Sind nach einigen tagen auf dem lande nun nach lattakia gefahren und haben uns in der touristenzone im norden der stadt ein chalet gemietet. Chalets sind an die küste gebaute häuser, die aussehen wie eine überdimensionierte kleingartenkolonie ...>> mehr
Nun also der erste teil meines reiseberichtes aus latakia. am morgen hole ich das auto (ein schicker kleiner und neuer kia) ab und fahre elegant, wie es meine art ist im dichten verkehr nach hause, wo ich mich mit ali treffe. Den verkehr in arabischen län...>> mehr
Geweckt werde ich von einem lauten knall. Im ofen ist etwas passiert, aber ich weiß nicht was. Als ich rafik anrufe, erklärt der mir, dass das wohl vom wind kommt. Der drückt den rauch in den ofen zurück und dann geht mit wucht eine klap...>> mehr
Heute ist ja wohl die wahl im irak. Die hat man hier die letzte zeit auch deutlich gemerkt. Überall in der stadt stehen zahlreiche wahlplakate für die wahl im irak. So viele iraker sind nach syrien geflüchtet, dass es sich zu lohnen scheint, h...>> mehr
Ein guter tag um am warmen ofen zu lesen, das schami-buch ist durch und ich fange an, mich durch den schinken von michael roes zu kämpfen. Das beginnt mit einem nichtübersetzten arabischen sprichwort, das ich (mir fehlt nur ein wort) wortwörtlic...>> mehr
Die möblierung ist sparsam und funktional aber nicht praktisch in dem sinne. Diese Bemerkung macht neugierig: Was ist denn so unpraktisch? Vielleicht schreibst du in deinem nächsten Blogbeitrag was ...
es ist hier zum beispiel eine sitte, beim putzen die räume erstmal mit wasser zu fluten und dieses dann wegzuschieben (mit wasserschiebern). da würde ich mir aber keinen teppich in die räume legen, den man immerzu wegnehmen muss. auch mussten zum essen und zum schlafen immer umräumungsarbeiten (tische hier und matten dorthin) vorgenommen, werden, obwohl es echt viel platz gab. das würde man in deutschland glaube ich "rationaler" organisieren. aber ich mag dieses etwas umpraktische syrische sehr gern. es ist charmant!
Christoph! schnell die Ghalabiya angezogen! Ist schon seltsam, dass so einige der "Linken" mit diesem Regredieren sympathisiern. Ist es wegen Israels Taten (die ich auch net billige) (selbst unser PM ...
Nur eine kurze bemerkung zur kleidungsfrage: ich glaube nicht, dass mode unter funktionalistischen gesichtspunkten (bequemlichkeit) gesehen werden kann. Dann müssten leute im jogginganzug in die kirche oder zu beerdigungen gehen, wo sie viel sitzen (und manchmal ja auch noch aufstehen oder niederknien müssen). Mode ist immer ausdruck gesellschaftlicher strömungen und spiegel der individualität und lacht geradezu über das argument des praktischen. Natürlich strebt die religion mit ihrer körperfeindlichkeit dahin (und da nehmen sich die großen religionen alle nichts), die körper unkenntlich zu machen. Die kehrseite der medaille ist dann die sexualisierung aller lebensbereiche (wie wir bei der debatte um sexualisierte gewalt in der katholischen kirche gerade miterleben dürfen). Es ist zwar deutlich charmanter, wenn junge männer hier im kino schon wuschig werden, wenn sie nur eine nackte schulter sehen (während sich dreizehnjährige in deutschland gangbang-videos ansehen), diese sexualisierung aber entspringt dem tabu. Das verbot ist bedingung des begehrens. Ich denke, dass man das bei kleiderfragen (die eben nicht unpolitisch sind) immer mitzubedenken hat. Ich finde es immer schön, wenn ich junge männer in jeans sehe. Insbesondere wenn sie eng und die männer knackig sind. Ich bin auch recht froh, dass ich hier in syrien noch viele „unislamisch“ gekleidete menschen sehe (www.freitag.de/community/blogs/isam-almatlub/demographischer-wandel-kindererziehung-maennermoden-und-homosexuelle) und wir nicht so weit sind, dass menschen wegen enger jeans bestraft (blog.zeit.de/joerglau/2009/09/07/doch-keine-peitsche-wegen-hosentragens_2968) oder gar getötet werden (wie im irak, wo gruppen junger fanatiker eine hetzjagd auf angeblich unislamisch gekleidete menschen begonnen haben). Ich finde übrigens nicht, dass in dem zusammenhang bemerkungen über gallabeiyas noch unpolitische geschmacksäußerungen sein können.
Hier (und das wird in jordanien kaum anders sein) ist das öffentliche leben von männern dominiert. Frauen sind, insbesondere abends ohne männerbegleitung, so gut wie nicht zu sehen. Es kann ja sein, dass viele frauen diese (sicher auch kulturell und nicht nur religiös entstandene) gewohnheit freiwillig einhalten und es im gegenzug genießen „herrscherin über das haus“ zu sein. Ich frage mich aber schon, ob es nur einem vermeintlichen vorteil (näher bei gott; keine pflicht, sondern freiheit) geschuldet ist, oder nicht manchmal auch handfeste gründe hat (man kann eben das essen besser vorbereiten) oder auch der eifersüchtigen possesivität vieler männer entspringt, die ihre frauen lieber zu hause verbergen, damit diese nicht auf dumme gedanken kommen.
die experimente mit dem ölofen verstehe ich nicht so ganz, isam. was für temperaturen gibt es jetzt im winter in damaskus? ziehst du dich vielleicht zu luftig an oder ist es da wirklich ungemütlich kü...
weil du vermutlich auch fenster und türen hast, die schließen ;-) bei mir in der wohnung herrscht ziemlich zeitgleich außentemperatur... und ich bin ein frostködel...
die experimente mit dem ölofen verstehe ich nicht so ganz, isam. was für temperaturen gibt es jetzt im winter in damaskus? ziehst du dich vielleicht zu luftig an oder ist es da wirklich ungemütlich kü...
seit vier tagen ist hier sommer und der ofen vergangenheit. aber bis dahin habe ich ihn nachts und am abend immer gebraucht. auch wenn es hier tagsüber schon mal 22 grad warm war, konnte es nachts gut und gerne nur 6 oder 8 grad haben. damaskus ist eine helle und sonnige, aber eben keine sehr warme stadt. wüstenklima lässt es - wenn die sonne weg ist - sehr kalt werden.
isam almatlub, in deutschland geboren und aufgewachsen, lebt und arbeitet ein halbes jahr lang in damaskus, um die sprache seiner eltern zu lernen. er schreibt über den alltag in der syrischen metropole.