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Das ist aber nur die Version für doofe NaturwissenschaftsphilosophInnen, die an nichts glauben außer an physikalische Messungen. Falsche 'Naturalisierungen' des historischen 'Kapitalismus' gibt es auch in raffinierteren Versionen, etwa 'soziobiologischer' oder 'anthropologischer' Art. Der Kernpunkt ist eigentlich immer wieder, dass man an der Herrschaft der kapitalistischen Produktionsweise nichts ändern könne, weil sie 'in der Natur' läge. Das bedient die Erfahrung, dass Menschen aggressiv und egoistisch sein können - und knüpft an den Traditionshintergrund der christlichen Erbsündelehre an. Für Gutwetterzeiten gibt es auch noch die spiegelverkehrte Version, dass die kapitalistische Konkurrenz optimal die 'Leistungsfähigkeit' der Menschen, 'wie sie von Natur aus nun einmal sind', hervorkitzle.
Allerdings sollte uns nicht zu dem Irrglauben verleiten, wir als Individuen der species homo sapiens sapiens stünden 'außerhalb der Natur'. Zu dieser Natur gehört es aber auch, die historischen Verhältnisse zu produzieren,in und unter denen wir leben. Werden wir es schaffen, sie so zu verändern, dass wir uns von allen Herrschaftsverhältnissen befreien? Diese Frage soll uns durch diese Art von Naturalisierung ausgetrieben werden - deswegen ist es so wichtig, diese Naturalisierung 'des Kapitalismus' in allen ihren Gestalten zu kritisieren. FOW |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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