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So, jetzt reicht es, Du minderwertiges Industrie-Produkt. Das war ja jetzt wohl der kapitale Durchhänger. Fällst einfach mitten in der Fahrt aus – und natürlich mitten in der Nacht. So konnte ich Dich „Pseudo“-Dynamo nicht mal reparieren oder ersetzen sondern musste ohne Licht durch die Stadt radeln. Grrrr! Aber das war's, Du und Deine ganze Produktkategorie-Bagage „Außendynamo“, ihr seid raus. Für immer!
Klar, Du warst preiswert, wie Du da im Kaufhaus-Regal gehangen hast. Und neben Dir die Packung mit den zwei Ersatz-Gummiringen, weil das ja nun mal ein Verschleiss-Teil bei Euch „Außendynamos“ ist. Also habe ich euch im „Bundle“ gekauft.
Dann habe ich Dich angebaut. Und mich schon beim montieren über diese dämliche Kabelklemme geärgert. Weil diese frickelig, störrisch und nur mit Werkzeug, aber nicht unterwegs zu handhaben war. Prompt rutschte irgendwann unterwegs auch das Kabel aus der Klemme. Ich musste unter derben Flüchen eine halbe Stunde des Nachts rumpfriemeln, bis ich das Kabel wieder fixiert hatte und Du die – durch mich erzeugte! – Energie wieder ordentlich an die Lampen übertragen konntest.
Aber das klappte auch nur, weil es nicht geregnet hatte. Und die Strassen nicht nass waren. Denn schon bei geringen Feuchtigkeiten auf dem Mantel und auf diesem, Deinem „Gummiring“, da versagtest Du die Kraftübertragung. Du bist dann mehr über den Reifen geschlittert als alles andere – und ich konnte mich mit den von Dir gelieferten Kriechströmen durch's Dunkle funzeln. Na, toll! Bei Schneematsch und Schnee dasselbe Spiel. Du zickige Mimose!
Überhaupt dieser „Gummiring“. Aus was für einem Gebrösel ist denn der gerührt worden? Kaum neu aufgezogen war jedes Exemplar schneller runtergeschmirgelt als ein Stück Parmesan beim Italiener, alle paar Wochen musste ein Ersatzring rauf. So ein erbärmlicher Tinnef!
Gestern dann Dein totaler Blackout. Wahrscheinlich ist Dein kalt gelötetes Innenleben, als ich zu meinem ersten trockenen Ampelspurt ansetzte, einfach widerstandslos durchgeglüht. Mann-oh-Mann, wie armselig war das denn?!
Jetzt bist Du kaputt (oder stellst Du Dich nur tot?) – aber Du bist mir auch egal.
Du, und Deine Konstruktion: Gummi-Ringe, pah! Altmodisch, altmodisch, altmodisch! Und umweltfeindlich!!
Schluss jetzt: Heute noch besorge ich mir einen Deiner Nachkommen, einen Nabendynamo. Dem ist Witterung egal und der macht auch nicht so einen mörderischen Krach wie Dein Generator-Gebrumme.
Und Du kommst zum Recycling – falls die Dich da überhaupt nehmen, Du Grauen aus Plaste und Weissblech.
Hasta la vista, Baby!
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Hasta la vista, Außen-Dynamo! So, jetzt reicht es, Du minderwertiges Industrie-Produkt. Das war ja jetzt wohl der kapitale Durchhänger.
Oh, dachte ich, schon wieder jemand, der über Herrn Westerwelle schimpft. Ich hatte mich aber geirrt. Ciao Wolfram |
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Hohoho, sehr gut.
Vielleicht steckt in mir ein genialer subtiler Kommentator der politischen Unverhältnisse, ohne dass ich es bisher wusste. Etwa so wie bei „Mr.Chance“, dem von Peter Sellers wunderbar gespielten Politker-Gärtner. Dessen floristische Erklärungen wurden um ihn herum so lange als Politosophie missverstanden, bis er damit sogar als Präsident reüssierte (oder zumindest Präsidentschaftskandidat, ich weiss nicht mehr genau). Grosser Film. Insofern werde ich mal in mich, oder besser noch: in den Fahrradkeller gehen und Inspirationen sammeln. Führende Mutter locker im Steuerkopf (!), fest sitzende Schalt-Hebel bei der Drei-Parteien-Koali..., äh, Drei-Gang-Schaltung, ... OK, OK, ich werde da mal dran herum schrauben ... |
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@hest
Vielleicht steckt in mir ein genialer subtiler Kommentator der politischen Unverhältnisse, ohne dass ich es bisher wusste. Etwa so wie bei „Mr.Chance“, dem von Peter Sellers wunderbar gespielten Politker-Gärtner. Beim "Freitag" sollte man ja mit Wörtern wie "Politiker-Gärtner" vorsichtig sein. Dessen floristische Erklärungen wurden um ihn herum so lange als Politosophie missverstanden, bis er damit sogar als Präsident reüssierte (oder zumindest Präsidentschaftskandidat, ich weiss nicht mehr genau). Grosser Film. Zustimmung. Ich warne allerdings vor dem sog. "Roman", nach dem der Film gedreht wurde. Er ist nichts weiteres als das Treatment für den Film, sehr dürr. Insofern werde ich mal in mich, oder besser noch: in den Fahrradkeller gehen und Inspirationen sammeln. Mach das. Und laß dich von der Radosophie von Cornelis de Jager inspirieren: www.youtube.com/watch?v=avns3srFidI www.youtube.com/watch?v=VsXZA9rPpm4 Ciao Wolfram |
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Na, was „Radosophie“ betrifft (Danke für den Lesch-Link), da habe ich doch auch noch einen:
In seinem lesenswerten Radsport-Roman „Das Rennen“ gelingen dem Autoren Tim Krabbé einige bemerkenswert lebensnahe, sozusagen „radosophische“ Bonmots. Das hier gefiel mir persönlich besonders: „Ich habe zu spät mit diesem Sport angefangen. Meine Muskeln haben sich noch meinem Rad fügen können, die fanden es gerade schön. Muskeln sind gesellige Wesen, schnell dressierbar. Aber Abfahren ist eine Nervensache und meine Nerven haben von Anfang an gedacht: Rutsch uns den Buckel runter mit deinem Radsport.“ |
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Außen-Dynamo hat Wirkkraft wie Dresdens Dynamo: Dritte Liga, weit unten. Besonders im Winter. Licht aus!
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lieber hest,
amüsier, schmunzel, lauthalslachen, wiedererkannt! du kannst so treffend beschreiben, was sicherlich viele kennen... dein dialog mit deinem ex-dynamo ist einfach herrlich - danke für die freudentränen! Aber wieso ist dein dynamo eigentlich weiblich? |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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