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Zusätzlich zu den immer neuen Meldungen über mißbräuchliche Ausnutzung von Macht und Autorität in katholischen Erziehungseinrichtungen haben wir es nun auch noch mit dem Mißbrauch eines weltweit anerkannten pädagogischen Reformmodells an der Odenwaldschule zu tun. Man muß nun wirklich kein Prophet mehr sein, um auch in diesem Skandalfall die Spitze des Eisbergs zu sehen, wenn nur genügend tief und landesweit sondiert wird.
Internate aller Art sind für sadistische und sexuelle Mißbrauchsformen anfällig – wer selbst ein paar Jahre in einem Internat verbracht hat, wundert sich über nichts, was jetzt scheibchenweise ins Bewußtsein der Öffentlichkeit dringt. Diese Diskussion ist längst überfällig und zielt auf einen grundsätzlichen Schwachpunkt im Verhältnis von Erwachsenen und Schutzbefohlenen: mangelhafte Selbstdisziplin der Erzieher trifft auf Unsicherheit und Schwäche der Schutzbefohlenen und schafft ein Abhängigkeitsverhältnis, das zum Verschweigen von Übergriffen durch beide Seiten tendiert.
Es ist zu begrüßen, dass sich jetzt endlich auch die Bildungsministerin zu Wort melden kann, seit nicht mehr nur die katholischen Internate im Brennpunkt stehen. Und ihre angekündigten Beratungen mit der Kultusministerkonferenz müssen neben der weiteren schonungslosen Aufklärung über Geschehenes vor allem auch die Entwicklung von verbesserten strukturellen Standards für alle Arten von Internaten zum Inhalt haben.
Es geht vor allem darum, innerhalb der schulischen Internate jedweder Konfession und Trägerschaft Bedingungen zu schaffen, die Schüler und Erzieher für die Gefahr von Übergriffen sensibilisiert und die dazugehörige Aufmerksamkeit zum selbstverständlichen Bestandteil der alltäglichen Diskussion zwischen den einzelnen Erziehern, zwischen den einzelnen Schülern, aber auch zwischen Schülern und Erziehern macht.
Das Problem mangelnder Reife und Selbstdisziplin bei Erziehern und Schülern läßt sich nicht durch staatliche Regelungen oder Lehrgänge aus der Welt schaffen. Aber die Institutionalisierung des nötigen Problembewußtseins in Hausordnungen, pädagogische Reformkonzepte und christliche Menschenbilder ist durchaus sinnvoll und offenbar auch überfällig.
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ich finde die überschrift unglücklich gewählt. wenn ich mich richtig erinnere, dann wurde 'kuschelpädagogik' als begriff von denen eingeführt und verwendet, die in erziehung die "notwendige Härte" etc. vermissten.
und wenn ich mich weiter richtig erinnere, dann gehörte zu dieser "notwendigen Härte" auch immer, dem gegenstand der erziehung die grenzen aufzuzeigen. auch und gern mal durch verächtlich-machung dessen sexueller regungen/strebungen/wünsche, kurzum dessen sexueller integrität. wenn ich mich noch weiter richtig erinnere, dann begann/beginnt das in familie&kindergarten und führt über die pfadfindergruppe, den sportverein, die schulen, die internate und das militär bis in die gefängnisse. in denen stört es uns nur noch wenn's tote gibt... bösartig gesagt, wäre pädagogik dann die lehre davon, wie menschen physisch und psychisch gesellschaftstauglich zugerichtet werden, ohne dass sie diese ein- und übergriffe bemerken. da könnten wir dann wieder von 'kuschelpädagogik' sprechen, wenn auch in einem etwas anderen sinne. zumal ja ab und zu garnicht so kuschelige rezepte abgefragt werden (herr doktor, wie gewöhne ich meinem kind bum-bum ab?) |
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der Begriff "kuschelpädagogik" ist mindestens in diesem Fall völlig abwegig. Und auch sonst haben die Personen, die ich um eine Definition dieses Begriffes gebeten habe, oft erhebliche Erklärungsschwierigkeiten.
Ja manchmal sind solche Eltern es, die gerade für ihre Kinder - ohne es zu bemerken - eine solche Pädagogik einfordern. |
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lieber haydnplayer, noch einmal nachgelegt zum thema missbrauch und gewalt in bildungsanstalten. aus gegebenem anlass.
das problem ist das alte: was war zuerst, das ei oder die henne? rahab hat schon dargelegt, wie weit die forschungen vorangetrieben werden müssten, um vielleicht einmal das ganze ausmaß der übergriffe zu erkennen. bildungs- und verwandte zwangsanstalten der gesellschaft sind das abbild eben derselben. es ist zu begrüßen, dass übel ans licht kommen. besser wärs, den ursachen auf die schliche zu kommen. und mit den strukturen hast du ja schon einen wichtigen hinweis gegeben, in welche richtung geforscht und verändert werden müsste, die gesellschaft und ihre kleinen abbilder. allerdings fängt das, wie rahab aufzählt, schon bei den familien an. und diese institution ist so heilig für staat und kirche wie die anderen einrichtungen von staat und kirche. und diese selbst. was bedeutet "strukturelle gewalt" bei johan galtung? vielleicht führt diese frage weiter. |
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schrieb am
07.03.2010 um 19:26
"besser wärs, den Ursachen auf die schliche zu kommen."
de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_P%C3%A4dagogik de.wikipedia.org/wiki/Alice_Miller de.wikipedia.org/wiki/Arno_Gruen Alice Miller - Du sollst nicht merken Arnoe Gruen - Der Verrat am Selbst Der Erwachsene, dem das Kindsein geraubt wurde, tendiert zur Versuchung sich mit dem Kind zu sexuell zu vereinen. In individuellen Variationen spielt dies eine große Rolle. Häufig spielt Machterleben und Kontrolle eigener Ängste durch die buchstäbliche Kontrolle des Kindes eine weitere Rolle. Sehr verbreitet ist auch, daß ehemals Opfer ihre eigenen Traumata an andere weitergeben und somit zu Tätern werden. Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Quintessenz dürfte sein, das die verbreiteten Schädigungen unserer Kinder in unserer Kultur durch "zurechtbiegen" auf die gesellschaftlichen Anforderungen zu eben jenen Traumen führt, die sich dem Kinde einbrennen und spätere Kompensationsmechanismen wie Pädophilie auslösen. |
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Nein, dass ist mitnichten Quintessenz.
Die sich dem Kinde einbrennenden Traumen resultieren nicht aus der Versuchung des (der Kindheit beraubten) Erwachsenen, der sich mit dem Kind sexuell vereinen will und auch nicht aus individuellen Varitationen des Ganzen. ... und es sind auch nicht Zurechtbiegeversuche unserer Gesellschaft, die sich Kindern einbrennen und dadurch eine Mitverantwortlichkeit für die Kompensation des Erwachsenen(Mannes)im Bereich Pädophilie auslösen. Nein, da gibts nichts Gemeinsames zwischen uns. |
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sorry, letzter kommentar ging an @töfftöff
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So sehr Initiativen aus dem Bildungsministerium zu begrüßen sind, von der initialen Initiative vom Leiter des Canisius-Kollegs, Pater Mertes, mal ganz abgesehen, so wenig sollte doch bitte vergessen werden, daß die meisten Kinder nicht in Internaten, sondern in sehr viel profanerem Umfeld, vor allem innerhalb ihrer Familien von sexualisierter Gewalt betroffen sind.
Jedes 3.-4. Mädchen und jeder 5.-7. Junge macht mindestens eine Erfahrung sexualisierter Gewalt vor dem 16. Lebensjahr. Bitte zählen Sie bei Ihrer nächsten Fahrt in der U-Bahn oder beim nächsten Gang durch eine Menschenmenge mal Kinder ab (ruhig auch Erwachsene, auch vergewaltigte Kinder werden dazu), um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, WIE brennend das Problem sexualisierte Gewalt MITTEN in der Gesellschaft ist. Jeder hier kennt Betroffene persönlich, jeder kennt auch Täter, es sind nur in 12-20% Prozent der Fälle Pädophile, sondern in 80-88% der Fälle ganz 'normale' Männer (sex. Gewalt durch Frauen gibt es auch, sie ist selten und meist komplexer, deswegen hier außen vor gelassen), die sich in ihrer Sexualität eigentlich an Erwachsene richten. Sehr viele Pädophile verhalten sich auch nie pädosexuell, dafür gebührt ihnen Respekt, mehr dazu im link 'Kein Täter werden'. Jeder sollte sich auch mal die Frage stellen, warum erwachsene Betroffene ihr Erleben meistens verschweigen. Die Antwort ist sehr einfach - Scham und Schande, ähnlich wie bei vergewaltigten Frauen, bleiben an den Betroffenen hängen - das gilt es dringend zu verändern! Es reicht bei weitem nicht aus, Internatsschüler mit dem 'nötigen Problembewußtseins in Hausordnungen, pädagogische Reformkonzepte und christliche Menschenbilder' zu versorgen, gefordert ist ein gesamtgesellschaftliches Umdenken. Die vielen betroffenen Internatsschüler machen aber deutlich, daß es sich bei sexualisierter Gewalt nicht um ein Unterschichtenproblem handelt. Mir wird bei der Artikelflut über sexualisierte Gewalt an Internaten allmählich ähnlich übel wie bei der Berichterstattung zu Amstetten - auch hier wird ein gesamtgesellschaftliches Problem schön weit weg verortet und damit die Möglichkeit geschaffen, die Gewalt im nächsten Umfeld weiterhin zu übersehen. Es kann so auch weiterhin mit geschwollenem Schritt und voyeuristischem Blick in die Ferne geglotzt werden (siehe oben, warum die Betroffenen meist schweigen). Mir wird auch übel bei Formulierungen wie 'schonungsloser Aufklärung' - würden bitte alle mal realisieren, daß auch die Betroffenen eine Intimsphäre haben, die man nicht für das frisch entdeckte Straf- und Gerechtigkeitsbedürfnis einer Öffentlichkeit zu penetrieren hat? Das wäre nämlich weiterer Mißbrauch. Es sollte bitte ebenso realisiert werden, daß sehr viele Betroffene ein Trauma erlitten haben, das dem von Folteropfern vergleichbar sein kann und für dessen Bearbeitung geschützte Räume nötig sind. Bei sehr vielen Betroffenen ist eine Bearbeitung erst nach vielen Jahren möglich. Hilfreich ist hier neben Psycho- und Körpertherapie gezielte Anti-Traumabehandlung wie EMDR. Ausdrücklich zu warnen ist vor faschistoidem Humbug wie der Familienaufstellung nach Bert Hellinger. Es ist sehr wichtig, daß sich Betroffene professionelle Hilfe suchen, da andernfalls die Gefahr besteht, die erlebte Gewalt an Kinder weiter zu geben, in sehr vielen Fällen werden frühere Opfer zu Tätern. Zur Prävention sexualisierter Gewalt gibt es eigentlich nur einen Weg, nämlich Kinder zu stärken. Kindern zu vermitteln, daß sie 'nein' sagen dürfen und sollen. Kindern die Souveränität über ihre Person zu vermitteln, über Körper, Seele und Geist. Kindern zu glauben, wenn sie von ihnen unangenehmen Erlebnissen sprechen, sexualisierte Gewalt heißt nicht zwingend Vergewaltigung. Aufmerksam zu werden, wenn Kinder auf einmal dick, dünn, schlecht in der Schule, einsam, sonderbar und merkwürdig werden. In diesem Fall Kindern Notrufnummern (0800 / 111 0 333 oder 116111) anzubieten, niemals selbst irgendwelche Befragungen durchzuführen, sondern professionelle Hilfe zu vermitteln. Hier gibt's Basisinformation zu sexualisierter Gewalt: praevention.org/index.php/fachinformationen/sexuelle-gewalt/basiswissen/opfer/ Hier Hilfe für potentielle Täter: www.kein-taeter-werden.de/start2.php Hier kann man die Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof gegen die Ablehnung der Petition ‘Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch im Zivilrecht aufheben’ durch den Deutschen Bundestag von Norbert Denef unterschreiben: norbert.denef.com/ Und hier ganz still mitlesen, wie die Betroffenen des Canisius-Kollegs sich geäußert haben: www.spreeblick.com/2010/01/28/sexueller-missbrauch-am-canisius-kolleg-berlin/ Lieber haydnplayer - die Einwände gehen nicht allein an Sie und ich hoffe sehr, Sie nehmen mir die nicht übel. Sie bleiben aber auch viel zu sehr an der Oberfläche und den aktuellen Enthüllungen. Und das verfehlt das bittere Thema sexualisierte Gewalt um Längen. |
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Ich glaube nicht, daß sadistische und/oder sexuelle Gewalt vor allem in Internatsstrukturen zu finden ist. Vielmehr entsteht diese im völlig verkrampften und tabuisierten Umgang mit Sex, der in der katholischen Kirche als Mittel zur Unterdrückung seit Jahrtausenden praktiziert wird. Die Internatsfrage war früher vor allem eine Klosterfrage... hat sich nur verlagert.
Generell ist Mißbrauch (von Kindern) überall zu finden... leider ist es fast unmöglich, ihn wirkungsvoll zu bekämpfen. Da gibt es zwar immer mehr Pädagog(inn)en/Erzieher(innen)/Lehrer(innen)/Ärzt(innen) die, einmal sensibilisiert in der Früherkennung, die Opfer identifizieren. ... In der Praxis treffen sie leider allzu häufig auf ein Umfeld in Jugendämtern und Gerichten, die es den Täter(innen) viel zu leicht machen, mitsamt den mißbrauchten Kindern zu verschwinden. Jedes 10. Mädchen wird sexuell mißbraucht (so berichtet der Wildwasser e.V. in Stuttgart). Vergleicht man das mit den "erwischten" oder gar verurteilten Täter(innen), so tut sich ein großes schwarzes Loch auf, das nur manchmal ein Lichtlein zulässt. |
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Bei aller inhaltlicher Zustimmung @Hermanitou, ist mir nicht klar, was Frau Müller-Trimbusch in die Prävalenzstudie von 2004 zur Gewalt gegen Frauen hineingelesen hat - es wird dort nach Gewalt NACH dem 16. Lebensjahr gefragt:
www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Lebenssituation-Sicherheit-und-Gesundheit-von-Frauen-in-Deutschland,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf Falls der link zu lang ist: tinyurl.com/y8rz742 Und hier Wildwasser Stuttgart inklusive der einleitung von Frau Müller-Trimbusch: www.wildwasser-stuttgart.de/aktuell/WW_FV_Image.pdf Erlauben Sie mir noch eine etwas pissige Anmerkung, ohne Ihnen persönlich irgendwie zu nahe treten zu wollen - 'Mißbrauch' ist Tätersprache - sexueller Mißbrauch impliziert sexuellen Gebrauch von Kindern. Was ich nicht verstehe: worauf wollen Sie mit Ihrer Aussage '...den Täter(innen) viel zu leicht machen, mitsamt den mißbrauchten Kindern zu verschwinden' eigentlich hinaus? |
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@dame.von.welt:
Den Täter(innen) gelingt es immer wieder, Stadtteil oder Gemeinde zu wechseln.- Wird der Boden zu heiß, durchbricht man dadurch sowohl Aufklärung wie auch kontinuierliche Arbeit mit v.a. Opfern, aber auch Tätern. Viele Täter(innen) sind oft selbst Opfer(gewesen). Über Wörter wie Mißbrauch läßt sich trefflich streiten - da haben Sie sicher recht, meine liebe Dame-von-Welt :-) |
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Ihnen, mein lieber Hermanitou, ist aber schon klar, daß die ganz große Mehrzahl der Täter m/w eben Täter, männlich sind? Es gibt sexualisierte Gewalt durch Frauen, aber in sehr viel weniger Fällen und eher in Bereichen wie zum Beispiel einer Überbetonung von 'Körperpflege', dem Schlafen im gleichen Bett, meist mit einer Verschiebung hin zu psychischer Gewalt. Eher nicht in Form der Vergewaltigung von Kindern, sondern sehr viel komplexer.
Ein typisches Verhalten von als Kind mißbrauchten Frauen ist, daß sie sich oft das gleiche Modell Mann suchen, sexualisierte Gewalt bei ihren Kindern übersehen, ihre Kinder nicht schützen. Über den Begriff 'Mißbrauch' streite ich nicht, noch nicht mal trefflich, sondern lehne ihn ab. Und stelle Ihnen die Frage nochmal - was möchten Sie aussagen mit Ihrer Betonung auf die -innen? Und wie kommt die von Ihnen zitierte Frau Müller-Trimbusch zu ihren merkwürdig niedrigen Zahlen? |
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Meine liebe Dame-von-Welt,
zu den Zahlen müssten Sie wirklich die Frau Müller-Trimbusch fragen. "Ein typisches Verhalten von als Kind mißbrauchten Frauen ist, daß sie sich oft das gleiche Modell Mann suchen, sexualisierte Gewalt bei ihren Kindern übersehen, ihre Kinder nicht schützen." Da haben Sie ja sehr genau die Täterinnen/vormals Opfer beschrieben, ohne die die ohne Zweifel übergroße Mehrzahl männlicher Täter es (zumindest) sehr viel schwerer hätten. In meiner beruflichen Praxis habe ich diese Konstellation schon häufiger erlebt... Generell (stellen wir mal sexuelle Gewalt hintenan) erleben wir im Übrigen eine zunehmende Annäherung des Mädchen/Jungenverhaltens, was Gewalt/Mobbing u.a.m. an den Schulen und drumherum betrifft. |
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@dame.von.welt
"Erlauben Sie mir noch eine etwas pissige Anmerkung, ohne Ihnen persönlich irgendwie zu nahe treten zu wollen - "Mißbrauch' ist Tätersprache - sexueller Mißbrauch impliziert sexuellen Gebrauch von Kindern." "Über den Begriff 'Mißbrauch' streite ich nicht, noch nicht mal trefflich, sondern lehne ihn ab." Vielen Dank für diese Zeilen zum vielerorts fälschlicherweise benutzten Begriff des "Sexuellen Mißbrauchs". Es ist ja nicht nur so, daß es sich hierbei um Tätersprache handelt, abgelenkt wird auch von dem Umstand, daß es aktuell und wieder mal in erster Linie um Gewalt in ungleichgewichtigen Beziehungen geht, die sich u.a. durch sexuelle Übergriffe zeigt. Wenn ich heute Zeitung lese, ins Netz gucke oder Radio höre, könnte ich verzweifeln. Es ist, als hätte es nie einen Diskurs hierzu gegeben. |
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@haydnplayer
"..haben wir es nun auch noch mit dem Mißbrauch eines weltweit anerkannten pädagogischen Reformmodells an der Odenwaldschule zu tun. Man muß nun wirklich kein Prophet mehr sein, um auch in diesem Skandalfall die Spitze des Eisbergs zu sehen, wenn nur genügend tief und landesweit sondiert wird. ..." Der Missbrauch ist schon seit über 20 Jahren bekannt und es wurde auch von Opferseite ein Verfahren gegen den Täter angestrengt. Dies wurde aber wegen Verjährung nieder geschlagen. Der Täter wurde damals entlassen und von allen Ämtern beurlaubt. Es hat auch damals und zwischenzeitlich den ernsthaften Versuch der Schulleitung einer Aufarbeitung der Taten gegeben, die der Schule zur Kenntnis gebracht wurden. |
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Laut DLF-Nachrichten 7.3.2010 19h ist wohl doch mehr passiert, als bisher der Schulleitung der Odenwaldschule bekannt war.
Warum dies gerade zum Zeitpunkt des 100jährigen Bestehens auftaucht, erschließt sich mir noch nicht wirklich. |
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zwei dinge noch.
das eine: der 'mißbrauch' wird nicht erst jetzt bekannt. der wurde nicht mal bereits vor 20 jahren bekannt. er war bekannt, von anfang an. am letzten sonntag erzählte mir ein ehemaliger schüler (frühe siebziger jahre) der odenwaldschule davon. fast anlaßlos, bei einer geburtstagsfete, er kam über den "Seewolf" drauf. und so wie er es erzählte war klar, dass alle es wußten. zumindest alle schüler - und schülerinnen. das andere: ich finde auch diesen satz "(...)haben wir es nun auch noch mit dem Mißbrauch eines weltweit anerkannten pädagogischen Reformmodells an der Odenwaldschule zu tun." ausgesprochen mißverständlich. denn wenn ich es richtig sehe, wurde nicht das reformmodell 'mißbraucht', sondern schüler_innen waren gezwungen, sexuelle übergriffe hinzunehmen. |
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ergänzend zu meiner 2.anmerkung dieses:
www.odenwald-geschichten.de/?cat=66 bemerkenswert finde ich im übrigen, dass bislang fast völlig unterging, dass unter den betroffenen schüler_innen schülerinnen waren. nicht wenige, wie im darmstädter echo zu lesen war. (auch davon hatte der mir bekannte ehemalige schüler berichtet.) |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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