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Oder: Warum das Bündnis der Menschlichkeit die nächste Wahl gewinnen wird.
„Ich habe einen Traum.“ – Das waren die Worte Martin Luther Kings in seiner Rede am 28. August 1963. Sie sprachen zu unzähligen Herzen – und sie veränderten die Welt.
Fünfzig Jahre danach wird bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag ein politisches Bündnis gewinnen, dessen Mitglieder ebenfalls einen „Traum“ haben werden und das für die tiefste Sehnsucht des Menschen eintreten wird:
Die Sehnsucht, in einer menschlichen Welt wahrhaft Mensch unter Menschen sein zu dürfen.
Schon der Name dieses Bündnisses wird diese Sehnsucht widerspiegeln:
Bündnis der Menschlichkeit
Es wird ein Bündnis sein, das geradezu den Gegensatz zu einer „Partei“ bildet. Bis heute nämlich haben Parteien (lat. pars, der Teil) immer wieder Partikularinteressen vertreten, Teil-Interessen, die niemals das voll Menschliche umfassten.
Die tiefste Sehnsucht des Menschen wird immer wieder überdeckt. Abstrakte Debatten, Oberflächlichkeit und schlimme Phrasen; Fraktionszwang, Pragmatismus und tiefe Unehrlichkeit herrschen – und ersticken jede Wahrhaftigkeit, ja lassen eine solche geradezu lächerlich erscheinen.
Dem neuen Bündnis wird es gerade um die volle Wahrhaftigkeit gehen. Seine Mitglieder werden ganz aus sich heraus sprechen – nicht die Phrase wird aus ihnen sprechen, sondern die volle Menschlichkeit. Und um die Menschlichkeit wird es gehen. Nicht um abstrakte Programme, sondern um reale Wirklichkeiten.
Eine menschliche Welt ist die tiefste Sehnsucht des Menschen. Sie würde all das wahrmachen und vereinen, wofür einzelne Parteien dem Namen nach eintreten, jedoch sehr einseitig und vor allem tief unwahrhaftig. Eine menschliche Welt ist wahrhaft sozial und wahrhaft liberal. Und sie ist zugleich wahrhaft christlich.
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Von Rosa Luxemburg stammen die wunderbaren Worte:
Freiheit ohne Gleichheit ist Ausbeutung,
Gleichheit ohne Freiheit ist Unterdrückung.
Bis heute hat die Welt zu ihrer wahren Menschlichkeit noch nicht gefunden. Im „real existierenden Sozialismus“ herrschte die Unterdrückung. Im real existierenden Kapitalismus herrscht die Ausbeutung.
Durch die Ereignisse von 1989 scheint die „Marktwirtschaft“ als beste und einzige Alternative übriggeblieben zu sein. Doch alle Versuche, sie mit dem Wort „sozial“ zu umkleiden, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer zutiefst ungleichen Gesellschaft leben. Und die Un-menschlichkeit, das Nicht-Menschliche der Verhältnisse nimmt immer weiter zu.
Um zum Erleben der Realitäten zu kommen, wollte man eigentlich täglich eine neue Sprache erfinden, denn die existierende Sprache ist gelähmt durch zahllose Phrasen und besetzte Worte. Und bis heute geraten alle sozialen und zivilgesellschaftlichen Bewegungen, die nach Alternativen zum real existierenden System suchen, immer wieder in einen unseligen Begründungszwang:
Hinterfragt ihr unsere soziale Marktwirtschaft? Wollt ihr etwa Sozialismus und Unterdrückung? Seid ihr also gar Feinde der Demokratie?
Die heutige „Marktwirtschaft“ und ihre Vertreter haben eine solche Macht gewonnen, dass man all dieser Dinge verdächtig(t) wird, sobald man nur Fragen stellt! Gerade die Anhänger eines auf rücksichtslosem Konkurrenzkampf basierenden Systems, genannt „Marktwirtschaft“, reagieren auf vollkommen berechtigte Fragen und Kritik oft hochideologisch und nicht anders als in einer geistigen Diktatur.
In dieser geistigen Situation der Gegenwart liegt eine ungeheure Tragik. Denn in Wirklichkeit liegt die „Beweislast“ längst auf der anderen Seite! Nein, nicht einmal Beweislast – denn wir alle wissen, dass unsere Welt noch nicht menschlich ist, dass sie aber immer unmenschlicher wird.
Doch allein schon in Bezug auf das zur Phrase gewordene Wort „sozial“ stellt sich heute brennend die Frage, was sozial daran sein soll, wenn Ungleichheit und Armut zunehmen; wenn unverschuldete Arbeitslosigkeit existiert und zunimmt; wenn arbeitslose Menschen zu jeder Arbeit und „Maßnahme“ (was für ein Wort!) gezwungen werden können.
Wer diese und viele weitere Realitäten und ihre Ursachen hinterfragt, ist kein undemokratischer Kommunist, sondern ein Mensch.
So viele Menschen empfinden heute ganz real die zwischenmenschliche Not – und immer mehr leben ganz real auch in physischer Not. Wenn wir uns jemals mit den Lebensumständen von Hartz-IV-Empfängern, „Ein-Euro-Jobbern“ oder Menschen in prekären Lohn- und Arbeitsverhältnissen („Working Poor“ u.a.) abfinden würden, würden wir unser eigenes Menschsein vergessen.
Wir leben in einer Welt des Wohlstandes, wir arbeiten, und der Wohlstand wächst noch immer – aber er wächst längst nicht mehr für alle, und für viele nimmt er sogar ab. Wir leben in einem System, das den gemeinsam erarbeiteten Wohlstand nicht gerecht zu verteilen vermag. Und wir leben in einem System, das Opfer hat – in steigender Anzahl.
Die Ungerechtigkeit und das Unsoziale sind kennzeichnend für unsere heutige Realität.
Welch ein Frevel wird heute mit dem wunderbaren Begriff „sozial“ getrieben! Das wahrhaft Soziale ist doch unendlich viel mehr als bloße Gerechtigkeit. Wie kann dann etwas „sozial“ genannt werden – sogar ein ganzes System! –, wenn noch nicht einmal gerechte Verhältnisse herrschen?
Besinnen wir uns doch einmal darauf, dass unser Wohlstand gemeinsam erarbeitet wird! Vielen Menschen wird aber ihr gerechter Anteil genommen, so dass sie gerade einmal nicht verhungern (Niedriglöhne). Andere werden an der Arbeit gehindert (Entlassungen). Und die unverschuldet arbeitslos gewordenen Menschen werden dann wiederum zu jeder beliebigen Arbeit gezwungen.
Unsere heutige Realität ist nicht sozial, sie ist nicht brüderlich, sie ist nicht christlich, denn sie ist nicht menschlich.
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Wir alle wissen, wie eine wahrhaft menschliche Welt aussehen müsste. Denn wir alle sind Menschen und tragen tief in uns die eine Sehnsucht:
In einer menschlichen Welt wahrhaft Mensch unter Menschen sein zu dürfen.
Und worauf es ankommt, ist, sich dies bewusst zu machen!
Worauf es ankommt, ist, dass wir uns dieser tiefsten Sehnsucht wirklich bewusst werden. Und dies heißt auch, sich bewusst zu werden, dass es die tiefste Sehnsucht ist. Zu einem starken, unerschütterlichen Erleben muss dies werden. Denn die Gefahr ist, dass wir unsere eigenste Sehnsucht nach Menschlichkeit nicht ernst nehmen werden – weil unzählige Vorstellungen und Urteile sie widerlegen oder lächerlich erscheinen lassen wollen.
Wir müssen diese tiefste Sehnsucht verteidigen – gegen alles, was von außen anstürmt, und sogar gegen uns selbst; gegen unsere eigenen Zweifel, Schwächen... Um wahrhaft Mensch zu sein, muss man innerlich stark werden. Die heutige Welt will keine Menschen. Sie will schwache Geschöpfe, die vorgegebenen Meinungen folgen, aber keine Menschen. – Man hat vergessen, nach einer wahrhaft menschlichen Welt zu fragen. Wir müssen es wieder lernen. Zuerst aber müssen wir nach unserer tiefsten Sehnsucht fragen – um sie wahrhaft zu finden und sie uns nicht mehr nehmen zu lassen.
Dann mögen unzählige Verteidiger des Unrechts und der Unmenschlichkeit und rufen: Schaut Euch diese Träumer an! Diese Idealisten! Sie träumen von Utopia! Lasst sie weiter ihren blauäugigen Visionen anhängen...
Wir werden ihnen antworten: Ganz recht, wir sind Idealisten! Und wisst ihr warum? Weil nichts anderes der Nährboden wirklicher Menschlichkeit sein kann als wahrer Idealismus. Dieser nämlich ist selbst etwas Reales, etwas viel Realeres als alle Phrasen seiner Gegner. Er ist innig verbunden mit dem, was man Gewissen nennen kann.
Es geht um die aller-realste Wirklichkeit. Das Ideal ist die Wirklichkeit des Menschen. War Martin Luther King etwa ein Träumer? Nein, sondern die Sklaverei und die Rassendiskriminierung war unmenschlich, und sie wurde abgeschafft – aus genau einem Grund: Weil sie der wahren Menschlichkeit nicht entspricht.
Heute gehen wir weitere Schritte in die Richtung unserer „Träume“; in die Richtung eines realen Idealismus, unserer tiefsten Sehnsucht als Mensch.
Das Bündnis der Menschlichkeit wird die nächste Wahl gewinnen. Es kann darauf vertrauen, dass die meisten Menschen – und immer mehr Menschen – sich ihrer tiefsten Sehnsucht bewusst werden. Es kann darauf vertrauen, dass die meisten Menschen mehr und mehr nicht nach Phrasen, sondern nach Realitäten urteilen werden.
Weiterlesen:
Holger Niederhausen: Das menschliche Manifest. Der tiefsten Sehnsucht Sieg. Warum das Bündnis der Menschlichkeit die nächste Wahl gewinnen wird. Niederhausen Verlag, 2011. 80 Seiten.
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"Wir alle wissen, wie eine wahrhaft menschliche Welt aussehen müsste. Denn wir alle sind Menschen und tragen tief in uns die eine Sehnsucht: ..."
-> Das muß leider angezweifelt werden. Von sich auf andere zu schließen, ist eine waghalsige Vermutungsstrategie. Es gibt Bewusstseinszustände, in denen der Mitmensch und die Gemeinschaft weniger relevant sind. Zumindest in den Details der Begebenheiten. In Verbindung mit der These, das jeder Mensch seines Glückes Schmied sei, wird daraus beim anderen der Eindruck der Unmescnhlichkeit entstehen und zu solchen Aussagen, wie deinen führen. Hat doch der "Glücklose" Mensch also versagt und nur erreicht, was ihm den Umständen entsprechend zusteht. (Schuster, bleib bei deinen Leisten...) Die Erwartungshaltung einer menschlichen Welt kann wahrscheinlich nur zustande kommen, wenn genügend Leidensdruck vorhanden ist. Diese These würde bedeuten, dass es für manche Menschen diesen Leidensdruck noch nicht gegeben hat - oder für überwunden geglaubt und also aus scheinbar eigener Kraft überstanden scheint, sodass sie sich aus der gefürchteten Not herraus sich selbst der nächste sind, damit sie nicht mehr zurück kommt. Sie sich also für dritte erkennbar egoistisch verhalten... Also, ich würde ja gerne an deine Prophezeiung glauben, habe aber eine menge Zweifel zu verdrängen, wenn ich mir die Realität ansehe. |
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Lieber Chrislow - gerade die tiefste Sehnsucht wird oft am tiefsten verdrängt. Und dennoch: siehe meinen Aufsatz www.holger-niederhausen.de/index.php?id=754. Das "Wissen" kann auch unbewusst sein. Es geht aber zu diesem Zeitpunkt der Entwicklung nicht um die, die gar nicht mehr wissen, was ihre eigentliche Sehnsucht ist, sondern um die, die es wissen. Wenn diese Menschen sich verbinden, kann niemand sie aufhalten - und dann wird es zu einem politischen Erdbeben kommen. Zweifel hemmen und lähmen immer - sie werden zu einer selbst erfüllenden Prophezeiung. Mut aber auch, im umgekehrten Sinne...
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Dann hoffe ich in ihrem Sinne, dass die, die es noch wissen, es auch lange genug behalten, damit ihre Prophezeiung auch nur annähernd erfüllt werden kann.
Denn scheinbar ist ihr sogenantes Wissen darum flüchtig und man kann sich nicht darauf verlassen, dass es anhält. Es ist schade, dass sie zudem eben nur für die "wissenden" sprechen und somit den Rest ausschließen und somit unbeachtet lassen. Ihnen somit eine Relevanz absprechen. Aber so scheints doch nur normal zu sein, wenn es Mindestbedingungen gibt. Ist ja andernortes ebenso. |
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@Holger Niederhausen
"„Ich habe einen Traum.“ – Das waren die Worte Martin Luther Kings aus dem Sprachraum des Glaubens und Gebetes. Erst haben sie uns "Ora et Labora" den Alltag als Schnur, als Roten Faden und Struktur für Gebete nach unsserem eigenen Sinnen & Trachten genommen, uns Lohnarbeit aufgzwungen, dann haben sie uns auch die Lohnarbeit genommen, ohne uns in den vorherigen Stand eigensinniger Gebets zu versetzen. "Durch die Ereignisse von 1989 scheint die „Marktwirtschaft“ als beste und einzige Alternative übriggeblieben zu sein. " Mit wirklich Übriggebleibenen geht der Mensch in der Regel hegend und pflegend um? Weil aber nichts übriggebleien, sprich alles nachwievor vorhanden, wird alles, sowohl das Kapital wie das Fortbestehen des Sozialen im Alltag in Nebel gehüllt, damit diese in der Unschärfe ihrer Konturen, schließlich ganz zu einem Einheitsbrei verschwommen, unseren Blicken entschwinden |
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Drückt sich Menschlichkeit nicht auch dadurch aus, Phrase als Phrase gelten zu lassen?
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lieber Herr Niederhausen,
geht es nicht mit ohne Werbung für den eigenen Webauftritt und die eigenen Publikationen? mfg ut |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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