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provinz-tango
allem irrsinn bin ich bisher entkommen:
einsamkeiten und herbsten. dogmatikern
bot ich die stirn, klugscheißer traf mein
hohn und das unglück, begrenzt von schwacher
hoffnung, fütterte ich mit resten der philosophie.
in auswegloser lage lachte ich, wußte die sterne
auf meiner seite, der mond hielt mich bei sich
im auf und ab! gleichmäßig flogen melodien mit
atembögen. ich lebte den glauben, wir wenden alles
zum guten. einmal. was unerreichbar, war
doch da und nah und fern in einem.
meine sehnsucht hielt mich auf trab.
wach lag ich hundert stunden pro nacht,
dass der tag mit schönen sätzen das dunkel
überspränge. überlebte stürme auf see, kalte
nächte betrunken im bushäuschen, widerstand
infekten, infarkten, infanten und infusionen.
nur der provinz mit ihrem stinkenden atem
entkam ich nicht. was feinde, verräter und
grobiane nicht vermochten, vollbrachte lässig,
ortlos und fern aller zeit - die provinz!
lustlos fraß sie meine seele stück für stück.
wie lebt man ohne leidenschaft! fragte ich
und lebe. mein puls klopft ziellos. unsichtbar
wütet abwesenheit und der falsche mund
der stunden lächelt werbefratzen, gute laune
wie phantomschmerz. so wurde ich besiegt!
...
ich bin die provinz, die nach der welt greift
wie nach einem schnäppchen.
mir wird nichts passieren. das ist mein schicksal.
als ich die flasche leer getrunken, fühlte ich
mich fast schon ein wenig zu hause.
hans-eckardt wenzel aus "seit ich am meer bin" gedichte
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@ indyjane
Und wieder - für mich - eine Entdeckung! Vielen Dank dafür! Schönes Wochenende! |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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