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Mich würde mal die Meínung der Freitag-Community zum Adjektiv "bürgerlich", wie es Guido Westerwelle für die "schwarz-gelbe" Koalition, die er anstrebt, verwendet. In Talkshows gibt es von "Linken" (z.B. Heil) Einspruch gegen diese Vereinnahmung des Begriffs "bürgerlich".
Als Historiker weiß ich, dass "bürgerlich" in der Weimarer Republik für die "nicht-sozialistischen" Parteien allgemein üblich war. Darauf beruft sich auch Westerwelle.
Meine Frage: Ist dieses Ettikett heute noch zulässig. Sind also "Grüne" und "Sozialdemokraten" nicht bürgerlich?
Meine Meinung: In der heutigen Parteienlandschaft ist der Begriff "bürgerlich" obsolet geworden.
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Ich denke auch, aber vor allem deshalb, weil sich soziologisch in unserer Gesellschaft was geändert hat. Man müßte da auch noch mal genauer unterscheiden zwischen Partei und Wählerschaft. Die Wählerschaft hat sich früher bestimmt mehr in "links" und "bürgerlich" unterschieden, was mit der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsschicht eng zusammenhing. Heute ist es vermutlich nicht mehr so, daß der mit der besseren Bildung und dem besseren Gehalt automatisch auch eine der bürgerlichen Parteien wählt. Die soziologische Zugehörigkeit zieht nicht automatisch eine Zugehörigkeit zu einem bestimmten Parteienspektrum nach sich.
Mich regt Westerwelle damit eher auf, weil er das Wort bürgerlich nach meinem Empfinden exklusiv, also ausschließend, gebraucht. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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