Eugen Epp

Blog von Eugen Epp

16.01.2011 | 22:57

Borussia Dortmund, deutscher Meister 2011

Wenn die Bundesliga sanft in der Winterpause schlummert und die Teams sich in südlichen Ländern für große Taten wappnen, neigt der Fußballfan aufgrund des oft spärlichen aktuellen Informationsflusses dazu, das Gewesene zu rekapitulieren und Vorhersagen für die Zukunft zu treffen. So prophezeite mir ein guter Freund, der ebenso lang wie ich dem Fußball verfallen ist, allerdings sehr viel kompetenter dieses Geschäft einzuschätzen versteht, dass die ersten vier Spieltage der Rückrunde ntscheiden werden, ob die Meisterschaft noch einmal spannend würde. Eine durchaus realistische Einschätzung, stehen für Spitzenreiter Borussia Dortmund doch Aufeinandertreffen mit Verfolger Bayer Leverkusen, dem VfB Stuttgart, VfL Wolfsburg sowie Schalke 04 auf dem Programm. Die erste Spieltag der Rückrunde ist gespielt und ich behaupte: nach diesem 18. Spieltag ist die Meisterschaft praktisch entschieden.
 
Mit einem souveränen 3:1 hat der BVB das Spitzenspiel bei Bayer Leverkusen hinter sich gebracht, sechs bärenstarke Minuten genügten, um den Vorsprung in der Tabelle auf 13 Punkte auszubauen. Solches kennt man eigentlich nur vom FC Bayern. Dessen in der Winterpause angekündigte Aufholjagd erlitt aber einen Dämpfer, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte. Nur 1:1 gegen Wolfsburg, Elfmeter verschossen, Ribery schon wieder verletzt – der Rückstand auf Platz eins beträgt mittlerweile 16 Punkte. Auch der FSV Mainz verlor in Stuttgart 0:1, für den Meistertitel kamen die Mainzer wohl aber ohnehin nie ernsthaft in Frage. Genausowenig wie Hannover 96, das nun sensationell Platz zwei belegt, zwölf Punkte hinter dem Spitzenreiter. Der BVB kann sich endgültig nur noch selbst stoppen.
 
Das Schöne daran: der kommende Meister steht aus eigener Kraft dort, wo er steht, und nicht, weil die anderen (i.e. der FC Bayern) zu dämlich gewesen wären. Der BVB hat in der ersten Saisonhälfte über weite Strecken einen schön anzusehenden und dazu noch erfolgreichen Fußball gespielt. Mitnichten mit einer Millionenelf, sondern mit Einkäufen wie Shinji Kagawa, dessen Namen im Juli wahrscheinlich nur Jürgen Klopp und Michael Zorc kannten. Oder Mario Götze und Kevin Großkreutz, die die genauen Gegenentwürfe zum Söldnertum der Marke Farfan, Ba oder Dzeko sind. Rund um das (ehemalige) Westfalenstadion stimmt in diesem Jahr die berühmte Chemie an allen Ecken und Ende - zwischen Fans, Spielern, Trainer, Management. Deshalb: Herzlichen Glückwunsch, BVB!
 
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Eugen Epp
studiert Kommunikationswissenschaft in Leipzig, Lieblingsthemen: Sport und Medien
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