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Bemerkenswert ist es schon, daß das jüngste Opus des Thilo Sarrazin nicht nur in Deutschland so hohe Wellen schlägt, immerhin handelt es sich bei »Deutschland schafft sich ab« nicht um ein Buch, das die internationale Diskussion mit neuen Ansätzen befruchten soll, sondern sowohl in Analyse als auch Argumentation nur auf deutsche Befindlichkeiten und, entsprechend, nationale Maßnahmen zielt.
Beginnen wir unsere tour d'horizon zunächst bei unseren Nachbarn.
Le Figaro spricht schon im Titel von einem Skandal und rollt anschließend, ebenso knapp wie auf den Punkt gebracht, die Genese der Sache auf: Wie der 65-jährige Sozialdemokrat Sarrazin — der, auch darauf weist Le Figaro explizit hin, von hugenottischen Einwanderern abstammt — schon im Jahr 2008 die Grundlinien ausgebreitet habe, an der sich auch seine aktuelle Polemik entlanghangelt, daß er zunächst Finanzsenator in Berlin war und anschließend auf einen »komfortablen Posten« bei der Bundesbank entsorgt wurde, wo er sogleich seinen Vorgesetzten Axel Weber in peinliche Erklärungsnot brachte.
Losgetreten wurde die Affäre lange vor dem gestrigen Erscheinen des Buchs durch den Medienrummel in der BILD und im »respektablen« SPIEGEL, wo Sarrazin »kontroverse« Interviews gegeben habe. Also nichts als ein Marketingtrick?
Laut Figaro steckt noch etwas anderes dahinter: Fast anerkennend wird nämlich notiert, daß Thilo Sarrazin einer ist, der den »Kunstgriff« beherrsche, das, was er zu sagen habe, nicht nur an das richtige Publikum zu richten, sondern dazu auch auf den richtigen Zeitpunkt zu warten. Während sich die deutsche Wirtschaft auf dem Wege der Erholung befinde und die Regierung sich mit Haushaltsdisziplin und unpopulären Etatkürzungen herumschlagen müsse, präsentiere Sarrazin breitenwirksam eine Gruppe von Menschen, an der sich die Zukunftsängste der Bevölkerung schadlos halten könne, die Einwanderer, insbesondere die Muslime.
Am Ende vermerkt Le Figaro aber auch, daß Sarrazin jenseits aller Polemik eine »beunruhigende Frage« über Deutschlands Zukunft aufwerfe — und dabei »unerwartete Unterstützung« durch Necla Kelek erfahre.
Le Monde wird ebenfalls gleich am Anfang deutlich: Da ist ein Haudrauf, Sarrazin, der das gesamte politische Establishment der Republik in Verlegenheit bringe mit seiner galligen Theorie über das »jüdische Gen« und den »bitteren« Angriffen auf muslimische Einwanderer. Daß jemand, der zum Führungspersonal des Landes gehöre, so eine weithin als antisemitisch wahrgenommene Hetzschrift gerade in diesem Land, das bei dem Thema ansonsten »höchst sensibel« sei, vorlege, sei schon ein starkes Stück, und entsprechend auch der Widerstand gegen seine Thesen. Zitiert werden dazu Angela Merkel (»völlig inakzeptabel«), Cem Özdemir (»barbarischer Krieger, den nur Bin Laden sich wünschen könnte«), Necla Kelek (»bittere Wahrheiten«, »keiner der Kritiker hat bisher zum Inhalt [des Buchs, Anm.] Stellung genommen«), erwähnt wird auch die Protestdemonstration bei der gestrigen Buchvorstellung.
Erstaunlich sei, daß all dies in einem Land vor sich gehe, das bisher und im Unterschied zu den meisten anderen europäischen Ländern von populistischen Extremisten verschont geblieben sei, die nationalistische NPD kein einziges Mandat im Bundestag habe und Extremistenparteien lediglich hier und da, vorwiegend in manchen Regionen der »ehemaligen DDR«, Unterstützung genieße. Es könne aber durchaus sein, so Le Monde, daß Sarrazin nur ein Ventil für Probleme sei, die bisher unter den Teppich gekehrt worden seien. Thilo Sarrazin also ein deutscher Geert Wilders? Der Frage danach sei Sarrazin bisher »ausgewichen«.
Gleich mit der Tür ins Haus fällt die konservative spanische El Mundo und fragt: »Sagt Sarrazin, was viele Leute denken?« Während das ganze Land von einem Sturm der Entrüstung ergriffen sei und Sarrazin aus allen Parteien Kritik entgegenschlage, gehe sein Buch, vielleicht gerade deswegen, weg wie »warme Semmeln«, denn, »machen wir uns nichts vor: Sarrazin hat sein Publikum«.
Dabei biete sein Buch nichts Neues verglichen mit dem, was Sarrazin schon vor einem Jahr von sich gab, aber immerhin sei es nun »wesentlich schlauer« in der Argumentation. Vielleicht liege das ja daran, daß »seine Frau das Originalmanuskript umfassend korrigiert« habe, wie El Mundo launig bemerkt.
Ansonsten ist der Artikel betont sachlich gehalten. Er beschäftigt sich mit der Situation an deutschen Schulen, besonders in Berlin, wo es Klassen gebe, in denen 70% der Schüler Deutsch nur im Unterricht sprechen, während sie »auf dem Schulhof, auf der Straße und zu Hause nur Türkisch« reden. Daß diese Generation mitunter Schwierigkeiten mit der Integration habe, sei offensichtlich. Trotzdem sei der »alarmistische« Angriff von Sarrazin, reichlich übertrieben, findet El Mundo-Korrespondentin Rosalía Sánchez.
Die relativ kurzen Bemerkungen von El País sind dagegen eindeutig und in der Richtung sonnenklar. Thilo Sarrazin, der einflußreiche Bundesbankvorstand, greift »Einwanderer, Türken und Juden« an und bekommt dafür nun ordentlich auf die Haube, und zwar von allen Seiten, vom Außenminister angefangen über den Verteidigungsminister (zu Guttenberg ist in der spanischen Presse immer ein Smash-Hit, weil die Presse auf der iberischen Halbinsel aus mir unerfindlichen Gründen einen Narren an ihm gefressen zu haben scheint) bis hin zu Stephan Kramer vom Zentralrat der Juden und Michel Friedman. Das Buch von Sarrazin sei einseitig und polemisch. Der Gescholtene bestehe zwar darauf, daß seine Thesen nicht rassistisch seien, wie seine Kritiker ihm vorwerfen, aber diese Erklärung sei letzlich »nicht überzeugend«, so jedenfalls El País.
Recht dürr ist's, was The Daily Telegraph zu berichten hat. Im Grunde ist es lediglich eine AP-Meldung, die um die immerhin aufschlußreiche Statistik aufgemöbelt wurde, der zufolge die von Sarrazin so explizit angegriffenen Muslime nach Schätzungen nur 4,6 bis 5,2% der Gesamtbevölkerung ausmachen, was wohl den (allerdings unausgesprochenen) Schluß nahelegen soll, daß es mit dem von Sarrazin herbeigeredeten Untergang Deutschlands nicht sonderlich weit her sein kann.
Im »Guardian« habe ich nicht Umschau gehalten, den dürfte sich der »Freitag« schon noch eigenhändig zur Brust nehmen. Im »Observer« steht ohnehin meistens dasselbe wie im »Guardian«, da man ihn aber meistens in Cambridge unterm Arm hat, werde ich ihn auch so schnell nicht anfassen.
Interessant dagegen, was die an sich rechtslastige Daily Mail schreibt: Deutschland habe zwar sehr strikte Regelungen die freie Meinungsäußerung betreffend (»These include denying the Holocaust, using the Heil Hitler salute and displaying a Swastika«), Sarrazin habe aber wohl kein Strafverfahren zu befürchten, auch wenn seinen »geschmacklosen Äußerungen« weiträumige Entrüstung entgegenschlage und man ihn deshalb sogar aus seiner Partei ausschließen wolle. Aber immerhin habe Sarrazin Großbritannien als leuchtendes Beispiel für gelungene Integration besonders hervorgehoben: »And he singled out Britain as an example of success in racial integration. ‘The reason is not ethnic but lies probably in the culture of Islam. One should compare (Germany) to the successful integration of Pakistanis and Indians in Great Britain,’ he said.«
Die in Dublin erscheinende linksliberale Irish Times nimmt zur Kenntnis, daß Sarrazins Polemik, noch bevor das erste Buch über die Ladentheke ging, schon in die dritte Auflage gehe. Das liege wohl daran, daß Sarrazin — jemand, der »die Provokation genauso liebt wie ein Bär den Honig« — die pikanteste und neuralgischste Stelle der deutschen Gesellschaft punktiere, nämlich die Folgen der türkischen Masseneinwanderung vor 40 Jahren. Der Rummel um Sarrazins Thesen sei vor allem der durchgehaltenen Polemik geschuldet, obwohl namhafte Experten die Argumentation, vor allem in Hinblick auf die genetischen Grundlagen der Intelligenz, längst als nicht mehr auf der Höhe der Zeit zurückgewiesen haben.
Das Wall Street Journal nimmt sich sehr erfrischenderweise einen ganz anderen Aspekt der Angelegenheit vor, nämlich die Schwierigkeiten von Bundesbankpräsident Axel Weber, die ihm Sarrazins Äußerungen und vor allem deren Rezeption nun einbrocken. Als Chef der Bundesbank ist er einerseits dazu verpflichtet, Behördenangehörige — und so einer ist Thilo Sarrazin — gegen unhaltbare öffentliche Anschuldigungen in Schutz zu nehmen. Sich mit kontroversen Ansichten weithin unbeliebt zu machen ist weder strafbar noch dienstrechtlich relevant und zudem, entgegen landläufiger Meinung, kein Grund, einen Beamten zu entlassen. Andererseits drängen aber weite Teile von Politik und Öffentlichkeit darauf, Sarrazin vor die Tür zu setzen. Als Sarrazin zum ersten Mal in dieser Hinsicht »auffällig« wurde, konnte man das noch einigermaßen glimpflich über die Bühne bringen, indem man die Geschäftsverteilung zu seinen Ungunsten änderte.
Dieser Weg scheint nun nicht mehr gangbar, denn erstens ist bei Sarrazin schlicht zuwenig Zuständigkeitsbereich übrig, den man ihm noch entziehen könnte, ohne daß es es einem Rauswurf gleichkäme, und zweitens gibt das das wie erwähnt das Dienstrecht nicht her. Andererseits ist zwar rein rechtlich nichts gegen Sarrazin auszurichten, aber im politischen Gefüge ist ein namhafter Vorstand wie er schon deshalb langfristig nicht mehr tragbar, weil er das wichtigste Kapital der Bundesbank aufs Spiel setzt, nämlich die Unabhängigkeit der Institution, die im Innenverhältnis zweifellos Zurückhaltung im persönlichen Gebahren verlangt, besonders in so brisanten Fragen wie der, die Sarrazin nun anpackt.
Was also soll Axel Weber tun? Er will und soll ja in Bälde Nachfolger von EZB-Chef Jean-Claude Trichet werden. Ob er es wird, dürfte zu einem nicht geringen Teil davon abhängen, wie Weber die causa Sarrazin ins Reine bringt.
Einen Rausschmeißer habe ich noch, er kommt diesmal ungewöhnlicherweise von der kanadischen The Globe and Mail. Die wird von mir immer gerne gelesen, weil sie stets vornehm, zurückhaltend, gediegen, immer und überall auf Ausgleich und Moderation bedacht ist. So liest sich auch der Artikel zum Thema Sarrazin, der ohne jeden Anflug von Meinung nichts als die reinen Fakten meldet. Bemerkenswert ist indes die Kommentarsektion unter dem Artikel — da ging's nämlich richtig heftig zur Sache, weshalb die Redaktion auch zum Kehraus aufspielte: »Editor's Note: We have closed comments on this story for legal reasons. We appreciate your understanding.« Wer sich manche der Kommentare zu Gemüte führt, weiß auch, warum.
-- Aktualisierung 01.09.10 11.48h:
[von ed2murrow:]
In Italien titelt der konservative Corriere della Sera „Das anti-islamische Buch des linken Bänkers, das Merkel wutschnauben läßt“. Sein Berlinkorrespondent leitet den Artikel ein: “Frauen mit Schleier oder mindestens einem Tuch auf dem Kopf. Islamische Schulen von München bis Hamburg. Muezzin statt Kirchenglocken. Verbot von Nacktheit an Stränden. Wissenschaft und Technik im Ausverkauf. Reichtum im Absturz. Geruch von Kebab. Das ist das Deutschland in ein paar Jahrzehnten in der Vorstellung eines gewichtigen deutschen Sozialdemokraten, Mitglied des Vorstandes der Bundesbank, was den Baum der nationalen Einwanderungspolitik heftig durchschüttelt. Thilo Sarrazin, 65, ist ein typischer Unbelehrbarer: Am Ende wird nach Meinung der politischen Parteien und der Sozialpartner aller Wahrscheinlichkeit nach er es sein, der für seine politisch völlig unkorrekten, sprachlich zündelnden und hart an die Grenze des Rassismus gehenden Ausfälle die Konsequenzen tragen wird“. Der Korrespondent zitiert sodann die Reaktionen aus Deutschland sowie einige der vorgestellten Zahlen zur demographischen Entwicklung. „Ich will nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel überwiegend muslimisch ist oder dass Türkisch und Arabisch in großen Teilen gesprochen wird, dass die Frauen Kopftücher tragen und dass der Rhythmus des Tages vom Muezzin diktiert wird“ stellt der Corriere das Resümee Sarrazins vor. Er weigere sich, als Rassist definiert zu werden, weil seinen Angaben zufolge er sich auf kulturelle Unterschiede berufe und nicht auf ethnische.
Die linksliberale La Repubblica greift online („Juden genetisch anders“) das Interview in der WaS mit dem Eingangssatz auf: „In Berlin spricht man wieder vom genetischen Gut der Juden als Unterscheidungsmerkmal, und das Establishment, die Medien und die Gesellschaft stehen auf“. Trotz aller Widerstände gebe Sarrazin nicht auf und zähle auf wachsende Sympathie. „Laut der Wochenzeitschrift Focus hoffe ein Deutscher von fünf auf die Geburt einer nationalkonservativen Partei, nicht rechtsradikal, aber rechts von der CDU, die fähig sei, von deutscher Normalität zu sprechen und von Nationalstolz“. Zusammen mit anderen Neocons werde Sarrazin als einer ihrer Richtungsgeber gehandelt. Seine Äußerungen seien eine „Eskalation, die die Qualität der Debatte verändert. In einem Land, das heute die stabilste Demokratie der EU ist, aber zwischen 1933 und 1945 von Hitler, Goebbels, Himmler und Goering regiert wurde, von Juden zu sprechen, indem man ihr genetisches Gut zum Gegenstand macht, lässt die Alarmglocken schrillen.“ „Intolerante Stimmung gegen Muslime, aber auch gegenüber schwachen Deutschen (die Armen und die Arbeitslosen, Bezieher von öffentlichen Hilfen, die in der Vergangenheit von Sarrazin als faul beschrieben wurden und denen er empfahl, an Gewicht abzunehmen), Lust auf Stolz, Auspizien einer harten Linie. Das ist die Musik aller europäischen Populismen“.
Il Fatto Quotidiano, dessen Artikel nur gegen Bezahlung zu haben ist, titelt: „Antisemit, xenophob oder verrückt?“
Ähnlich wie der Corriere, allerdings ausdrücklich beschränkt auf die Lektüre des Spiegel, beschreibt Il Giornale der Familie Berlusconi online „den Sturm nach dem Schock eines künftig islamischen Deutschland“. Dem Verfasser des Artikels erscheint eine andere Stelle zitierwürdig: „Jede Gesellschaft hat das Recht darüber zu entscheiden, wen sie aufnehmen will, und jedes Land hat das Recht, die eigene Kultur und seine Traditionen zu schützen. Solche Überlegungen sind auch in Deutschland wie in Europa legitim“. Die Kernthese des Buches sei, „dass es nur weniger Generationen bedarf, um uns zu einer Minderheit im eigenen Land werden zu lassen. Das ist nicht nur ein Problem in Deutschland, sondern aller europäischen Völker“.
[von Gustlik:]
Deutsche antimuslimische Partei
Ob Thilo Sarrazin, Mitglied der Bundesbank und Autor des Buches... eine antiislamistische Partei gründet? Eine solche ultrakonservative Partei könnte bis 20% Zustimmung bekommen. (wyborcza.pl)
[von Rahab:]
»'Jewish gene' theories make waves in Germany, go unnoticed in Israel« (Haaretz, 31.08.10)
-- Aktualisierung 02.09.10 11.50h:
[von Gold Star For Robot Boy:]
- »Thilo Sarrazin, German Banker, Under Fire For 'Racist' Jewish Remark« (The Huffington Post, 29.08.10)
- »Comments by German on Minorities Are Criticized« (The New York Times, 29.08.10)
[von derDonnerstag:]
- »Herr Sarrazin hat da etwas falsch verstanden« (Tages-Anzeiger, 01.09.10)
- »Sarrazin, die Muslime und das Grimmsche Wörterbuch« (Neue Zürcher Zeitung, 01.09.10)
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No it isn't, Mr Theel, just a little bit further in the southeast.
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It should be Henley, then.
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Not quite, but just a short way eastwards, however.
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Congratulations! - Game lost but dreaming of Cambridge :-)
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Errata corrige
Game lost but still dreaming of Cambridge :-) |
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Am Abend berichtete ein Hörfunkkorrespondent aus Israel, dass die dortige Presse sachlich über die deutsche Diskussion berichte. Eine Zeitung konfrontiere Sarrazins Aussage über das "jüdische Gen" mit der Aussage eines orthodoxen Rabbis, dass ein Konvertit zum jüdischen Glauben nur dann das "jüdische Gen" erhalte, wenn er von einem orthodoxen Rabbi aufgenommen werde, und frage, warum die Formulierung Sarrazins anstößig sei, die des Rabbi aber nicht.
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hierzu aus ha'aretz (englisch)
www.haaretz.com/print-edition/features/jewish-gene-theories-make-waves-in-germany-go-unnoticed-in-israel-1.311182 auf die Landmark-studie hatte ich bereits bei e2m (rassismus) verlinkt - und zwar, weil ich die kommentare dazu interessant finde. |
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ich setze den link auf den betreffenden artikel noch mal
www.haaretz.com/print-edition/news/landmark-study-proves-90-of-jews-are-genetically-linked-to-the-levant-1.295231 und zitiere aus Leggewies 'Alhambra - der Islam im Westen' (1993) zu Malcolm X: "Das (die Begegnung mit dem Islam) brachte Malcolm X vom schwarzen Rassismus aber; betrachtete Ethnizität nicht mehr als eine physische Gegebenheit, sondern als eine sozial konstruierte Wirklichkeit, was bekanntlich ein entscheidender Unterschied ist." |
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Lieber j-ap,
Bescheiden kommt dies´ Blog daher, und daher ist es eine große Zier. Vielen Dank für die eloquente und schnelle Zusammenfassung. Alles Gute Christoph Leusch |
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Danke und: immer gern.
Die Idee zu dieser Rubrik, die mir sehr gefällt, stammt ja eigentlich von ed2murrow, da der allerdings zu diesem Thema noch nichts in diese Richtung verlauten ließ, hab ich's eben gemacht. Ich lese zwar ziemlich viel, aber nicht alles, und nicht alles, was ich lese, ist es wert, hier eingestellt zu werden. Sollte sich also jemand bemüßigt fühlen, noch etwas anzufügen oder Zeitungen zu kommentieren, die ich nicht berücksichtigt habe (zu diesem Thema etwa zeitungen aus der Türkei, ich kann leider kein Türkisch, scheide also aus): nur zu. Viele Grüße, J. A.-P. |
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Ebenfalls vielen Dank. Dies ist außerordentlich nützlich.
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Ich rege an, den Blog auf die erste Seite zu verlinken.
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Ist passiert. Ebenfalls vielen Dank. Hier noch die Links zum Guardian, der natürlich auch was zu Sarrazin gemacht hat:
When will those brave critics of Islam decry this mob hate? Kommentator Pankaj Mishra stellt Sarrazin in eine Reihe mit Necla Kelek, Ayaan Hirsi Ali und Pamela Geller und zieht Parallelen zur Moschee-Debatte in New York. When will those brave critics of Islam decry this mob hate? Deniz Yücel (sonst taz) schreibt, die türkische Community regt sich weniger wegen Sarrazin auf, sondern über diese große Debatte, die seine Thesen ausgelöst hat. |
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In der Türkischen Presse herrscht keine grosse Unruhe über Sarrazins Aeusserungen (Anmerkung hibou: wir haben ja unseren MP). Nur Hürriyet zitiert aus dem eigenen Blatt eine Aeusserung Vural Ögers von 2004 (die dieser als Scherz meinte?): Bis zum Jahr 2100 werde es in Deutschland 35 Millionen Türken und zwanzig Millionen Deutsche geben. „Das, was Kanuni Sultan Süleyman Sultan Süleyman der Praechtige) 1529 mit der Belagerung Wiens begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen verwirklichen“.
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Bedankest, lieber hibou!
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Merhaba J.A.-P., nasilsin?....."er hat doch Recht, der Sarrazin", und der "Franzose macht´s doch richtig mit den Zigeunern", " aber es stimmt doch Grundsätzlich was nicht mit der Politik hier", "die Merkel macht nichts da sie niemand auf die Füsse treten will der sie finanziert hat", (Kommentare am Rande eines Fussballpokalspiels, A-Klasse gegen B-Klasse gestern Abend)....in der Tat gibt es nicht nur hier im Land keine dauerhaftes Konzept welches über Legislaturperioden hinausgehend einen entspannteren Umgang zwischen den Ethien ermöglichen würde. Solange eine Möchtegernkultur wie z.B. die Deutsche sich durch Abgrenzung definiert und dabei auf der selben Ebene agiert wie alle religiösen Gruppen werden wir nicht viel weiter kommen. Wer sich übrigens wünscht andere mögen sich seiner (gefühlten) Kultur angleichen könnte netterweise lernen die Türe aufzumachen, was unsere türkischstämmigen Mitbürger betrifft hilft nebenbei schon wenn sich Deutsche die Mühe machen 4 oder fünf türkische Wörter und Sätzchen zu lernen, ...ein erfreutes Staunen seitens unserer angeblich Migrationsunwilligen ist garantiert!
Teschekür ederam! Iyi günler! |
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Sollte Ihnen @j-ap, tatsächlich entgangen sein, daß Thilo Sarrazin als Reaktion auf das Lettre-Interview zwar in großer schaufensterpolitischer Geste das Ressort Bargeld entzogen, seinem Zuständigkeitsbereich aber im Mai ohne jedes Geräusch die Revision zugeschlagen wurde? Ich bin ein wenig irritiert über Ihre Formulierung '...denn erstens ist bei Sarrazin schlicht zuwenig Zuständigkeitsbereich übrig, den man ihm noch entziehen könnte...'
'- 05/2009 - 10/2009 zuständig für die Bereiche Bargeld, Informationstechnologie und Risiko-Controlling - 10/2009 - 05/2010 zuständig für die Bereiche Informationstechnologie und Risiko-Controlling - seit 1. Mai 2010 zuständig für die Bereiche Informationstechnologie, Risiko-Controlling und Revision' www.bundesbank.de/aufgaben/aufgaben_vorstand_sarrazin.php Interessant an der Causa Sarrazin ist aber in der Tat, wie sich Herr Weber im Hinblick auf den gewünschten Posten bei der EZB verhalten wird. Es ist schon ganz erstaunlich, wie der Demagoge Sarrazin nicht nur Weber, sondern auch seine Kritiker in die Zwickmühle manövriert hat. Bemüht man sich um Widerlegung seiner steilen Thesen, ist es ja auch schon wieder Werbung für sein Machwerk. Wirft man ihn aus der SPD und/oder dem Bundesbankvorstand, haben die Schlichtgemüter einen Märtyrer der Meinungsfreiheit. Widerspricht man ihm nicht, bleiben Thesen im Raum stehen, die jeder auch nur halbwegs konstruktiven Integrationsdebatte hinderlich sind. Vielen Dank für die Presseschau. |
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das will ja keiner verstehen. aber ich hatte eher den eindruck, dass das WSJ es übersah.
"Was also soll Axel Weber tun? Er will und soll ja in Bälde Nachfolger von EZB-Chef Jean-Claude Trichet werden. Ob er es wird, dürfte zu einem nicht geringen Teil davon abhängen, wie Weber die causa Sarrazin ins Reine bringt." kann man so sehen... aber schlussendlich will merkel den posten auch in deutschland und hat das entsprechend vorbereitet. alternativen zu weber hat sie nicht wirklich. mfg mh |
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Liebe dame,
Sie haben zwar recht mit Ihrem Hinweis, aber wie oft, glauben Sie, ließe sich das Spiel — erst Ressort weg, dann ein neues dazu, wenn etwas Gras über die Sache gewachsen ist — denn wiederholen? Das wichtigste Pfund einer Zentralbank ist Unabhängigkeit. Wie schnell dieses Kapital trotz anderweitig völlig lauteren und untadeligen Gebarens verspielt werden kann, hat nicht zuletzt Jean-Claude Trichet im Mai dieses Jahres gemerkt, als die EZB im Zuge der Griechenland-Krise dazu überging, in vorauseilendem Gehorsam Staatsanleihen am Sekundärmarkt aufzukaufen und damit de facto begann, Schulden zu monetarisieren. Was mh schreibt ist auch richtig: Weber hat vor allem den Bonus, daß der nächste EZB-Chef ein Deutscher wird (dieser Fahrplan war schon vor Duisenberg klar) und bislang kein anderer als er in Sicht ist. Aber erstens hat Merkel schon mehr als einmal bewiesen, zur Not auch entlegene Personalien aus dem Hut zu zaubern, wenn es opporton erscheint, und zweitens dürfte selbst ein Weber nicht durchzusetzen sein, wenn er sich mit Sarrazin so richtig in die Nesseln setzt. Ich fand's jedenfalls ganz interessant, diesen Aspekt überhaupt erst einmal beleuchtet zu sehen. Grüße, J. A.-P. |
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@j-ap: ich hatte, als dieser türkenverein von der buba brieflich forderte, sarrazin zu entlassen, mal die vermutung geäußert, dass das, als schriftlicher beweis, dann irgendwann noch dazu dient, dass man sarrazin im amt halten müssen.
siehe dazu nun das interview von helmut siekmann in der heutigen böz: -------------------------------------------------- Was meinen Sie mit Druck? Die in den Medien wiedergegebenen Äußerungen der Bundeskanzlerin dürften nach meiner Einschätzung zu weit gehen. Auch der Druck der Medien auf die Bundesbank dürfte schon einen Verstoß gegen EU-Recht darstellen. Was können denn die Folgen dieses Verstoßes sein? Natürlich leiten sich daraus keine unmittelbaren Rechtsfolgen ab. Aber unabhängig davon, wie man zu dem Verhalten einzelner Vorstandsmitglieder steht: Es bleibt festzuhalten, dass der Druck auf die Bundesbank gegen die Unabhängigkeitsgarantie für das gesamte ESZB verstößt. ----------------------------------------------------- damit hat sarrazin in der ecke genau das was er brauchte. selbst wenn die versuchen es durchzudrücken, wird er über den rechtsweg entweder im amt bleiben oder solange im amt bleiben können, bis er eh gehen muss. mfg mh |
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mann definiere bitte "Druck"
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nen brief an die buba schreiben und sarrazins rücktritt fordern ist druck.
wenn merkel feststellt, dass sich die bundesbank mit sarrazin befassen werde, weil dieser "vollkommen inakzeptabele" äußerungen getroffen hat, dann ist das druck und vorgabe.. direkt den rücktritt fordern, ist druck. das war die spd und cem özdemis ... cem özdemir kennt übrigens keine deutschen und keine türken ... aber er kennt "die sarrazins" dieses landes. kann man doch ewig fortführen. mfg mh |
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Mh,
ich pflichte Ihnen da völlig bei und sehe auch überhaupt gar keinen Weg, Sarrazin auf diese Weise loszuwerden, weil das das Dienstrecht schlicht nicht hergibt. Beamte in diesen Höhen wird man nur los, wenn man sie wegbefördert — und wohin soll man einen Vorstand der Bundesbank entsorgen? In die EU-Kommission? Entweder fährt man irgendeinen deutschen Karl Rove oder Newt Gingrich auf, die so richtig übles smear campaigning beherrschen — es wäre mir aber neu, daß so einer für die deutsche Politik in Griffreichweite wäre — oder man erinnert sich an die Vorgänge um Zumwinkel: der war ja auch kein Niemand, sondern einer der großen Vernetzten, fraglos Teil des Establishments und mancher Innenzirkel dieses Landes, andernfalls er es schlicht nie an die Spitze der ehemaligen Monopolbehörde geschafft hätte. Für den mußte man seinerzeit auch einen veritablen Schauprozess ins Werk setzen, um ihn loszuwerden. |
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@j-ap
Christian Wulff würde Sarrazin zu entlassen und die Bundesregierung diese Entscheidung gegen zu zeichnen haben. Insofern verstehe ich nicht ganz, worauf Sie mit 'Dienstrecht' und 'Wegbefördern' hinaus wollen. Die Wechselwirkungen und Interessenlagen zwischen Axel Weber, EZB und Sarrazin waren gestern bereits in Die Zeit behandelt. www.zeit.de/wirtschaft/2010-08/sarrazin-schadet-weber Die SPD entscheidet am 6.9. darüber, ob sie ein beschleunigtes Ausschlußverfahren anstrebt, in dem Sarrazin nicht wegen seiner 'Kritik an den Fehlern der Integrationspolitik ..., sondern (wegen) sein(es) fatalen menschenverachtenden Menschenbilds' womöglich binnen 3 Monaten aus der SPD entfernt ist. Offenbar mit nicht zu knapp Gegenwind von der Basis. Ich glaube ja fast, so wird's gemacht. Und man folgt damit dem guten alten Prinzip, daß demjenigen, der dummen Unsinn das erste Mal ausspricht, der Kopf abgeschlagen wird, um den dummen Unsinn damit aber gesellschafts- und diskussionsfähig gemacht zu haben. newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1033983 Mein Mitgefühl mit Sarrazin hielte sich in sehr engen Grenzen, ich befürchte aber weiteren Rückenwind für die 'Märtyrer für die Meinungsfreiheit', weitere Entwicklungen Richtung Geert Wilders etc.etc. |
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Liebe dame,
woher ich das Dienstrecht zauberte, ist relativ schnell geklärt, wenn wir uns mal zwischen den Vorhängen und Kulissen vorbei dem Wesentlichen zuwenden, nämlich dem Bundesbankgesetz. Dessen hier einschlägiger § 7 lautet im Absatz 4 Satz 1 wie folgt: Die Mitglieder des Vorstands stehen in einem öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnis.Öffentlich-rechtliches Amtsverhältnis? Jawohl, so ist es. Deshalb lautet auch § 29 Abs. 1 Satz 1 entsprechend: Der Vorstand mit der Zentrale am Sitz der Bank hat die Stellung einer obersten Bundesbehörde.Oberste Bundesbehörde? Jawohl, so ist es. Weshalb auch § 31 Abs. 3 Satz 1 formuliert: Die Beamten der Deutschen Bundesbank sind Bundesbeamte.Bundesbeamte? Jawohl, so ist es. Weshalb auch ... ... I think you get the point, Ma'am. |
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@j-ap
Das Paragraphenreiten ist mein Metier nicht. Sie stimmen aber mit mir überein, daß, wo ein politischer Wille, Sarrazin zu entsorgen, er entsorgt und mitnichten 'wegbefördert' werden wird? Zu meiner Beruhigung trug Sarrazins gestrige Aussage bei, er strebe keine weitere politische Karriere an. Ich wäre allerdings nicht überrascht, wenn sich eines Tages herausstellt, daß Sarrazins mediengestützte Werbekampagne für sein Machwerk dazu inszeniert wurde, die öffentliche Aufmerksamkeit vom neuen Sparpaket abzulenken. |
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Liebe dame,
den Paragraphenritt versuche ich ja auch, soweit es geht, zu vermeiden, jedenfalls in Foren wie diesem, weil das den meisten Mitlesern einfach nur auf die Nerven geht. Ich hab's in diesem Falle nur deshalb getan, um deutlich zu machen, daß der Ruf »Der Mann hat sich unmöglich gemacht — der muß weg!« so nicht klappen kann. Zumal, wie im ZEIT-Artikel zu erfahren war, seine eigenen Aussagen dahin zielen, seine Demission unter Umständen anzufechten. Und das ist nach meiner Einschätzung der Lage nicht nur möglich, sondern sogar mit reellen Chancen verbunden. Im Grunde genommen zeigen die Vorgänge bei der Bundesbank nur eines, nämlich daß so jemand wie Thilo Sarrazin in dieser Position rein vom institutionellen Aspekt her nicht 'vorgesehen' war, denn dazu ist das System an dieser Stelle nicht ausgelegt. Es war bisher weder usus noch ist's gewünscht, daß sich Vorstände des Bundesbank in kontroverse politische Debatten einmischen, vom Entfachen gesellschaftlicher Großdebatten mal ganz zu schweigen. Deshalb gab es ja ganz früher, zu Zeiten der »alten« Bundesbank, in den 1960er-Jahren, ernsthafte Vorschläge, das Bundesbankdirektorium durch Kooptation zu besetzen, also weitgehend ohne Einmischung der Politik. Der systemischen und politischen Unabhängigkeit der Zentralbank wurde in Deutschland immer allerhöchste Priorität beigemessen, und diesem Prinzip ist auch der institutionelle Rahmen geschuldet. Das bedeutet zum einen tunliche Nichteinmischung der Politik in den Gang der Dinge bei der Bank, zum andern und damit korrespondierend eben auch absolute Reservation seitens des Bankdirektoriums. Und im Gegenzug bedeutet(e) das eben auch, daß die Politik nicht nach Belieben etwaige mißliebige Personalien einfach so loswird. Das wollte ich damit verdeutlichen. Liebe Grüße, J. A.-P. |
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@j-ap
Es gehört bekanntlich zu Sarrazins Hobbies, sich aus innenpolitischen Debatten eben nicht rauszuhalten, sondern sich mit brennenden Streichhölzern in der Hand größeren Benzindepots zu nähern. Es gehört ebenfalls zu seinen Hobbies, sich bis zu letzten Instanzen durch die Landschaft zu klagen, denkt man da bloß mal an seine Klagerei auf Abfindung durch die Bahn. Alles nicht Neues - das nur zu 'usus' und zur Vorhersehbarkeit von Sarrazins Entfachung von Großbränden. Viel interessanter fände ich Beweggründe, aus denen heraus ein Großmaul, Spalter, Demagoge wie Sarrazin überhaupt Bundesbanker werden konnte - daß sich ausgerechnet bei ihm auf angemessenes Verhalten verlassen wurde, dazu fehlt mir jeder Glaube. Fehlte mir auch schon vor dem Lettre-Interview. |
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Lieber JA-P,
wie kann man nur in jungen Jahren seine kostbare Zeit mit Zeitunglesen verplempern? Besonders, wenn zu einem bestimmten Thema aus dem entsprechenden Medium keinerlei Information zu gewinnen ist. Warum nicht? Nun, Thilo S. ist ein kleiner, harmloser Fisch, bezogen auf seine Berufsgruppe gesamt. Um es gleich vorwegzusagen: Natürlich gibt es löbliche Ausnahmen. In den letzten zwei Jahren konnte die Welt erleben, wie eine verbrecherische, durchtriebene, unsoziale, abgebrühte Berufsgruppe, die auch als solche zu identifizieren ist, Billionen Gelder in dunkle Taschen geschaufelt hat. In Komplizenschaft mit Politikern werden diese Kosten auf die Öffentlichkeit umgelegt. Das kostet unzählige Menschenleben weltweit, zerstört bestehende gesellschaftliche Strukturen und übt einen gewaltigen Druck auf Demokratien aus. Zusätzlich ist es ein massiver Angriff auf die Freiheit des Einzelnen zum Wohle des Besitzes Weniger. Man kann es auch kurz fassen: Deregulierung 2.0 Nun kommt ein kleiner Bankhansel daher, der ein von Ghostwritern (Thinktank) geschriebenes Buch in die Öffentlichkeit knallt, welches natürlich von milliardenschweren Medienkonzernen (indirekte Verflechtung mit oben genannten Geschehnissen) gehypt wird, ganz nach der uralten Devise: Teile und herrsche. Die Opfer werden aufeinander gehetzt. Und natürlich funktioniert es. Antisemitismus, Juden, Rassismus, Islamisten, Ausländer ... in den letzten Jahren wurde weltweit lang und breit der Boden bereitet. Thilo S. tritt klar erkennbar ins Licht der Öffentlichkeit, während die wahren Verbrecher seiner Zunft weiter in der Anonymität ihren "Geschäften" nachgehen, sich wieder gigantische Prämien zuschieben, natürlich steuergeldfinanziert und die Destabilisierung der Gesellschaft weiter vorantreiben. Somit wird Thilo S. weder aus seiner Zunft noch seiner Partei ausgeschlossen, schließlich treibt er deren Interessen voran. Da kann man noch so viele Zeitungen lesen, Augen der Krähen bringen nichts ans Licht. |
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Sehr geehrter Streifzug,
Ihr Brast ist mehr als verständlich. S. ist kein Bankenkarrierist, sondern auf den Posten von der Tagespolitik, wo er bereits zuviel Schaden angerichtet hatte, weggelobt worden. Der Werdegang ist der eines Berufsbeamten, wenn Sie sich seine Vita ansehen. Die Bundesbank selbst ist eine "bundeunmittelbare Körperschaft es öffentlichen Rechts" und keine Privatbank. Nennen Sie es Differenzierung (sic), ich nenne es lieber eine Frage danach, aus welcher Mitte so etwas entspringt und nicht nur kommt. Unbeschadet sonstiger systematischer Ansätze. "wie kann man nur in jungen Jahren seine kostbare Zeit mit Zeitunglesen verplempern" Gerade jetzt, da wieder eine gewisse Zentrik einschließlich der Scheuklappen ggü. dem, was woanders passiert, Platz greifen, halte ich die Außenansichten für unverzichtbar. Seien Sie also bitte diesem Anliegen gegenüber nicht so rüde. Freundlich, e2m |
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Sehr geehrter e2m,
Vielleicht habe ich die im Text kurz angeschnittene Verquickung von Politik und der erwähnten Berufsgruppe nicht stark genug betont. Beide befinden sich, zusammen mit den Öffentlichkeitbearbeitern (Medienkonzerne) in inneren Kreisen nahe dem Zentrum der Macht, sind systemisch aufeinander angewiesen und dem Zentrum verpflichtet. Systemtheoretisch ist eine Analyse durch "Informationen", die innerhalb des betrachteten Systems generiert werden, denkbar unscharf. Die von Ihnen eingeforderte Außenansichten kann nur von einem geeigneten Standpunkt aus erfolgen. LG Streifzug |
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Thilo S. tritt klar erkennbar ins Licht der Öffentlichkeit
Bei Schiffen nennt man das "Opferanode". |
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@ Streifzug
"Die von Ihnen eingeforderte Außenansichten kann nur von einem geeigneten Standpunkt aus erfolgen" halte ich für eine durchaus angemessene Handlungsanweisung für die Anhänger des Mythos, Strausse würden den Kopf im Sand vergraben. |
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Hallo merdeister,
ein treffender Vergleich. Hier handelt es sich wohl um eine genetische Variation. Thilo S., die Täter-Opferanode, ein minderintelligentes, hinterlistiges Wesen, welches sich bevorzugt in teutonischen Wäldern tümelt. |
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@ed2murrow,
geeignete Standpunkte sind nicht einfach zu finden. Es ist wie mit dem archimedischen Punkt. |
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Lieber Streifzug,
zum Thema Zeitungen und auch zu der gewissen Prise Manie, die mich mit ihnen verbindet, habe ich mich ja schon einmal geäußert: Ich bin mit Zeitungen groß geworden. Das mag Ihnen nun auf den Kopf zu reichlich altmodisch vorkommen, aber es ist so. Als ich an Jahren und Körperwuchs noch klein war, in den 1980ern, durfte ich neben der Tagesschau (die bis heute meine bleibendste Erinnerung an den »alten« Westen ist, wie jeden Abend, Punkt 20.00 Uhr, Werner Veigel oder Wilhelm Wieben nach dem dramatischen Tusch unterm ARD-Baldachin mit getragener Stimme den Staatsakt der Bonner Republik verlasen) genau eine halbe Stunde fernsehen, nämlich am Sonntag den Presseclub (für Werner Höfer und den Frühschoppen war ich zu klein). Wie sie damals da saßen und disputierten und die Weltlage in den Blick nahmen und über die Gebreiten der Zeiten blickten — und nebenher noch rauchten! Ich war und bin und bleibe wohl auch auf absehbare Zeit bekennender Zeitungsleser. Früher habe ich sie stapelweise mit mir herumgetragen, mittlerweile ist es, dank zunehmender Konvergenz von online und print, wesentlich komfortabler. Das hat übrigens auch damit zu tun, daß das Wertpapiergeschäft, in dem ich ja vorrangig tätig bin, in erster Line warten bedeutet. Man sitzt stundenlang einfach nur da und wartet und wartet und wartet. Fragen Sie mal mh, der wird Ihnen das gewiß bestätigen können, wenn Sie's mir nicht glauben sollten. Und was macht man während des leeren Verstreichens der Zeit? Als ich noch studierte, habe ich nebenher gelernt. Da das nun vorbei ist, bleibt noch mehr Zeit für den Blätterwald, ob nun virtuell oder nicht. Schlagzeilen und Agenturmeldungen bekomme ich ohnehin über den Reuters zeitgleich mit den Redaktionen, aber das, was die dann daraus machen, das finde ich nur in der Zeitung. Zum Thema »Bankster« könnte ich nun auch noch manches sagen, weiß aber nicht, ob das hierher gehört oder Sie das vertiefen wollen. Grüße einstweilen, J. A.-P. |
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Hallo ed2murrow,
kein archimedischer Punkt, nur ein Denkanstoss, eine Tendenz: Die aktuelle Studie der Telekom Austria Group zum Thema "Informationsverhalten, Web 2.0 und Auswirkungen auf die Gesellschaft" kommt zum Ergebnis, dass Wikipedia sich zur neuen Tageszeitung entwickelt. Wikipedia, nicht GoogleNews. Wikipedia wird glaubwürdiger als Zeitungen eingeschätzt. Nochmal, nur eine Tendenz. |
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der kommentar von streifzug ist mal wieder voll daneben. möglichst simpel, nicht einfach.
ein versatz von annahmen, behauptungen und unlogischen verstrickungen. das ist ebenso wie ein zeitung, eigentlich nur wegwerfenswert. mfg mh |
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Lieber J. A.-P.,
eine Anregung: Ich lese momentan, sozusagen den langen Wellen Kondratjews folgend, das Buch ZEIT - Gespräche III. Fritz J. Raddatz im Dialog mit: Günther Anders, Raymond Aron, Jorge Luis Borges, Claude Lévi-Strauss, Paul Wunderlich ... mal wieder, mal wieder neu. Da steckt ein Fitzel Zeitung drin, allerdings nur als (vergangener) Rahmen. Raddatz und seine Dialogführung sind die Seele der Angelegenheit. Ein kurzer Blick ins Jetzt kombiniert mit einem tiefen Blick in die Vergangenheit ist oft der Schlüssel zur Wirklichkeit. Ruhig in Wiederholung. Wer zu viel wartet, wird zum Wärter seiner selbst. Ansonsten schreibe ich mit ruhigem Gemüt (den klaren Verstand lasse ich unerwähnt), auch wenn manche Sätze etwas martialisch klingen, sie sind aber nur machiavellistisch. |
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mh,
du bleibst dir wenigstens treu: Ø |
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der durchschnitt ward noch immer über dem bodensatz der verschwörungstheorie.
mfg mh |
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Ich hab es befürchtet, bei dem winzigen mathematischen Werkzeugköfferchen des durchschnittlichen Wirtschaftsverstehers :)
Ø |
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J. A.-P.
da ich nun wieder unterwegs bin und erst morgen antworten kann noch eine Anregung zu Bankstern, Politikern und Medien: "... und heute wissen wir nicht einmal, ob das Kulturleben überhaupt das Verschwinden der Domestiken wird überdauern können ..." |
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dann suchste mal nach ascii 157 und dann wird offenbart:
slashed zero or empty set ersteres ist das zeichen für durchschnitt und letzteres deine leere menge. da es sich hier eindeutig um ein durchgestrichenes Otto handelt, ist es als durchschnitt zu definieren, denn ein Otto, wirst du mir nicht für einen kreis vormachen, werter streifzug. mfg mh |
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:)
so, nun bin ich aber weg. |
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Guten Abend Streifzug, Sie schreiben "Wikipedia wird glaubwürdiger als Zeitungen eingeschätzt". Für würdiger befunden zu werden, dass man ihm Glauben schenkt, ist ja das mindeste Ziel für eine Gratisinformation; es hat ja auch etwas von freigiebig. Rufen Sie mal mitten in Bayern laut: A Freibier gibt’s, owa a g’scheits. In puncto Gossip jedenfalls haben die Diskussionsseiten hinter den lexikalen Seiten manchmal mehr Witz als so manche Glosse des Prints. Wahrscheinlich sehe nicht nur ich das so, sondern alle, denen Homestorys à la „Prinz William hat wieder ...“ einfach zu ungepfeffert sind. Nur mal so, als Otto Normalverbraucher |
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:) Huch - grandios.. sind Sie aus dem Koma erwacht?
Und wenn die alten Raben noch fliegen immerdar, so muss ich auch noch schlafen verzaubert Hundert Jahr. (Wer weckt denn jetzt endlich den Kaiser, damit er uns wenigstens diesmal vor den braunen Großverwesern bewahrt ?) |
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Ob es hinter dem Ex-Vorhang "eisern" auch Zeitungen gibt? Strom...? Immer diese Westeurozentriker!
Niemiecka partia antymuzułmańska Czy Thilo Sarrazin, członek zarządu Bundesbanku i autor książki przestrzegającej przed muzułmańskimi imigrantami, stworzy antyislamską partię? Taka ultrakonserwatywna partia mogłaby liczyć nawet na 20-proc. (wyborcza.pl) Deutsche antimuslimische Partei Ob Thilo Sarrazin, Mitglied der Bundesbank und Autor des Buches... eine antiislamistische Partei gründet? Eine solche ultrakonservative Partei könnte bis 20% Zustimmung bekommen. |
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Bedankt.
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In Italien titelt der konservative Corriere della Sera „Das anti-islamische Buch des linken Bänkers, das Merkel wutschnauben läßt“. Sein Berlinkorrespondent leitet den Artikel ein: “Frauen mit Schleier oder mindestens einem Tuch auf dem Kopf. Islamische Schulen von München bis Hamburg. Muezzin statt Kirchenglocken. Verbot von Nacktheit an Stränden. Wissenschaft und Technik im Ausverkauf. Reichtum im Absturz. Geruch von Kebab. Das ist das Deutschland in ein paar Jahrzehnten in der Vorstellung eines gewichtigen deutschen Sozialdemokraten, Mitglied des Vorstandes der Bundesbank, was den Baum der nationalen Einwanderungspolitik heftig durchschüttelt. Thilo Sarrazin, 65, ist ein typischer Unbelehrbarer: Am Ende wird nach Meinung der politischen Parteien und der Sozialpartner aller Wahrscheinlichkeit nach er es sein, der für seine politisch völlig unkorrekten, sprachlich zündelnden und hart an die Grenze des Rassismus gehenden Ausfälle die Konsequenzen tragen wird“. Der Korrespondent zitiert sodann die Reaktionen aus Deutschland sowie einige der vorgestellten Zahlen zur demographischen Entwicklung. „Ich will nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel überwiegend muslimisch ist oder dass Türkisch und Arabisch in großen Teilen gesprochen wird, dass die Frauen Kopftücher tragen und dass der Rhythmus des Tages vom Muezzin diktiert wird“ stellt der Corriere das Resümee Sarrazins vor. Er weigere sich, als Rassist definiert zu werden, weil seinen Angaben zufolge er sich auf kulturelle Unterschiede berufe und nicht auf ethnische.
Die linksliberale La Repubblica greift online („Juden genetisch anders“) das Interview in der WaS mit dem Eingangssatz auf: „In Berlin spricht man wieder vom genetischen Gut der Juden als Unterscheidungsmerkmal, und das Establishment, die Medien und die Gesellschaft stehen auf“. Trotz aller Widerstände gebe Sarrazin nicht auf und zähle auf wachsende Sympathie. „Laut der Wochenzeitschrift Focus hoffe ein Deutscher von fünf auf die Geburt einer nationalkonservativen Partei, nicht rechtsradikal, aber rechts von der CDU, die fähig sei, von deutscher Normalität zu sprechen und von Nationalstolz“. Zusammen mit anderen Neocons werde Sarrazin als einer ihrer Richtungsgeber gehandelt. Seine Äußerungen seien eine „Eskalation, die die Qualität der Debatte verändert. In einem Land, das heute die stabilste Demokratie der EU ist, aber zwischen 1933 und 1945 von Hitler, Goebbels, Himmler und Goering regiert wurde, von Juden zu sprechen, indem man ihr genetisches Gut zum Gegenstand macht, lässt die Alarmglocken schrillen.“ „Intolerante Stimmung gegen Muslime, aber auch gegenüber schwachen Deutschen (die Armen und die Arbeitslosen, Bezieher von öffentlichen Hilfen, die in der Vergangenheit von Sarrazin als faul beschrieben wurden und denen er empfahl, an Gewicht abzunehmen), Lust auf Stolz, Auspizien einer harten Linie. Das ist die Musik aller europäischen Populismen“. Il Fatto Quotidiano, dessen Artikel nur gegen Bezahlung zu haben ist, titelt: „Antisemit, xenophob oder verrückt?“ Ähnlich wie der Corriere, allerdings ausdrücklich beschränkt auf die Lektüre des Spiegel, beschreibt Il Giornale der Familie Berlusconi online „den Sturm nach dem Schock eines künftig islamischen Deutschland“. Dem Verfasser des Artikels erscheint eine andere Stelle zitierwürdig: „Jede Gesellschaft hat das Recht darüber zu entscheiden, wen sie aufnehmen will, und jedes Land hat das Recht, die eigene Kultur und seine Traditionen zu schützen. Solche Überlegungen sind auch in Deutschland wie in Europa legitim“. Die Kernthese des Buches sei, „dass es nur weniger Generationen bedarf, um uns zu einer Minderheit im eigenen Land werden zu lassen. Das ist nicht nur ein Problem in Deutschland, sondern aller europäischen Völker“. |
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Vielen Dank, Josef, dass Sie geschrieben und getagt haben. Sie können meines ohne weiters im Blog eingliedern, wenn Sie wollen.
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Aber selbstverfreilich mache ich das — das ist ja der Sinn der Sache.
Vielen Dank für die Updates. |
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Danke für die Außensichtschau zum Fall Sarrazin.
siehe dazu: www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/schwaecht-sarrazin-mit-seinen-thesen-im-ezb--geheimauftrag-den-€? 01.09.2010 | 17:15 Schwächt Sarrazin mit seinen Thesen im EZB- Geheimauftrag den €? außenpolitik Schwächt Thilo Sarrazin mit seinen Thesen im EZB- Geheimauftrag den Euro? Schwächt Thilo Sarrazin mit seinen kruden Thesen im EZB- Geheimauftrag, zum kleinkariert ephemeren Nutzen und Frommen der europäischen Exportwirtschaft, das Ansehen des Euro?, damit muslimische wie jüdische Länder von Beitrittsgesuchen in den Euro- Raum absehen? tschüss JP |
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US-Medien:antisemitische,rassistische Äußerungen Sarrazins:
www.huffingtonpost.com/2010/08/29/thilo-sarrazin-german-banker-jewish-remark_n_698301.html www.nytimes.com/2010/08/30/world/europe/30iht-german.html Hart Aber Fair "Meinungsumfrage": Stimmen Sie den Thesen von Thilo Sarrazin zu? 85% Ja 15% Nein www.wdr.de/tv/hartaberfair/voting_ergebnis.php5?votingName=%20HartAberFair_20100901&votingID=702 |
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Ach, der Sarrazin. Jener, der erst dann weiß, was er denkt, wenn er hört, was er sagt. Ausgerechnet DER schreibt ein Buch über das, was er sagt, um uns zu erklären, was wir hören sollen. Ein beamteter Biedermann als Brandstifter. Wer jetzt aber glaubt, ein Argument sei richtig, nur weil es gedruckt steht, ist ein Idiot. Dann doch lieber Muezzin statt Sarrazin.
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schrieb am
01.09.2010 um 23:24
Ich bezeuge: 'der erst dann weiß, was er denkt, wenn er hört, was er sagt' - ich hab´s gerad wird wieder gesehen - hart.
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Der Schweizer Tages-Anzeiger interviewt Elsbeth Stern, Prof. für Psychologie an der ETH Zürich, auf deren Aussagen sich Sarrazin bezüglich der Vererbung von Intelligenz berufen hat.
www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Herr-Sarrazin-hat-da-etwas-falsch-verstanden-/story/22219338 Auf die Frage, ob S. These stimme, dass Intelligenz zu 50 - 80 % erblich sei, sagt Stern: "Nein, Herr Sarrazin hat da etwas fundamental falsch verstanden. Es muss heissen: 50 bis 80 Prozent der Intelligenzunterschiede sind auf Gene zurückzuführen. ..." Studien an eineiigen Zwillingen bestätigten die diese These. ,,, "Das spricht für den starken Einfluss der Gene." Auf die Frage nach dem Erkenntnisstand zu "Intelligenzgenen": "Wir wissen derzeit fast nichts darüber, wo die Gene sitzen oder welche geistigen Fähigkeiten sie steuern. Sicher ist, dass sehr viele solcher Gene über alle Chromosomen verteilt sind und auf sehr komplexe Weise zusammenspielen. Die Suche nach einzelnen Intelligenzgenen war bisher trotz grosser Anstrengungen vergebens." Zur Förderung von "intelligenten" und "dummen" Menschen: "Um die genetischen Voraussetzungen in geistige Fähigkeiten umzusetzen, braucht jeder eine entsprechende Förderung." Ganz interessant sind auch die anderen, auf derselben Seite verlinkten Artikel. Etwas peinlich nur das polemische Fazit des als Info-Box aufgemachten Textes "Von jüdischen und anderen Genen": Forscher hätten herausgefunden, "dass europäische Männer vermutlich von einem Bauern aus Anatolien abstammen. Der lebte allerdings in der Jungsteinzeit. Vielleicht trägt auch Thilo Sarrazin das Chromosom dieses frühen Türken in sich." Bekanntlich lebten in der Jungsteinzeit in Anatolien noch keine "Türken". |
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Herr derDonnerstag schrieb: "Studien an eineiigen Zwillingen bestätigten die diese These."
Dann könnten Otto-Normal-Freitagsschreiber ja auch an Herrn Rainer Kühn und Herrn walter ter linde forschen. Gibt es Studien zu den restlichen, bzw. zur 25ling-Forschung? Oder kann man 25linge nur mithilfe von Selbstbefruchtung herstellen? |
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schrieb am
01.09.2010 um 23:22
Dieses Forschen immer macht mich ganz malle!
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"Bekanntlich lebten in der Jungsteinzeit in Anatolien noch keine "Türken"."
Nun, diese Äußerung spricht für sich ... (Ich will zudem der Wahrheit zu Ehren nicht verhehlen, daß es mich befriedigt, wie der Donnerstag eine Diagnose der Frau Professor in Ehren hält, die er bei TomGard als Ausweis schwachsinniger Anmaßung geißelte. Bestätigt meine Diagnose, Gehorchen sei das Wesentliche, was Donnerstag gelernt hat. Aber von der Wahrheit zur Sache übergehend:): Nicht für sich spricht, was Donnerlittchen nicht zitiert. Die Frau Professor führt nämlich spezifisch Zwillingsstudien ins Feld (und ernstzunehmende Studien anderer Art kann es übrigens auch nicht geben, nebenbei gesagt), um die Aussage zu rechtfertigen: "Es muss heissen: 50 bis 80 Prozent der Intelligenzunterschiede sind auf Gene zurückzuführen. ..." Da sie dann andererseits aber bekennt: "Die Suche nach einzelnen Intelligenzgenen war bisher trotz grosser Anstrengungen vergebens." sind Versuche, die signifikanten Unterschiede in der verglichenen Testperformaz eineiigen Zwillinge gegenüber zweieiigen Zwillingen auf genetische Differenzen zurück zu führen, auch vergebens gewesen. Das Urteil hat folglich immer noch den Status einer statistisch begründeten Vermutung. Ich habe nun zu bekennen, daß mir die Phantasie wie die Kenntnisse fehlen, mir vorzustellen, wie eine statistische Vermutung zu einer Signifikanz gekommen ist, die mit "zwischen 50 und 80%" benannt wird. Definitiv ist es aber eine Aussage über eine Vermutung, und nicht über eine "Realität"! Real im Sinne einer möglichen Abbildung des Vorgangs, wäre die Aussage: Die Unterschiede in unseren Testergebnissen bei eineiigen und Zweieiigen Zwillingen stehen nicht im Widerspruch zu unserer These, daß Eineiige einander ähnlicher sind, als Zweieiige. Sie stehen auch nicht im Widerspruch zu unserer zusätzlichen Tätigkeit, das ein abgrenzbares Attribut solcher Ähnlichkeit ein Phänomen ist, das in der Performanz bei Intelligenztests eine signifikante Abbildung erfährt. Vulgo, mit solcher Performanz in irgendeinem Maße beschrieben (im Unterschied zu "erkannt") ist. Ergo, schließe ich an, stehen diese Ergebnisse auch nicht in Widerspruch zu der Annahme eines okkulten Geistes, der in Neuronensuppen wese und in "Intelligenz" eine spezifische Erscheinungsform habe. Ergo auch nicht zu der Gegenannahme, solch ein Trumm könne es nicht geben. Daß die Ergebnisse dem okkulten Geist irgend eine Form von Plausibilität oder gar Relevanz verleihen, kann ich nicht dann auch und erst recht nicht erkennen. |
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Error: "Sie stehen auch nicht im Widerspruch zu unserer zusätzlichen Tätigkeit"
Tätigkeit ist durch "These" zu ersetzen. |
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schrieb am
02.09.2010 um 01:36
@TomGard
<> Die Ergebnisse der Zwillingsforschung wurden offenbar als signifikant bewertet. Eine "Signifikanz" von 50 bis 80 Prozent gab es allerdings nicht und sie wurde selbstverständlich auch nicht so benannt. Entweder ist ein statistischer Zusammenhang signifikant oder er es ist es nicht. Signifikanz ist etwas anderes als Korrelation, auch wenn der erstgenannte Begriff von Leuten, die so tun, als hätten sie Ahnung von Statistik, häufig falsch gebraucht wird. Grob gesagt, wird ein Ergebnis als signifikant bezeichnet, wenn es sehr wahrscheinlich nicht durch Zufall zustande gekommen ist. Als sehr wahrscheinlich wird i.d.R. 95 % betrachtet. Mit "Ergebnis" ist ein gemessener statistischer Zusammenhang zwischen verschiedenen Variabeln gemeint. Man berechnet mit diversen Methoden, je nach Skalenniveau, eine Korrelation, d.h. die Stärke des Zusammenhangs, die i.d.R. zwischen 0 und 1 bzw. 0 und 100 % liegt. In diesem Fall ist das Ergebnis: 50 bis 80 % der Intelligenzunterschiede sind auf Gene zurückzuführen. Dass man über diese Gene bzw. deren Zusammenspiel bisher noch wenig weiß, ändert nichts an der Tatsache, dass es sich um Gene handeln muss, die diese Intelligenzunterschiede hervorrufen. Denn Vererbung ist durch die Zwillingsstudien eindeutig nachgewiesen und Vererbung läuft nun einmal bekanntlich über Gene. Oder haben Sie vielleicht eine andere Erklärung? <<"Bekanntlich lebten in der Jungsteinzeit in Anatolien noch keine "Türken"." Nun, diese Äußerung spricht für sich ...>> Für was? Bekanntlich stammen die Türken ursprünglich aus Zentralasien. Im 11. Jh. begann die Einwanderung nach bzw. die Eroberung von Anatolien. Die Jungsteinzeit war da schon ein Weilchen her. Wenn Sie Belege dafür haben sollten, dass das alles ganz anders war, lasse ich mich aber natürlich gerne eines Besseren belehren. |
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Höhö, Glanzleistung, Herr Donnerstag,
der genetische Löwenanteil ist auch bei Türken lange nicht mehr zentralasiatisch, es reicht ja wohl bereits ein Blick auf den Durchschnitt, der in der Mehrheit die Zehnttausend Jahre wiederspiegelt, die der fruchtbare Halbmond nun schon besiedelt wurde, ..der gemeinsame türkische und deutsche Genpool ist da gemeint gewesen, nicht daß wir direkt mit denen verwandt sind, die, wie Sie so schön feststellen, "erst im 11. Jahrhundert eingewandert sind; aber Danke für die köstliche Belehrung... |
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schrieb am
02.09.2010 um 02:46
So war es mit Sicherheit nicht gemeint. Wenn Sie lesen könnten, wäre Ihnen das auch aufgefallen.
Ob der "genetische Löwenanteil" bei den Türken nun "zentralasiastisch" ist oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen. Da sind Sie wohl schlauer als ich. Man müsste dazu natürlich auch die im Rahmen der "Knabenlese" in vom Osmanischen Reich besetzten Ländern entführten Kinder berücksichtigen. |
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Liebster Herr oder Frau Donnerstag,
danke für Ihre Steilvorlage. Wie auch Christoph Leusch in seinem Blog www.freitag.de/community/blogs/columbus/der-bolzenschuss-fuer-unsere-intelligenz hinreichend dargestellt hat, ist eine Korrelation zwischen genetischem Profil und Testperformanz nicht herzustellen, aus dem simplen Grund, den Fr. Prof. Stern nannte, ich wies darauf hin. Das heißt für den Statistiker, die Nullhypothese ist nicht prüfbar. Auch darauf wies ich hin, denn das ist der Grund, warum Zwillingsforschung ersatzweise in die Prüfung eintreten soll. Der Trick dabei ist, die Nullhypothese der Korrelation wird durch ihr Gegenteil ersetzt, jetzt ist das Nichtbestehen einer Korrelation die Nullhypothese . Die statistische Relevanz der Resultate soll nun darin bestehen, daß die Erwartung gleicher Performanz bei Eineiigen nur in etwa einem Viertel der Fälle signifikant enttäuscht wurde, während sie im Falle der Zweieiigen bei gleichem Quantil um etwas weniger als die Hälfte enttäuscht wurde. Sprich: die Signifikanz, von der in der Zwillingsforschung die Rede ist, bezieht sich nicht auf die Hypothese, die mit ihr gestärkt werden soll. Es handelt sich um die Signifikanz der jeweiligen Abweichung von der Eineiigen und Zweieiigen von der Erwartung der Gegenhypothese . Wie man mit dieser Konstruktion auf eine Signifikanz kommen will, die eine numerische Angabe eines Korrelationskoeffizienten der Ausgangshypothese, erlaubt, nämlich der Form: "50 bis 80 Prozent der Intelligenzunterschiede sind auf Gene zurückzuführen. ..." bleibt mir logisch wie statistisch ein Rätsel. Sie, Donnerstag, haben hingegen nicht mal die Problemstellung begriffen, Sie leiern nur gedankenlos Ihre lexikalischen Kenntnisse herunter. |
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Sorry, es ist spät: Bei der Zwillingsforschung ist selbstverständlich die Korrelation von Genen und Testperformanz die Nullhypothese, im Gegensatz zu einer direkten Prüfung der Korrelation.
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der Donnerstag,
stimmt, die Knabenlese hatte noch gefehlt. Die von Osmanen damals entführten balkanischen Bauernjungs frischten ein weiteres Mal den Genpool der zentralasiatischen Türken auf. Wie es vorher schon dank der Vermischung mit kaukasischen Völkern (etwa Lasen, Georgiern), Griechen und vielen anderen Gen-Spendern geklappt hatte. Und so was ist allen Ernstes Ihre Botschaft? Die Türkei ist übrigens ein Vielvölkerstaat. Konsequenterweise müssten Sie nach dieser Logik doch differenzieren, aber Sie tun es nicht. Sarrazin rekurriert auf den Islam, den es aber so nicht gibt. Für ihn ist alles gleich, Sunniten, Schiiten, Aleviten, Süleymanisten ..., egal. Doof bleibt doof, aber fruchtbar. Sarrazins will eigentlich sagen: Türken raus, Araber auch, hält das aber für noch nicht opportun. Da sind Gestalten wie Geert Wilders schon weiter, der darf in den Niederlanden ganz offen hetzen. |
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schrieb am
02.09.2010 um 13:57
@weinsztein
Lesen Sie mal nach, wer die Diskussion über den "genetischen Löwenanteil bei Türken" hier überflüssigerweise ins Spiel gebracht hat. Ihre Aussage, der "Genpool" der Türken sei des öfteren "aufgefrischt" worden, ist eine Binsenweisheit. So ziemlich jede Ethnie hat ihren Genpool im Laufe der Geschichte "aufgefrischt". Nur bei sehr wenigen Ethnien ist das, aus nachvollziehbaren Gründen, kaum der Fall. Z.B. bei den Juden, die genau aus diesem Grund von Genforschern gerne als Versuchsobjekt herangezogen werden. Man kann das alles auch wertfrei betrachten. Oder glauben Sie, die israelischen Genforscher, die nach gemeinsamen "jüdischen Genen" suchen, vor allem um die Ursachen erblich bedingter Krankheiten herauszufinden, haben in Wahrheit nur rassistische Motive? Dass Sarrazin zu wenig differenziert, da sind wir uns einig. Darüber was er "eigentlich" sagt, will ich mir aber kein abschließendes Urteil erlauben, da ich sein Buch nicht gelesen habe. Seine Aussagen sprechen aber m.M.n. nicht dafür, dass er für "Türken raus, Araber auch" ist. Vielleicht haben Sie Recht und Sarrazin ist doch dafür, spricht es aber nicht aus. Nur kann man sich gegen solche Unterstellungen schlecht wehren. Daher halte ich es für unredlich, das einfach mal so zu behaupten. Klar ist, dass Sarrazin die künftige Einwanderung stärker steuern will. So wie das in klassischen Einwanderungsländern längst geschieht. Auch bei uns hat sich da in den letzten Jahren bekanntlich schon viel getan. Das Problem ist nur, dass Länder wie die USA oder Kanada für die gebildeten Einwanderer aus Ostasien wesentlich attraktiver sind als Deutschland. |
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schrieb am
02.09.2010 um 14:12
@TomGard
Elsbeth Stern schreibt: "Alle Unterschiede, die man zwischen eineiigen Zwillingspaaren findet, können nicht auf die Gene zurückgeführt werden. Tatsächlich haben eineiige Zwillinge, die zusammen aufgewachsen sind, fast denselben IQ. Interessant ist aber, dass zweieiige zusammen aufgewachsene Zwillingspaare, die sich genetisch ähneln wie normale Geschwister, nur eine mittlere Übereinstimmung im IQ zeigen. Das spricht für den starken Einfluss der Gene." Nun erklären Sie mir bitte mal, wie es kommt, dass die IQ-Unterschiede bei zweieiigen Zwillingen so viel größer sind als bei eineiigen. Zufall? |
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er will ein anreizsystem, in dem jeder produktive bleibt und alle anderen bestenfalls von selbst wieder gehen, in dem ihnen bei integrationsverweigerung die gelder gestrichen werden.
das bezieht er auf alle, nicht nur auf türken. muslime, über die redet er im einzelnen, sind "nur" die gruppe, die er als problemfall ausgemacht hat. das wiederum leitet er aus den kulturellen gegebenheiten her. weinszstein neigt auch zur idealisierung. aus deutschland zurückkehrende türken können sich bspw. nur selten dort wieder eingegliedern und werden kaum anerkannt, weswegen es nicht gerade wenige wohnanlagen gibt, die nur aus rückkehrern bestehen. das ist in der türkei dann nur nicht so stark sichtbar, als wenn die in istanbul ein eigenes stadtviertel besetzen würden... analog zu berlin. was den umgang mit kurden und christen betrifft, ists da unten ja auch nicht gerade vorbildlich... es ist also blödsinn, auch mal wieder nur ein einzelbeispiel als allgemeingültiges weltbild darzustellen. schirrmachers neustes pamphlet gen sarrazin zeichnet ja gar eine neue rechte sarrazin-ideologie, basierend auf ökonomisch getriebenem darwinismus ... hat nur noch gefehlt, dass er es als ausprägung des neoliberal beeinflussten kapitalismus betrachtet. da steht man nach lesen des buches eigentlich nur noch da und fragt sich, ob man "mein kampf" gelesen hat ohne es zu merken. ^^ das buch taugt nicht dafür...so gar nicht. mfg mh |
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"muslime, über die redet er im einzelnen, sind "nur" die gruppe, die er als problemfall ausgemacht hat. das wiederum leitet er aus den kulturellen gegebenheiten her."
präziser wäre vielleicht zu sagen, dass sarrazin versucht eine erklärung dafür zu liefern, wie es zu diesem "problemfall" kommt. es ist seine theorie, die er auch vertreten muss, wenn er sein buch verkaufen will. da gibts in der betrachtung einige schwachstellen, die wundersamerweise teilweise aber seine theorie mehr bestätigen als widerlegen. am bsp. intelligenz und vererbbarkeit habe ich das ja mal aufgezeigt. mE kann man das buch nur verstehen, wenn man es nicht als ausdruck einer denkweise und ideologie betrachtet, sondern als reines informationswerk. mfg mh |
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schrieb am
02.09.2010 um 15:04
@mh
"da gibts in der betrachtung einige schwachstellen, die wundersamerweise teilweise aber seine theorie mehr bestätigen als widerlegen. am bsp. intelligenz und vererbbarkeit habe ich das ja mal aufgezeigt." In sehr einleuchtender Weise. Je geringer der Erbanteil der Intelligenz bzw. deren Varianz ist, umso größer muss folglich der Anteil von Umweltfaktoren sein. Umso mehr stellt sich dann also die Frage, warum Türken und Araber bei uns im Gegensatz zu Vietnamenesen, Russen, Spaniern, Portugiesen etc. oder Italienern in den USA kaum aufholen, was die schulischen Leistungen betrifft. Um dieser berechtigten Frage auszuweichen, werden folgende Strategien angewandt: - bis vor kurzem galt es als Tabu, diese Frage überhaupt zu stellen, denn wer zwischen Ethnien differenziert, ist ja ein "Rassist" - die Tatsache, dass muslimische Einwanderer im Durchschnitt viel schlechtere Bildungsabschlüsse erzielen als andere Einwanderer, wird geleugnet - wenn sie nicht geleugnet wird, dann werden die Ursachen dafür einseitig der aufnehmenden Gesellschaft und angeblicher Diskriminerung zugeschoben. Ohne natürlich darauf einzugehen, ob und wieso Türken angeblich stärker diskriminiert werden als Vietnamesen. - um sich mit unliebsamen Fakten nicht auseinandersetzen zu müssen, werden Einzelfälle bemüht. Genau so könnte man behaupten: "Es ist nicht unwahrscheinlich, im Lotto zu gewinnen. Ich kenne einen, der schon mal sechs Richtige hatte." - wenn das alles nichts hilft, wird Statistik generell als Teufelszeug verdammt. Was die These Sarrazins bestätigt, dass Deutschland immer mehr verdummt. Viele sind sogar noch stolz darauf, keine Ahnung von Statistik und Mathematik zu haben, glauben aber, mit ihren zusammengeschwurbelten Ergüssen sämtliche Erkenntnisse der Intelligenzforschung bei Seite wischen zu können. Der Witz dabei ist, dass die Gegner Sarrazins ebenfalls gerne mit Statistiken operieren. Wenn Sie die eigenen Ansichten bestätigen, dann sind sie natürlich richtig. Z.B. in diesem Pamphlet: www.online-presseportal.com/politik/sarrazin-bei-beckmann-wie-wissenschaftliche-fakten-an-engstirnigen-menschen-abprallen-6726 "Die Soziologin Dr. Naika Forountan ... lieferte in einem Statement beindruckende Zahlen. ... Demnach nimmt die Sprachfähigkeit der türkischen Jugendlichen zu: waren in den 60 er jahren lediglich 3 % dieser Jugendlichen im Stande, das Abitur abzulegen, sind es heute schon 18 % (also nahe am deutschen Durchschnitt). Richtig ist aber die Zahl der Deutschen mit fremdenfeindlichen Ansichten, 52 % der Deutschen denken, dass es zu viele Ausländer in Deutschland gibt." Dass die 18 % "nahe am deutschen Durchschnitt" liegen (über 43 %) ist eine gewagte Behauptung. Aber macht ja nix, verschweigt man den "deutschen Durchschnitt" einfach. Ebenso wie Forountan und ihre Apologeten verschweigen, dass die Abiturientenquote insgesamt seit den 60er Jahren deutlich stärker angestiegen ist als um den Faktor 6, den türkische Jugendliche erreicht haben. |
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"Nun erklären Sie mir bitte mal, wie es kommt, dass die IQ-Unterschiede bei zweieiigen Zwillingen so viel größer sind als bei eineiigen. Zufall?"
Donnerstag, Erklären Sie mir bitte mal, wozu sie beharrlich der Testperformanz von Probanden "IQ-Unterschiede" unterstellen, die erst zu beweisen wären, obwohl die Frau Professor Ihnen sagt, sie seien nicht zu beweisen? Eine Vermutung ist eine Vermutung ist eine Vermutung. Ich und Herr Leusch haben Ihnen die Antwort gegeben: Die Testergebnisse sind mit Fug als Maß der Unterschiedlichkeit der getesteten Personen zu interpretieren, vulgo, Eineiige ähneln einander STATISTISCH häufiger, als Zweieiige nach dem jeweils gewählten Maß einer "Ähnlichkeit". Was 'eh vorausgesetzt war. GroßartigesErgebnis. Umgekehrt. Wenn ich Ihnen jetzt sagte, die Unterschiede bildeten vorzüglich Unterschiede des Temperamentes ab, die sich in der Ontogenese der Individuen in verschiedenen Neigungen, Affinitäten, Aversionen und vor allem Problemlösungsstrategien niedergeschlagen haben, wie wollen Sie mir diese Behauptung wiederlegen? Bevor Sie es versuchen: Die Debatte spielte und spielt wahrscheinlich immer noch eine besondere Rolle in der Geschlechterforschung. Nähere Untersuchungen zu statistisch relevanten Unterschieden in der Testperformanz von Frauen und Männern führten zum Befund, daß die Geschlechter mit einiger Signifikanz zu unterschiedlichen Strategien der Gliederung von Problemstellungen neigen, die zu unterschiedlicher Testperformanz führen, aber nicht zu unterschiedlichen LEISTUNGEN bei der Problembewältigung. Dies für's Publikum. Daß in Ihren Schädel nix mehr gehen SOLL, ist, siehe oben, überdeutlich. |
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schrieb am
02.09.2010 um 15:51
IQ-Unterschiede sind nicht zu beweisen, sie sind bewiesen. Auch wenn das in Ihr Hirn offenbar nicht reingeht. IQ-Unterschiede sind nichts anderes als die von E. Stern angesprochene Varianz. Der IQ selbst ist bekanntlich ein relativer Wert, entsprechend können auch die gemessenen Unterschiede nur relativ sein.
Was die Geschlechterforschung betrifft: Im Durchschnitt sind die Leistungen gleich. Sie werden mir aber hoffentlich nicht erzählen wollen, dass jemand mit einem IQ von 100 die gleiche Problemlösungskompetenz besitzt wie jemand mit einem IQ von 140. Nur gibt es - leider, werden Sie sagen oder diese Tatsache in bewährter Manier leugnen - mehr hochintelligente Männer als hochintelligente Frauen und ebenso mehr grenzdebile Männer als grenzdebile Frauen. Stellt man also z.B. die dümmsten 10 % der Frauen und die dümmsten 10 % der Männer einander gegenüber, dann sind die Frauen deutlich intelligenter. Umgekehrt verhält es sich bei den jeweils intelligentesten 10 %. Besonders interessant ist, dass die Unterschiede nach oben und unten immer größer werden. |
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"So war es mit Sicherheit nicht gemeint."
Aber so geschrieben. So, aufgehts Donnerstag: Wie ist es denn dann gemeint gewesen, kommen Sie, behaupten Sie sich: "Bekanntlich stammen die Türken ursprünglich aus Zentralasien. Im 11. Jh. begann die Einwanderung nach bzw. die Eroberung von Anatolien. Die Jungsteinzeit war da schon ein Weilchen her." Statt das zu korrigieren, führen Sie ganz schlau das Osmanischem Reich und deren Knabenlese an? Wozu? Das war auch "nach der Jungsteinzeit", tja. Ist ging den Forschern um den Genpool in der Jungsteinzeit, NICHT SPÄTER ..verstehen Sie das denn nicht? Und verweisen deshalb auf das 11. Jahrhundert und blablabla... P.S. Was halten Sie eigentlich vom Dalai Lama und seinen Rassenthesen? Der müsste Ihnen doch ausnehmend gefallen; er argumentiert ebenso stringent wie Sie oder Rudolf Steiner. |
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schrieb am
02.09.2010 um 16:07
Sie stellen sich do so blöd, oder?
Geschrieben war, Forscher hätten herausgefunden, "dass europäische Männer vermutlich von einem Bauern aus Anatolien abstammen. Der lebte allerdings in der Jungsteinzeit. Vielleicht trägt auch Thilo Sarrazin das Chromosom dieses frühen Türken in sich." Dass es offenkundig Unsinn ist, einen Bewohner Anatoliens in der Jungsteinzeit als "Türken" zu bezeichen, genau so wie es Unsinn wäre, einen Bewohner Mitteleuropas in der Jungsteinzeit als "Deutschen" zu bezeichnen, will Ihnen offenbar nicht in den Kopf gehen. Wenn man keine Ahnung hat, sollte man besser mal die Klappe halten. Mit "Rassenthesen" hat das Ganze rein gar nichts zu tun. Es gab in der Steinzeit nämlich noch keine Nation, die sich als Türken bezeichnet hätte. Schon gar nicht in Anatolien. Es gab in der Jungsteinzeit überhaupt noch keine Nationen. Traurig, dass man Ihnen solche Banalitäten erklären muss. |
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schrieb am
02.09.2010 um 16:07
Korrektur: "Sie stellen sich doch so blöd, oder?
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@ Herrn TomGard:
Die meisten Studien belegen, dass der IQ zu einem hohen Maß (wenn auch nicht zu 100%) erblich ist. Die durchschnittliche Korrelation zwischen dem IQ eineiiger Zwillinge ist .86, bei zweieiigen Zwillingen .60. Falls eineiige Zwillinge getrennt voneinander aufwachsen, liegt die Korrelation immer noch bei .75 oder.78. Bei Fähigkeiten wie dem verbalen Denken, dem räumlichen Vorstellungsvermögen oder dem visuellen Gedächtnis ergibt sich ebenfalls ein hoher Heritabilitätskoeffizent. Weil statistische Korrelationen nur zwischen –1.0 (eine perfekte inversive Korrelation) und +1.0 (eine perfekte positive Korrelation) schwanken können, sind diese Korrelationen bemerkenswert hoch. (Eine höhere Konkordanzrate bei eineiigen Zwillingen gilt übrigens als Indiz für einen genetischen Einfluß auf die untersuchte Fähigkeit, weil bei eineiigen Zwillingen Gene identisch sind, und bei zweieiigen Zwillingen ebenso wie bei normalen Geschwistern nur die Hälfte des Erbguts übereinstimmt.) Eine genaue Methode besteht darin, dass die Konkordanz eines Merkmals von eineiigen Zwillingen, die getrennt voneinander aufwachsen , mit der Konkordanz bei gemeinsam aufwachsenden Adoptivkindern verglichen wird. |
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Intelligenz bzw. mangelnde Intelligenz überhaupt zu einem Maßstab zu erheben oder zu diskutieren, ist an sich schon hochgradig verwerflich und menschenverachtend.
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Ich kann mir einige Bemerkungen nicht verkneifen zu dem Thema Statistik und logischem Schlussfolgern.
Also sie behaupten, dass aus der Ablehnung der These A: "Intelligenz ist in hohem Grade vererbbar" folgt, dass die These B: "Umweltfaktoren sind wesentlich für die Entstehung der Intelligenz." folgt. So weit so gut. Daraus folgt aber noch lange nicht These C: "Der Islam ist die Ursache der Probleme von Moslems sich in der Gesellschaft zu integrieren" Wo ist da die Logik und die mathematische Stringenz. Ich kann sie jedenfalls überhaupt nicht nicht erkennen. Zu der Frage der Statistik. Statistik ist ja schön und gut. Sie hat sicher ihre Berechtigung, wenn sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten genutzt wird. Zu der Erkenntnis über den Ablauf von gesellschaftlichen Prozesse in ihremsich vollziehenden Praxis ist sie denkbart ungeeignet, denn Statistik erfasst wie in der Naturwissenschaft Meßwerte zu einem betsimmten Zeitpunkt t, die aber kaum Erklärungskraft für gesellschaftliche Phänomen haben können, sondern bloß eine beschreibende Funktion und Verdoppelung der Wirklichkeit sind. Sarratzin scheint ja einein Narren an der Statistik gefressen zu haben, so olft wie er auf seine Zahlen verweist. Bei einem Ökonomen auch nicht weiter verwunderlich. Die gegenwärtige Wirtschaftswissenschaft geht ja auch davon aus, alle Menschen würden zu jedem Zeitpunkt Entscheidungen nur in einem rationalen Entscheidungskalkül treffen. Viele Grüße Mabli |
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schrieb am
02.09.2010 um 17:35
@mabli
Sie haben Recht, These C lässt sich nicht direkt aus A und B ableiten. These C ist lediglich eine von vielen möglichen Erklärungen für die Frage, warum Einwanderer aus muslimischen Ländern, nicht nur in Deutschland, schlechtere schulische Leistungen bringen als Einwanderer aus anderen Ländern. Wenn man diese Frage nicht für irrelevant hält - was kaum im Sinne der Betroffenen sein dürfte - , dann sollte man sich vielleicht mal an Antworten versuchen. Eine davon ist These C. Sie ergibt sich aus der tautologischen Feststellung, dass es eben der Islam ist, der muslimische und nichtmuslimische Einwanderer voneinander unterscheidet. Trotzdem kann es sich bei These C durchaus nur um einen Scheinzusammenhang handeln. Andere Erklärungsmodelle könnten sein: - Muslime werden stärker diskriminiert als andere, weil sie fremdartiger wirken - die Migranten, die nach Deutschland gekommen sind, sind religiöser als der Durchschnitt der Bevölkerung in ihren Herkunfstländern - jedenfalls was die Türkei betrifft - es ist nicht (direkt) die Religion, die die Probleme verursacht, sondern die Kultur und Mentalität in einem weiteren Sinne |
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schrieb am
02.09.2010 um 17:38
"Die gegenwärtige Wirtschaftswissenschaft geht ja auch davon aus, alle Menschen würden zu jedem Zeitpunkt Entscheidungen nur in einem rationalen Entscheidungskalkül treffen."
PS. Viele Soziologen auch (die Anhänger des "Rational Choice"-Paradigmas). Was ich zwar persönlich für keinen guten Ansatz halte, aber immerhin sind sich die Wissenschaftler, die ihn vertreten, zumindest im Klaren darüber, dass es eben nur ein Denkmodell ist, mit dem nicht die gesamte Realität erfasst werden kann. So wie bei jedem anderen Denkmodell auch. |
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An die erste Erklärung habe ich auch schon gedacht. Es ist jedenfalls möglich, da "der Orient" als der Inbegriff des Fremden auch schon oft in der Geschichte als Projektionsfläche für Sehnsüchte oder Ängste des "Okzidents" diente.
Die zweite Erklärung der tieferen Religiosität könnte auch wieder eine Reaktion auf die Erfahrung als Minderheit in einer fremden Kultur sein und damit ist man schon mitten im sozialen Wechselspiel, das der Statistik leider entgeht. Ich persönlich lehne es auch nicht kategorisch ab über die These C nachzudenken, dass der Islam in seiner Geschichte mit gewissen Modernisieungshindernissen zu kämpfen hat, was besonders in der Gegenüberstellung zu westlichen säkularen Gesellschaften deutlich wird, deren Leistungsethik ja ursprünglich, nach Max Weber, auch aus einem religiösen Weltverständnis hervorgegangen ist. Es ist für mich nur entscheidend in welchem Kontext dies geschieht und im Kontext von Thilo Sarrazin lehne ich es ab. |
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schrieb am
02.09.2010 um 18:33
@mabli
Kann ich durchaus nachvollziehen (bezogen auf Ihren Schlusssatz). Ich halte die Diskussion dennoch für notwendig. Schade, dass sie viel zu wenig geführt wird, wenn nicht ein "Provokateur" wie Sarrazin daher kommt und sie mit seinen Polemiken erzwingt. Ansonsten sehe ich die Gründe für die Bildungsdefizite der Kinder muslimischer Einwanderer sehr ähnlich wie Sie. Natürlich gibt es dieses Wechselspiel, das in der Folge Raum für die unterschiedlichsten Interpretationen lässt. Das alte Henne-Ei-Problem. Jede monokausale Erklärung verbietet sich daher. Das Problem ist nur, dass man über die Gewichtung der verschiedenen Ursachen nicht vernünftig diskutieren kann, solange viele es schon für Rassismus halten, überhaupt das Problem zu benennen. |
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Ihr völkisches Geschwätz wird zunehmend schmandiger. Es fängt schon an zu riechen.
Und wer sich ausnehmend blöd stellt, sind Sie. "Vielleicht trägt auch Thilo Sarrazin das Chromosom dieses frühen Türken in sich." "Früher Türke" stellt nicht auf die türkische Nationalität ab, sonder verortet nur den gemeinsamen Vorfahren, zugegeben unglückliche polemische Wortwahl, aber nicht ich sondern Sie stellen sich blöd und unterstellen, daß von den Forschern die "frühe türkische Nation" gemeint gewesen sein sollte. Traurig, Ihre verzweifelte Bedeutungshuberei. |
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Dankeschön, sehr richtig.
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"Eine davon ist These C. Sie ergibt sich aus der tautologischen Feststellung, dass es eben der Islam ist, der muslimische und nichtmuslimische Einwanderer voneinander unterscheidet."
Das ist völkischer Käse ist Käse ist Käse, der gärt und gärt und gärt. (Und dann den seifigen Geschmack nach Rational-Choice-Paradigmen entwickelt, Bravo bzw. jawoll, hat noch gefehlt:) |
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schrieb am
02.09.2010 um 19:52
<<"Früher Türke" stellt nicht auf die türkische Nationalität ab, sonder verortet nur den gemeinsamen Vorfahren>>
Ihr dummes Geschwätz wird immer peinlicher. Den gemeinsamen Vorfahren gibt es nicht, da die Vorfahren der heutigen Türken sich in der Steinzeit noch in Zentralasien aufhielten. Als die Türken bzw. ihre Vorfahren aus diversen Ethnien, die sich damals garantiert noch nicht "Türken" nannten, ab dem 11. Jh. nach Anatolien einwanderten, vermischten sie sich natürlich mit der dort sesshaften Bevölkerung - ob die schon seit der Jungsteinzeit da war? Sie werden es mit Sicherheit wissen. Was aber nichts daran ändert, dass der ursprünglich von mir zitierte Satz nicht nur polemisch, sondern kompletter Unsinn ist. Oder wollen Sie mir ernsthaft erzählen, der angesprochene "Bauer aus Anatolien" in der Jungsteinzeit hätte sich damals, wenn er danach gefragt worden wäre, als Türke bezeichnet? Mit derselben verqueren Logik könnte man auch behaupten, die Bewohner der römischen Provinz Africa seien Araber gewesen oder die der Provinz Dacia Rumänen. |
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schrieb am
02.09.2010 um 20:02
Emma, ich hab auch noch eine Uniform. Auch für hier.
Hoffentlich gefällt Ihnen die von "Kaboina Boz". )in erinnerung an ein lexikon-cover von/mit m.r.( |
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Ruhig Brauner!
Ihr ellipsen-epileptisches Gekreische ist bemerkenswert schlicht und primitiv. "Ihr dummes Geschwätz wird immer peinlicher. Den gemeinsamen Vorfahren gibt es nicht, da die Vorfahren der heutigen Türken sich in der Steinzeit noch in Zentralasien aufhielten. Als die Türken bzw. ihre Vorfahren aus diversen Ethnien, die sich damals garantiert noch nicht "Türken" nannten, ab dem 11. Jh. nach Anatolien einwanderten, vermischten sie sich natürlich mit der dort sesshaften Bevölkerung - ob die schon seit der Jungsteinzeit da war? Werden Sie mal nicht hysterisch. Nein, der Bauer hätte sich nicht "Türke" genannt, Nonsense, schrieb ich oben bereits, aber seine Nachfahren haben sich mit den eingewanderten Osmanen vermischt. Und somit teilen Türken und wir einen Genpool. Das habe ich geschrieben. |
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schrieb am
02.09.2010 um 21:36
Ganz richtig, auch wenn es nichts zur Sache tut.
Bekanntlich teilen sich alle Menschen dieser Erde einen Genpool. Und die Unterschiede innerhalb der Ethnien sind wesentlich größer als zwischen ihnen. So wie es auch ganz sicher wahr ist, dass Sarrazin mit seinem Buch an die alte Volksweisheit anknüpft: Dumm bleibt dumm, da helfen keine Pillen. Wie völkisch ... |
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schrieb am
02.09.2010 um 21:56
Wie siehst es dann mit meinem Pool aus?
Jeden Donnerstag lasse ich ihn neu ein. |
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Ooch, wie öde, Sie wollen mir erzählen Sie mutieren zum prolligen Freak der seinen knotigen Schwulst ungestört absondern muss, sonst setzt es böse Schelte, wie souverän.:)
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schrieb am
03.09.2010 um 00:02
die volksweisheit ist auch falsch wiedergegeben.
erkannnix |
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Lexikon von M.R. - (über Pilze oder Bier? Atmo, Bingo..kanns ja nicht sein?) Kaboina Boz klingt für mich im Moment nur nach Dicks LSD-Astronauten..Wo werde ich den fündig?
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Nochmal für Doofe bitte: "50 bis 80 % der Intelligenzunterschiede sind auf Gene zurückzuführen". Das sagt doch überhaupt nichts darüber aus, ob schlaue Eltern schlaue Kinder bekommen. Und schon gar nicht darüber, an was es liegt, wenn Kinder schlauer oder blöder sind als ihre Alten. Oder verstehe ich da jetzt was falsch?
Nehmen wir als Beispiel Vater und Sohn: Vater erreicht 115 nSp (nebulöse Schlauheitspünktchen). Sohn erreicht 110 nSp. (Zahlen entsprechen den mittleren IQ-Werten von Vätern und Söhnen der "höchsten sozialen Klasse" nach Zimbardo, 2004). Der Intelligenzunterschied beträgt hier 5 nSp. Zwei "Klassen" tiefer sind es bspw. ca. 96 nSp (Väter) zu 100 nSp (Söhne). Unterschied 4 (in die andere Richtung). Wird hier also darum gestritten, ob 50-80% von diesen 5 bzw. (-)4 Pünktchen (wahrscheinlich) auf genetische Faktoren zurückgeführt werden könnten? Das ist doch Haarspalterei, die völlig in die Irre führt, weil es teilweise so dargestellt wird, als wären 80 % "der Intelligenz" irgendwie auf erbliche Faktoren zurückzuführen. "Intelligenz besteht zu 80% aus genetischen Faktoren und zu 20% aus Umweltfaktoren" wäre aber eine völlig absurde Aussage. Außerdem verstehe ich nicht ganz, was eineiige Zwillinge mit aussterbenden Deutschen oder mit Kinderreichen Muslimen zu tun haben. Es geht hier doch wohl um Eltern und deren Kindern. Oder lassen wir uns neuerdings schon klonen, um unsere Kulturgenossen zu mehren? In meinem Zimbardo kommen Eltern/Kind (biologisch, zusammen lebend) und Eltern/Kind (adoptiert, zusammen lebend) auf Korrelationen um die 0.41 bzw. 0.29. Eltern/Kind (biologisch, getrennt lebend auf 0.22). Na ja, auf der Basis dieser Werte lässt sich aber kein Supervolk auf natürlichem Wege züchten. Außerdem ist da die Rede von 40% bei Kindern bis 80% im hohen Alter (möglicherweise, weil "unsere genetischen Anlagen uns sanft auf jene Umgebung zuschieben, in denen unsere genetischen Neigungen akzentuiert werden" Zimbardo nach Plomin & Petrill, 1997). Das ist also auch noch alles im Fluss. Darf man sich dann künftig nur noch ab 65 fortpflanzen, damit die Brut was wird? Das würde dem Thilo wohl so passen. |
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schrieb am
04.09.2010 um 14:50
@Nebelmännchen
"Das sagt doch überhaupt nichts darüber aus, ob schlaue Eltern schlaue Kinder bekommen." Natürlich sagt es etwas darüber aus, d.h. über die Wahrscheinlichkeit. Ob es nun 50 - 80 % sind oder 30 (laut Wikipedia die niedrigste Schätzung), fest steht jedenfalls, dass die Varianz von Intelligenz zu einem nicht zu vernachlässigenden Teil genetisch bedingt ist. Welche Schlussfolgerungen man daraus zieht, ist eine andere Sache. So wie Sarrazin sollte man es nicht machen. Noch viel peinlicher finde ich allerdings, wenn Leute wie Andrea Nahles daherkommen und einfach mal behaupten, Vererbung gibt es nicht, weil sich das mit unserer Weltanschauung nicht verträgt. |
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meine lieblings-"frühe-türkin" ist übrigens diese
de.academic.ru/pictures/dewiki/65/Ankara_Muzeum_B19-36.jpg |
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derDonnerstag schrieb am 04.09.2010 um 14:50:
"Natürlich sagt es etwas darüber aus, d.h. über die Wahrscheinlichkeit. Ob es nun 50 - 80 % sind oder 30 (laut Wikipedia die niedrigste Schätzung), fest steht jedenfalls, dass die Varianz von Intelligenz zu einem nicht zu vernachlässigenden Teil genetisch bedingt ist." Ja, wie gesagt. Bei der Rechnerei kommt nach Zimbardo in der frühen Kindheit um die 40 und im hohen alter bis zu 80% raus. Aber es sagt überhaupt nichts über den IQ-Wert aus, wenn man weiß, dass die Varianz im Mittel zu so oder so vielen Prozenten mit der Verwandtschaft korreliert. Ich habs ja oben schon gesagt. Statistisch gesehen werden die Söhne von oberen sozialen Klassen "dümmer" und die von unteren Schichten "klüger", obwohl der Ausgangswert in den oberen Schichten eigentlich besser wäre. Wenn IQ zum größten Teil vererbt werden würde, müsste es ja eigentlich andersrum sein. Und ob nun 5 oder 95% der möglichen 1-100 Punkte Unterschied von sonstwas abhängen ist für diese Diskussion einfach egal. Das sagt nichts darüber aus, ob es denn im Mittel eben 1 Punkt ist oder ob es 100 sind. Und die Aussage, dass IQ zu x% von Vererbung abhängt und zu y% von Umwelt, ist deshalb absurd, weil es das selbe ist, als würde man sagen, Brot besteht zu 80% aus Mehl und zu 20% aus Bäckerhandwerk. Hier werden Kategorien summiert, die man nicht einfach zusammenrechnen kann. |
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Neinnein, Herr Donnerstag,
ich meinte, s.o., der Löwenanteil bezogen auf die Phänomenologie. Das betrifft das äußere Erscheinungsbild der heutigen türkischen Bevölkerung, nichts weiter. Und mal wirklich ganz abgesehen von dem Vorwurf der Biologistik (der für mich nicht maßgeblich ist) und dem ganzen Firlefanz um die Heritabilität bestimmter Eigenschaften, die Gebirgsketten wissenschaftlicher Zitate - Wie ist denn der persönliche Abgleich mit der eigenen Umwelt und Erfahrungswerten. Mir zumindest hat sich oft genug folgendes Bild ergeben: Kluge Eltern bekommen oft weniger kluge Kinder, ebenso wie Menschen mit einer recht überschaubaren Intelligenz sehr häufig äußerst intelligenten Nachwuchs haben, ob bei Einlingen oder Zwillingen...vieleicht, wer weiss, haben Sie das auch schon mal erlebt/ bemerkt. Vieleicht eine Art "ausgleichender" Gerechtigkeit?:) Und was Sarrazin jetzt fatalerweise zum Brand-beschleuniger macht, ist der Umstand, daß seit geraumer Zeit, sicher seit einem Jahr mindestens, in großen Teilen der u.a. bildungsfernen Schichten der urbanen HipHop Kultur angeregt bis hochaggressiv darüber debattiert wird, daß und warum Juden schlauer und gemeiner sind als Moslems. Die Diskussion hat es also nach einem halben Jahrzehnt aus den Verschwörungsforen jeglicher Couleur nun auch auf die Strasse, in die Schulen und Klubs geschafft. Die Zeit ist scheints reif. Und die Meinungen dort gehen kollossal wenig außereinander, spiegeln somit das Ungute der aktuellen Diskussion um Sarrazin bildschön wieder und zeigen die Konsequenzen eines solchen Diskurses auf. Das sattsam bekannte Klischee vom schlauen, reichen und zynischen Juden, der überall nur Antisemiten um sich herum sieht und sich, besonders rachsüchtig seit 1945, wie ein manipulativer Parasit geriert. Versus dem ungebildeten emotionsgesteuerten, sozial zurückgebliebenen und ergo manipulierbarem Moslem, der der glanzvollen Epoche der osmanischen Hochkultur hinterhertrauert. Auf beiden Seiten quasi-religiöse Identifikation mit dem historischem Erbe, Tradition statt Erneuerung, weiterführende Trennung statt Verschmelzung, jede Verständigung ein moralischer Ausnahmezustand, sukzessiver Rückzug auf uralte Feindbilder, Rassismus als ideologische Grundierung, als Rüstzeug für ein starkes Selbstbild, dann: Rasender Applaus, neue Parteien Pro Deutschland u.ä., dann kommt bald die islamistische Partei als nächstes, das verstärt wieder den Zulauf zu Pro Deutschland, Vorhang fällt, Licht aus und wir wären mitten drin im schicken Trend: Ultrarechtes Europa. |
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Früh übt sich halt: Sehr bequem und doch stilvoll sitzen:)
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In der Neuen Zürcher Zeitung analysiert Richard Wagner, warum Sarrazins "alarmistisches" Buch in Deutschland so viel Beachtung findet und liefert eine einleuchtende Erklärung dafür, warum der Begriff "Einwanderung" durch "Migration" ersetzt wurde.
www.nzz.ch/nachrichten/startseite/sarrazin_die_muslime_und_das_grimmsche_woerterbuch_1.7405753.html "Der Begriff Migration wurde in den Verlegenheitsbüros der politischen Klasse geschaffen, um die Wirklichkeit, die zu benennen war, zu verharmlosen. Ein Einwanderer kommt ins Land, um zu bleiben, ein Migrant hingegen, folgt man dem Latein, kommt und geht. Der Begriff Migration dient der Beschwichtigung. Seine Verankerung in der deutschen Öffentlichkeit besagt nebenbei aber auch, dass man sich des Problems bewusst ist – und es nicht wahrhaben will." |
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schrieb am
02.09.2010 um 21:58
na, da mal zustimmung.
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Zu meditieren und zur Entspannung:
Laßt die Vöglein bei ihren Müttern, laßt den Fluß in seinem Bett, laßt die Seesterne, wenn sie mögen, auftauchen in der Nacht. Laßt die Elephanten nicht lesen lernen, laßt die Schwalben gehen und kommen... |
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schrieb am
02.09.2010 um 21:59
hui
lyric |
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Aktuell:
»BUNDESBANK-RAUSWURF: "Schauprozess" – Sarrazin droht Bundespräsident Wulff« (Welt Online, 04.09.10) |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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