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Antje Schrupp beschreibt die Grundzüge ihres Feminismus u.a. im Bemühen, einen Sinn darin zu finden, eine Frau zu sein.
Das versteht sich ja auch nicht von selbst in einer globalisierten Welt, in der – als krasses Beispiel – Frauen als Schwangere dazu neigen, unter bestimmten ökonomischen Verhältnissen im Ultraschall als sicher erkannte weibliche Föten abzutreiben.
www.handelsblatt.com/politik/international/china-gezielte-abtreibung-weiblicher-foeten-soll-bestraft-werden;843460
Noch habe ich keinen Mann getroffen, der sich die entsprechende Frage vorlegt: was für einen Sinn hat es eigentlich, dass ich Mann bin? Wenn sich Männer – wie zuletzt beim Männerkongreß
– zusammensetzen, befassen sie sich mit den sozialen Folgen und Rollenverschiebungen, die sich in den vergangenen Jahrzehnten für ihr Geschlecht abzeichnen. Die Frage nach dem Sinn von Männlichkeit überlassen sie den Biologen und Philosophen zur Bearbeitung.
Eine Antwort zum Sinn des Mannseins läßt sich nicht aus dem Hut zaubern, fragwürdig und gebrochen kommt vieles daher, was mir dazu einfällt – die Biographien meiner unmittelbaren Vorfahren und meine eigene eingeschlossen.
Und so stelle ich denn – nicht nur zum heutigen Tag - dem Bemühen von Antje Schrupp, im Frausein einen Sinn zu finden, mein Bemühen als Mann und Vater gegenüber, den Sinn überkommener männlicher Selbstgewißheit nicht ungeprüft an meinen Sohn weiterzugeben.
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Vielleicht sollte man als Mann der Sinnsuche von Frauen nicht reflexartig eine eigene männliche Sinnsuche quasi als Bollwerk gegenüberstellen. Dass sich Männer die Sinnfrage gar nicht erst stellen, liegt nämlich womöglich einfach in der Tatsache begründet, dass sie ja sowieso schon seit Jahrhunderten ihren männlichen Sinn in der Gesellschaft eher mehr als weniger rücksichtslos durchzudrücken vermögen.
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das würde mich ebenfalls interessieren. (!)
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Mal ins Unreine: Je mehr dieses Thema von mir Besitz ergreifen will, desto intensiver spür ich Widerwillen.
Also wenns mir um mich geht in dem Sinn, dass ich frage: Wie bieg ich mich?, weiß ich dass ich an erster Stelle mich bemühe, menschlich zu handeln. Da lässt sich sehr sehr lange sehr ernsthaft drüber reden, den Blick nach vorn gewandt und ohne die Versäumnisse der Vergangenheit aufzurechnen. Und ich bin überzeugt: Je klarer dieses Thema konturiert ist, desto eher versinkt die so hoch gehandelte Frage, ob Weiblein oder Männlein, in den unergründlichen Tiefen des Ozeans, unwiederbringlich. Nein, ich will gar nichts vernebeln. Die unterschiedliche Besoldung ist inakzeptabel. Aber ich hab den Eindruck, in diesem Land wird stets sofort schwerstes Geschütz aufgefahren und nix andres wird erreicht, als dass sich die Fronten verhärten. Ja, richtig, lass mal abrüsten. Wie das geht? Äußerst schwierige Frage. Dein Sohn, Haydnplayer? Freu Dich, dass er gesund ist. Ein kluges Kind wird selbst entscheiden, was bekömmlich ist. |
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nachdem nun der ausgangstext um zwei links ergänzt wurde schlage ich vor, wir nehmen auch noch diesen
antjeschrupp.com/2010/03/05/drei-verbreitete-irrtumer-zum-feminismus/ hinzu und diskutieren nach der lektüre desselben weiter. im übrigen, denke ich, werden wir nicht um einen zentralen text des 'italienischen feminismus' herumkommen. diesen könnten wir über www.antjeschrupp.de/texte_von_luisa_muraro.htm und www.antjeschrupp.de/diotima.htm auffinden. so wir uns auf die suche machen. ich kann das erst mal nicht. hier ist nämlich nicht nur internationaler frauentag sondern auch mammes geburtstag angesagt. weshalb ich mal an dieser stelle sage: bis 120 mamme! |
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Wenn es den Damen gelänge, mir zu erklären, wie man persönliche Autorität aus der weiblichen Differenz schöpfen kann, ohne auf Repräsentanz zu setzen, würde ich gern bei 'Diotima' mitmachen, so viel Willen zur Macht habe auch ich mit der Muttermilch gesogen ;-).
TG |
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Die taz hat zum Frauentag übrigens eine Männerausgabe herausgebracht. Ich erstelle dazu später vielleicht mal einen eigenen Blogbeitrag mit Links.
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Liebe Tessa, das folgende Gedicht paßte leider nicht in die Tendenz meines Blogs. Vielleicht findet es in Deinem eine Würdigung:
"Mann sein Ein Mann besteht aus seinem Glied. Die übrigen Organe Sind – wenn man es genau besieht – Das grob Dazugetane. Defekte an den letzteren Sind einfach zu kurieren. Mein Leiter, den ich hier nicht nenn, der hat es an den Nieren. Das Leiden, das den Mann beschlich, verdirbt ihm keine Späße, mir wär so wohl wie ihm, falls ich an seiner Stelle säße. Mir liegen alle Freuden fern, ich habe nichts zu hoffen, mich hats am Leib- und Seelenkern durch Leichtsinn schwer getroffen. Sitzt einem Mann der Schaden dort, so ist der Mann vernichtet, er sucht sich einen stillen Ort, erhängt sich oder dichtet. Aus:Waldemar Dege:“Feuer in Kirschgärten“, Eulenspiegel Verlag Berlin |
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Ich freue mich, dass Antje Schrupp hier angekommen ist. Ich habe sie schon mal im Vorbereitungblog für den letzten Freitags-Salon verlinkt.
Seit Jahren kriege ich ihren Newsletter und finde sie absolut fundiert ohne Schaum vorm Mund und klug. Inzwischen klappen ja auch die Verlinkungen hier. |
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Antje Schrupp ist auch sehr aktiv auf Twitter und verbreitet dort kluge Ideen und interessante Links: twitter.com/antjeschrupp
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I woaß doch...:-))
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Ausgabe 07/12
16.02.2012
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