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Vom Realismus des „menschlichen Manifest“
Es gibt Rückmeldungen auf „Das menschliche Manifest“, die besagen, dass immer mehr Menschen gar keine großen Ideale mehr hätten. Die heute jungen Menschen würden eher den Wunsch haben, etwas „aus ihrem Leben zu machen“, ihre „Chancen zu nutzen“ – und dann später vielleicht eine Familie gründen usw. – Das wäre dann das „Ideal“ vieler heutiger junger Menschen.
Ich möchte in diesem Aufsatz beweisen, dass nichts weniger wahr ist, als dieser erste Eindruck.
Selbstverständlich scheinen sogar Studien geradezu zu belegen, dass es stimmt: Dass die heute junge Generation „pragmatischer“ geworden ist, Glück, Erfolg und Zufriedenheit im kleinen, persönlichen Maßstab anstrebt und von den großen Idealen, wie sie zum Beispiel die 68er-Generation hatte, ganz abgekommen ist.
Doch das Bild, was einige Studien oder Medienartikel zeichnen wollen – das Bild von der orientierungslosen, genusssüchtigen Jugend –, wird bereits von anderen Studien deutlich genug widerlegt.
Hierzu zitiere ich einen Abschnitt aus meinem Buch „Zeit der Entscheidung“:
> Und was sich die junge Generation der künftigen Leistungsträger wünscht, zeigt sogar eine Studie von manager magazin und McKinsey [Was Studenten über ihre Zukunft denken. manager magazin, 17.3.2005]:
Kriterien für die Berufswahl sind vor allem interessante Arbeitsinhalte (93%), Entwicklung der eigenen Persönlichkeit (81%), Vereinbarkeit von Beruf und Familie (79%), Arbeitsplatzsicherheit (73%), dagegen viel weniger das Erreichen einer Führungsposition (55%) und noch weniger hohes Einkommen (42%)!
Wichtige Werte sind Freiheit (93%), Bürger- und Menschenrechte (91%), Selbstverwirklichung (90%), Verantwortung, soziales Engagement, soziale Wärme (je 86%), mehr soziale Gerechtigkeit (79%), Gemeinsinn (71%), dagegen viel weniger Genuss und Konsum (45%) und noch weniger Reichtum (37%).
71% dagegen halten die deutschen Manager für überbezahlt, 62% für nur auf den eigenen Vorteil bedacht und 59% sprechen ihnen soziales Verantwortungsbewusstsein ab und nur 28% sprechen ihnen die Fähigkeit zur kompetenten Unternehmensführung zu.
Dies ist die Realität – egal, was Sloterdijk, Solms und die heutigen Besitzstandswahrer und -vermehrer denken und verbreiten [Zuvor ging es in diesem Abschnitt um die „Leistungsträger“-Diskusion, H.N.]. Ihre sozialdarwinistische Ideologie entspricht einem unmenschlichen, erstarrten Denken, das keinen Bezug mehr zu irgendeiner menschlichen Wirklichkeit hat.
Die neue Generation junger Menschen, die in ein bis zwei Jahrzehnten die Zukunft gestalten wird, legt allein schon in Gestalt dieser Umfrage ein erschütterndes Zeugnis von einer tiefen Sehnsucht nach sozialen Werten ab – und man kann nur innig hoffen, dass diese Sehnsucht nicht erstickt, ausgehungert und pervertiert wird, sondern nur noch stärker werden möchte...
Diese jungen Menschen sind die wirkliche Zukunftshoffnung in Bezug auf eine menschliche Welt! Sloterdijk und seine Genossen des toten Denkens sind die Totengräber jeder menschlichen Zukunft. <
Die Antworten der jungen Menschen lassen ganz deutlich erleben, welche eigentliche Sehnsucht hinter den wichtigsten „Werten“ steht: Die Sehnsucht nach einer menschlichen Welt. Und ich wage zu bezweifeln, ob es bereits als „Pragmatismus“ definiert werden kann, wenn diese Sehnsucht zunächst nicht mehr so sehr der ganzen Welt, als zunächst eher der eigenen Gesellschaft, vielleicht sogar nur dem eigenen näheren Umfeld gilt.
Scheinbarer Pragmatismus und seine Gründe
Wenn sich diese Sehnsucht „zusammengezogen“ haben sollte, dann nur deshalb, weil unsere Welt den Seelen den Idealismus zwei weitere Jahrzehnte lang ausgetrieben hat. Oder vielleicht auch deshalb, weil heute Idealismus auch innerhalb unserer Gesellschaft viel bitterer nötig ist, als noch vor zehn Jahren. Noch zu Beginn des letzten Jahrzehnts konnte man sich mehr Frieden und Gerechtigkeit in der ganzen Welt wünschen – jetzt muss man es sich schon in Deutschland wünschen...
Und es ist auch kein Wunder, wenn die heute jungen Menschen pragmatischer sind/wären als die Generation vor ihr – ihre Zukunft ist ungleich bedrohter! Man kann auch sagen: Seit der „Agenda 2010“ leben wir in einer Gesellschaft, wo derjenige, der nicht zuallererst an sich denkt, vollkommen untergeht. Wenn also die Jugend „pragmatisch“ ist, dann nur, weil sie gar keine andere Wahl hat!
Und dennoch: Die oben genannten Werte zeigen so deutlich wie nichts anderes, dass diese jungen Menschen den heutigen Zustand unserer Gesellschaft innerlich ablehnen. Ein vernichtenderes Zeugnis ist kaum denkbar! Was soll daran „pragmatisch“ sein, wenn 79% der jungen Menschen ausdrücklich „mehr soziale Gerechtigkeit“ erhoffen? Junge Menschen, die vielfach noch gar keine persönliche Erfahrung mit der heute herrschenden Not gemacht haben und ihr ganzes Ausmaß noch gar nicht kennen oder erleben können!
Und wie viele von ihnen wollen unbedingt „ihre Chancen nutzen“, einen „gut bezahlten Job“ und so weiter? Eine klare Minderheit!
Die Sehnsucht nach Menschlichkeit mag „pragmatischer“ geworden sein, indem sie weniger das ganz große Ideal einer idealistischen und revolutionären Generation ist. Aber dafür ist es vielleicht noch konkreter geworden. Die jungen Menschen stellen keine Strukturen in Frage, sie stellen nicht „die Systemfrage“, sondern sie wollen einfach eine menschliche(re) Gesellschaft – fertig.
Möglicherweise besteht dieser angebliche „Pragmatismus“ darin, dass die inneren Zusammenhänge und strukturellen Bedingungen weniger gesehen werden, als von der sehr (system)kritischen 68er-Generation. Dass genau dieselbe Sehnsucht in den Herzen lebt, aber nicht mehr so klar analysiert und erkannt wird wie früher.
Doch erstens spricht auch darin wiederum etwas für die heutige Jugend. Nämlich dass sie weniger ideologisch ist als die vorangegangene. Sie ist damit also nicht pragmatischer, sondern nur undogmatischer, was ein ungeheurer Unterschied ist.
Und zweitens hat sich auch „das System“ verwandelt – denn das System ist pragmatischer geworden! Insbesondere nach der Wende von 1989 hat der Kapitalismus selbst seinen ideologischen Charakter abstreifen können und ist ganz zu einer aalglatten, neoliberalen Veranstaltung geworden. Er ist nicht mehr die „bessere Alternative“, er ist nun die „einzige Alternative“ – und kann als solche endlich ganz und gar das nackte Zweck-, Erfolgs- und Profitdenken propagieren. Pragmatismus pur. Gegenüber einem solchen übermächtigen System hat der Einzelne im Grunde gar keine andere Wahl, als sich selbst in einen gewissen Pragmatismus zu flüchten. Das aber kann man nicht der heutigen Jugend vorwerfen – es ist wiederum eine systemische Folge unserer absolut unmenschlichen Realität.
Angesichts dieser Realität ist es geradezu ein Wunder, dass die jungen Menschen nicht noch pragmatischer und wahrhaft egoistisch denken und fühlen, sondern dass sie nach wie vor soziale Werte weit vor allen egoistischen Motiven nennen, die unser System einem geradezu aufzwingt.
Aber auch wenn die Sehnsucht nach Menschlichkeit sich scheinbar zusammenzieht, zunächst nicht mehr das ganz große, weltweite Ganze im Auge haben sollte: Die Menschlichkeit selbst kann sich gar nicht zusammenziehen. Ihrem wahren Wesen nach gilt sie immer dem anderen Menschen, wer es auch sei.
Diese Sehnsucht mag sich unter dem Druck der Verhältnisse zunächst zusammenziehen – auf die eigene Gesellschaft, auf den näheren Umkreis, auf die allernächsten Mitmenschen –, die tiefere Realität dieser Sehnsucht ist eine andere; und diese lässt sich gar nicht auf einen Umkreis beschränken, jenseits dessen sie keine Geltung mehr hätte.
Man kann es auch noch einfacher formulieren. Jeder Mensch braucht Liebe – ohne Liebe geht ein Mensch zugrunde, und das gilt ganz real und wortwörtlich. Letztlich ist dies die tiefste Sehnsucht jedes Menschen. Jeder Mensch will geliebt werden – und jeder Mensch will lieben. Nur ist das zweite nicht möglich ohne das erste. Deswegen ist Lieblosigkeit so erschütternd ansteckend – und kann sie sich im Weltmaßstab so ungeheuer schnell ausbreiten.
Und wie soll man übrigens auch die volle Menschenliebe „lernen“, wenn wir in unserer Zeit überhaupt keine Vorbilder mehr haben, die sie schlicht vor-leben – und an denen wir erkennen können, dass wir alle diese Sehnsucht so tief in uns tragen? Solche Vorbilder wirken nicht als Mahner einer äußeren Moral, sondern als „Erinnerer“ und Erwecker derjenigen Moral, die in uns selbst lebt! Existieren solche Menschen nicht mehr, kann das, was sich in uns entwickeln will, nicht mehr erwachen. Es bleibt ein Keim, der nie zum vollen Leben kommt, obwohl dieses Leben in ihm angelegt ist.
Von der Lebensnotwendigkeit des Ideals
Und wenn diese verletzlichen Ideale da sind, müssen sie geschützt werden. Geschützt werden sie, indem sie nicht gezeigt werden – und das kann sehr schnell dazu führen, dass man sie selbst „vergisst“, sie sinken hinab in den Schutz des Unterbewusstseins... Das heißt nicht, dass sie nicht da wären – sondern nur, dass man nicht den starken Mut hatte, sie voll im Bewusstsein zu behalten und Tag für Tag stark zu verteidigen.
Unsere heutige Welt ist in ihren Strukturen und ihren alltäglichen Geschehnissen und Botschaften derart von Egoismus durchtränkt, dass es fast unmöglich ist, tiefere menschliche Ideale aufrechtzuerhalten. Sie müssen daher entweder „über Bord geworfen“ werden (solche Menschen werden zunächst reale, starke Egoisten, sozusagen „Musterschüler“ des neoliberalen Ideals) oder aber verdrängt werden, und zwar aus reinem Selbstschutz.
Der Mensch geht nicht nur zugrunde, wenn ihm die Liebe mangelt, sondern auch, wenn seine tiefsten Ideale Tag für Tag verletzt, verspottet und mit Füßen getreten werden.
Es gibt nun natürlich äußerst machtvolle Interessen, die genau dies tun, damit die Ideale in den Herzen der Menschen absterben! Das Dauerfeuer der postmodernen Botschaften dient zu nichts anderem als dem immer weiteren Anheizen des Egoismus, des rein zweckrationalen Denkens, des absoluten Pragmatismus – und viele Akteure merken überhaupt nicht, dass dies geschieht, wie dies geschieht und warum dies geschieht.
Es gibt aber machtvolle Kräfte, die diesen absoluten Egoismus legitimieren wollen, immer stärker. Und es gibt viele, viele Menschen, die dies eigentlich überhaupt nicht wollen, deren Handeln und Mitläufertum aber in genau demselben Sinne wirkt. Und so kommt es schließlich zu einer Welt, der sich niemand mehr entziehen kann – und in der jeder glaubt, dass seine tiefsten Ideale in dieser Welt gar nicht lebensfähig sind, und in der jeder beginnt, sie zu unterdrücken, weil er sonst zugrunde gehen müsste...
Es lebt aber diese tiefste Sehnsucht in den Herzen der Menschen – in jedem Herzen. Und deswegen kann und muss man den Mut haben, diese Sehnsucht auch zu vertreten, zu offenbaren, ihre Verwirklichung einzufordern... Eine Welt ohne diese tiefste Sehnsucht wird zu einer ... absolut hoffnungslosen Welt. Und die Zeichen der Resignation sind weithin spürbar. Überlastung, Burnout, psychische Krankheiten, Pragmatismus, Depression, Resignation – überall siegen auf ganzer Linie diejenigen Kräfte, die die Sehnsucht in den Herzen der Menschen töten wollen, endgültig vernichten.
Es ist wie eine ausweglose Sackgasse: Der Mensch geht zugrunde, wenn seine Ideale nicht verwirklicht werden – und er geht zugrunde, wenn er gar keine Ideale mehr hat...
Dies zeigt doch in erschütternder Klarheit, dass der Mensch ohne Ideale gar nicht leben kann! Ja, dass der Mensch ein Wesen der Ideale ist. Sie gehören so innig zu ihm, dass man sagen kann: Der Mensch hat nicht Ideale, er ist selbst ein idealisches Wesen. Es hat nichts mit abstrakten Gedanken zu tun, sondern mit tiefsten Willensimpulsen. Sehnsucht ist ein Willens-Phänomen. Der Mensch will eine menschliche Welt. Und zwar, weil er seinem tiefsten Wesen nach ein rein moralisches Wesen ist. Er hat nicht Moral, er ist Moral. – Und kann er sie im Leben hier auf Erden nicht mehr verwirklichen und nicht einmal mehr haben, so geht er zugrunde...
Der Mensch kann vieles ertragen – und merkt gar nicht, was er erträgt, bis es zu spät ist. Unsere heutige Gesellschaft ist ganz real krankmachend, und wir ertragen es, immer weiter, bis es zu spät ist. Wir merken es wirklich immer viel zu spät. Das Burnout, die Depression, der Schicksalsschlag, der Herzinfarkt – sie alle treten plötzlich ein. Und hinterher wissen wir, dass wir viel zu lange gewartet, viel zu lange etwas erduldet haben, was nicht dauerhaft erduldet werden konnte.
All dies muss uns zeigen, dass wir unsere tiefste Sehnsucht ernst nehmen müssen, weil wir sonst – als einzelner Mensch, als Gesellschaft und als Menschheit – gar keine Chance haben. Entweder der Mensch gestaltet die Verhältnisse menschlich – oder die unmenschlichen Verhältnisse löschen den Menschen aus. Dies geschieht erst geistig, dann seelisch, und zuletzt auch physisch.
Wenn wir unsere eigene Sehnsucht als Menschen ernst nehmen – unsere Sehnsucht nach einer menschlichen Welt, ohne Kompromisse, durch und durch menschlich –, so kann sich uns keine Macht der Welt entgegenstellen, nicht wirklich. Nur wir selbst können uns unserer eigenen Sehnsucht entgegenstellen, indem wir sie nicht voll und ganz ernst nehmen. Indem wir „pragmatisch“, das heißt angepasst werden, indem wir Schritt für Schritt resignieren. Aber nicht der Mensch soll sich der Welt anpassen, sondern die Welt soll nach und nach vollkommen menschlich werden. Nicht der Mensch soll realistisch werden (im Sinne von: seine Hoffnung beschneiden oder abtöten), sondern die Welt soll idealistisch werden!
Denn das Ideal, das Vollmenschliche, ist die Realität des Menschen. Der Mensch ist genau dann wahrhaft realistisch, wenn er idealistisch ist! Wenn er seine tiefste Sehnsucht, d.h. aber sich selbst, vollkommen ernst nimmt.
Der starke Wille, nicht mehr wegzuhören
Mit „realistisch“ meint man heute, eine wahrhaft menschliche Welt sei nicht möglich. Wenn man aber dies meint, behauptet man gerade so viel wie: Der Mensch ist eigentlich nicht menschlich, er will gar keine menschliche Welt. – Das ist aber völliger Unsinn. Der Mensch will eine menschliche Welt. Und es ist gerade deshalb so schwer, weil er diese tiefe Sehnsucht hat. Denn wie schon gesagt wurde und wie wir alle wissen: Die tiefste Sehnsucht ist auch am verletztlichsten. Gerade weil sie heute so oft verletzt wird, wird sie in den Herzen der Menschen begraben. Wenn sie aber begraben wird, kann sie nie wieder zum Leben kommen, es sei denn, dass sie aufersteht.
Entweder wir begraben unsere Sehnsucht immer tiefer, resignieren immer mehr – oder wir lassen unsere Sehnsucht mit aller Kraft auferstehen und haben den Mut und vertrauen darauf, dass ihre volle Verwirklichung möglich ist. Und mehr noch: Dass ihre Verwirklichung von niemand anderem abhängt als von uns selbst. Wenn wir selbst uns stark genug um diese Verwirklichung bemühen, dann wird sie verwirklicht werden. Unsere Welt wird wahrhaft menschlich werden, wenn wir in uns selbst keine Kompromisse machen, wenn wir selbst wahrhaft menschlich leben.
Wir müssen unser eigenes Vorbild werden. Dann werden wir auch Vorbild für unzählige andere Menschen. Dann wird die Welt menschlich.
Die politischen Rahmenbedingungen, die heute derart viele Strukturen im Unmenschlichen halten und immer weiter gestalten, können jedoch nur auf unmittelbar politischer Ebene verändert werden. Es hat keinen Sinn, nur „von unten“ Druck zu machen. Längst sehen wir, dass eine übergroße Mehrheit mit der herrschenden Politik unzufrieden ist – und sich dennoch nichts ändert, weil auf politischer Ebene die eigentliche Sehnsucht nicht repräsentiert zu sein scheint. Darum muss es direkt auf politischer Ebene ein Bündnis der Menschlichkeit geben. Dieses würde als regierendes Bündnis die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen schaffen, die die Menschlichkeit ermöglichen und ihr zum Durchbruch verhelfen werden.
Ein solches Bündnis würde unmittelbar entstehen, wenn nur genügend viele Menschen ihrer wahren Sehnsucht nach Menschlichkeit stark und kompromisslos vertrauen. Und es würde zu einem politischen Erdbeben führen, wenn auch die meisten anderen Menschen beginnen, ihrer Sehnsucht zu trauen – und den vollkommenen Neubeginn nicht schon an der Angst scheitern lassen, eventuell „ihre Stimme zu verschenken“. Wem wollen sie sie denn geben, wenn nicht jenem Bündnis, dass endlich ihre wahre Sehnsucht vertritt?
Was wir heute brauchen, ist der starke Wille und die starke Zuversicht von Menschen, die nicht mehr bereit sind, ihre tiefste Sehnsucht zu überhören.
Wenn es pragmatisch darum geht, „seine Chancen zu nutzen“, so liegt hier die überhaupt größte Chance, die unser noch junges Jahrhundert uns hier und heute bietet: Wir können jetzt der Politik, wie wir sie kannten und seit Jahren erleiden mussten, ein Ende bereiten und ein neues, nicht vollkommen auf dem Egoismus aufgebautes menschliches Zusammenleben schaffen – eine Gesellschaft, die sich nicht selbst kaputtmacht, sondern die es den menschlichen Kräften ermöglicht, zu wachsen, immer weiter...
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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