Es wäre wünschenswert, wenn sich die prominenteste Kritikerin des deutschen Afghanistanengagements auch weiterhin mit ganzer Kraft in dieser Sache einsetzen könnte. Ihr Rücktritt oder ein längeres Ruhen ihrer Amtsausübung wäre deshalb das falsche Signal.
Andererseits genügt für ihre weitere innerkirchliche Autorität kein flottes Bedauern der Verfehlung, auch nicht allein die willige Hinnahme der unausweichlichen juristischen Sanktionen. Hier wäre eine zeitweilige Selbstversetzung in ein abgelegenes Gebirgsdorf - ähnlich wie von Don Camillo, als der zu sehr mit geschwungenen Bänken ins politische Geschehen der Poebene eingriff – das richtige Signal.
Abgelegene Gebirgsdörfer gibt es bei uns nicht so zahlreich wie in den Abruzzen. Aber es gibt die Hahnenhäuser unterhalb von Schnarrtanne im Vogtland, sehr abgelegen und für eine besinnliche Klausur und ausgedehnte Wanderungen im Kuhbergswald gut geeignet. Mit dem Phaeton käme man bis zu den Hahnenhäusern nur mühsam durch. Die politische Debatte ließe sich aber auch von hieraus engagiert mitgestalten.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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