gegen die art basel/miami (www.freitag.de/2006/50/06501601.php) oder die londoner frieze art fair ist das "gesellschaftliche ereignis" gallery weekend in berlin noch eher peanuts-verdächtig. und was das klotzen anbetrifft: manche galerien können hier mit ziemlich noblem understatement den gewünschten distinktionsgewinn erzielen...
och, gab schon ein paar sehr schöne sachen. die peyton zum beispiel. und es ist ja auch ein soziales erlebnis. man bekommt unglaublich viel von der stadt mit, wenn man das alles mitmacht: verrückte le...
mit dem stichwort "cosmopolitain" unterschätzt man peyton. schon handwerklich. und es geht bei kunst ja nicht nur darum, ob sie einem "gefällt" oder nicht. sondern wie sie gemacht ist. genretechnisch gehört peyton zur porträtmalerei. wobei sie die leute (zB olafur eliasson oder prinz harry) entweder in ihrer ganz persönlichen interpretation darstellt oder sie idealisiert. und nicht wie ihre fotografie-kollegin nan goldin von der chicago-schule in ihrer alltäglichen erbärmlichkeit zeigt. deshalb eignet sie sich natürlich gut fürs spiegelungsinteresse des bourgeoisen publikums. und es geht alles in richtung von susan sontags "camp". das macht sie für die prekarisierte boheme interessant. aber es ist eben eine bestimmte technik und eine bestimmte absicht dahinter. über die man sich erst mal klarwerden muss.
och, gab schon ein paar sehr schöne sachen. die peyton zum beispiel. und es ist ja auch ein soziales erlebnis. man bekommt unglaublich viel von der stadt mit, wenn man das alles mitmacht: verrückte leute, verrückte galerien. und selbst schlechte kunst regt noch zum (nach-)denken an....
Lieber Herr Arend, Wenn Sie an einer Gegenposition zu dieser Art privater Sammelwut und Austellungsgeilheit interessiert sind, dann sollten Sie sich, oder irgendwer, einmal die Arbeiten Uwe Lausens ...
danke für den hinweis. habe schon von der ausstellung gehört. mit genau dem tenor, den sie beschreiben. werde ich mir hoffentlich bald anschauen können.
Die moderne Türkei ist immer noch vom Faschisten "Atatürk" geprägt und auf dem Gebilde lastet der Völkermord und die Unterdrückung des kurdischen Volkes. Die Alternative zum Nationalismus ist religiös...
faschist war atatürk sicher nicht. eher war er ein autokrat und seine neue republik, jedenfalls zu beginn, eine einparteienddiktatur. der britische historiker perry anderson spricht von einem "nationalismus im superlativ". am völkermord an den armeniern war atatürk, obwohl den jungtürken zugehörig, nachweislich selbst nicht beteiligt. und die die "türkische kristallnacht", der pogrom gegen die griechen in istanbul 1955, ging vom mitte-rechts-premier adnan menderes aus.
angela merkel agiert in sachen türkei zwar provozierend doppelzüngig. kein wunder, dass erdogans land sich dabei nicht für voll genommen vorkommt. aber dass es "um die moderne türkei geschehen sein" könnte, wenn "der europäische weg verbaut" bleibt, kommt mir überzogen vor. das unterschätzt den selbstbehauptungswillen der zivilgesellschaftlichen kräfte am bosporus. die sozialen bewegungen sind zwar längst nicht so stark wie in westeuropa. und könnten rückenwind durch die europäer gebrauchen. es gibt aber einen moment der irreversibilität in sachen gesellschftlicher umbruch. der wird auch durch eine weitere blockade beim eu-beitritt nicht völlig ungeschehen gemacht werden können.
fröhlich ist das chaos schon, lieber rainer kühn. aber eben auch chaotisch. vier tage reichen dann echt. und der untergang lässt hoffentlich noch auf sich warten. bis zur näxten messe!
hier noch eine andere stimme zu der wmf-nacht und der frage nach der qualität der hegemann/airen etc. - literatur: www.tagesspiegel.de/kultur/Helene-Hegemann;art772,3030575 grüße!
Wenn ich ehrlich bin, wirkt die Mischung aus Sex, Sperma und Scheiße zumindest auf mich etwas zu entleert, zu reißerisch, zu bemüht, mittels Kickwriting noch Aufmerksamkeit zu erregen. Das Hinterherhe...
natürlich gibt es diese künstliche bedarfsweckung, liebe(r) kla. und sie hat im fall hegemann besonders gut funktioniert. aber es muss eben auch leute geben, die darauf ansprechen. und wie erklärt man sich das? sind die alle nur pawlowsche hunde, die auf jeden reiz "bewusstlos" reagieren?
Warum sie an Barack Obama hassen, was wir lieben. 2012 steht in den USA im Zeichen des Präsidentschaftswahlkampfs und auch Europa schaut gespannt zu. Christoph von Marschall erklärt die unterschiedlichen politischen Kulturen dies- und jenseits des Atlantiks und entlarvt typische Vorurteile auf beiden Seiten
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