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"Ist die Idee des Kommunismus heute noch gültig? Lässt sie sich nach wie vor für die Analyse und die politische Praxis gebrauchen? Man sollte die Frage anders stellen: Wie lassen sich die Kategorien ausgehend von der kommunistischen Idee beurteilen? Es handelt sich hier um die Dialektik von Alt und Neu. Diejenigen, die fast wöchentlich neue Begriffe für die gewandelte Realität erfinden - Risikogesellschaft oder Informationsgesellschaft, postmoderne oder postindustrielle Gesellschaft -, verpassen das wirklich Neue. Die einzige Möglichkeit, das Neue zu erfassen, besteht darin, das Ewige im Alten zu erkennen. Wenn der Kommunismus eine ewige Idee ist, dann ist er eine konkrete Universalität. Er ist ewig, da ihm die Möglichkeit innewohnt, jederzeit neu erfunden zu werden. Will man diese universelle Idee lebendig halten, muss man den Kommunismus ständig neu erfinden."
"Es reicht nicht aus, sich an die kommunistische Idee zu klammern. Wir müssen Antagonismen aufzeigen, die innerhalb des Kapitalismus nicht gelöst werden können. Die historische Situation zwingt uns dazu, am Begriff des Proletariats festzuhalten, ja sogar diesen Begriff bis zu einem existenziellen Niveau zu radikalisieren. Denken Sie an das Subjekt, das jeglicher Substanz entleert ist. Die ökologische Krise ist nichts anderes als eine andere Form der Proletarisierung, die uns der natürlichen Substanz unserer Existenz beraubt. Und im Kampf ums geistige Eigentum geht es ja darum, uns der symbolischen Substanz des Lebens zu berauben. Schließlich die biogenetischen Manipulationen: Will man sich nicht unseres Erbguts bemächtigen? Ähnlich verhält es sich mit den Slumbewohnern, die ihrer elementaren Lebensbedingungen beraubt sind."
aus zizek "auf verlorenem posten"
und einen hinweis auf einen artikel von sebastian dörfler in den "blättern für deutsche und internationale politik"
Praktische Optimisten:
Žižek und Adorno
www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2010/januar/praktische-optimisten-zizek-und-adorno
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Das muss ich mir wirklich erst mal noch etwas in Ruhe zu Gemüte führen, obwohl...
Wurde "uns" und dem ganzen Volk dieser Tage nicht in einem demonstrativen Schulterschluß aller maßgebenden Eliten aus Politik, Wirtschaft und Medien verklickert, dass eine derartige Denke nicht mal mehr ansatzweise opportun ist? Die Gedankenpolizei aus dem Süden flattert recht aufgeregt herum, Verbote hier in da sind das Mindeste, vier Löwen ebenfalls auf den Scheit...nein, den Index. Wir haben doch schließlich die Leitkultur der aufgeklärten, abendländischen Moderne. |
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nachdem mich heute morgen im büro ein proll-antikommunismus vom deutlichsten empfing, brauchte ich einen geistigen ausgleich "fürs jemüt"
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Na dann pass bloß auf @indyjane,
prollig-trolligén Antikommunismus, sich an Begriffen statt Inhalten hochziehend, vorab und sehr selektiv eine Distanzierung der mit den indexierten Begriffen verbundenen Scheußlichkeiten fordernd, die in der Regel recht einseitig erkannten Rankings auf der nach unten offenen Skala von Menschenverachtung vor sich her tragend; ergo: die Eiferer im Geiste der Zeitung mit den vier Buchstaben sind allgegenwärtig in ihrer schon missionierenden Entrüstung. |
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Na dann pass bloß auf @indyjane,
prollig-trolligén Antikommunismus, sich an Begriffen statt Inhalten hochziehend, vorab und sehr selektiv eine Distanzierung der mit den indexierten Begriffen verbundenen Scheußlichkeiten fordernd, die in der Regel recht einseitig erkannten Rankings auf der nach unten offenen Skala von Menschenverachtung vor sich her tragend; ergo: die Eiferer im Geiste der Zeitung mit den vier Buchstaben sind allgegenwärtig in ihrer schon missionierenden Entrüstung. Ansonsten Danke, für den Slavoj Zizek... |
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gerne, viele grüße
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„Will man diese universelle Idee lebendig halten, muss man den Kommunismus ständig neu erfinden."
Schreibt Zizek – und genauso ist es. Die Vision Kommunismus muss vollkommen losgelöst, vom Missbrauch der Idee und ihres Namens, durch machtgierige Funktionäre in der DDR, UdSSR und China, gedacht werden. Vielleicht sollte man den Hysteriesiernden, die sich derzeit über das gesprochene Wort „Kommunismus“ als Bezeichnung einer möglichen langfristigen Vision ereifern, einfach einmal offensiv und öffentlich entgegnen: Kommunismus ist geil! Sozialwissenschaftler und Sozialarbeiter müssten darauf hinweisen, dass die derzeitigen Probleme letztlich nur mit Kommunismus zu lösen wären. Wahre Christen könnten sagen: Gott will Kommunismus - die Arbeiterschaft: Die Einführung des Kommunismus wäre der einzige Weg um ein Höchstmaß an Fairness zu erreichen. Für Demokraten wäre der Kommunismus als vollendete Demokratie erstrebenswert..... ...und was einem da sonst noch einfallen mag. Vielleicht sollte man allgemein darüber aufklären, was Kommunismus sein könnte und danach eine groß angelegte Kampagne unter dem Motto starten: Bürger wollen Kommunismus. Oder: Bürger sagen: Kommunismus bringt es. Oder sollte man lieber kuschen? ;-) |
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Bedauerlicherweise hat sich immer noch nicht herumgesprochen, dass DDR, UdSSR und China, nichts mit Sozialismus oder Kommunismus zu tun hatten. Da besteht immer noch ein großer Nachholbedarf der Aufklärung.
Meine Vermutung ist, dass es für viele innerhalb der Linken peinliche Zeiten gab, in denen sie die Vorzüge dieser „Fälschungen“ wahrheitswidrig als attraktive Alternativen zum Kapitalismus gepriesen haben – und dortiges Unrecht verschwiegen oder verteidigten. Und nun ist es ihnen unangenehm diese Fehler einzugestehen.... Es gibt also nur ganz wenige, die Kommunismus losgelöst von den bisherigen Erfahrungen und Missbräuchen diskutieren können. Kommunismus als eine aktuelle Vision. Die Begriffe Sozialismus und Kommunismus sind für mich daher keine sinnvollen Namen einer herrschaftsfreien Gesellschaft bzw einer Übergangsform in diese - diese Begriffe wurden zu sehr missbraucht und niemand ist da, sie wieder mit einer Vision zu füllen, die einer Mehrheit der Bevölkerung auf Anhieb gut gefallen könnte. Die vorgeschlagene offensive Kampagne: „Bürger wollen Kommunismus – weil nur er es bringt“ o.ä. ;-) war als halbsatirische Antwort auf das verordnete Denkverbot, das sich unsere politischen Dienstleister da gerade erlaubt haben, gedacht..... Normalerweise müsste man diese Undemokraten fristlos entlassen - eine Frechheit ist das. Im wahren Kommunismus gäbe es so etwas nicht. |
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"....herrschaftsfreie Gesellschaft" = Weiteste Freiheit in bestmöglicher Demokratie in weltweiter Vernetzung. Es gibt keine Ausbeutung – niemand bestimmt über einen anderen.
Verwirklichungszeit: 150-200 Jahre ? |
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auch mit noch so verkrampften Versuchen, Kommunismus neu zu definieren kann man nur scheitern, und das ist auch gut so.
Gregor Gysi versucht gerade der Bevölkerung einzureden, dass die Linke nie etwas mit Kommunismus zu tun hatte, hat und niemals haben wird. Prost. |
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Nun @ForenBoy,
der "alte" Gegenpart scheitert ja auch gerade, wenigstens ein bißchen - musste sich nur schnell einen neuen Popanz aufbauen, einen "jetzt" Schuldigen am Untergang; ala "we fight evil", frei nach Hillary Clinton. Bleibt spannend..., bis die marodierenden Banden in den schwarzen Geländewagen kommen; das ahnte schon Nils Minkmar vor einigen Wochen in der FAZ www.faz.net/s/Rub642140C3F55544DE8A27F0BD6A3C808C/Doc~EFE85559287A74BA0BFAFD5B60F3AADE8~ATpl~Ecommon~Scontent.html |
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@ForenBoy
Du offenbarst das Problem: Jeder hat so seine Vorstellungen von Kommunismus und die meisten sind gespeist von den Taten der Missbraucher der Idee oder des Namens. Daher werde ich die Begriffe auch nicht mehr verwenden. Auch mit „demokratischer Sozialismus“ kann ich nichts anfangen. Für mich geht es um Demokratie und eine intelligente Politik für alle. |
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@ebertus, stimmt, nur Dein Link funzt nicht........
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hi Fro,
Gesine Lötzsch will aber genau diesen „demokratischen Sozialismus“ als neue Gesellschaftsform in Deutschland installieren. Ich sage die baldige Auflösung der Linken voraus, am 27.3. kommt der erste Tiefschlag in BW. S21 lässt sich auch ohne die Linken verhindern. |
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@forenboy,
ja, wenn im Link "merkwürdige" Sonderzeichen enthalten sind, packt das der Editor hier wohl nicht. Kannst Du nur kopieren. Zum Thema dort gab es hier bereits verschiedene Beiträge und Kommentare, auch von mir. Reale Visionen, nicht mehr, aber auch nicht weniger... |
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@Forenboy
Bei S21 haben die Linken wohl wirklich keine "direkten" Aktien drin; aber das mit dem Verhindern ist ein frommer, eher realitätsferner Wunsch. Wenns für SPD und Grüne reicht gibt's mit der SPD auch S21 ansonsten Thüringen. In jedem Falle werden die Grünen so domestiziert wie unter Schröder, sprich sie machen alles mit. Sicher doch, das mit den Bäumen im Schloßgarten muss aber etwas ökologischer, nachhaltiger gelöst werden.... Die Linke könnte bestenfalls dafür sorgen, dass es NRW-Verhältnisse gibt; wäre mein Wunsch, um SPD und Grüne konstruktiv unter Druck zu setzen, sollten doch mal staatstragende Farbe bekennen. |
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Ja, den meinte ich, werd' wohl auch mal bei "tinyurl" vorbei schauen müssen, kann man immer mal gebrauchen.
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@ForenBoy schrieb am 10.01.2011 um 20:41
Der Programmentwurf der Linken ist ein gutes sozialdemokratisches Reformprogramm - zur Demokratisierung haben sie ganz interessante Vorstellungen formuliert – aber Programme allein machen es natürlich auch nicht – sie haben eine Chance sich zu einem gern gesehenen Bündnispartner der Bürger zu machen – ob sie diese nutzen, wird man sehen. |
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@ebertus, Deine Sichtweise kann ich zwar nachvollziehen, sehe sie selbst jedoch anders.
Wenn die FDP raus fliegt, und danach sieht es aus, ist Mappus aus dem Rennen, und das ist schon mal gut, dann könnten die Grünen stärkste Fraktion werden und die SPD Juniorpartner (wäre mein Wunsch) dann ist nix mit domestizieren, nein, dann kommt die Bürgerbefragung und danach haben sich die Parteien dann zu richten. NRW-Verhältnisse begrüße ich so lange nicht, wie die Linken aus einem solchen unzurechnungsfähigen und unberechenbaren Haufen bestehen, der ja allenthalben sichtbar ist. Die Linken haben nur eine Chance: sie müssen "gesund" schrumpfen und die ganzen rechten Mitglieder zum Teufel jagen, auch wenns weh tut. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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