu sanierten ehemaligen Grundschule eine Praxis eröffnen. Da hat man dann die Klientel gleich im Haus. Oder ab in den Nordkiez - oder ist der schon von Pregnant Hill eingemeindet?
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die Hysterie um den Prenzlauer Berg nervt aber auch. Gibt auch noch andere Städte und Stadtteile. Und ein bisschen Intoleranz schwingt mit. Wie defeniert sich denn ein nicht angesagter un-hipper authentischer Lebensstil? Das Geld in den Fahhradladen und zu Jack Wolfskin tragen?
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"Wie defeniert sich denn ein nicht angesagter un-hipper authentischer Lebensstil? Das Geld in den Fahhradladen und zu Jack Wolfskin tragen?"
Geld in den Fahrradladen oder zu Jack Wolfskin oder den Edel-Biosupermarkt, usw. - das hört sich doch extrem nach hippen Prenzlberg an, i Pfui! :-)))) "Wie defeniert sich denn ein nicht angesagter un-hipper authentischer Lebensstil?" Den definiert man nicht, den lebt man einfach (in vielfältigen Formen). Aber gut, vielleicht ein Beispiel für "unhippen" Lebensstil: alter Jeep statt Fahrrad, Aldi/Netto/Lidl statt Edelbiosupermarkt, Armyshop & Second Handshop statt Jack Wolfskin, Datsche oder Blockhütte in einem Berliner Grünviertel statt saniertem Altbau in Prenzlb., etc. |
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eine Datsche mit dem Charme des bisschen Heruntergekommenen, eine jagdtaugliche Benzinschleuder, beim Discounter guten Rotwein finden und im Second Hand nach Markenware stöbern, ganz schön unhipp, ziemlich authentisch ;0)
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...sag ich doch! ;-)
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P.S. Markenware muß natürlich egal sein. :-)))
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Ich find ja neuerdings Neukoeln sehr gut, wie London, weil in Berlin, sonst wie eine englische Kleinstadt. Ganz schoene Ecken da...
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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