Hans Springstein

Hans Springsteins Blog

30.01.2012 | 20:32

Kein Grund zur Freude ...

ist es für mich, dass nun auch bei Spiegel online angekommen ist, dass in Syrien ein Bürgerkrieg tobt und dass die bewaffneten Aufständischen keine Menschenrechtsaktivisten sind: "Auch die Freie Syrische Armee tötet ungehemmt." Irgendwann wird auch beim ach so investigativen Nachrichtenmagazin zu lesen sein, wer diese Mörder bewaffnet und ausgebildet hat. Bei anderen Quellen war das ja schon zu lesen, worauf ich hingewiesen habe. Ich gebe zu, dass ich mir auch diesmal wie schon beim Fall Libyen wünschte, ich hätte mich geirrt.

Diese Quellen, die darauf hinweisen, woher die Bewaffneten kommen und wer sie ausrüstet und ausbildet, seien hier nochmal zitiert, damit die Fakten nicht untergehen:

(14.12.2011) Die junge Welt berichtete am Montag Folgendes: "Die libanesische Zeitung Al-Binaa berichtete am Wochenende, französische und britische Militärexperten würden im Libanon Kämpfer auf den Einsatz in Syrien vorbereiten. Ein Filmteam der britischen BBC hatte kürzlich eine solche Gruppe vom Libanon bis nach Homs begleitet. In der Freitagausgabe der türkischen Zeitung Milliyet hieß es, US- und NATO-Militärexperten würden syrische Deserteure in der Türkei ausbilden. Die Zeitung zitierte eine frühere FBI-Mitarbeiterin mit der Aussage, daß die Ausbildung bereits im Mai angefangen habe. Waffen für die Aufständischen würden über den NATO-Stützpunkt Incirlik geschmuggelt." Das ist auch nicht wirklich neu ...
Eine Bestätigung ist auf der Homepage von Sibel Edmonds, der frühren FBI-Mitarbeiterin, zu finden: "The joint US-NATO secret training camp in the US air force base in Incirlik, Turkey, began operations in April- May 2011 to organize and expand the dissident base in Syria. Since then, in addition to Col. Riad al-Assad, several other high-ranking Syrian military and intelligence officials have been added to operations’ headquarters in the US base. Weekly weapons smuggling operations have been carried out with full NATO-US participation since last May."

(6.12.2011) ... "Katar soll heimlich "Freie syrische Armee" bewaffnen" Na wer sagt's denn, die Kataris haben auch schon in Libyen (nach)geholfen und haben den Job für die Briten, Franzosen und die USA übernommen, damit die sich nicht die Hände schmutzig machen. Die Scheichs von Katar, die Hüter der Menschenrechte der Araber müssen dabei nichts befürchten: "For starters, Qatar's security is guaranteed by the United States via the huge Al Udeid U.S. Air Force base, which has the longest runway in the Middle East, and Camp As Sayliyah, which is the U.S. military's largest pre-positioning base outside of the continental United States."

Im Text zur Intervention Katars in Libyen ist auch zu erfahren, warum das Scheichtum sich nun auch in Syrien einmischt: "If the Qatari elite had the ability and opportunity, they would likely choose to intervene to stop Syrian President Bashar al-Assad's brutal crackdown against dissent, if for humanitarian reasons alone. Moreover, as a Sunni state wary of the expansion of Shia power throughout the region, Qatar would snatch the opportunity to turn Syria away from its current orientation toward Iran." ...

(2.12.2011) ... "Syrien: Libysche Freiwllige helfen beim Regime-Sturz". Oder diese: "Großbritannien führt bereits offizielle Gespräche mit syrischen Oppositionellen, die zur baldigen Anerkennung einer Exilregierung führen könnten."

(26.11.2011) ... Berliner Zeitung an diesem Wochenende mit einem Beitrag von Jürgen Todenhöfer zu Syrien. Interessant ist unter anderem diese Passage in dem Text: "Die bewaffneten Aufständischen operierten im Stil von Guerilla-Kommandos, sagen unsere Gesprächspartner. Sie töteten nicht nur Soldaten und Polizisten, sondern gezielt auch Zivilisten. Es sind vor allem Alawiten. Aber auch Christen. Fast jeder in Homs kenne derartige Fälle. Die Behauptung, sie schützten Demonstranten, sei ein Vorwand. Ihr Ziel sei die Eskalation des Konflikts, das Chaos. Niemand wisse genau, von wem sie gesteuert werden."

Nachtrag vom 27.11.11: Es gibt einen Hinweis, woher die bewaffneten Aufständischen kommen, die laut Todenhöfer von der syrischen Opposition nicht gewollt sind: "USA schickten Terroristen nach Syrien", meldet die Agentur IRIB.

Das könnte mit ein Grund dafür sein, dass die westlichen Staaten, die an Assads Sturz arbeiten, keine eigenen Soldaten in den Krieg schicken, weil das nicht nötig ist. Und bevor sie das im Vergleich zu Libyen schwierigere Terrain Syriens bombardieren, werden sie wahrscheinlich mehr investieren in die Bewaffneten, die sich als Rebellen verkleiden und für sie wie in Libyen die Drecksarbeit am Boden erledigen.

Es ist nur ein Auswahl. Diese Informationen sind nicht erst seit heute verfügbar und belegen, dass die Vorgänge in Syrien alles andere als nur ein innerer Konflikt sind. Gerhard Wisnewski hat in seinem diskussionswürdigen, aber nichtsdestotrotz interessanten Jahrbuch über Verheimlichtes, Vertuschtes & Vergessenes, Ausgabe 2012, im Zusammenhang mit Libyen an die 2004 von George W. Bush präsentierte "Greater Middle East Initiative" der USA erinnert : "Der Plan beinhaltet eine komplette Neuordnung und Zusammenfassung der nordafrikanischen Maghreb-Staaten, des Horns von Afrika, der Arabischen Halbinsel sowie der Türkei und Irans zu einem 'Größeren Nahen Osten'. Dazu gehört eine 'demokratische Umgestaltung' ebenso wie eine 'ökonomische und soziale Umgestaltung'." (siehe auch hier) "Was so gut klingt, soll jedoch nicht in erster Linie den dort beheimateten Menschen nutzen, sondern sich nach den Anforderungen der USA und der westlichen Staaten richten. Und von Selbstbestimmung oder Souveränität ist dabei schon gar nicht die Rede", stellt Wisnewski fest (s. 110 ff.).

Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch noch mal daran (28.11.2011):  ... zwei Nachrichten aus den letzten Jahren ...: 11.4.2003: "US-General schließt Angriff auf Syrien nicht aus"
Ex-NATO-General Wesley Clark im Jahr 2007 in einem Gespräch mit Democracy Now: "... Well, starting with Iraq, then Syria and Lebanon, then Libya, then Somalia and Sudan, and back to Iran."  Nur die Reihenfolge scheint ein wenig anders zu sein, weil sich nicht alle Faktoren in den Ländern beeinflussen lassen. Es gibt auch einen aktuellen Text dazu von dem Blogger Glenn Greenwald: "Wes Clark and the neocon dream"

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 31.01.2012 um 03:25
zu "Irgendwann wird auch beim ach so investigativen Nachrichtenmagazin zu lesen sein, wer diese Mörder bewaffnet und ausgebildet hat."

Öhhm, spiegel.de schreibt in dem verlinkten Text:
"Man muss inzwischen von einem Bürgerkrieg sprechen: Die Kämpfe zwischen den Rebellen und dem Regime in Syrien haben bedrohliche Ausmaße angenommen. Längst stehen sich zwei gut bewaffnete Truppen gegenüber - die Anhänger von Präsident Baschar al-Assad und die Deserteure seiner Armee."
Hans Springstein schrieb am 31.01.2012 um 09:36
@Herr Katzer
Mich wundert es nicht, dass bei Spiegel online noch diese offizielle Legende zu lesen ist, dass es sich bei den bewaffneten "Rebellen" nur um Deserteure der syrischen Armee handelt. Sicher sind auch solche darunter zu finden, was ja auch bei den von mir angeführten Quellen zu lesen ist. Die Frage ist, wer diese Bewaffneten im Guerillakampf ausgebildet hat und die wird auch in den von mir angeführten Nachrichten beantwortet. Wenn Assad entmachtet und Syrien wieder unter westliche Kontrolle gebracht ist, wird irgendwann einmal bei Spiegel online ein Beitrag erscheinen, wo irgendjemand berichtet, wie denn die Aufständischen zu ihren Waffen kamen und wer sie angeleitet und geführt hat. Auch da ist das Beispiel Libyen sehr lehrreich. Aber dann ist ja längst alles gelaufen und die Legenden haben funktioniert.
Asl kelienr Beitrag gegen diese Legenden sei noch einmal Joachim Guilliard zitiert, der schreibt, es werde "behauptet, die bewaffneten Regimegegner seien durchweg "Deserteure". Auch das beruht auf Propaganda. Alles deutet darauf hin, dass es überwiegend Kämpfer islamistischer Gruppen sind (siehe z.B. Pepe Escobar, The shadow war in Syria, Asia Times, 2.12.2011).
Es gibt auch immer mehr Belege dafür, dass die bewaffneten Gruppen – die man in anderen Ländern Terroristen nennen würde – von anderen Staaten unterstützt und ausgebildet werden. (siehe u.a. die Meldung der türk. Zeitung Milliyet, Frankreich bilde syrischen Rebellen aus, entsprechende , Meldungen der in den USA ansässigen oppositionellen „Reform Party of Syria“ oder auf der Homepage von UK Elite Truppen: British Special Forces Training Syrian Rebels, sowie Angaben der britischen Zeitung Daily Star über den Einsatz von MI6 und CIA und PressTV 'US training Syrian rebels in Turkey'')
Zudem gibt es glaubwürdige Hinweise, dass bereits bis zu 600 libysche Mudschahedin über die Türkei ins Land kamen. Auch irakische Salafisten, sunnitische Hardliner, die i.A. mit Al Qaeda assoziiert werden, rufen in Internetforen dazu auf, sich zu bewaffnen und den sunnitischen Brüdern in Syrien zu Hilfe zu kommen. (Iraq's sectarian divide threatens to split country as anger at Maliki grows, Guardian, 20.12.2011 )
Quelle zum Nachlesen: jghd.twoday.net/stories/revolutionspatenschaften/
Hans Springstein schrieb am 31.01.2012 um 09:38
Ich entschuldige mich auf jeden Fall für die Schreibfehler, die durchs Schnellschreiben entstanden sind. Ich habe noch nicht herausgefunden, wie man diese bei Kommentaren im Nachhinein korrigieren kann ...
Ehemaliger Nutzer schrieb am 31.01.2012 um 11:03
Danke für die ausführliche Erklärung. Ich habe mir zu diesem Thema noch keine Meinung gebildet. Ich werde auf jeden Fall mitnehmen, dass es unterschiedliche Quellenlagen gibt. Muss mich allerdings selbst durch die Niederungen der Quellen begeben, um Klarheit zu bekommen.. Bin ein sehr skeptischer Kerl :o)
Hans Springstein schrieb am 31.01.2012 um 12:34
@Herr Katzer
Ja, das Quellenstudium ist mühsam, aber wichtig und lohnenswert. Und Skepsis ist ebenso wichtig und lohnenswert.
koslowski schrieb am 31.01.2012 um 10:54
Wenn die bewaffneten Aufständischen "Mörder" sind, was sind dann die Soldaten der syrischen Armee ( die nach den Feststellungen von Human Rights Watch bis Dezember 2011 für den Tod von etwa 4000 Zivilisten verantwortlich sind, siehe hier: bit.ly/z8VJxn )?
Hans Springstein schrieb am 31.01.2012 um 12:29
@koslowski
Natürlich gilt die alte Erkenntnis "Soldaten sind Mörder" auch für die der syrischen Armee. Aber ich werde mich hüten, dass jetzt immer mit dazu zu erklären.
Ich habe die bewaffneten "Rebellen" ausdrücklich als Mörder bezeichnet, weil sie eben in der Mainstreamberichterstattung nur als friedliebende Menschenrechtsaktivisten und Freiheitskämpfer dargestellt werden, die, wenn sie Waffen einsetzen, dass nur zur Verteidigung friedlicher Demonstranten tun usw. usf.
koslowski schrieb am 31.01.2012 um 13:14
Da Soldaten Mörder sind, ist es nicht notwendig, genau hinzuschauen und zu differenzieren? Verstehe ich Sie so richtig? Und da macht es keinen Unterschied ( moralisch, politisch ), ob Soldaten Zivilisten massakrieren oder ob Zivilisten sich bewaffnen und zusammen mit Deserteuren der Armee der Gewalt des Regimes Gewalt entgegensetzen? Ist das Ihr Standpunkt? Dann misstraue ich Ihren Texten nicht weniger als der "Mainstreamberichterstattung".
Hans Springstein schrieb am 31.01.2012 um 14:06
@koslowski
Ich kann und will Ihnen nicht gar vorschreiben, wie Sie mich verstehen sollen oder können oder wollen. Wenn Sie meine Texte nicht als Versuch, genauer hinzuschauen und zu differenzieren, verstehen, wenn Sie nicht bemerken, dass ich vor allem auf Quellen hinweise, die diesen genaueren und differenzierenden Blick ermöglichen, und wenn Sie vom mir erwarten, dass ich irgendwelche Gessler-Hüte grüße und irgendwelchen einfachen Schemata folge, die mir eben die Mainstream-Medien einreden wollen, dann misstrauen Sie ruhig meinen Texten. Denken Sie sich ruhig Ihren Teil, Sie werden Ihre Gründe dafür haben.
koslowski schrieb am 31.01.2012 um 19:48
Die Gründe für mein Misstrauen sind einfach:
1. Sie verfolgen ein einfaches Schema: Das Gegenteil von dem, was sog. "Mainstreammedien" berichten, ist richtig.
2. Wenn ein Regime seine oppositionellen Bürger massakriert, belegt dies die einfache Erkenntnis, dass Soldaten Mörder sind.
Ich misstraue Leuten mit einfachen Weltbildern.
Phineas Freek schrieb am 31.01.2012 um 22:54
„Wenn die bewaffneten Aufständischen "Mörder" sind, was sind dann die Soldaten der syrischen Armee ( die nach den Feststellungen von Human Rights Watch bis Dezember 2011 für den Tod von etwa 4000 Zivilisten verantwortlich sind…“

Wenn dass Wörtchen wenn nicht wäre!
Wer ohne vorhandenes WISSEN und BELEG dieses Wörtchen („Wenn“) so parteilich an die subjektiv erwünschte Stelle SETZT, um auf diese Weise eine Behauptung als Tatsache und gesicherte Erkenntnis erscheinen zu lassen, argumentiert unredlich.
Ob es sich bei den gegen Assad agierenden Bewaffneten Verbänden und „Einzelpersonen“ (oder auch nur ein Teil von ihnen!) überhaupt um Aufständische Zivilisten und ehemalige Soldaten handelt und ob die Opfer der Gewalt alle aufs Konto der syrischen Armee gehen, war doch gerade Eine der offiziellen zentralen und noch UNGEKLÄRTEN Fragen bei dieser Beobachtermission der Arabischen Liga!
Der einseitige und ausschließlich durch das Menschenrechtsparadies Quatar durchgesetzte Abbruch dieser Mission hängt unmittelbar mit den unerwünschten und so nicht von Quatar geplanten Resultaten dieser „Mission“ zusammen! (siehe unten)

Wer so argumentiert macht doch selbst genau das, was er anderen zum Vorwurf macht: das verzweifelte Festhalten an „einfachen Weltbildern“ (wobei Weltbilder der Erkenntnis immer im Wege sind, ob einfach oder kompliziert)

Dass Ersatz mäßige zitieren ausgerechnet einer vom US-Außenministerium finanzierten Frontorganisation wie „Human Rights Watch“ ist dann nur noch ebenso so zynisch, wie die Praxis dieser sogenannten„Menschenrechtsorganisationen“ (einschließlich und seit geraumer Zeit auch "Amnesty"!).

Da wo „Menschenrechtsorganisationen“ ihren kategorischen Rechtsidealismus und selbstverordneten Humanismus nur noch selektiv in Anschlag bringen wollen und ihren vorgeblich-GENERELLEN Einwand gegen Folter und kriegerische Gewalt AUFHEBEN – WILL tatsächlich kein Schwein etwas bemerken!?

Wo früher bei „Amnesty“ die inkriminierte „Menschenrechtsverletzende“ TAT zur VORAUSSETZUNG der Bewertung und Verurteilung von Tätern gemacht wurde, wird jetzt ein inkriminierter TÄTER zur VORAUSSETZUNG der Bewertung und Verurteilung der „Menschenrechtsverletzenden“ Tat gemacht – selbst da kann und will mal wieder keiner bemerken, wie hier der Bürger und sein Menschenrechtliches Ideal bürgerlicher Zivilität, nicht das geringste Problem mit dem vollzogenen Uniformwechsel und der praktizierten Selektivität gerade auch in VORKRIEGSZEITEN hat?!

Artikel im Voltairenet von Thierry Meyssan über die in hiesiger Primatenpropaganda auf dem Kopf gestellten Aufgaben und den Abbruch der sogenannten „Beobachtermission“ der AL:

„Der Vorsitz der arabischen Liga versucht den Bericht ihrer Experten zu verheimlichen

Seit dem Anfang der Syrien überschattenden Ereignisse gibt es zwei gegensätzliche Darstellungen: für den Westen und seine Golfalliierten unterdrückt das Regime eine populäre Revolution im Blut, während für Syrien und seine BRICS Verbündeten das Land von aus dem Ausland gekommenen bewaffneten Banden angegriffen wurde.

Um diese Geschehnisse klar zu stellen, hat die arabische Liga eine Untersuchungs-Mission geschaffen, deren Mitglieder aus Personalitäten bestehen, die von jedem Mitgliedsstaat ernannt wurden (mit Ausnahme des Libanon der nicht daran teilnehmen wollte). Diese Verschiedenheit der Experten garantiert die Unmöglichkeit die Resultate zu fälschen, ihre Zahl (mehr als 165) und die Dauer der Mission (1 Monat) erlaubt, ein viel breiteres Bild zu bekommen als alles, was bis zuvor bekannt war. Bis jetzt kann keine andere Institution behaupten, eine so weite und strenge Studie gemacht zu haben, und daher vorgeben, die Lage in Syrien besser zu kennen.

Das mit der arabischen Planüberwachung beauftragte Ministerkomitee der arabischen Liga, das aus fünf der 22 Mitgliedsstaaten besteht (Algerien, Ägypten, Oman, Qatar, Sudan), hat den Bericht der Mission mit 4 gegen 1 Stimme (Qatar) für gültig erklärt und hat beschlossen, die Mission der Beobachter ein Monat zu verlängern.

Das Problem besteht darin, dass der Bericht die Version der syrischen Regierung bestätigt und jene des Westens und der Golfmonarchien entkräftet. Im Besonderen bestätigt er, dass es keine tödliche Repression der pazifistischen Demonstrationen gegeben hat und dass die von Damaskus eingegangenen Verpflichtungen strikt eingehalten wurden. Er bestätigt auch die zentrale Tatsache, dass das Land von bewaffneten Gruppen destabilisiert wird, welche für hunderte von Zivilistentode und einige tausende Soldatentode, sowie für mehrere Hunderte von Terror- und Sabotageaktionen verantwortlich sind.

Dies ist der Grund warum der Qatar jetzt versucht, die Verbreitung des Berichtes mit allen Mitteln zu verhindern. Tatsächlich erweist sich Dieser als eine wahre Bombe, die sich gegen Quatar und sein „eigentümliches Kommunikationsverfahren“ richtet.

Qatar nimmt derzeit den Vorsitzt der Liga ein; und zwar nicht weil es an ihm war vorzusitzen, sondern weil er ihn der palästinensischen Autorität abgekauft hat.

Dieser neue Vorsitz der Liga hat daher beschlossen, den Bericht der Mission der Beobachter nicht zu veröffentlichen, ihn nicht zu übersetzen und ihn nicht einmal in seiner Originalversion auf seine Website zu setzen…“

www.voltairenet.org/Presidency-of-Arab-League-seeks-to
Hans Springstein schrieb am 01.02.2012 um 14:37
@Phineas Freak
Ich gestehe, dass es immer mal wieder gut tut, zu wissen, dass ich mit meiner Sicht auf die Dinge nicht allein bin. Danke auch für die interessanten Informationen und Gedanken.
koslowski schrieb am 01.02.2012 um 18:10
@Phineas Freak 22:54

"Wer ohne vorhandenes WISSEN und BELEG dieses Wörtchen („Wenn“) so parteilich an die subjektiv erwünschte Stelle SETZT, um auf diese Weise eine Behauptung als Tatsache und gesicherte Erkenntnis erscheinen zu lassen, argumentiert unredlich. "
- In meiner Frage, auf die Sie sich beziehen, hat die Konjunktion nicht die Aufgabe, eine Behauptung als Tatsache erscheinen zu lassen. Sie nimmt eine Bezeichnung Springsteins für die Aufständischen ("Mörder") auf und leitet davon eine Frage ab.
- Die Feststellungen von Human Rights Watch, einer unabhängigen Nichtregierungsorganisation, über die Zahl der zivilen Toten werden von vielen unabhängigen Beobachtern für seriös gehalten. Sie hier zu zitieren, war nicht zynisch, sondern Grundlage für die Frage, wie der Autor das Verhalten der syrischen Armee und des Staatsapparats, der ihr die Befehle erteilt, einschätzt.
- Ihre Behauptung, Human Rights Watch werde vom amerikanischen Außenministerium finanziert, belegen Sie nicht. Ich kann das Gegenteil nicht beweisen, vermute aber, dass es zur Strategie autoritärer Regime gehört, die NROs mit ihren unbequemen Informationen zu diskreditieren.
- Thierry Meyssans Darstellung des Berichts der Kommission der Arabischen Liga nehme ich mit Interesse zur Kenntnis. Und mit Skepsis, denn ich las im Internet, dass er zu jenen Autoren gehöre, die 9/11 für eine Verschwörung halten.
Alien59 schrieb am 01.02.2012 um 18:22
Schon interessant, dass das Zitat von HRW kritisiert wird - aber der Blogautor IRIB zitieren darf, ohne dass sich irgendein Widerspruch regt. Würde ich jemals IRIB zitieren, weiß ich, was mir hier blühte. Aber wie's halt passt....
Phineas Freek schrieb am 01.02.2012 um 18:49
@Hans Springstein
Danke auch - und gern geschehen.
Allerdings wird leider das moralische Staatsbürgerbewusstsein dafür Sorge tragen, dass die zunehmende Angst der Bürger durch die forcierte Kriegseskalation ihrer Obrigkeit (beileibe nicht nur!) gegen Syrien, sie nur noch radikaler der eigenen Staatsgewalt unterwerfen wird.
Jede Kritik, ja jegliche vorsichtige, begründete und belegte Zurückweisung an der medial eingeforderten Parteilichkeit mit Hilfe der immer schriller werdenden Kriegshetze WILL und kann da nur als Feindpropaganda denunziert werden.

Die Parallelen zum WK1 und WK2 sind schon erschreckend.

Das hier schon ein, gegen die gesamten BRICS-Staaten gerichtetes Kriegsprogramm am LAUFEN IST, welches nach der Eliminierung des Irans die Destabilisierung der zentralasiatisch-russischen Südgrenze mit ein bezieht, ist der elementare Grund für die aufgezwungene Frontstellung und das bis jetzt hartnäckige Nein von Russland, China, Indien, Brasilien und Südafrika.

Was die hiesige und immer schriller werdende Affenpropaganda angeht, die mittlerweile durch die moralischen Flagschiffe der „Zivilgesellschaftlichen“ Abteilungen erfolgreich ergänzt wurden und die fast nur noch als Quasipropagandakompanien der NATO fungieren wie „Amnesty“ (siehe Link unten), zeigt doch nur den erschreckenden und durchgesetzten Stand der laufenden Mobilmachung für einen schon längt begonnen internationalen Krieg.

Die Uneinigkeit und Zerstrittenheit der westlichen Eliten, die sich in der, auch unabhängig von der jeweiligen nationalen Kriegspropaganda, noch OFFENEN Positionierung (für welche „strategische Partnerschaft“ man sich LETZTENDLICH entscheidet) einzelner Nationen äußert. Deutschland steht da im „Mittelpunkt“ dieser elitären Kämpfe und fast alle jüngsten und grotesken „Personaldebatten“, Inszenierungen und „Affären“ haben wohl auch genau dort ihren Ursprung!
Phineas Freek schrieb am 01.02.2012 um 20:49
@koslowski

…also da befindet sich der Autor Meyssans in wahrlich scheußlicher Gesellschaft, da auch die Vereinigten Staaten 9/11 als Verschwörung finsterer (islamistischer) Kreise in die Welt setzte („Verschwörungszeugs‘ ist heute offenbar die Kurzformel für die unaussprechliche Wahrheit.“ Gore Vidal).
Dass es zur Strategie autoritärer Regime gehört, unbequeme Wahrheiten zu diskreditieren ist unstrittig. Dass gilt auch für fürs autoritäre Amerika („Amerika hat ein Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln.“ Gore Vidal)
HRW’s Tätigkeit als nützlicher und strategischer Partner „außenpolitischer Ambitionen“ der USA lässt sich mustergültig am jüngsten Libyenkrieg studieren. Das möge jeder unvoreingenommene und durchschnittlich mit ein wenig Verstand ausgestattete Mensch selber tun – wenn er denn WILL.
Die Finanzströme für diesen Drecksverein laufen ja neuerdings über verschiedene Kanäle des Soros-Imperiums…Auch sind Biographien, Verbindungen und vorherige Tätigkeiten der verschieden Hauptakteure aufschlussreich.
Wesentlich ist allerdings nur, was dieser Verein so aufschreibt und in die Welt setzt und was er geflissentlich verschweigt…
Hans Springstein
Die Waffen nieder!
Mitglied seit:
27.10.2011
Zuletzt aktiv:
20.05.2012
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 85
Kommentare: 267
Logbuch
23:26
Fräuleinchen hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:25
luggi hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:23
ed2murrow hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:21
gweberbv hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:12
ideefix hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG