08.07.2009 | 14:54

Heimatgeschichte - Lokalgeschichte (Fortsetzung)

 

Ich spinne den Gedanken ein bisschen weiter und nenne zwei Beispiele.

  • Es gibt in Warm Springs, im US-Bundesstaat Georgia eine Polio Hall of Fame, mit einem Denkmal von 17 Bronzebüsten, darunter 15 Mediziner und 2 Laien (einer der Laien ist US-Präsident F.D. Roosevelt) Der erste in der Reihe ist Jakob Heine (1800-1879), der Entdecker der spinalen Kinderlähmung, die auch Heine-Medin-Krankheit genannt wurde. Dieser Jakob Heine stammt aus Lauterbach, sodass wieder eine Schlagzeile entstehen kann: Jakob Heine in einer Reihe mit Präsident Roosevelt. Aber für mich ist das nur ein Aufhänger bzw. Anreißer für einen ganz anderen Aspekt der Heimatgeschichte: Die Laufbahn des Gastwirtssohns aus dem Schwarzwalddorf, der ein europaweit renommiertes Orthopädisches Institut in Cannstatt betrieb, gibt einen Einblick in die Möglichkeiten des sozialen Aufstiegs im 19. Jahrhundert.
  • Es gibt an der Bentley-Universität in Waltham, Massachusetts eine polnisch-amerikanische Englisch-Professorin namens Alicia Nitecki, die 1944 im Alter von zweieinhalb Jahren mit ihrer Familie von den Nazis aus Warschau nach Lauterbach deportiert worden war und dort im „Polenlager“ lebte, während ihre Mutter und Großmutter in der benachbarten Stadt Schramberg bei der Firma Junghans als Zwangsarbeiterinnen arbeiten mussten. In den 1990er Jahren kommt diese Frau nach Europa, besucht Warschau und  neben anderen deutschen Orten eben auch Lauterbach. Sie schreibt in ihrem Buch „Recovered Land“ ein Kapitel „Lauterbach-im-Schwarzwald“. Darin mischt sie Erinnerungen (wohl von der Familie an sie weitergegeben) von damals  mit den Erlebnissen beim Besuch 1990. Hier tauchen Namen auf, die in Lauterbach jeder kennt oder kannte. Gleichzeitig werden authentische Berichte zum Schicksal der Zwangsarbeiter wiedergegeben. Die Heimat spiegelt ein heikles Kapitel Geschichte der Nazizeit.

 

Es gäbe noch viele weitere Beispiele aufzuzählen, aber das soll mal für heute genügen.

 

Klugscheißerhinweis für Steffen Kraft zur eventuellen Weitergabe an die Webmaster.

eingereiht schreibt man so (das Wort taucht falsch geschrieben auf, wenn man die Sprechblase beim Kommentar  anklickt.)

 
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Kommentare
Steffen Kraft schrieb am 09.07.2009 um 11:33
Danke für den Hinweis - gebe ich gerne an unsere IT weiter (bin da ohnehin schon als klugscheißer bekannt)
Tessa schrieb am 09.07.2009 um 11:45
Wo taucht das auf? Mal ganz davon abgesehen, dass ich ja nur die Schnittstelle zur IT bin.

In diesem Zusammenhang: Bitte unbedingt IT-Crowd anschauen.
www.channel4.com/programmes/the-it-crowd

Tagline I: "Have you tried turning it off and on again."
Tagline II. "Is it plugged in?"

In der Serie sind damit meist schon alle Probleme behoben. Bei uns hingegen ist es dann doch meist ein wenig komplexer.

Beste Grüße

Tessa
Hans555 schrieb am 09.07.2009 um 12:16
Hallo Tessa,

Es taucht auf, wenn man einen Kommentar nochmal kommentieren will.
Da steht dann so etwas wie ...."wird in die Unterkommentare eingereit (sic!)..."
Müsste doch zu finden sein.

Gruß Hans
Tessa schrieb am 09.07.2009 um 12:36
Ah, okay. Jetzt hab ich es. Ich geh den Rechtschreibfehler gleich weiter. Das Button sollte auch demnächst funktionieren. Wir werden aber weiterhin nur eine Stufe der Unterkommentare haben, was dann bedeutet, dass Kommentare zu Unterkommentaren nicht eingerückt werden.

Viele Grüße

Tessa
Steffen Kraft schrieb am 10.07.2009 um 14:17
Problem wird nach Aussage der IT spätestens bis Montag behoben.
Hans555
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