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Strahlend blauer Himmel, freie Sicht - aber: Kein Flugwetter. Warum sehen wir klar, während die Piloten Landurlaub haben? Der Schweinegrippe-Virus hat zugeschlagen und eine Monster-Aschewolke produziert.
Seit dem Ausbruch des Vulkans “Eyjafjalla” am vergangenen Mittwoch auf Island hat sich die Lage in Europa immer mehr zugespitzt. Dabei ist nichts neu, sondern alles wie gehabt.
Waldsterben, Ozonloch, Vogelgrippe, CO2 Panik, Schweinegrippe... jetzt die gefährlichen Aschewolken, die man in fast 3000 km Entfernung zwar nicht sehen kann, die aber selbstverständlich sehr gefährlich sind.
Dazu braucht es:
Eine Ansammlung von Bürokraten, Medien mit inkompetenten Journalisten die nur voneinander abschreiben und Konsumenten, die sich gerne lustvoll fürchten.
Niemals hat es weltweit ein Problem gegeben, nachdem ein Flugzeug durch eine visuell nicht erkennbare Aschewolke, die tausende Kilometer vom Entstehungsort entfernt war, geflogen ist. Wie gering die Konzentration der Aschewolke sein muss, sieht man daran, dass man sie nicht einmal sehen kann, aber die Leute fürchten sich eben gerne grundlos.
Die Monsterwolke treibt in ca. 8,000 - 10,000 Meter Höhe - das ist die normale Höhe der Flugbewegungen. Drängt sich die Frage auf, warum die Flugzeuge nicht
auf 6000m Höhe fliegen? In Europa gibt es kein einzigen Berg dieser Höhe.
Begründet wird dies im Übrigen mit zu hoher Lärmbelästigung und zu hohem Treibstoffverbrauch - als ob Lärmbelästigung schon mal irgendwen davon abgehalten hätte, immer noch mehr Startbahnen zu bauen und die Leute zu vertreiben.
Die Entwicklung zur Vollkaskogesellschaft mit Unterstützung der EU Bürokratie (sogar Ipods müssen in Europa zu unserem Wohl leiser sein als anderwo) mit Unterstützung der Medien führt zu völlig überzogenen Szenarien wie wir sie jetzt wieder erleben. Fernab von jedem Sachargument -
- Oder haben Sie schon irgendwo Messdaten gefunden?
- Oder die Grenzwerte der Flugzeughersteller?
Was die Medien betrifft:
Klar verkauft sich die Schlagzeile "tödliche Aschewolke nähert sich Europa" besser als eine kleine Erwähnung eines Vulkanausbruches weiter hinten. Aber muss man wirklich mitspielen oder sollte man nicht kritisch bleiben?
P.S.
Möglicherweise handelt es sich - jenseits der üblichen Panikmache - ja um ein geheimes Konjunkturprogramm der regierenden FDP zur Stärkung der Taxi-Innung und des Mietwagengewerbes - alles schon gehabt, man erinnere sich an die Förderung der Hoteliers.
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Ich neige dazu, das Problem diesmal, im Gegensatz zur Schweinegrippe, nicht für pure Hysterie zu halten. Im Gegensatz zu dem von dir Geschriebenen gab es Fälle, wo es recht haarig wurde:
""Es ist wirklich erstaunlich, dass es noch keinen Flugzeugabsturz durch Vulkanasche gegeben hat", sagt Robert Machiol, früher oberster Wissenschaftler bei der US-Luftfahrtbehörde FAA. "Ich rechne damit nämlich jederzeit." Dabei gibt es gleich mehrere Arten von Problemen, die auftreten können. Das erste ist rein physikalischer Natur: Kerosin-Triebwerke brauchen zur Verbrennung des Treibstoffs Sauerstoff. In Wolken aus Vulkanasche ist der Anteil an Sauerstoff jedoch nur sehr gering, wodurch es zu Verbrennungsproblemen kommt – die Triebwerke gehen einfach aus. Dies geschah 1982 über dem Indischen Ozean, 1989 hatte eine Boing 747 der niederländischen Fluggesellschaft KLM ähnliche Probleme. Erst in 3600 Metern Höhe konnte die Crew ihre Triebwerke wieder starten. In beiden Fällen blieb die Katastrophe aus. Doch das war Glück. Denn anders als Sand besteht Asche aus Silikon – und schmilzt schon bei deutlich niedrigeren Temperaturen als den 1200 Grad Celsius, die in Flugzeugturbinen entstehen. So legt sich eine glasartige Schicht auf Turbinenblätter und -Wände im Triebwerk, wodurch der Luftstrom unterbrochen wird: Die Triebwerke bleiben stehen. In jedem der vier KLM-Triebwerke wurden hinterher etwa 80 Kilogramm Aschereste gefunden. Die Turbinen mussten komplett ausgetauscht werden, der Schaden belief sich auf gut 60 Millionen Euro. "Schon wegen der Kosten vermeiden die Fluglinien Aschewolken unter allen Umständen", berichtet Kjetil Toerseth, Direktor für regionale und globale Verschmutzung am Norwegian Institute for Air Research." nachrichten.rp-online.de/politik/asche-zerstoert-triebwerke-1.72552 Zudem könnte man sich fragen, qui bono? Bei der Schweinegrippe war klar, dass die Aufregung der Pharmaindustrie fette Rabatte bescherte. Hier, trotz deines Verdachts auf Taxi-, Mietwagen und Hotelgewerbe, sehe ich viel eher, dass es bei den Airlines massive Verluste geben wird. Nette Satire - aber ich bin diesmal anderer Meinung. |
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Hallo Alien,
qui bono? Das ist sicher schwieriger als bei der Schweinegrippe zu beantworten. Deshalb auch Satire. Und ich danke Dir sehr für Deine fundierte Antwort. Trotzdem neige ich dazu, das Ganze erneut als Fake zu betrachten, denn unbestritten läßts sichs (so auch Verkehrsminister Ramsauer gestern abend im Deutschlandfunk) in einer Höhe bis 6000 m fliegen, gestern abend sind zudem 10 Lufthansa-Jets (ohne Passagiere) von München nach Frankfurt geflogen und ein vollbesetzter Jet flog vom Ural bis Wien. Beste Grüße Hermanitou |
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Hallo Hermanitou,
in diesem Fall finde ich die Entscheidung, europaweit die Flughäfen zu "schließen" und eben nicht das Risiko einzugehen, Asche in die Triebwerke zu bekommen oder mit schlechten Sichtverhältnissen zu kämpfen, richtig vernünftig. Ich selber würde momentan auch lieber nicht fliegen wollen. Sicher, für Betroffene, die seit Tagen auf den Flughäfen warten müssen, ist das nicht angenehm, aber ich habe den Eindruck, die Leute können damit umgehen. Und sollte es wirklich ein gigantisches Konjunkturprogramm für die Hotellerie sein, wärs geschickt eingefädelt. Wenn schon, vermute ich eher, dass man die Streikabsichten der Pilotenvereinigung durchkreuzen wollte, denn durch die Aschewolke wurde ihr Streik überflüssig und zur Nebensache. Die können nun froh sein, wenn sie überhaupt mal wieder fliegen d ü r f e n ! ; ) |
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Hallo Lee,
schlechte Sichtweise kanns ja wohl nicht sein. Ich habe gestern im Garten einen Sonnenbrand bekommen. Da war kein Äschchen am Himmel. Ohne mich wiederholen zu wollen: Dies gleichgeschaltete Geschreibsel von BILD (Monsterwolke) bis zu "normalen" Zeitungen macht mich wie immer misstrauisch. Wems nun wirklich nützt, weiß ich im Moment jedenfalls auch (noch) nicht. |
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Wie ich hörte, gibt es einige Leute, die "wichtige" Termine absagen "müssen", zum Beispiel den Besuch bei Lech Kachinskys Beerdigung, eine Jurorin konnte nicht zu DSDS aus Australien anreisen und es gibt sicher haufenweise Geschäftsleute und hohe Verantwortliche, die nun ganz legitim lästige Verabredungen und Verpflichtungen sausen lassen können.
Meinst du das Argument eigentlich ernst, dass kein "Äschchen am Himmel" zu sehen ist. Klar, ich sehe von hier aus auch nichts. Aber die Partikel befinden sich in großer Höhe und werden durch den Wind in nicht hundertprozentig vorhersehbarer Weise weitertransportiert. Vermutlich profitieren auch Versicherungen von Airlines, die bestimmt keine Lust haben, für irgendwelche Schäden an den Flugzeugen (oder Passagieren) aufzukommen. Ich habe - wie du - auch bisher keine Angst vor der Asche und bin noch nicht (!) hysterisch, aber ich sehe auch keinen Grund für dein Misstrauen - außer gegenüber den ewig gleichlautenden Pressemitteilungen, okay. Schönen Sonntag noch, LG Lee. |
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Dubios ,rätselhaft und bisher unerklärlich kommt's mir auch vor.
Im Vergleich zum Ausbruch des Mount St. Helens: tinyurl.com/2lfwfy ist das wohl eher einem feuchten Furz vergleichbar. Ich kann mich nicht entsinnen, dass damals groß von Störungen des Flugverkehrs die Rede war. Vielleicht gibt's bald Aufklärung von kompetenter Seite. Also nicht von mir. |
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Der Mount St.Helens war mir auch noch als ECHTE Katastrophe in Erinnerung.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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