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Herr Waldrich, in BaWü kennt man doch seit Urzeiten die Lösung:
Mid Vierzge wird dr Schwob gscheit. Und wenn das nicht hilft: Heile heile Sega, drei Dag Reaga, drei Dag Schnee, übrmonn duats nemme weh. Mir »völkelts« hier deutlich zu streng. |
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schrieb am
19.07.2010 um 11:34
@j-ap:
Könnten denn gegen den Eindruck des " zu strengen "völkelns" die obigen Lösungsvorschläge etwa auch helfen? ;-) |
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Wenn man fast ein Berufsleben lang Tag für Tag die durch Schule strukturierte und strukturierende Ungleichheit erfahren und sie selber durch sein Handeln perpetuiert hat - den unerschütterlichen arroganten Habitus der Leute, die das "Volk" befragt haben, durfte ich schon vor Jahrzehnten "genießen" und reagiere deswegen allergisch - bleibt einem nur noch Kopfschütteln. So geht es vielen. Zur Empörung, die am Platze wäre, fehlt die Power, die Macht, die angeblich Wissen ist.
Vielleicht erwartet die Gesellschaft zu viel von der (der?) Schule. Die Schule sollte mehr von der Gesellschaft erwarten. Ich zitiere (schon wieder) den alten Liebknecht, der vor fast 140 Jahren forderte: "Wer da will, dass das WISSEN allen GLEICHMÄSSIG zuteil werde, muss auf die Umgestaltung des STAATS und der GESELLSCHAFT hinwirken." Er fährt in seiner Rede fort: "Sie, meine Herren, die Mitgleider des Arbeiterbildungsvereins, haben dies begriffen..." Deren Nachfolger, die so stolz auf ihre Geschichte sind, wohl eher nicht. |
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danke für deine gute wut und deine guten argumente, lieber hans-peter. es ist ja wirklich schwer zu ertragen, wie eine bürgerinitiave nicht für neuerung im sinne von verbesserung kämpft, sondern bloß für stillstand. die perversion der idee.
die humane schule halte ich für eine illusion. aber es darf schon ein bisschen mehr sein. dabei denke ich außer an strukturfragen wie die in hamburg vor allem an die verbesserung der lehrerausbildung. doch die pädagogische provinz gibts nicht. schule bleibt immer ein abbild der gesellschaft. wer die eine bessern will, darf die andere nicht so lassen, wie sie ist. |
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Du hast recht: die pädagogische Provinz gibt es nicht. Nur: Gesellschaft sind halt auch ich und Du. Deshalb engagiere ich mich für das "bisschen Mehr", das es sein darf. Zur Zeit zusammen mit der "Stiftung gegen Gewalt an Schulen" in Winnenden. Das bleibt nicht ganz ohne Wirkung - hoffe ich.
www.aktion-humane-schule.de/Amok.pdf |
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Sehr geehrter Herr Waldrich,
ich habe mich gerade eben durch die Homepage Ihres Vereins gelesen und kann Ihnen — nach Abklingen meiner etwas heiseren Besorgnis weiter oben, die allerdings in erster Linie dem ressentimentgeladenen Ton galt, der in Ihrem Beitrag vorherrscht — mitteilen, daß ich Ihren Ausführungen in Bezug auf die Demokratische Schule und insbesondere die Inklusive Pädagogik durchaus mit Gewinn folgen konnte. Im Anschluß daran verstehe ich allerdings umso weniger, weshalb Sie sich nicht zusammen mit anderen 'dissenters' (zB meiner Wenigkeit) für eine Abschaffung der derzeitigen uniformen Zwangsbeschulung einsetzen. Wäre es nicht auch gerade im Sinne Ihres Vereins, wenn es künftig auch in Deutschland statt einer allgemeinen Schulpflicht eine allgemeine Bildungspflicht gäbe, die gerade alternativen Schulformen Raum und Entwicklungsmöglichkeiten böte? Warum wollen Sie unbedingt ein vollkommen verhärtetes System erhalten und sukzessive transformieren, das seine sprichwörtliche Veränderungsresistenz in der Vergangenheit schon mehr als einmal schlagend unter Beweis gestellt hat? Fragt Josef Allensteyn-Puch PS: Sie wollen mir übrigens die auf Schwaben gemünzte Spruchweisheit freundlich nachsehen. Ich wollte dem Badener nicht zu nahe treten. |
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Irgendwie haben anscheinend nur wenige begriffen, das ein Volksentscheid, auch wenn einem persönlich das Ergebnis nicht gefällt, die Entscheidung des Volkes ist. Das Gejammer über die Zementierung er Bildungsungerechtigkeit ist zwar verständlich, aber Unsinn. Alle auch vom Bildungssystem Benachteiligte hatten die Möglichkeit ihren Standpunkt durch Stimmenabgabe geltend zu machen. Und das haben sie getan und somit sich für das bisherige entschieden.
Das Hauptproblem ist doch aber eher, das Niemand, auch die Kommentatoren hier im Freitag, nach er Meinung der Betroffenen gefragt hat. Die Schüler als einzige Betroffene und Ausbader egal welcher Entscheidung, sind dem bildungspolitischen Starsinn ihrer Eltern und Großeltern ausgesetzt. |
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lieber nuntius, was du im letzten satz schreibst, genau das haben die kritiker der angeblich gültigen willensbekundung im referendum mitbedacht.
das unterstelle ich zumindest. genaues über die motivationen weiß mensch nie. aber schön zu lesen, dass du begriffen hast, dass ein volksentscheid, tja, ein volksentscheid ist. |
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Lieber nuntius!
Natürlich ist ein Volksentscheid ein Volksentscheid. Sein Ergebnis ist zu respektieren. Dafür gibt es viele gute Gründe. Meine Trauer (und vielleicht auch mein Ressentiment, lieber j-ap) galt jedoch der Tatsache, dass die eigentlich Betroffenen, wie so oft, an dieser Entscheidung fast überhaupt nicht teil nahmen. Das längere gemeinsame Lernen soll ja die Chancen der "Bildungsfernen" erhöhen! Doch das hat etwas mit dem Zusammenhang zwischen Demokratie und den materiellen Teilhabechancen des Volkes zu tun. Demokratie und Sozialstaat sind eben engstens aufeinander angewiesen. In diese Richtung... Lieber j-ap! Ja, Zwangsbeschulung ist wirklich dass Problem. Homeschooling sollte man zulassen. Wir kämpfen für das Mögliche. Neben der "Aktion Humane Schule e. V." zum Beispiel unsere engen Partner "Schule mit Zukunft e. V." oder "Länger gemeinsam Lernen e. V." www.schule-mit-zukunft.com/ www.laenger-gemeinsam-lernen.de/ |
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Ich stimme Ihnen völlig zu, Demokratie braucht Wähler. Und dem ist nicht so, die Schwachen, die Armen und die Dummen gehen nicht wählen. Sie treten damit auf sich selbst drauf. So ist das mit desperaten Menschen. Sie fühlen sich wertlos, nutzlos, leer, sind antriebslos, abgelenkt von dem Eskapismen der Schweinemedien.
Ich bin einige Tage nach den Wahlen letztes Jahr auf einer Landstrasse liegen geblieben, ein netter junger Mann half mir, er fuhr mich zu einer Tankstelle 20 Minuten entfernt und zurück. Und währenddessen kam das Gespräch auf die Wahlen und er verneinte meine Frage, ob er denn auch brav wählen gegangen wäre, nein, wozu, es würde in seinen Augen absolut nichts andern. Wer aber seiner Ansicht nach von der Mehrheit und seiner Wenigkeit auf der Stelle zum Kanzler gewählt werden würde und dann eine enorme Strahlkraft entfalten könnte, wäre, halten Sie sich fest: Günther Jauch. Günther Jauch! Warum, fragte ich fassungslos. Weil der ihm wirklich nett und menschlich erscheine und sich kompromißlos für die Belange der "kleinen Leute engagieren würde, der nette Günther. Sie hätten mein Gesicht sehen sollen. Wie kommt er dazu? Ganz einfach...Er identifiziert sich, er sympathisiert mit Jauch. Wen würden wir aus Sympathie und treuem Glauben freestyle zum Kanzler wählen? Max Goldt? Jürgen Roth? Harry Rowolth? M. Friedmann? Oder doch Harald Schmidt? Ich würd es mit Sonneborn versuchen, der ist ja jetzt sogar Politiker und kann auch sehr schöne Plakate malen.! (Ich glaub, ich mach das zum Blog:)) |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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