j-ap

oportet quaedam nescire

22.09.2011 | 15:47

Was die »National-Zeitung« so beschäftigt

Israel, Palästinenser, UNO, Amerika, nationale Souveränität, Fremdbestimmung und die Zärtlichkeit der echten Völker — Themen, die vor allem die politischen Ränder offensichtlich besonders brennend interessieren. Ein Streifzug durch den Jahrgang 2011 der National-Zeitung von Rechtsaußen Dr. Gerhard Frey (früher DVU), ohne weitere Kommentierung so hier eingestellt wie dort gelesen.

Ausgabe Nr. 39 (23.09.2011):

PALÄSTINAS KAMPF IN DER UNO Palästinenser-Präsident Abbas kämpft um die Aufnahme seines Landes in die UNO. Netanjahu ist sich sicher: „Dieser Versuch wird scheitern, weil er den Sicherheitsrat passieren muss.“ Und dort sitzen die USA mit Veto-Recht. Wir sprachen darüber mit dem vielfach ausgezeichneten palästinensischen Journalisten Mohammed Omer.

Ausgabe Nr. 38 (16.09.2011):

KÜNSTLER FÜR PALÄSTINA Interview mit Latuff. Eine Karikatur dieses Illustrators hat fast jeder schon gesehen. Sei es gedruckt, im Netz oder auf Fotos. Hier erfahren Sie, wer der Mann ist, der sagt: „Es ist höchste Zeit, dass Palästina von den Vereinten Nationen als Staat anerkannt wird. Oder hat nur Israel das Recht auf Existenz?“
DRAHTZIEHER IN WASHINGTON Welche Hoffnungen lagen auf Barack Obama, als er vor drei Jahren ins Weiße Haus zog! Die meisten konnte er nicht erfüllen. Wenn Ende September über die Mitgliedschaft des Palästinenser-Staats in der UNO abgestimmt wird, kommt Washington eine Schlüsselstellung zu. Wer aber hat dort das Sagen?

Ausgabe Nr. 37 (09.09.2011):

PALÄSTINAS HEISSER SEPTEMBER Die Palästinenser wollen Ende September über eine UNO-Mitgliedschaft ihres Staates in der UNO abstimmen lassen. Rund 130 der 193 UNO-Mitgliedstaaten haben ihn bereits bilateral anerkannt. Washington droht mit seinem Veto und übt Druck aus. Welche Optionen es gibt und was als Nächstes passieren wird.
HAUPT DER ISRAELISCHEN FRIEDENSBEWEGUNG Uri Avnery wird am 10. September 88 Jahre alt. Wortgewaltig tritt er den Vorbereitungen von Armee und Siedlern auf das bevorstehende Ringen um Palästinas UNO-Mitgliedschaft entgegen. Auch dem Einsatz von Kampfhunden im Westjordanland, die von einigen Extremisten abgerichtet werden.

Ausgabe Nr. 35 (26.08.2011):

ISRAEL: WER PROVOZIERT WEN? Waren die jüngsten israelischen Luftangriffe auf den Gaza-Streifen als „Antwort auf Terroranschläge“ gerechtfertigt, wie die Armee Israels behauptet? Oder handelt es sich um eine „fortgesetzte israelische Aggression“, wie die Arabische Liga meint?
„DAS BEDARF DER ÜBERPRÜFUNG” Paul Eisen ist Großbritannien-Direktor der Organisation „Deir Yassin Remembered", die an das 1948 in Deir Yassin verübte Massaker an palästinensischen Zivilisten erinnert. Im Interview erläutert der jüdische Publizist seine Solidarität mit Palästina und stellt verbreitete Legenden in Frage.

Ausgabe Nr. 33 (12.08.2011):

FREIMAURERISCHE „HUMANITÄT“? Der Atombomben werfende US-Präsident Truman und der Kinder massakrierende Norweger Breivik haben nicht nur den Maurerschurz gemeinsam. Beide waren über ihre Taten glücklich, erstrebten eine „Neue Weltordnung“. Über Leichen zum vermeintlichen „Wohl der Menschheit”? Ein kritischer Blick auf das spezifisch freimaurerische „Humanitätsideal“.

Ausgabe Nr. 31 (29.07.2011):

DUTSCHKES IDEE DER NATIONALEN BEFREIUNG Der Studentenführer als Denker deutscher Einheit und Neutralität. Ein Beitrag von Professor Bernd Rabehl – er war Freund und Mitstreiter Dutschkes und einer der wichtigsten Theoretiker des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes.
Der deutsche Kaiser Wilhelm II. hat den Moslems bei seinem Besuch in Damaskus 1898 ewige Freundschaft versprochen und nichts spricht dagegen, sie zu verwirklichen. [Rubrik »Standpunkt«, die Kolumne von Herausgeber Dr. Gerhard Frey]

Ausgabe Nr. 30 (22.07.2011):

STERBEN FÜR ISRAEL? Beim Besuch von Verteidigungsminister de Maizière in Israel ging es nicht zuletzt um die Lieferung eines weiteren U-Bootes an die israelische Marine. 135 Millionen Euro soll der deutsche Steuerzahler beitragen, der schon die ersten beiden Boote ganz und die weiteren teilweise bezahlte. Auch sonst soll die „Rüstungskooperation“ ausgeweitet werden...

Ausgabe Nr. 29 (15.07.2011)

Israel wurde von der Bundesrepublik Deutschland schon seit den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit modernsten Waffen ausgestattet (...) Vorläufiger Höhepunkt ist Merkels Verweigerung des Rechts der Palästinenser auf einen eigenen Staat. Eine derartige dem Völkerrecht und den Interessen des deutschen Volkes zuwiderlaufende Politik kann auf die Dauer nicht gut gehen. Aus zwei verlorenen Weltkriegen haben wir nichts gelernt, schon gar nicht die Rückkehr zu Bismarcks Grundsatz, in fremde Händel keinesfalls einzugreifen. Diese Unvernunft kann unser Volk teuer zu stehen kommen. [Rubrik »Standpunkt«]

Ausgabe Nr. 28 (08.07.2011)

KAMPF UM DIE GAZA-FLOTTILLE Israel ist es gelungen, seine Blockade des palästinensischen Gaza-Streifens auszudehnen. Schikanen aller Art sollen verhindern, dass die zweite Freiheitsflottille Richtung Gaza ausläuft. Alex Harrison ist die unerschrockene Sprecherin der neuen Hilfsflotte für Gaza. Wir haben sie interviewt.

Ausgabe Nr. 27 (01.07.2011)

WALES: NATION OHNE STAAT Londons Führungsschicht stellte die Waliser einst als barbarisch und unzivilisiert dar. Doch dann begann dieses keltische Volk im Westen der britischen Hauptinsel seine alte Sprache und seine Eigenart zu verteidigen. Diolch i Duw – Gott sei Dank – mit unglaublichem Erfolg. Eine Reise nach Wales.

Ausgabe Nr. 26 (24.06.2011)

SEPTEMBER DER ENTSCHEIDUNG Kann Obama Palästinas Aufnahme in die UNO verhindern? In der Generalversammlung sind alle 192 UNO-Mitglieder vertreten; jeder Mitgliedstaat besitzt dort eine Stimme. Ob die Versammlung auch bei einem US-Veto im Sicherheitsrat den palästinensischen Staat in die UNO aufnehmen kann, ist umstritten.

Ausgabe Nr. 25 (17.06.2011):

USA HALTEN ISRAEL DIE STANGE Die UNO-Generalversammlung hat die israelische Besatzungsherrschaft bereits vielfach verurteilt. Sanktionen kann allerdings nur der Sicherheitsrat verhängen, was regelmäßig am Veto der USA scheitert. Jetzt geht es um die Anerkennung eines Staates der Palästinenser durch die Vereinten Nationen.

Ausgabe Nr. 23 (03.06.2011):

BLOSS KEINE ISRAEL-KRITIK! Bei seiner Rede vor beiden Häusern des US-Kongresses wurde der israelische Premier Benjamin Netanjahu gefeiert. Wer sitzengeblieben wäre, hätte politischen Selbstmord begangen, meint der israelische Friedenaktivist Uri Avnery. Nach einer Peres-Rede sitzengeblieben zu sein, lautet auch einer der Vorwürfe gegen Abgeordnete der jetzt unter Antisemitismus-Verdacht gestellten Linkspartei.

Ausgabe Nr. 21 (20.05.2011):

NAHER OSTEN AUS ERSTER HAND Der Schriftsteller und mehrfach ausgezeichnete Friedensaktivist Ramzi Kysia lebt in Washington. Vier der letzten zehn Jahre hat er im Nahen Osten verbracht. Als führender Mitarbeiter der Free-Gaza-Bewegung nahm er an zwei Fahrten auf Hilfsschiffen für Gaza teil, an der Organisation aller bisherigen Fahrten hat er mitgewirkt. Wir haben ihn befragt.

Ausgabe Nr. 19 (06.05.2011):

DEUTSCHES GOLD IN FREMDEN HÄNDEN Der Höhenflug des Goldpreises hat nicht zuletzt die Frage ins Blickfeld gerückt, warum die deutschen Goldbestände zu einem erheblichen Teil im Ausland, vor allem in den USA, gelagert werden. Die Bundesregierung aber gibt nur unbefriedigende Antworten.

Ausgabe Nr. 18 (29.04.2011):

NUR EINE MARIONETTE? US-Präsident Obama: Der Friedensnobelpreisträger tut sich schwer. Soll er doch erklären, warum er Kriege in fernen Hemisphären führt. Wie es sein kann, dass der Sohn eines von den Briten internierten Kenianers die neokoloniale Politik der USA fortsetzt, erklärt der Völkerrechtslehrer Professor Francis A. Boyle im Interview.
HEUSCHRECKENPLAGE IN DEUTSCHLAND Spätestens seit dem Jahre 2004 hat sich die klassische soziale Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland massiv verändert. Bis dahin waren nämlich sogenannte Hedge-Fonds, landläufig auch als „Heuschrecken“ bekannt, nicht für den öffentlichen Handel an den Finanzmärkten zugelassen.

Ausgabe Nr. 17 (22.04.2011)

Bleiben wir US-Protektorat? Die zentrale Frage aber bleibt, ob früher oder später sich nicht auch in Deutschland ein Selbstbehauptungswille der angestammten Bevölkerung regt und durchsetzt, wie er in jedem anderen Land der Erde, einschließlich der Dritten Welt, selbstverständlich war und ist. Die Helotengesinnung, die heute dominiert, kann und darf nicht von Dauer sein. [Rubrik »Standpunkt«]

Ausgabe Nr. 15 (08.04.2011):

HERBERT MARCUSE OHNE MASKE Mit seinen Reden wurde er im Sommer 1967 zum Stichwort- und Ideengeber der 68er. Doch Herbert Marcuse war nicht nur Vordenker der radikalen Linken in Deutschland, sondern stand auch lange Zeit in Diensten des „Klassenfeindes“, nämlich des US-Geheimdiensts und der einflussreichen Rockefeller-Stiftung.

Ausgabe Nr. 15 (01.04.2011):

PROJEKT ZUR UNTERWERFUNG EUROPAS Die „transatlantischen Beziehungen“ bis hin zur Verschmelzung der Wirtschaftsräume dies- und jenseits des Atlantiks sind Teilen des bundesdeutschen Polit-Establishments ein besonderes Anliegen. Dabei spielen Organisationen wie die „New Atlantic Initiative“ (NAI) eine Rolle, die unter anderem von der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt wird. Ein bemerkenswerter Blick hinter die Kulissen.

Ausgabe Nr. 12 (18.03.2011):

BESATZER: WIE LANGE NOCH? Grafenwöhr: Mitten in Deutschland hat die US-Armee eine Zentrale installiert, die über Europa hinauswirkt und Deutschland in aller Welt Feindschaft einbringt. Wann endlich gehen die US-Besatzer? Dazu der Kommentar „Quer gedacht“ von Bruno Wetzel.

Ausgabe Nr. 9 (25.02.2011):

DRESDEN IM FEBRUAR: TRAUER UND GEWALT Die einseitige Medienberichterstattung über die Auseinandersetzungen des vergangenen Wochenendes in Dresden verdient ein Gegengewicht. Die National-Zeitung lässt Augenzeugen zu Wort kommen: Was ereignete sich bei den Veranstaltungen zum Jahrestag der Vernichtung der Elbstadt wirklich?

Ausgabe Nr. 8 (18.02.2011):

DIE FREIHEIT DER ARABER Die arabische Nation wurde von Kolonialmächten gegen das Recht und die Interessen der Bevölkerung zerstückelt. Wie es nach dem Mubarak-Sturz weitergeht. Wie Marschall Tantawi einzuschätzen ist und wann der nächste Dominostein fällt. Und alles über al-Dschasira, die Stimme Arabiens.

Ausgabe Nr. 7 (11.02.2011)

„TAL DER WÖLFE“ – NUR EIN FILM! Mit dem türkischen Film „Tal der Wölfe“ würden „antisemitische, antiwestliche und antisemitische Ressentiments“ bedient, heißt es. Doch die Aufregung über den Streifen steht in einem gewissen Missverhältnis zum Umgang mit realen Vorgängen. Dazu unser Kommentar „Quer gedacht“.

Ausgabe Nr. 6 (04.02.2011):

STREITPUNKT ISRAEL Die politische Rechte und Israel – nicht selten ein schwieriges Thema. Manche Rechtsparteien in Europa setzen auf Anbiederung an fragwürdige israelische Zirkel. Bringt das wirklich die gewünschte Normalisierung des Verhältnisses? Welche Möglichkeiten gibt es, mit dem Thema Nahost redlich umzugehen?
FLUCHT AUS DEM INFERNO In diesen Tagen jährt sich abermals das Sinnlos-Bombardement auf Dresden. Ilse Fuhrmann war 22 Jahre alt, als angloamerikanische Bomber Dresden in eine Flammenhölle verwandelten. Für die National-Zeitung hat sie ihre bewegenden Erlebnisse nun niedergeschrieben.

Ausgabe Nr. 5 (28.01.2011)

Der immer leidenschaftlichere Kampf gegen den toten Nazismus ist für Merkel, Wulff und Gleichgesinnte ungefährlich. Das Unrecht unserer Zeit aber ließe sich mildern, wenn es angeprangert würde. Gegen den Widerstand von Merkel und Genossen machen dies die Vereinten Nationen in bisher 800 Resolutionen, der frühere US-Präsident Jimmy Carter in seinem Buch „Palästina – Frieden, nicht Apartheid“ und der unabhängige Journalist Wiedenhöfer in seiner bewegenden Bilddokumentation „The Book of Destruction“. Merkel aber würde sich eher die Zunge abbeißen, als die totale Entrechtung und Verelendung der Palästinenser anzusprechen. [Rubrik »Standpunkt«]

Ausgabe Nr. 4 (21.01.2011):

HINTERGRÜNDE EINER AUSZEICHNUNG Donnerstag, 20. Januar 2011, nachmittags: Angela Merkel erhält vom „American Jewish Committee” (AJC) die Auszeichnung „Light Unto The Nations“. Der Preis wird ihr im Kanzleramt von AJC-Geschäftsführer David A. Harris überreicht. Was es mit dem „Licht für die Völker“ auf sich hat, wer Harris ist und warum zu Guttenberg am 28. April 2011 beim AJC einen Termin hat, hat die National-Zeitung nachgeprüft.

Ausgabe Nr. 2 (07.01.2011):

ISRAELISIERUNG DER FLUGSICHERHEIT Mossadnahe Sicherheitsfirmen wie I-SEC kontrollieren auf europäischen Flughäfen – nun sollen sie auch noch „profilen“ dürfen. Wir decken auf, wer wirklich dahinter steckt und was mit dem Profiling auf uns zukommt.

Ausgabe Nr. 1 (24.12.2010):

WAS IST ISRAELS RECHT? Dass sich „rechte“ Politiker, angeführt vom FPÖ-Vorsitzenden Strache, bedingungslos mit der israelischen Politik – einen weiteren Ausbau von Siedlungen in besetzten arabischen Territorien eingeschlossen – identifizieren, führt zu heftigen Auseinandersetzungen darüber, was Israel wirklich zusteht und wo sein Recht endet. Ein Beitrag von Dr. Gerhard Frey.
 
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Kommentare
Rosa Sconto schrieb am 22.09.2011 um 19:27
Diese Zeitung war mir unbekannt. Wer liest denn solchen Schund? Eine merkwürdige Mischung aus National-Populismus und gefährlicher Intoleranz.
j-ap schrieb am 22.09.2011 um 20:01
"Wer liest denn solchen Schund?"

Die Schätzungen gehen von etwa 40000 Exemplaren pro Woche aus. Wobei nichts darüber bekannt ist, ob das Zeug auch tatsächlich gelesen oder nur als Klopapiersubstitut auf den Abort mitgenommen wird.
Tycho schrieb am 23.09.2011 um 08:53
am Ende wird davon der Stuhl noch ganz braun...
GEBE schrieb am 22.09.2011 um 19:35
Lieber j-ap,

und was wollen Sie mit dem Beitrag weiter bezwecken? Erst mal abwarten und gucken, wer aus welchen (Kommentar)-Löchern kriecht?
j-ap schrieb am 22.09.2011 um 20:18
Awo, lieber GEBE. Wo die National-Zeitung schon niemand liest, schau' ich halt mal in sie hinein und bei der Gelegenheit auch nach, was sich die Leut' da so alles zusammendelirieren.
Rapanui schrieb am 24.09.2011 um 10:34
@ GEBE schrieb am 22.09.2011 um 19:35

>>>und was wollen Sie mit dem Beitrag weiter bezwecken? Erst mal abwarten und gucken, wer aus welchen (Kommentar)-Löchern kriecht?<<<

Unterschätzen Sie ihn nicht, da hat sich J-AP schon ein paar mehr Gedanken gemacht.
Rapanui schrieb am 24.09.2011 um 11:03
@ J-AP

>>>Awo, lieber GEBE. Wo die National-Zeitung schon niemand liest, schau' ich halt mal in sie hinein<<<

Haben Sie ein Online-Abo bei der National-Zeitung? Wenn Sie für uns sogar Geld ausgeben, um uns über die rechte Szene zu informieren, dann verdient das allen Respekt.
ed2murrow schrieb am 23.09.2011 um 09:11
Lieber Josef,
eigentlich wartete ich schon länger darauf, dass jemand meine Frage "Sind wir bereit dazu?" aus
"Be(o)bachtet die Foren, Verrückte überall"
fortführen würde. Das war kurz nach dem Attentat von Oslo, und es war leicht festzustellen, wie dieser Massenmord rezipiert
wurde.
So zynisch es klingt: Es war lediglich eine Zäsur, denn ansonsten geht die Diatribe munter weiter. Die von Dir gewählten Zitate
dürften hinlänglich bekannt vorkommen, nicht nur aus diesem Schund- und Agitationsblatt NZ oder etwa aus dem Kopp-Verlag.
Bin deswegen gespannt, ob dieses Projekt eine Fortführung findet. e2m
Rosa Sconto schrieb am 23.09.2011 um 11:07
Das Projekt aus diesem Verlag ist scheinbar nur eines von vielen. Ich fand auch eine Publikation "Nation Europa" die heute "Zuerst" heißt. Diese braune Soße ist nicht nur national... und nicht nur auf Deutschland bezogen. Einige der Autoren sind z.B. Filip Dewinter, Fraktionsvorsitzender Vlaams Belang, Jean-Marie Le Pen (Frankreich), Eric Weber (ehemals SD, Schweiz), Franz Schönhuber, Oswald Mosley (Britischer Faschistenführer), Alain de Benoist (Frankreich), Gottlob Berger (SS-Obergruppenführer und Chef des SS-Hauptamtes) usw. Bei weiteren Recherchen entdeckte ich eine Angleichung mit den verwirrten National-Bolschewisten der ehemaligen DDR. Genau das hatten wir in Jugoslawien, als Milosevic mit seiner Rede auf dem Amselfeld 1989 die kommenden Kriege einläutete. Ich war damals noch in der Schule, aber Rückblicke sind immer verklärend nur wenn solche Figuren ideologie-übergreifend Ideenlieferanten bei der Suche nach Lösungen für aktuelle Probleme werden lassen wir die Heinis doch besser in der Verklärung.
Rapanui schrieb am 24.09.2011 um 10:38
@ Rosa Sconto schrieb am 23.09.2011 um 11:07

Könnten Sie mir anhand dieser beiden Texte bitte erläutern, was daran "brauen Soße" ist?

>>>PALÄSTINAS HEISSER SEPTEMBER Die Palästinenser wollen Ende September über eine UNO-Mitgliedschaft ihres Staates in der UNO abstimmen lassen. Rund 130 der 193 UNO-Mitgliedstaaten haben ihn bereits bilateral anerkannt. Washington droht mit seinem Veto und übt Druck aus. Welche Optionen es gibt und was als Nächstes passieren wird.

HAUPT DER ISRAELISCHEN FRIEDENSBEWEGUNG Uri Avnery wird am 10. September 88 Jahre alt. Wortgewaltig tritt er den Vorbereitungen von Armee und Siedlern auf das bevorstehende Ringen um Palästinas UNO-Mitgliedschaft entgegen. Auch dem Einsatz von Kampfhunden im Westjordanland, die von einigen Extremisten abgerichtet werden.>>>
Rapanui schrieb am 24.09.2011 um 10:40
J-AP, das ist richtig übel!
j-ap schrieb am 24.09.2011 um 10:55
Das, was in der "NaZe" steht, oder daß ich es hier zitiere?
Rapanui schrieb am 24.09.2011 um 11:16
@ j-ap schrieb am 24.09.2011 um 10:55

Meine Frage bewegt sich in der gleichen Soße wie Ihr Blog, in der trüben.
born2bmild schrieb am 24.09.2011 um 11:48
Freys freiheitlich demokratische Grundordnungsfreunde Maunz und Herzog (Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen!) treffend dargestellt durch Otto Köhler (den man leider kaum noch im "Freitag" lesen kann):

"»Deutschland verlor seinen größten Rechtsgelehrten ...Dr. Frey seinen wunderbaren Wegbegleiter.« Bis ins 91. Lebensjahr hatte Maunz der von dem National-Zeitung -Herausgeber angeführten »Deutschen Volksunion« mit juristischen Gutachten geholfen, jahrzehntelang traf er sich einmal in der Woche mit Frey »zu einer stundenlangen Besprechung aller zentralen politischen und juristischen Fragen«. Ohne seine juristische Beihilfe hätte die Neonazi-Partei nicht so viele Prozesse gewonnen. Etwa gegen Bundespost und Rundfunk, die sich weigerten, die ausländerfeindlichen Parolen der DVU zu verbreiten.

Denn Maunz war nach seinem erzwungenen Rücktritt zur Verkörperung unserer Verfassung geworden. Er brachte zusammen mit Roman Herzog, den »Maunz« heraus, den herrschenden Kommentar zum Grundgesetz."
j-ap schrieb am 24.09.2011 um 13:50
Jawohl, born2bmild, genau das gehört auch hier herein.
Phineas Freek schrieb am 24.09.2011 um 15:42
Hallo Josef,

Zu meinen ersten Kindheitserinnerungen mit politischem Hintergrund gehörte genau das Gegenteil.
Alle heimlichen (besonders die in der eigenen Familie) und offenen Nazis überschlugen sich förmlich in ihrer geifernden Begeisterung für diese schneidigen Haudegen und Wüstenfüchse.
Besonders Moshe Dayan, der „jüdische Rommel“, wie sie andachtsvoll intonierten, hatte es ihnen angetan.
Wie sich doch die Zeiten ändern.

Später, in meinen frühen Jugendzeiten, bekundete die Nazi-Jugend der NPD dann ihre uneingeschränkte Solidarität mit dem Vietcong in seinem Kampf gegen den US-Imperialismus UND FÜR NATIONALE EINHEIT, auf eine Art und Weise, die kaum von einigen maoistischen ML’ern zu unterscheiden war.

Dadurch war die Unterstützung der Vietcongs, noch ist sie retrospektiv DURCH dieses Nazigeschwafel irgendwie verkehrt geworden.

Müssten wir dann nicht demnächst alle behaupten, die Erde sei eine Scheibe, nur weil die NATIONALZEITUNG das Gegenteil behauptet?
j-ap schrieb am 25.09.2011 um 19:53
Hallo Phineas,

hierzu kann ich immerhin mal was schreiben.

Ich kenne diese sehr seltsamen durch-die-Brust-ins-Auge-Koalitionsspielchen auch aus meinem Umfeld, da taten sich allerdings in erster Linie diverse späte Ausgaben von Enver Hoxha-Fans um, die natürlich auch allesamt der Meinung waren, daß die UdSSR in Afghanistan als Imperialist auftrat, der sein Territorium arrondieren wollte, weswegen sie damals gegen den Einmarsch der SU und für die USA und die von ihnen unterstützten Taliban genauso waren, wie sie später gegen den Einmarsch der USA waren: völlig begriffs- und bewußtlos sich in eine "Metaphysik" der politischen Lager hineindelirierend, die ein und dieselbe Sache unter einander ausschließende Bedingungen setzt.

(Nebenbemerkung: Und so ging das damals unter speziell deutschen orthodoxen Linken ja schon immer zu. Erst Vietnam-Soli, aber dann im Verein mit der damaligen deutschen Bundesregierung (!) eine knallharte Verurteilung des "imperialistischen" Einmarschs der Vietnamesen in Kambodscha, der dem maoistischen Blutsäuferregime von Pol Pot ein Ende machte -- aber zu diesem Zeitpunkt hatte die Linke schon wieder ganz andere Volksbefreiungskämpfe auf der Tagesordnung, nach dem Fall von Pnom Penh nämlich die nationale Verteidigung Afghanistans gegen den "Sowjetimperialismus".)

Den Artikel über Wales habe ich nicht ohne Grund zitiert, denn er zeigt an einem anderen Beispiel als am Nahen Osten, wie es sich bei der "National-Zeitung" so denkt:

Die Waliser sind in dieser Deutung eine "Nation ohne Staat", die von einer imperialistischen englischen "Führungsschicht" an der nationalen Selbstbestimmung gehindert wird, weswegen die "Nation" Wales auch bisher nicht das ihr entsprechende Gehäuse erhalten hat, nämlich einen walisischen Staat. Eine Nation ohne Staat aber ist ein unterdrücktes Volk und, sans phrase, ein Opfer des Imperialismus und schon deshalb unbedingt soli-würdig, weil jeder beherzte Anti-Imp dieser Welt an der Seite der "Unterdrückten" zu stehen hat.

Fällt es dabei überhaupt noch jemandem auf, daß Carl Schmitt der erste Globalisierungskritiker dieser Art war? Warum er in seiner "Theorie des Partisanen" seitenweise Mao-Gedichte zitiert? Und es ganz generell mit Mao und den Seinen hält, die er zu "echten" Partisanen erklärt, weil sie doch immerhin Blut und Boden des angestammten Großraums gegen raumfremde Mächte verteidigen, während Lenin und Konsorten den Partisanen bloß als Mittel gebrauchen würden, also zu anderen als echten Volksbefreiungszwecken? Wahrscheinlich nicht.

Und sogar Rudi Dutschke wird hier noch als "Denker deutscher Einheit und Neutralität" (!) abgefeiert, weswegen über sämtliche Versionen deutscher Friedenssehnsucht bereits alles gesagt ist.

Kategorisch für den Frieden, notorisch gegen Israel -- darin sind sich Gerhard Frey, Horst Mahler, Jürgen Elsässer und noch ganz andere einig. Ich finde schon, daß es angezeigt ist, sich mal den Gründen zu widmen, die auch sich als "links" Verstehende dieselben Parolen aufsagen läßt.
Rapanui schrieb am 26.09.2011 um 08:31
@ j-ap schrieb am 25.09.2011 um 19:53

In den Kampf den Sie gegen verschiedene linke Sekten führen, will ich mich nicht einmischen.

Meine Position ist die einer Kritik der sozialen, ökonomischen und politischen Verhältnisse. Auf Palästina angewendet, sehe ich, dass der Konflikt zwischen einem hochentwickelten kapitalistischen Staat und einem quasi kolonial abhängigen Gebiet ausgetragen wird.

Ziel der palästinensischen Autonomniebehörde ist es, diesen Konflikt auf die Ebene eines Konfliktes zwischen Nationalstaaten anzuheben und damit die eigenen Positionen zu verbessern.

Das kann man kritisieren, weil sich, im Hinterkopf mit emanzipierten Verhältnissen kalkulierend, diese Konstellation als nicht grundsätzlich anders erweisen wird. Wenn sich an dieser Stelle unsere Auffassungen scheiden würden, könnte ich das akzeptieren. Ich unterstütze die palästinensische Staatsgründung, weil es die realistische Form einer besseren Emanzipation der palästinensischen Bevölkerung ist. Ihre Auffassung halte ich zwar für systematisch richtig, aber realpolitisch die gegenwärtigen Verhältnisse konservierend.

So weit so gut. Was ich aber in hohem Maße bedenklich und auch unredlich finde ist, diesen Kompromiss als antisemitisch, nationalistisch zu diskreditieren.

Wie Sie die Diskreditierung vortragen, lässt mich außerdem zur Meinung kommen, dass es Ihnen, quasi negativ zu Elsässer, Mahler, Frey um eine grundsätzliche Verteidigung Israels in seiner gegenwärtigen Form geht.

Unten habe ich Ihnen den Mechanismus der Diskreditierung vorgeführt. Ich zeige Ihnen eine weitere so verwendete Formulierung in Ihrem Text: >>>die Zärtlichkeit der echten Völker<<<

Warum müssen Sie einen aufrichtig gemeinten linken Code derart karrikieren und in einen praktisch rechten umwandeln? ("Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker" Che Guevara, hin und wieder auch Pablo Neruda). So leiten Sie Ihren Text ein und ich habe keinen Zweifel, dass Sie den gesamten Text genauso meinen.

Auch Ihre Distanzierung von den "politischen Rändern" finde ich sehr interessant. Bisher nahm ich an, dass Sie sich in Ihrem Selbstverständnis auch eher an der Peripherie verorten.
j-ap schrieb am 26.09.2011 um 20:34
@ Rapanui schrieb am 26.09.2011 um 08:31

1. Wahrscheinlich wird Sie das nun überraschen, aber was mich betrifft, so habe ich grundsätzlich überhaupt gar kein weiteres Problem mit einem Palästinenserstaat, hege allerdings die sehr begründete Befürchtung, daß dieser Staat eben nicht ein Meilenstein auf einem Weg sein könnte, an dessen Ende ein für Israel und die Palästinenser gleichermaßen akzeptabler Frieden stehen könnte, sondern daß er -- nicht von Abbas, der ein Gemäßigter ist, aber von Hamas und Konsorten -- als Grundlage und Auftakt noch viel weitergehenderer Forderungen genommen werden könnte.

Das "Anheben" auf die Ebene eines Konfliktes zwischen zwei Staaten bringt allerdings nicht nur neue Rechte, sondern auch neue Pflichten mit sich, und die werden gerne übersehen: Fliegen nämlich beispielsweise nach Ausrufung eines palästinensischen Staates weiterhin Kassam-Raketen auf israelisches Territorium, dann würde sofort die Frage zu stellen sein, was die dann auch offizielle palästinensische Regierung damit zu tun habe. Hat sie etwas damit zu tun, handelt es sich entweder um Staatsterrorismus oder um die Eröffnung eines Krieges; hat sie damit nichts zu tun, dann besitzt die palästinensische Regierung ipso facto gar kein Gewaltmonpol auf dem palästinensischen Staatsgebiet.

2. Sie haben recht: Der "Code", wie Sie das nennen, von der "Zärtlichkeit der Völker" war irgendwann einmal und so auch bei Che Guevara ernst und aufrichtig gemeint, daran habe ich keinen Zweifel. Eine völlig haltlose Projektion und schwärmerischer Idealismus, ja; aber sympathisch machte diese Devise zumal die Tatsache, daß sie früher als konkreter Ausgangspunkt für die überfällige Weltrevolution ins Auge genommen und auch so verstanden worden war.

Diese Zeiten sind längst vorbei und aus der ursprünglichen Initialzündung für die Revolution ist längst das genaue Gegenteil geworden, nämlich die völkische Utopie, daß alle Konflikte stillgestellt wären, wenn nur jedes "Volk" "seinen" Staat, nämlich den "Staat des ganzen Volkes", hätte.

Wer sich auf Nationen anders als kritisch bezieht und von Völkern anders spricht als von Zusammenrottungen von Menschen zu Staats- und also Herrschaftszwecken, der ist nicht links, sondern rechts.

3. "Bisher nahm ich an, dass Sie sich in Ihrem Selbstverständnis auch eher an der Peripherie verorten." -- Ich "verorte" mich weder an irgendeiner Peripherie noch im Zentrum, falls Sie das meinen, sondern außerhalb dieser politischen Farben- und Lager-Lehre. Deshalb bin ich, nebenbei bemerkt, auch prinzipieller und bekennender Nichtwähler.
Rapanui schrieb am 27.09.2011 um 05:38
@ j-ap schrieb am 26.09.2011 um 20:34

>>>Ich "verorte" mich weder an irgendeiner Peripherie noch im Zentrum, falls Sie das meinen, sondern außerhalb dieser politischen Farben- und Lager-Lehre.<<<

Das halte ich nun meinerseits für Idealismus.
Rapanui schrieb am 25.09.2011 um 11:52
J-AP behauptet (Antwort an GEBE) für uns die Nationalzeitung zu lesen. Das tut er aber offensichtlich nicht, zumindest antwortet er nicht auf meine entsprechende Frage.

Was also tut J-AP dann? Er stellt sich die Aufgabe, zur Thematik "Souveränität", "Völkerrecht" , Beiträge der National-Zeitung auszuwählen. Lediglich Teaser zu den Artikeln sind frei zugänglich, die dahinter liegenden Texte nicht. Eine genaue Analyse ist also gar nicht möglich. Aus den ca. 430 Teasern des Jahrganges 2011 wählt J-AP 28 aus. 17 davon befassen sich mit Israel/ Palästina, 11 mit anderen Themen, die zur Auswahl passen. Zur Thematik Israel/ Palästina veröffentlicht er nach meiner Durchsicht alle in diesem Zeitraum veröffentlichten Beiträge. Andere Beiträge, die sich mit "Völkerrecht" und "Souveränität" befassen ca. 20...30, (z.B. Souveränität, Als die SED gegen die Oder-Neiße-Linie war, in Nr.38,....) listet er nicht auf. Die ersten 6 seiner Teaser sind solche zu Israel/ Palästina und die letzten 3. Es entsteht so der Eindruck, dass das Thema Souveränität in der National-Zeitung vor allem in der Form Israel/ Palästina aufscheint.

Betrachte ich nun J-APs Auswahl der Beiträge als eine Chrestomathie mit didaktischen Zielstellungen, dann erscheint diese mir so verwirklicht: Die Nationalzeitung nutzt die Diskussion zur "Souveränität Palästinas", um Ihre braune und antisemitische Grundhaltung zu kaschieren.

Das "braun" und "antisemitsch" muss J-AP gar nicht aussprechen, weil es als bekannt vorausgesetzt werden kann. Die Reaktion von Rosa Sconto dient mir als Beweis. Die Teaser sind als Text weitgehend neutral, können so ohne weiteres nicht als "braun" identifiziert werden und eignen sich insofern überhaupt nicht für eine inhaltliche Auseinandersetzung. Rosa Sconto bleibt deshalb eine Antwort auf meine entsprechende Frage auch schuldig.

Muss ich den Kurzschluss "Souveränität Palästinas" ..... "braun + antisemitsch" noch erläutern?

Das, J-AP, meinte ich mit "übel".

Etwas dezenter fragt Phineas >>>Müssten wir dann nicht demnächst alle behaupten, die Erde sei eine Scheibe, nur weil die NATIONALZEITUNG das Gegenteil behauptet?<<<
weinsztein schrieb am 27.09.2011 um 08:03
Herr J-AP antwortet leider nicht.
Rapanui schrieb am 29.09.2011 um 20:06
Kann er nicht.

J-AP >>>Ich "verorte" mich weder an irgendeiner Peripherie noch im Zentrum, falls Sie das meinen, sondern außerhalb dieser politischen Farben- und Lager-Lehre.<<<

Während J-AP andere sehr wohl in diese Farbenlehre einordnen kann, z.B. an die "politischen Ränder", steht er selbst offensichtlich außerhalb. Wie ein Souverän, der fand Wahlen auch blöd. Sind das nun noch die alten oder schon die neuen Zeiten?
j-ap schrieb am 29.09.2011 um 20:28
"Kann er nicht."

Klar kann er. Hat er sogar schon, nämlich weiter oben. Er sieht nur nicht ein, alles in fünffacher Ausfertigung vorzulegen.

"Wie ein Souverän, der fand Wahlen auch blöd. Sind das nun noch die alten oder schon die neuen Zeiten?"

Weder noch -- es sind andere Zeiten, wie übrigens immer, wenn man darüber nachdenkt, ob es die alten oder die neuen seien.

Nebenbei: Ihre Insinuation, in mir einen verkappten Vertreter des Ancien Régime zu "erkennen", ist richtig demagogisch, Rapanui, weil Sie den fundamentalen Unterschied leugnen, der besteht zwischen einem "L'état-c'est-moi"-Sager und einem, der darauf hinweist, daß auch die Demokratie eine -- für die kapitalistische Metropole sogar: notwendige -- Form von Herrschaft ist, die genauso abzuschaffen sein wird wie seinerzeit der Feudalismus.
Rapanui schrieb am 29.09.2011 um 22:12
>>>Klar kann er.<<<

Hat er aber nicht. Denn zur sprachlichen Konstruktion Ihres Blogs, und darum geht es in diesem Thread, haben Sie nichts geschrieben.

>>>Ihre Insinuation, in mir einen verkappten Vertreter des Ancien Régime zu "erkennen", ist richtig demagogisch<<<

Das wäre, wenn ich den Satz ohne einen Gedanken geschrieben hätte, nicht demagogisch, sondern dumm.

>>>einem, der darauf hinweist, daß auch die Demokratie eine -- für die kapitalistische Metropole sogar: notwendige -- Form von Herrschaft ist, die genauso abzuschaffen sein wird<<<

Das Wort "hinweist" passt. Eben wie ein Souverän, der ein Kabinett geheimer Räte diese Hinweise verstehend unter sich weiß. Auch andere Premierminister, Genossen und Vorsitzende gaben manch wertvollen Hinweis.

Oder weisen sie einfach so in der Gegend rum hin?
j-ap schrieb am 29.09.2011 um 22:57
"Denn zur sprachlichen Konstruktion Ihres Blogs, und darum geht es in diesem Thread, haben Sie nichts geschrieben."

Ich habe zu dieser -- Ihrer -- Frage deshalb nichts geschrieben, weil es um die eben nur in Ihrer Frage, aber nicht in dem Artikel geht. In dem Artikel allerdings geht es darum: "Ich finde schon, daß es angezeigt ist, sich mal den Gründen zu widmen, die auch sich als 'links' Verstehende dieselben Parolen [wie die aus der National-Zeitung, Anm.] aufsagen läßt." Das habe ich weiter oben an Phineas geschrieben und nicht unter Ihren Kommentar; eine (allerdings indirekte) Antwort auf Ihre Frage ist es trotzdem und gerade, weil es eine Nicht-Antwort auf Ihren Kommentar ist, denn der dreht sich um eine Frage, um die es, wie gesagt, nicht geht.

"Das Wort "hinweist" passt. Eben wie ein Souverän, der ein Kabinett geheimer Räte diese Hinweise verstehend unter sich weiß."

Mit derselben Logik könnte man ein Quadrat definieren als Kreis mit vier Ecken.
Rapanui schrieb am 29.09.2011 um 23:36
Sie kommen einfach nicht zur Sache. Meine Frage hat genau mit Ihrem Blog zu tun.

Außer Ihrer von mir analysierten Konstruktion ist nämlich in den Texten nichts "Rechtes" zu erkennen. Nur Ihre Konstruktion suggeriert eine Ähnlichkeit zwischen "Rechts" und "Links" bei den von Ihnen ausgewählten Themen und ganz besonders bei dem von Ihnen absichtsvoll überproportional häufig genannten Thema Israel/ Palästina.

Nun zeigen Sie doch einmal, wie ich schon Rosa Sconto fragte, was an den von Ihnen geposteten Teasern denn "rechts" ist. Besonders in den von Ihnen geposteten Teasern zum Thema Israel/ Palästina kann ich nichts explizit "rechtes" erkennen.

Bei Wales und an anderen Stellen scheint das Wort "Volk" auf. Zeigen Sie nun bitte andererseits welche "linken" Parteien, sich dieses Wortes ähnlich wie die "rechten" bedienen.

Ich weise nach, dass Ihr Blog bloß eine demagogische Konstruktion ist. Kritik, so Ihre Behauptung an anderer Stelle, sei immer Sprachkritik. Nun also los, kritisieren Sie endlich die Sprache der von Ihnen geposteten Texte, und ganz besonderes die zu Israel/ Palästina.

>>>"Das Wort "hinweist" passt. Eben wie ein Souverän, der ein Kabinett geheimer Räte diese Hinweise verstehend unter sich weiß."

Mit derselben Logik könnte man ein Quadrat definieren als Kreis mit vier Ecken.<<<

Das ist keine Logik, sondern Sarkasmus, mit dem ich mich über Ihr "sondern außerhalb dieser politischen Farben- und Lager-Lehre" hermache. Sie sind hier und jetzt und kommen da nicht weg.

Als würde Ihre Position davon abhängen, wo Sie sich sehen! Welch ein Idealismus!
j-ap schrieb am 30.09.2011 um 16:06
"Nur Ihre Konstruktion suggeriert eine Ähnlichkeit zwischen "Rechts" und "Links" bei den von Ihnen ausgewählten Themen und ganz besonders bei dem von Ihnen absichtsvoll überproportional häufig genannten Thema Israel/ Palästina."

Ich habe hier überhaupt nichts überproportioniert, schon gar nicht "absichtsvoll", was nicht schon in der National-Zeitung selbst überproportional vertreten wäre. Eben um das nachvollziehbar zu machen und zugleich klarzustellen, daß ich mir hier nichts zusammenphantasiere, habe ich ja die entsprechenden Links auf die Quellen dazugesetzt.

Die Sache selbst sieht also so aus, egal, wie oft Sie noch auf irgendeine "Konstruktion" abstellen wollen:

In nahezu jeder bisherigen Nummer der National-Zeitung, die in diesem Jahr erschienen ist, findet sich ein oder finden sich gar mehrere Artikel, die sich mit der aktuellen oder historischen Situation Israels beschäftigen. Diese Artikel sind aus einer bestimmten Perspektive geschrieben, die klar wird, wenn man sich ansieht, wie die National-Zeitung mit anderen "Nationen", die es noch nicht auf die ihnen zukömmliche Staatshöhe geschafft haben, umgeht.

Ich nenne die Art und Weise, wie die National-Zeitung den Nahen Osten und die dortigen Verhältnisse und Entwicklungen ins Auge faßt, eine (ethnopluralistische, völkische, regressive und also reaktionäre) Obsession und möchte im Anschluß daran wissen, ob diese Obsession nicht das gemeinsame Dritte ist, das alle "Israelkritiker" bewußt oder unbewußt eint.
Rapanui schrieb am 30.09.2011 um 17:29
@ j-ap schrieb am 30.09.2011 um 16:06

Die von Ihnen veröffentlichten Texte, wir können ja nur über das reden, was Sie hier veröffentlicht haben, sind all das nicht.

>>>Diese Artikel sind aus einer bestimmten Perspektive geschrieben, die klar wird, wenn man sich ansieht, wie die National-Zeitung mit anderen "Nationen", die es noch nicht auf die ihnen zukömmliche Staatshöhe geschafft haben, umgeht. <<<

Das können Sie nur vermuten, denn wir kennen die Texte nicht. Auf meine Frage, ob Sie die Texte kennen, antworten sie nicht und veröffentlicht haben Sie diese auch nicht. Worüber reden wir also? Über so etwas:

>>>ISRAEL: WER PROVOZIERT WEN? Waren die jüngsten israelischen Luftangriffe auf den Gaza-Streifen als „Antwort auf Terroranschläge“ gerechtfertigt, wie die Armee Israels behauptet? Oder handelt es sich um eine „fortgesetzte israelische Aggression“, wie die Arabische Liga meint?<<<

J-AP, was wollen Sie aus so einem Text denn ablesen? Sie formulieren eine These und wählen ungenügende Beweismittel aus diesen Texten.

Sie müssen, wenn Sie Ihre These belegen wollen "rechte" Texte mit "linken Texte" vergleichen und die Quellen benennen. Sie aber haben gar nichts, außer diesen Bruchstücken, in denen einfach nichts steht. Sie vergleichen vermutete rechte Inhalte mit, ja womit eigentlich - mit Nichts?!. Dass in der National-Zeitung dummes Zeug steht ist zu vermuten, aber genau das zeigen Sie nur als Vermutung und nicht als Text. Von "links" zeigen Sie gar nichts.

Ihr Blog ist eine argumentative Bauchlandung.
GEBE schrieb am 02.10.2011 um 14:33
Tja, lieber @ j-ap,
ich denke, meine oben gestellte Frage an Sie, als geäußerte Vermutung, hat sich bewahrheitet.
Positionslos etwas hinschreiben, dem ganzen jedoch ein Düftchen mit auf den Weg geben, abwarten was passiert, um dann reaktionär (oder sollte ich vielleicht doch besser schreiben: snobistisch?) eristische 360°- Evasionen zu basteln.
Nicht wahr, es mutet an, wie von hinten jemandem rechts auf die Schulter tippen und von links böh! machen. Aber ja, ich vergaß, Sie stehen ja außerhalb „ Ich "verorte" mich weder an irgendeiner Peripherie noch im Zentrum, falls Sie das meinen, sondern außerhalb dieser politischen Farben- und Lager-Lehre.“ - und 'böhen' daher gottgleich aus dem Off.
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