jfricke

Knotenpunkt

13.12.2009 | 14:45

Der Freitag vs. Die Zeit (2) - Das Unbehagen des linken Lesers

 

Nachdem mein erster Blogeintrag zu diesem Vergleich auf der Startseite positioniert wurde, fühle ich mich etwas von den Kommentaren erschlagen. Ich habe nebenher noch eine Masterarbeit zu Ende zu schreiben und nun muss ich wohl oder übel zwei Wochenzeitungen lesen (als wäre eine manchmal nicht schon genug). Ich kann und will nicht versprechen, mit dieser Aufgabe bis zum Erscheinen des nächsten Freitags fertig zu sein. Aber ich werde durchaus die Aufmerksamkeit nutzen, um die Diskussion über die Neuausrichtung des Freitags, die Jakob Augstein gerne zu den Akten legen würde, am Leben zu erhalten.

Zunächst einige Anmerkungen zu den Kommentaren: Ludwig Hasselberg hofft, dass ich mir keinen Bruch hebe, wenn ich die ZEIT aus dem Briefkasten in mein Lesezimmer schleppe. Nun habe ich überhaupt kein Lesezimmer. Und solange ich meine Zeit damit verbringe aus Lust und Laune und nicht für Geld zu schreiben, wird dies vermutlich auch so bleiben. Aber ich musste die ZEIT überhaupt nicht schleppen. Sie Zeit kann man als PDF downloaden und lesen. Den Freitag trotz groß angelegter Internetinitiative inzwischen nicht mehr. Warum eigentlich? Ich würde zwar weiterhin die Printausgabe vorziehen, aber wäre es im Rahmen der Neuausrichtung des Freitags nicht konsequent gewesen ein E-Abo einzuführen? Selbst die angestaubte Junge Welt bietet das inzwischen an.  

Andere Community-Mitglieder bedauern, dass ich mir nicht auch die Onlinestrategien der beiden Zeitungen ansehe. Ich kann das und will das nicht leisten. Vielleicht möchte sich jemand anderes diesem Thema annehmen. Persönlich halte ich den Onlineauftritt der Zeit für gelungener. Das mag aber daran liegen, dass ich dort nie in der Community aktiv war und noch nie ein Kommentar geschrieben habe.  An den Webseiten des Freitags stören mich viele kleine Dinge (lange Ladezeiten, mangelhafte Editierfunktionen, schlechte Lesbarkeit).

Den Alltag wollte ich ursprünglich herauslassen, da er mich nicht sonderlich interessiert. Allerdings ist vielleicht genau hier das Problem. Der Alltag wirkt immer noch wie ein Fremdkörper in dieser Zeitung. Vermutlich haben der Guardian und die Zeit deswegen ihren Alltag (G2, Zeit Magazin) in ein gesondertes Magazin ausgelagert, welches der Zeitung nur beiliegt. Ich werde mir also doch auch den Alltag ansehen.

Schlussendlich muss ich noch einmal betonen, dass dieses Experiment nicht dazu dient, die Debatte um die Neuausrichtung des Freitags ein für alle mal zu beenden. Es geht vielmehr darum einem Gefühl ("Der Freitag unterscheidet sich nicht mehr so stark wie früher von anderen Zeitungen") einer tieferen Analyse ("Und ich kann diese Aussage an folgenden Punkten festmachen...) zu unterziehen.

Wie auch immer das Ergebnis ausfällt, bleibt es für den Freitag ein Problem, wenn seine Leser auch nur denken, der Freitag erfüllt nicht mehr seine ursprüngliche Funktion. Es hilft in diesem Fall auch nicht auf neue Leser zu setzen. Denn diese schätzten den Freitag ebenfalls für seine linke unkonventionelle Art.

Damit soll es auch für heute an Anmerkungen reichen. Zurück zum Inhalt. Da wäre zunächst der Politik bzw. der Politik und Wirtschaftsteil.  

In der Zeit kann ich diese Woche Artikel zu folgenden Themen finden:

 

  • ·      Die Politik der schwarz-gelben Koalition (Innenpolitik)
  • ·      Direkte und repräsentative Demokratie
  • ·      FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger (Innenpolitik)
  • ·      UN-Klimakonferenz (Internationales)
  • ·      Veränderung des deutschen Parteiensystems (Innenpolitik)
  • ·      Die Modernisierung der CDU (Innenpolitik)
  • ·      Bildungsministerin Annette Schavan (Interview)
  • ·      Andrea Nahles neues Buch (Buchbesprechung)
  • ·      Unabhängigkeitsbestrebungen der Abchasen in Georgien (Ausland)
  • ·      Fußball und Völkermord in Ruanda (Ausland)
  • ·      Den Tod Otto Graf Lambsdorffs (Nachruf)
  • ·      Die Wiederwahl Evo Morales in Bolivien (Ausland)
  • ·      Das Minarett-Verbot in der Schweiz (Ausland)
  • ·      Den Afghanistan-Krieg (Internationales)
  • ·      Silvio Berlusconi (Ausland)
  • ·      Rainer Brüderle in China (Ausland)
  • ·      Iran-Konflikt (Internationales)

Ergänzt werden diese durch den Wirtschaftsteil:

 

 

  • ·      Zukünftige wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland
  • ·      Deutsche Steuersystem
  • ·      Abnahme der Scheidungsrate in den USA.
  • ·      Pharmakonzern Boehringer
  • ·      Steueroasen
  • ·      Klimaschutz International und in Dänemark
  • ·      Überschuldung Polens und notwendige Reformen
  • ·      Ungarns Rettung vor dem Staatsbankrott
  • ·      Weinkorken
  • ·      Reichtum und Vermögen (Buchrezension)
  • ·      Kapitalakquise vom Kunden
  • ·      Krise der Landesbanken
  • ·      Kinderfreibeträge und Kindergeld
  • ·      Ein Portrait über  den Bahnchef Rüdiger Grube

 

Der Freitag hingegen berichtet über:

 

  • ·      Kopenhagen (Internationales, Autor)
  • ·      Hochschulproteste (Innenpolitik, Autor)
  • ·      Birther-Behörde (Innenpolitik, Redakteur)
  • ·      Afghanistan (Internationales, Redakteur)
  • ·      Die Wahl in Bolivien (Ausland, Autor)
  • ·      Ehemalige Kindersoldaten aus Sierra Leone in Deutschland (Reportage, Autor)
  • ·      Personalprobleme bei der FDP (Innenpolitik, Autor)
  • ·      Die Gesundheitspolitik des Ministers Rösler (Innenpolitik, Autor)
  • ·      Lohnpolitik der Gewerkschaften (Innenpolitik, Autor)
  • ·      Datenschutz und Streikrecht (Innenpolitik, Autor)
  • ·      Minaretts-Verbot (Wochenthema)
  • ·      Absturz Dubais (Ausland, Guardian)
  • ·      Organisiertes Verbrechen in China (Ausland, Autor)
  • ·      Barak Obama und der Friedensnobelpreis (Internationales, Autor)
  • ·      Abrüstung durch den START Vertrag (Internationales, Autor)
  • ·      Bürgerkrieg im Jemen (Ausland, Guardian)
  • ·      Bürgerpflichten in der Europäischen Union (Europa, Autor)
  • ·      Kreuzfahrtschiff Columbus (Chronik, Autor)

 

Zwei spontane Gedanken hierzu: Der Freitag schreibt keinen kritischen Nachruf zu Otto Graf Lambsdorff und eine Reportage über den wirtschaftlichen Niedergang Dubais hätte ich in der Zeit erwartet. Es handelt sich hierbei aber auch um einen Artikel des Guardians. Und hier kommt ein weiteres Problem: Ich lese den Guardian bereits in der Unibibliothek.

Beide Zeitungen bieten eine ausgewogene Mixtur aus innen- und außenpolitischen Themen. Überschneidungen in den Themen treten in folgenden Punkten auf: Klimakonferenz in Kopenhagen, die Proteste an den Hochschulen, dem Minarett-Verbot in der Schweiz, dem Afghanistan-Konflikt und den Wahlen in Bolivien. Das ist eher weniger als ich erwartet hätte. Anderseits kann ich spontan keinen Artikel im Freitag benennen, welcher bereits aufgrund seines Themas (nicht des Inhaltes) nicht in der Zeit erscheinen hätte können. 

Also hilft nur lesen. Ich blättere den Freitag durch, überfliege kurz die einzelnen Artikel und es stellt sich wieder das alte Unbehagen ein. Irgendetwas ist anders. Ist es weil die Artikel oberflächlicher und kürzer wirken? Ihnen stellenweise der notwendige Biss fehlt? Ich kann es immer noch nicht sagen.

Folglich werde ich nicht umhin kommen, meinem Unbehagen im nächsten Blogeintrag an Hand einzelner Artikel nachzuspüren. 

 

 
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Kommentare
Jakob Augstein schrieb am 13.12.2009 um 17:22
Lieber JF,
nur kurz als Korrektur: Ich habe Ihren Beitrag auf die Startseite geholt weil ich das Thema wichtig finde. Und ich ermutige Sie - wie bereits in den anderen Kommentaren - ausdrücklich dieses kleine Projekt mit aller Härte und Kritik anzugehen. Es kann nun wirklich keine Rede davon sein, dass ich da was zu den Akten legen will. Das ist nun gerade der Sinn dieser Online-Debatten, dass wir nichts zu den Akten legen wollen.
Ich bin unbedingt der Ansicht, dass die ziemlich unergiebigen Debatten, wer der Linkeste im ganzen Land sei, aus der selbstgelinken Ecke herausgeholt werden müssen. Lasst uns hier über unsere Arbeit diskutieren, über unsere Artikel und Themen. Da gehört die Kritik hin. Was schreiben wir wozu? Und was fehlt? Da bin ich gespannt. Und da bin ich dankbar für jede aufrichtige Kritik.

(Und nehmen Sie sich ruhig Zeit. Das hat doch keine Eile. Masterarbeit ist wichtiger :) )

JA
jfricke schrieb am 13.12.2009 um 18:14
Lieber JA,

vielen Dank für die Anmerkungen. Aber das mit den Akten habe ich mich nicht ausgedacht, sondern stammt von Ihnen: "Ach liebe Community. Können wir nicht dieses Thema, wie links sind wir, endlich mal zu den Akten legen".

Was ich eben an diesem Punkt sehr schade fand, denn wenn ich auch einmal etwas loben darf, keine andere Redaktion und erst recht kein Verleger setzt sich derart öffentlich der Diskussion mit den Leser aus. Nur hier scheint es einen wunden Punkt zu geben, über den ungern diskutiert wird. Vielleicht weil er immer wieder angesprochen wird. Aber gebe es einen besseren Beweis für seine Bedeutung?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 13.12.2009 um 18:56
Der Antwort von Jacob Fricke auf Jakob Augstein möchte in in allen Belangen zustimmen, und doch auf den wunden Punkt zusteuern. Augstein spricht von "ziemlich unergiebigen Debatten, wer der Linkeste im ganzen Land sei, aus der selbstgelinken Ecke herausgeholt werden müssen." An anderer Stelle ist mal das Wort gefallen, daß der hergebrachte politische Gegensatz obsolet sei, und das Wort vom "irgendwie links"-Freitag kursiert ja in allen Beiträgen und Kommentaren. Zu dieser sog. unergiebigen Debatte möchte ich feststellen, daß sie etwas ähnliches wie die Richtungskompetenz des Kanzleramts diskutiert. Also etwas entscheidendes.
Weiter heißt es: "Lasst uns hier über unsere Arbeit diskutieren, über unsere Artikel und Themen. Da gehört die Kritik hin. Was schreiben wir wozu? Und was fehlt?"
Diese Aufforderung minimiert Kritik in Kleinarbeit. In Partitionierung eines verwebten Ganzen. Das geht nicht. - Das Buh-Wort heißt: links, Linke mit Horizont über diese Gesellschaft hinaus. Neben aktuellen Berichten, die im wesentlichen nicht über das Jetzt der Meinungslage hinaus reflektieren können, müssen Hintergrundberichte u.a. so plaziert sein, daß man nicht mehr nach drüben gehen kann, weil man schon da ist, worin noch niemand war.
misterl schrieb am 13.12.2009 um 19:25
Naja. Die Frage nach dem Metermass für linke Positionen dient im Extremfall nur dem innerlinken, sportlichen Wettkampf wo die am weitestgehende, linke Position gewinnt. Der interlektuelle Blumentopf mag innerhalb linker Kreise beliebt sein. Ausserhalb davon wird er allenfals belächelt.

Ich denke eine solche Debatte ist wirklich nett bei schönem Wetter - davon sind wir weit weg, wenn wir uns einmal die Schlagzeilen aus der Zeit und vom Freitag ins Gedächtnis rufen. Also Zustimmung, wenn JA dies so argumentiert diese Zeile:

"Ach liebe Community. Können wir nicht dieses Thema, wie links sind wir, endlich mal zu den Akten legen?"

verstanden wissen will.

Um es mit einer kritschen Anregung/Gedanken zu beenden. Ein "irgendwie linkes Medium" sollte auf einen Wirtschaftsteil nicht verzichten, der sich sowohl kritisch mit dem Ist in der Wirtschaft befaßt und zudem mit dem Möglichen aus "iregndwie linker" Sicht. Wenn dem "der Freitag" etwas fehlt im "Wettstreit" mit unserer verwirtschaften Gesellschaft, dann jenes.

LG
misterL
Deaktivierter Nutzer schrieb am 13.12.2009 um 19:40
Ich hätte nichts dagegen und sähe auch keinen Widerspruch zu meinem Kommentar.
misterl schrieb am 13.12.2009 um 19:57
Lieber Rainer Kühn.

Einen leichten Widerspruch sehe ich schon. Die "irgendwie linke" Richtungskompetenz des "Kanzleramtes" steht nicht zur Debatte, sofern man sich mit sich selbst befaßt. Das Ergebnis einer Debatte wie "irgendwie links" man sei, produziert aber weder eine konkrete Richtung noch irgendeine äußerliche Kompetenz. Eine solche Debatte unter "irgendwie Linken" bleibt Ergebnis offen, dreht sich im Kreis, spaltet sich, entzieht sich der Auswirkung und bekommt deshalb zu keiner Zeit irgendeine Kompetenz die zur Richtlinienkompetenz des "Kanzleramtes" wird.

Kompetenz erwirbt man sich in der Auseinandersetzung mit der Außenwelt. Das ist dann die Arbeit, das Kleinklein und das Fehlende.

LG
misterL
wwalkie schrieb am 13.12.2009 um 19:59
Herr Augstein, der Appellcharakter Ihres kleinen Motivationstextes affiziert auch mich, obwohl ich stark vermute, dass Sie den Wettbewerb DSLB (Deutschland sucht den linkesten Bürger) - wie viele Ihrer Generation und der Verfassungsschutz sowieso - imaginieren. Wenn er denn existieren würde, wäre er in der Tat ziemlich "unergiebig".

Die "selbstgelinkte Ecke" erinnert mich übrigens stark an meine Jugend, als ich eine hübsche Blondine mit roten Boxhandschuhen auf Wahlplakaten sehen musste, die mich jungen damals wirklich "Irgendwielinken" mit Schmollmund aufforderte: "Komm aus deiner linken Ecke! Freiheit oder Sozialismus!"

"Lasst uns über unsere Arbeit diskutieren!" Oh ja, bitte! Aber nicht nominalistisch, wie Adorno das nannte. Und: wenn ein Autor "neoliberal" oder "rechtssozialdemokratisch" oder "scheissliberal" oder einfach dumm argumentiert, darf man doch noch auf die historisch zu verortenden Denkmuster verweisen. Oder? Auch aus "linker" Perspektive. Oder? Die ist nämlich ziemlich empirie-gesättigt - bis zum Überdruss. Und erkennt aus Erfahrung ziemlich gut, wann jemand schlechter als ein Kisch schreibt. Nämlich fast immer.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 13.12.2009 um 20:13
Man sollte jedenfalls, im Freitag, als Verlag, Redaktion und Leserschaft, seine Richtlinie nicht mit einem Irgendwie bestimmen. Das Grundwort muß "links" sein, dem Humanen willen. Das wäre meine Richtlinie.
Dann kommt das Kleinklein.
Ich sehe wenig Unterschied.
mh schrieb am 13.12.2009 um 20:15
ich halte diese debatte um das "irgendwie links" für einen der fundamentalen punkte der auch einhergeht mit diesem mulmigen gefühl, dass man nicht so recht weiß, was der freitag will.

irgendwie.. das ist nichts. wenn ich was lese, dann lässt mich genau das so ziemlich im regen stehen, denn da steht einer vor mir, mit seiner zeitung, die halt irgendwie ist und das als meinungsmedium. irgendwie meinung... da läuten doch die kirchenglocken.

das kann ich nicht einschätzen und es ist flüchtig .. es verflüchtigt das ohnehin flüchtige einer meinung.

also nein, genau diese diskussion können wir nicht einstellen. sie ist irgendwie eines der grunsätzlichsten dinge.

meinungen ohne standpunkte, darum gehts da.

mfg
mh
misterl schrieb am 13.12.2009 um 20:26
Liebr MH

"meinungen ohne standpunkte, darum gehts da"

Standpunkte ohne inhaltlich/sachliche Kompetenz führen zu Meinungen aus Ideologie alleine. Das macht vielleicht ein "Kampfblatt" einer Partei aus. Ist das (oder war das) "Der Freitag" jemals?
mh schrieb am 13.12.2009 um 20:29
wo habe ich inhaltliche/sachliche kompetenz ausgeschlossen?

meinungen mit standpunkten schliessen sie jedenfalls nicht aus.

mfg
mh
Streifzug schrieb am 13.12.2009 um 20:38
Standpunkt - Antipode (Gegenfüßler)

Auf der dem Betrachter gegenüberliegenden Seite der Erde wohnender Mensch

oder

Zirkusartist, der auf dem Rücken liegend auf seinen Fußsohlen Gegenstände od. einen Partner balanciert.

Das find ich zielführend.
misterl schrieb am 13.12.2009 um 20:39
Lieber MH

Eine solche Debatte als DIE Zentraldebatte auszurufen schließt das implizit aus.

LG
misterL
Jakob Augstein schrieb am 13.12.2009 um 21:17
@misterL
Ein Wirtschaftsteil? Recht gern. Möchte ich da in Anlehnung an Lessing sagen.
Allein, woher nehmen - denn stehlen geht bei einem ganzen Ressort ja kaum. Hände hoch! Keine Bewegung! Packen Sie mir Ihr Wirtschaftsressort ein! Das ganze Ressort! Und wagen Sie nicht, den Ressortleiter zu verstecken!
Hm. Das wird nichts.
Ich verspreche Ihnen - gefährliches Versprechen - wir etablieren ein Wirtschaftsressort, wenn wir 40 000 Abonnenten haben.
JA
mh schrieb am 13.12.2009 um 21:18
die formulierung war:

"ich halte diese debatte um das "irgendwie links" für einen der fundamentalen punkte der auch einhergeht mit diesem mulmigen gefühl, dass man nicht so recht weiß, was der freitag will."

"einen der" = es gibt mehrere .. is halt das doofe, an teilzitaten.

auch sonst hatte meine aussage bedigungen und zusammenhänge. wenn die nicht gesehen werden wollen, dann sparen wir es uns halt wieder.

spielt allein weiter.

mfg
mh
misterl schrieb am 13.12.2009 um 21:22
Wenn es aktuell 39.999 sind kommt morgen meins dazu. :-)
misterl schrieb am 13.12.2009 um 21:23
Ich haltee es für keinen Fundamentalen Punkt zu definieren was Link sei. Ich halte es für Ablenkung vom Wesentlichen - also für ein Spiel.
mh schrieb am 13.12.2009 um 21:37
das war auch überhaupt nicht das thema.

mfg
mh
misterl schrieb am 13.12.2009 um 22:00
Lieber MH

Dann legen wir das Thema (einstweilen) zu den Akten und befassen uns mit der Arbeit, dem Kleinklein und dem Fehlenden und seit 21:17 Uhr (heute) damit, wir das Fehlende bekommen um rund zu sein.

Exakt darum geht es. Zumal er sich dann thematisch fast gar nicht mehr von anderen Zeitungen unterscheidet, sondern (hoffentlich) dadurch, dass der Freitag (irgendwie) links und deshalb doch anders bleibt.

LG
misterL
mh schrieb am 13.12.2009 um 22:16
wir sollen uns darüber unterhalten, dass man kein ganzes ressort braucht um auch mal einen wirtschaftlichen artikel reinzubauen?

also... dubai war da doch als guardianübersetzung. 2-3 wochen nachdem das thema aktuell war. :)

mfg
mh
klonkifanko schrieb am 17.12.2009 um 08:57
Fantastische Parodie! Mein Denken beim Lesen.
Novalis schrieb am 13.12.2009 um 17:24
Lieber Jakob Fricke, dieses Gefühl von Unbehagen hatte ich kurz nach der Umstellung des "Freitag" auch ganz stark. Ich vermisste die Tatsachenberichte z.b. von den "Tafeln" und anderen schaurigen Entwicklungen in diesem Land. Dann dachte ich mir, na ja, nun heißt der "Freitag" das "Meinungsmedium", das ist also etwas anderes. Die früher deutlich spürbare Warmherzigkeit und Einfachheit ist einem gewissen Hang zu einer künstlichen "Intellektualität"gewichen. Dennoch hält sich das für mich in erträglichen Grenzen und ich wüßte sonst keine andere Wochenzeitung, die meine linken Bedürfnisse stillt.
undercoverCamping schrieb am 13.12.2009 um 19:43
Lieber Jacob Fricke,

erst einmal vielen Dank für Ihre Idee und Mühen eines Vergleichs vom "Freitag" mit der "Zeit". Als einer der neuen Leser hier ist das für mich besonders interessant. Vor allem, weil ich eben auch die "Zeit" lese.

Sie schreiben:
"... bleibt es für den Freitag ein Problem, wenn seine Leser auch nur denken, der Freitag erfüllt nicht mehr seine ursprüngliche Funktion. Es hilft in diesem Fall auch nicht auf neue Leser zu setzen. Denn diese schätzten den Freitag ebenfalls für seine linke unkonventionelle Art."

Da fühle ich mich ja direkt angesprochen als Neuer :)
Nun weiß ich natürlich nicht, welche ursprüngliche Funktion der Freitag erfüllen sollte. Aber eines kann ich gewiss sagen: Interesse an einem Blatt, in dem Themen langatmig in einer nicht endend wollenden Diskussion um die Achse der eigenen Befindlichkeit gedreht werden, habe ich nicht ("wie links sind wir und warum, und was ist überhaupt links, historisch betrachtet und real existierend und überhaupt...").

Als neuer Leser schätze ich hier den journalistisch erfrischenden Ansatz, die Leser sehr aktiv an der Diskussion zu beteiligen. Eben mehr, als einem Artikel nur eine (von der Redaktion ungelesene) Anmerkung beifügen zu können.
Und falls dann in einem Artikel der "Biss" fehlen sollte, darf halt jeder Leser/Blogger selbst herzhaft zubeißen :) Und genau DAS ist es, weshalb ich mich gefreut habe, den "Freitag" für mich zu finden.

Auf die Ergebnisse Ihrer weiteren Recherche freue ich mich! Toi, toi, toi für Ihre Masterarbeit.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 13.12.2009 um 20:04
Ich finde das alles richtig, was Du, undercoverCamping, sagst. Das neue sehen, lesen, wahrnehmen. Wahrscheinlich bist Du jung, ich selbst schreibe wahrscheinlich aus der Perspektive der Elterngeneration plus, die schon etwas Geschichte hat, und dann noch als studierter Historiker. - Und da hatte ich mit meiner Vertrauten gerade dieses Ding, wie man noch lesen könne als junge Generation, Zeit aufwenden für etwas, das eigene Bilder produziert, was der eigenen Person anverwandelt wird, was nicht immer nur obendrauf noch ein Bild, noch ein besserer Film ist. - Nicht Text auf Bildschirmen, sondern ... und so weiter blabla und nicht blabla.
Ich will hier keinem Kulturpessimismus das Wort reden, wäre Quatsch, es wird verloren, es wird gewonnen, und doch: Was heute bloß anders zueinander ist, waren früher Gegensätze und noch früher vielleicht sogar Feindschaften. Ich rede ins Blaue, aber das Internet ist ja auch ein neuer Himmel ...
Früher könnte ich Zeitungen, Zeitschriften und Verlage ganz klar positionieren.
Heute ist das auch irgendwie einfach.
Jakob Augstein schrieb am 13.12.2009 um 21:19
Lieber Rainer Kühn,
diesen Kommentar finde ich sehr sympathisch.
Einfach so als Gefühl.
:)
JA
drhwenk schrieb am 17.12.2009 um 00:13
Lieber JA,

Auch wenn es mehr ein kontigentr Gebrauch hier ist,
möchte ich sie in bedrängter Lage doch nicht ohne Gefühlstheorie lassen. Der Psychologe Nietzscche vertat sich da gründlich, wohl eher aus Konkurrenzgefühl, über den hohen systematischen Wert der neurologischen Affekttheorie Spinozas.
Nur so als linke theoretische Orientierung.
Kommt auch in der "Zeit" mehr als seltsamerweise kaum vor.
THX1138 schrieb am 13.12.2009 um 21:31
lichtung

manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum


Ernst Jandl (1925- 2000)
born2bmild schrieb am 13.12.2009 um 22:53
Nicht nur wir Menschen wandeln uns im Laufe der Jahre. Die ZEIT war bis Mitte der 50er eher rechts der CDU einzuordnen, lange Jahre defizitär wurde sie, ähnlich wie die WELT durch BILD, durch die Gewinne des STERN am Leben erhalten. Links war sie nie, liberal im positiven Sinne, auch wenn das Ende der 60er zuweilen mit dem Etikett 'Scheißer' versehen wurde. Nun ist sie seit Jahrzehnten Flaggschiff des Bildungsbürgertums, passt sich dem Zeitgeist an und der hält momentan TV-Showmaster wie Jauch, Schmidt und di Lorenzo im Verein mit Schirrmacher, Diekmann und Sloterdijk/Sarrazin für kompetent den Diskurs der bildungsnahen Schichten zu bestimmen.

Der FREITAG als Ost/West Zeitung war ein Kind des Mauerfalls mit den Herausgebern Günter Gaus (†), Gerburg Treusch-Dieter (†) -West- Christoph Hein, und Wolfgang Ullmann (†) -Ost-.
Wenn als links einzustufen, dann so wie Günter Gaus es definierte:
"Ich nenne links, dass man gesellschaftliche Fragen für vorrangig hält. Dass man die gesellschaftlichen Antworten, die gegeben werden, jedes Mal sehr skeptisch überprüft, ob sie wirklich mehr als eine Tagesantwort sein können."
Gaus war kein Linker, jedoch ein kritischer Geist. Nach meinem Dafürhalten einer der besten Journalisten der Nachkriegszeit. Der Nachruf Regina Generals verhallte hier vor kurzem fast unkommentiert.
Jetzt ist der Augstein-Freitag "irgendwie links". Verflacht vor den Monitoren der Flachbildschirme. Es soll ein Spagat werden zwischen linkem Bürgertum und geldbringenden Inserenten. Da ist Skepsis angebracht. In der Politik, der Kultur, im Alltag.
Michael Angele schrieb am 13.12.2009 um 23:54
Lieber born2mild

da es mich langsam wirklich nervt, möchte ich Ihnen und allen anderen Kulturpessimisten hier und in anderen Diskussionen mal eine jener von Gaus angemahnten "gesellschaftlichen Fragen" stellen. War es früher, in diesen angeblich besseren, da "flachbildschirmfreien" Zeiten möglich, auch nur ein Presseerzeugnis so breit und beharrlich in Frage zu stellen, wie hier den FREITAG, völlig egal, ob es sich um Konkret, ND oder Bild handelte?
Meine Antwort, die hoffentlich mehr als eine für den Tag ist. Nein war es nicht, aus einem fundamentalen Grund: es gab die technischen Möglichkeiten dazu gar nicht.
Schöne Grüße
PS
Von diesem "Spagat" habe ich noch nie etwas gehört. Ich kann Ihnen versichern, dass wir in der Kultur bei der Auswahl und Abfassung von Artikeln weder an ein linkes Bürgertum, noch an die geldbringenden Inserenten denken. Warum nicht die Skepsis auch mal gegen seine eigenen Überzeugungen in Stellung bringen?
born2bmild schrieb am 14.12.2009 um 00:59
Keineswegs bin ich ein Kulturpessimist. Wohl aber was das Buch 'Kultur' des Freitag angeht, seitdem Sie dafür verantwortlich zeichnen: dem 'Zauber der Windmaschinen' erlegen.
Für Ihre Zukunft allerdings ist mir gerade deswegen nicht bange. Wenn J. Augstein seine Spielwiese nicht mehr finanzieren kann oder will, weil der Spagat zwischen Geldbringern und Lesern nicht klappt: Windmacher werden stets gesucht. Schon wegen des Klimawandels.
PS. Mein Printabo behalte ich, optimistisch wie ich bin.
Michael Angele schrieb am 14.12.2009 um 09:09
@born2bmild
Danke, dass Sie das Abo trotzdem behalten. Bei jeder Kündigung, die nachweislich auf den Kulturteil zurückgeht, kriegen wir jeder zehn Peitschenhiebe - und zwar jeder, denn es herrscht hier noch das Kollektivprinzip
wwalkie schrieb am 14.12.2009 um 10:08
Bei der flagellatio bitte das De profundis rezitieren:

de profundis clamavi ad te Domine (bei Atheisten zu streichen und durch Gott freier Wahl zu ergänzen), Domine exaudi vocem sinstram meam fiant aures tuae intendentes in vocem deprecatonis meae...
weinsztein schrieb am 14.12.2009 um 10:22
wat, wwalkie?
weinsztein schrieb am 14.12.2009 um 10:44
Es wirde Zeit, dass sich die Diskussionsteilnehmer hier bei Michael Angele dafür entschuldigen, dass sie ihn nervten.

@born2bmild
Eine Flachpfeife als Windmacher in Zeiten des Klimawandels, was soll das bringen?
Michael Angele schrieb am 14.12.2009 um 11:52
@weinsztein

"@born2bmild
Eine Flachpfeife als Windmacher in Zeiten des Klimawandels, was soll das bringen?"

Bin auch Warmduscher und Schattenparker, zum Beispiel, profitiere also extrem vom Klimawandel. Aber von einem karrieregeilen Opportunisten haben Sie doch auch nichts anderes erwartet?
jfricke schrieb am 14.12.2009 um 14:54
Es wäre schön, wenn es ohne persönliche Beleidigungen ginge.
Friedland schrieb am 16.12.2009 um 23:50
Ja, das wäre schön, aber vielleicht haben die alle Tasten- Tourette....
Deaktivierter Nutzer schrieb am 14.12.2009 um 07:40
Lieber Jacob Fricke,
vielen Dank für Deine Arbeit an diesem Blog. Gefällt mir sehr gut Deine Idee & die Umsetzung.
Viel Glück & Erfolg für Deine Masterarbeit wünsche ich Dir.
Lethe schrieb am 14.12.2009 um 11:01
vielleicht gibt es ja auch einen Bedarf, darüber nachzudenken, was es heutzutage heißt, "links" oder "ein Linker / eine Linke" zu sein? Es scheint dafür ja nicht mehr notwendig zu sein, seinen Marx studiert oder wenigstens gelesen zu haben und das eigenen Leben gemäß dieser Einsichten zu gestalten, auch die Mitgliedschaft in sich links gebärdenden Parteien spielt nur mehr eine formale, keine inhaltliche Rolle - wofür also steht "links" eigentlich noch? "Irgendwie" "alternativ" sind wir "doch alle", gegen Gorleben und KKWs sowieso und für eine globale Klimaschutzpolitik auch; also sind wir alle links, Linke wie Grüne und sogar ein paar SPDler, oder doch nicht so ganz und gar?

In religiösen Kreisen kursiert - inoffiziell natürlich - das schöne Akronym "glinuS". Gläubig zu sein reicht dort nämlich schon lange nicht mehr, die einzelnen Gruppen verlangen, dass ihre Mitglieder glinuS sind, "gläubig in unserem Sinne". Lassen wir das "g" weg, müssen wir "linuS" sein, links in unserem Sinne, wer auch immer dieses "uns" zu reklamieren sich berufen fühlt?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 14.12.2009 um 12:12
hi lethe,

"links in unserem Sinne" - das ist doch mal eine Definition, die es auf den Punkt bringt.

linus !

das könnte doch eine Projekt-Idee für ein völlig neues, radikales Online-Portal sein.

fein,

liebe Grüße
Feli
j-ap schrieb am 14.12.2009 um 11:42
Hallo allerseits.

ich finde diesen Thread stark, weil er etwas auf den Punkt bringt, was mich auch schon geraume Zeit beschäftigt und was hier sehr gut zum Thema paßt:

Es gibt in diesem Land offenbar noch Bedürfnisse nach einer Presselandschaft (im weiten Sinne, dazu gehören selbstredend auch Online-Publikationen), für die es längst kein entsprechend gezirkeltes Publikum mehr gibt. In diesen Zusammenhang muß man auch den Augstein’sche Versuch einsortieren, eine bestimmte Leserschaft „abzubilden“ — denn etwas abzubilden heißt, sich zunächst darüber zu orientieren, ob es überhaupt etwas abzubilden gibt.

Wie sieht’s da aus? Das Diktum vom „irgendwie links“ benennt einen Generalmangel, der sich auch auf der anderen Seite der Logenreihe darstellen läßt, es gibt in diesem Land nämlich auch keine genuin bürgerliche Öffentlichkeit, und sehr viel spricht dafür, daß es die auch nie gab (vielleicht von der preußischen „Kreuzzeitung“ abgesehen, die allerdings zu keiner Zeit das Bürgertum in seiner ganzen Breite repräsentierte, sondern nur das evangelisch-konservative in Preußen). Die Geistesverfassung dieses Kuddelmuddels hat wohl kein geringerer Schiller in seinen späten Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen niedergelegt: Ehe man etwas ändert, muß man erziehen, und zum Erziehen hat vorrangig alles zunächst so zu bleiben, wie es ist, denn ästhetische Erziehung bedeutet, in Ruhe zu arbeiten — und nur in einem Land mit so strukturierter Befindlichkeit ist es problemlos möglich, das Violinkonzert von Beethoven zu hören, während im Osten längst die Schlote rauchten.

Im Untertitel lautet der Großversuch des „Freitag“ : Das Meinungsmedium. Was ist ein Meinungsmedium? Ich bin noch nicht allzu lange hier, aber sofern mir nicht etwas entgangen ist, wurde dieser Begriff nie expliziert. Was heißt also „Meinungsmedium“?

(1) Heißt Meinungsmedium, daß es eine vorher festgelegte und feststehende Linie gibt, zu der dann entsprechende Meinungen offeriert werden?
(2) Oder heißt Meinungsmedium tatsächlich Diskurs-Medium?

Option No. 1 würde erklären, weshalb viele altgediente Leser dieses Organs sich schwer tun mit den neueren Entwicklungen, sie erklärt auch die dazugehörigen Autoimmunaffekte, die man hier immer wieder antrifft. Leser dieser Abteilung suchen in erster Linie nach einem Sozialisierungsmedium der hergebrachten Bauart: Hier soll dezidiert und deutlich abgrenzbar Links sein, hier soll ein aufgerichteter Standpunkt sichtbar werden, hier soll von einer politischen Verortung die dazugehörige Meinung auf dem Fuße folgen, hier will die linke Antwort auf Fragen unserer Gesellschaft gefunden werden.

Alternative No. 2 würde hingegen bedeuten, daß in diesem Land endlich einmal wieder ein Medium organisiert wird, das der produktiven Auseinandersetzung dienlich sein könnte, die zwar politische Leitlinien kennt, aber eben nicht nur ins eigene Stammland hinein posaunen will, was die, die dort wohnen, ohnehin schon längst wissen.

Früher erfüllte diese Aufgabe in der Tat die ZEIT in herausragender Weise: Dort wurde auf Seite eins aufgemacht mit Pro, das Contra fand man nach dem Umblättern. Mittlerweile wurde die ZEIT herunterbuchstabiert auf dieselbe Stufe, auf der man auch den Stern und den Focus trifft. Es stimmt, sie lebt noch immer von dem Mythos, „irgendwie liberal“ zu sein, ein Problem von zwei oder mehr Seiten her anzugehen, aber das stimmt schon seit Jahren nicht mehr. Was dort herrscht ist ein reichlich diffuser Allerweltsjournalismus, ein triviales Bummeln wie auf dem Weihnachtsmarkt, für jeden ist etwas dabei, ein bißchen Bratwurst, Glühwein und eine Jesuskindleinattrappe im Stall. Man muß da nichts mehr suchen, sich seine Ansicht nicht mehr selbst erarbeiten und erlesen, sondern man kann entspannt ein Tagesmenü bestellen und schauen, was der Ober bringt.

Da wird viel „gemeint“, aber wenig erklärt und noch viel weniger maieutische Hilfestellung geleistet, weshalb man sich’s auch leisten kann, auf Dialoggesuche der Rezipienten eisern und byzantinisch zu schweigen.

Dieses verheerende Bild wird auch dem deutlich, der sich die berühmte Sloterdijk/Honneth-Debatte besah. Hat eigentlich niemand zur Kenntnis genommen, wie intellektuell verarmt der Diskurs ist, der hierzulande stattfindet? Wie erschreckend theoriearm die Protagonisten aller Seiten geworden sind? Man täusche sich nicht darüber: Das ist keine Debatte, von der man genau sagen kann, worum es eigentlich geht, und schon gar nicht ist es eine bürgerliche Initiative mit anti-bürgerlicher Erwiderung. Die einen (Sloterdijk, Bolz et al.) adressieren hier keine bürgerliche Öffentlichkeit, sondern tragen eine halbseidene Ideologie der Aufsteiger und Heraufgekommene vor, die sich selbst rationalisieren wollen, warum es gut und rechtens sei, zu den Heraufgelassenen zu gehören; während die anderen dann programmhaft in jenem abgemeierten Soziologenslang der 70er antworten, der nichts besseres zu tun hat, als auf die Person zu zielen.

Aus meiner Sicht völlig blödsinnig ist übrigens die Auffassung, man könne ein Organ mit linkem Programm nicht ökonomisch eigenständig und profitabel placieren, und sogar noch blöder ist der Verdacht, daß eine Zeitung, die nicht am Rande der ständig drohenden Insolvenz vor sich hinkrebst, in Wahrheit gar nicht links sein könne.

Der Freitag wird sich entscheiden müssen.
Will er ein stramm lagerorientiertes, orthodoxes Organ sein? Wer das haben will, der könnte sich eigentlich auch gleich eine der vielen Parteipostillen ins Haus kommen lassen. Will er ein Meinungsbauchladen sein, der für alles und jedes etwas im Angebot hat? Dann bliebe die Frage stehen, wieso man dazu ausgerechnet den Freitag erwerben soll, wo es doch auch die ZEIT, den Focus, die SZ etc. pp. gibt und das „Warenhauszeitalter“ dem Vernehmen nach ohnehin längst abgelaufen ist. Oder will er wirklich ein Diskurs-Medium im besten Wortsinn werden, das zwar sehr wohl „a leftist stance“ kennt, aber der lagerübergreifenden gesellschaftlichen Debatte Raum bietet?

Beste Grüße aus München,

Josef Allensteyn-Puch
mh schrieb am 14.12.2009 um 11:56
"Der Freitag wird sich entscheiden müssen.
Will er ein stramm lagerorientiertes, orthodoxes Organ sein? Wer das haben will, der könnte sich eigentlich auch gleich eine der vielen Parteipostillen ins Haus kommen lassen. Will er ein Meinungsbauchladen sein, der für alles und jedes etwas im Angebot hat? Dann bliebe die Frage stehen, wieso man dazu ausgerechnet den Freitag erwerben soll, wo es doch auch die ZEIT, den Focus, die SZ etc. pp. gibt und das „Warenhauszeitalter“ dem Vernehmen nach ohnehin längst abgelaufen ist. Oder will er wirklich ein Diskurs-Medium im besten Wortsinn werden, das zwar sehr wohl „a leftist stance“ kennt, aber der lagerübergreifenden gesellschaftlichen Debatte Raum bietet?"

sehr schön. ganz meine meinung. also hast du recht und bist toll.

mfg
mh
misterl schrieb am 14.12.2009 um 14:02
Das wäre wohl eine "Nische".

"Oder will er wirklich ein Diskurs-Medium im besten Wortsinn werden, das zwar sehr wohl „a leftist stance“ kennt, aber der lagerübergreifenden gesellschaftlichen Debatte Raum bietet?"

Warum dabei keine irgendwie rote Fahne hissen? Ein generell fester Standpunkt mit variabler Interpretation in Detailaspekten stört nicht, wenn man "lagerübergreifenden gesellschaftlichen" Raum für Debatten anbietet und führt nicht zwingend zur Beliebigkeit. Phrasen wie "unabhängig - überparteilich" kann man an einer beliebigen Garderobe abgeben - daran glaubt ohnehin keine/keiner mehr.

Ganz im Gegenteil, die "Nische" ist derzeit ziemlich unbesetzt und sicher nicht mit Meinungs-3D-Balken Desinformation a la FOCUS zu vergleichen.
jfricke schrieb am 14.12.2009 um 14:52
Ich bin jetzt schon froh diese Debatte wieder angestoßen zu haben. Den Beitrag von Josef Allensteyn-Puch finde auch ich ausgezeichnet. Einige Anmerkungen möchte ich dennoch machen:

Erstens, der Freitag war für mich nie ein "stramm lagerorientiertes, orthodoxes Organ". Auch sehe ich wie misterL keinen Widerspruch zwischen einer klaren linken Haltung und Raum für einer breiten lagerübergreifenden gesellschaftlichen Debatte.

Zweitens, schreibt JAP: "Hat eigentlich niemand zur Kenntnis genommen, wie intellektuell verarmt der Diskurs ist, der hierzulande stattfindet? Wie erschreckend theoriearm die Protagonisten aller Seiten geworden sind?". Doch - und hier scheint mir vielleicht auch mein eigentliches Problem mit dem Freitag als Meinungsmedium zu liegen.

Denn bei der weiteren Lektüre sind mir vor allem zwei Dinge aufgefallen. Ich liege teilweise falsch damit, dass der Freitag keine Position mehr vertreten würde. Aber ich kann mich dem Eindruck nicht verwehren, dass die Artikel oberflächlichler und kürzer geworden sind. Und vielleicht liegt hier der Grund für mein Unbehagen. Mochte ich den Freitag vielleicht vor allem deswegen, weil er mehr einem linken akademischen Journal, denn einer Zeitung glich? Dazu dann aber auch mehr in Teil III.
misterl schrieb am 14.12.2009 um 15:19
Was Jacob Fricke undJosef Allensteyn-Puch zur Theoriearmut schreiben mag ja begründet sein, finde ich aber in Teilen bedeutsam oder bedauerlich. In Theorie gibt es in Buchform jede Menge gedruckte Analysen. Daran mangelt es in Summe nicht, es mangelt an der parktischen Ausführung, der Relevanz und letzlich im Erleben im Alltag - also im Fehlen linker Optionen dort. Genau darin sähe ich aber den Brückenschlag für ein Informations.- und Meinungsmedium zwischen der hinreichend großen Menge analytischer Texte, der alltäglichen Realität und der Diskussion und Findung alltagstauglicher Optionen zur Realität.

Ein Anspruch den ich höher einschätze, als die Wiederkäuung bekannter theoretischer Analysen.
Michael Angele schrieb am 14.12.2009 um 15:42
@Jacob Fricke

Lieber Herr Fricke,

Sie kritisieren, dass der FREITAG ihrem Eindruck nach "oberflächlicher" geworden ist. Nun setzen Sie hier zum großen Vergleich von FREITAG und Zeit an - und stellen die beiden Inhaltsverzeichnisse nebeneinander. Besonders tiefsinnig finde ich das nun auch nicht gerade. Selbst dann nicht, wenn man mit etwas gutem Willen von einer "quantitative Analyse" sprechen könnte.
Gaukler schrieb am 14.12.2009 um 16:23
Vom "abgemeierten Soziologenslang der 70er" und gleichzeitig über "theoriearm" zu schwafeln ist schon nett. Vielleicht in Erwartung von Proseminar-Theorien, die auch in 500 Zeichen im Wirtschaftsteil passen?
jfricke schrieb am 14.12.2009 um 16:50
@MichaelAngele

Würde die Debatte hier enden, hätten Sie recht. So ist Ihre Antwort allerdings einfach nur unverschämt.

Ich schreibe hier in meiner Freizeit. Ich kann Ihnen gerne eine ausführliche qualitative Analyse abliefern, wenn Sie mich dafür bezahlen und von anderen Aufgaben entbinden. Dann dürfen Sie mich auch gerne auf dieser Ebene kritisieren.
Michael Angele schrieb am 14.12.2009 um 17:32
Lieber Herr Fricke,

mir geht es mit dieser kleinen Kritik um Grundsätzliches. Als Blogger darf man hier alles und jedes am Blatt/der Redaktion kritisieren. Das ist okay, das müssen und können wir aushalten, gerade auch wenn es in der von Jakob Augstein geforderten "Härte und Kritik" geschieht. Umgekehrt gibt es Hemmungen, Beiträge von Bloggern/Communitymitgliedern von Redaktionsseite ebenso hart und kritisch zu kommentieren, man hat Angst, dass sie davonlaufen oder was weiß ich.

Ich finde das nicht mehr okay. Was Sie hier in diesem Zweiten Teil als Vergleich bringen, finde ich dürftig, um nicht zu sagen, fast schon komisch. Die Komik resultiert daraus, dass das Resultat in keinem Verhältnis zum Anspruch steht. Sorry, aber was ich hier lese, wirkt auf mich eher wie die Prolegomena zu einer künftigen Proseminararbeit denn als wirklich aussagekräftiger Vergleich.

Solche Kritik wiederum müssen Sie aushalten können. Sie schreiben, dass Sie andere Aufgaben haben, und meine Kritik deshalb unverschämt sie. Das ist, mit Verlaub, Unsinn, es zählt das Resultat, weder hat man Sie zu diesem Vergleich gezwungen, noch dazu den Beitrag in dieser Form hier zu veröffentlichen. Aber bevor wir anfangen, endlos streiten: Überzeugen Sie mich doch einfach mit dem dritten Teil.
Streifzug schrieb am 14.12.2009 um 17:52
In Unternehmen heißt es:

Gute Fachkraft, direkten Kundenkontakt möglichst vermeiden.
jfricke schrieb am 14.12.2009 um 18:43
"Die Komik resultiert daraus, dass das Resultat in keinem Verhältnis zum Anspruch steht". Welcher Anspruch? Ihr Anspruch? Ich habe nicht vor hier eine Proseminararbeit zu schreiben. Zumal ich nie ein Proseminar besucht habe.

Mir ging es darum zu ergründen, warum ich den Freitag nicht mehr so gerne wie früher lese und darüber auch eine Debatte am Laufen zu halten, die ich für außerordentlich wichtig halte. Zumal die bisherige Strategie des Freitags nicht gerade gezündet hat. Wenn das so komisch und unsinnig ist, dann lassen Sie meine Beiträge doch in den Untiefen ihrer Webseite verschwinden und heben Sie sie nicht regelmäßig auf die Startseite.

Der dritte Teil ist in Arbeit, aber er wird ihren Ansprüchen auch nicht genügen. Denn wieder geht es nur um persönliche Eindrücke zu den Artikeln aus dem Politikteil.
Jakob Augstein schrieb am 14.12.2009 um 20:11
@streifzug
:)
JA
mh schrieb am 14.12.2009 um 20:20
da muss ich michael angele mal beispringen und das tut mir bestimmt genauso weh wie ihm. auch wenn seine kellererlebnisse da auf gewisse vorlieben schliessen lassen. doch das wäre eine andere doktorarbeit.

denn es soll ja durchaus so sein, dass die redaktion da auch mal kritisiert und diskutiert, also ebenso austeilt wie sie hier "manchmal" einstecken muss.

die form der kritik, da muss man sich noch finden. wenn ich auch mal was diplomatisch formulieren darf. :P

mfg
mh
kay.kloetzer schrieb am 14.12.2009 um 20:29
Lieber mh,

"die form der kritik, da muss man sich noch finden. wenn ich auch mal was diplomatisch formulieren darf."

Das hast Du schön gesagt. Ich überlege schon den ganzen Tag, wie ich es sagen könnte, ohne mich auf Augenhöhe zu begeben. Ach, was heißt Tag, seit Wochen...

herzlich
kk
Giuseppe Navetta schrieb am 16.12.2009 um 11:05
"Aus meiner Sicht völlig blödsinnig ist übrigens die Auffassung, man könne ein Organ mit linkem Programm nicht ökonomisch eigenständig und profitabel placieren, und sogar noch blöder ist der Verdacht, daß eine Zeitung, die nicht am Rande der ständig drohenden Insolvenz vor sich hinkrebst, in Wahrheit gar nicht links sein könne."
Sehr guter und wohltuender Kommentar!
klonkifanko schrieb am 17.12.2009 um 09:08
@ Josef: Schön, Dich hier zu lesen. Schön auch, dass ich Dir in allen Punkten zustimmen kann. Die verkommene "Debatte" um die "Kleptokratie" des Sozialstaats hat mich dazu bewogen, mein ZEIT-Abo zu kündigen.

Leider stelle ich hier fest, dass genau die Probleme bestehen, die Du attestiert. Gleichwohl habe ich mit dem Ausdruck "Diskurs-Medium" nicht unbedingt weniger Schwierigkeiten als mit "Meinungs-Medium", außer dass "Diskurs" eher jenem 70er Soziologenslang entspricht, den Du selbst so charmant kritisierst. ;)

Es hat lange Tradition, dass diejenigen, die konstruktiv und gemeinsam kritisieren (vielleicht im Sinne Kants?) könnten, dies nicht tun, sondern sich stattdessen darüber streiten, wer "kritischerer Kritiker" (Marx) ist.

Ich finde es - also - gelungen, wenn man Zeitungen miteinander vergleicht, aber es muss dann schon mit wirklicher Mühe und im Detail geschehen, werter Herr Fricke. Ansonsten kann ich nur "irgendwie" der Persiflage mh's zustimmen.
THX1138 schrieb am 14.12.2009 um 12:25
Ist es überhaupt sinnvoll, zwei redaktionell völlig verschiedene Formate miteinander zu vergleichen? Eine Wochenzeitung mit einer Tageszeitung? Lässt sich ein modernes Produkt, das eine Fusion zwischen Blogspähre und redaktionellen Inhalten ist, überhaupt mit einer alteingesessenen Tageszeitung vergleichen? Einen klassischen Printtitel mit einem progressivem Format vergleichen zu wollen, halte ich für ein heikles Unterfangen.

Und wenn man das trotzdem versucht, dann bestenfalls auf der politischen Linie. Und über die Mediadaten.

Hier käme mir noch etwas anderes in den Sinn: Zeig mir Deine Inserenten und ich sag' Dir, wer Du bist...
Michael Angele schrieb am 14.12.2009 um 13:34
@ j-ap

"Oder will er wirklich ein Diskurs-Medium im besten Wortsinn werden, das zwar sehr wohl _a leftist stance“ kennt, aber der lagerübergreifenden gesellschaftlichen Debatte Raum bietet?'"

Sehr schön, dürfen wir das künftig zur Eigenwerbung zitieren? Und auch eine absolut treffende Darstellung der "Sloterdijk-Honneth-Debatte", wie ich finde. Was Sie da sagen, wollten wir ein wenig mit unserem Aufmacher zur "Sloterdijk-Honnecker"-Debatte einfangen. Nur leider gingen da bei ein paar Lesern gleich die Scheuklappen runter, gut, die sollen vielleicht wirklich ihrer Anregung folgen, und eins der Parteiblätter abonnieren. Sollte ja auch - zum Beispiel - an der herrlichen Ägäis möglich sein :)
jfricke schrieb am 14.12.2009 um 14:33
@THX1138

Tageszeitung? Sie belieben zu Scherzen, oder? Weder die ZEIT noch der Freitag sind eine Tageszeitung.
THX1138 schrieb am 14.12.2009 um 15:55
Jetzt lag ich grundfalsch, sorry: Bis jetzt habe ich die Zeit für eine Tageszeitung gehalten, auch öfters gekauft. Als ausländische Zeitung steht die jeweils täglich im Regal neben der FAZ und der Süddeutschen. Deshalb habe ich auch angenommen, das sei eine Tageszeitung.

Irrtum, peinlich.

Richtig peinlich.

Gut, Fehler passieren eben manchmal.

Trotzdem: Ich halte den Freitag für ein ganz anderes Format, nur schon alleine wegen dem fliessenden Übergang zwischen Blogsphäre und Redaktion. Das ist einmalig.
j-ap schrieb am 14.12.2009 um 17:07
Guten (Vor-) Abend Herr Angele,

selbstverständlich dürfen Sie und Ihre Kollegen verwenden, was immer Ihnen beliebt, das ist doch klar und gilt auch fürderhin.

Übrigens halte ich gerade den Umstand, daß Sie als Leiter des hiesigen Kulturressorts zu den „Umstrittenen“ zu rechnen sind (jedenfalls, wenn man sich manchen Degen ansieht, der gegen Sie gerichtet ist, nicht speziell in dieser Debatte, aber in früheren) für nicht problematisch. Im Gegenteil, nach meiner Auffassung ist das Feuilleton im weiteren Sinne exakt soweit nutzlos, als es sich selbst jeden Provokationscharakter versagt.

Daß Sie in Person dabei manchen Schlag nach unterhalb des Dezenzäquators hinnehmen müssen erinnert von fern an die beunruhigend weit verbreitete Unsitte in unserem Land, den Denker in Vollhaftung zu nehmen statt das Denken und dessen Ergebnisse (oder Nichtergebnisse) zu kritisieren. War da nicht mal was von wegen „Fight the game, not the players“? Wie auch immer, für die Rolle des Geherda in allen Lebenslagen dieser Zeitung sollten Sie sich privatim den Gardestern Ihrer Zunft ans Revers heften, denn bei alledem heben Sie sich merklich ab von viertelakademischen Waschmittelverkäufern der Machart Florian Illies & Comp.
Michael Angele schrieb am 14.12.2009 um 17:43
Keine Sorge, wer austeilt, muss auch einstecken können. Und das Denken selbst kann nun einmal nicht einstecken :)
Freundliche Grüße
Michael Angele
PS Ich wiederspreche Ihnen ja nur widerwillig, aber ich lese Florian Illies&Comp in der Zeit gerne (was nun nicht heißt, dass der Freitag die Zeit kopieren sollte).
hadie schrieb am 14.12.2009 um 22:23
Lieber Herr A., der Genosse Honecker schrieb sich mit einem N, soviel zum Thema Politikkompetenz. Die fragliche Seite habe ich auch mit wachsender Verärgerung gelesen, und als dann die Erklärung des Sprachspiels unten rechts kam, war es für meine Meinungsbildung längst zu spät.
Columbus schrieb am 15.12.2009 um 14:48
ad
Michael Angele schrieb am 14.12.2009 um 17:43

Ich hoffe, Herr Angele, Sie sehen auch den Mangel an Recherche und Wahrhaftigkeit, der z.B. die nun bei Herrn Illies (ZEIT,Moonopol) modischen Kunstbesprechungen befällt. Da werden schon einmal Bilder von Auktionen besprochen, die nach meinem Dafürhalten Herr Illies gar nicht
live gesehen hat, bei denen er sich nicht einmal die Mühe machte die kulturelle Einordnung an Quellen zu überprüfen. Ich habe dazu zweimal Kommentare bei ZEIT-Online geschrieben. Eine Antwort gab es nie.

Das "Sensationelle", "Extraordinäre" wird von Illies und einigen anderen zwar behauptet, nebenbei gibt es das übliche Brecht und Co.-Bashing, der sei unzuverlässig und ohne Hilfe für die Mitglieder seines "Schreib-Teams" gewesen, obwohl genau das Gegenteil der Fall ist.

Bitte überprüfen Sie das doch z.B. einmal das, was sich Herr Illies traute zu einigen Bildern von Vasarely zu schreiben. Sie werden erkennen, dafür hätte man Fritz J. Raddatz in Pension geschickt, bei Herrn Illies sind das dann "Stilblüten". - Ich finde, Sie machen es sich ein wenig zu einfach, oder stehen auf dem Standpunkt, Kulturredakteure, vor allem leitende, dürften jeden sachlichen Unsinn zur "Neuentdeckung" oder zum "neuen Blick" erklären, nur weil sie die Position besetzen. Ganz ehrlich, so kann es nicht gehen und auch nicht weiter gehen. Das Feuilleton wird dann zu "Schwatzbude", wo letztlich nichts mehr stimmen muss. Und die Titel dazu sind immer "bombastisch".

Hier:
"Blaue Stunde der Abstraktion

Eine Verteidigung Victor Vasarelys gegen sich selbst: Zwei exzellente Frühwerke werden am 28. Mai versteigert"

www.zeit.de/2009/21/Kunstmarkt

Hier:
Der Blaue Reiter vor dem Sprung

Am 17. Juni wird in Hamburg bei Hauswedell & Nolte ein frühes Meisterwerk von Wassily Kandinsky versteigert

www.zeit.de/2009/25/Kunstmarkt-25

Das sind nur ein paar Beispiele, zu denen ich mich, wegen ihrer Dreistigkeit im großkotzigen Auftritt und in den Behauptungen, hinreißen lies zu schreiben. Ich wusste eigentlich, dass das nicht wirkt und auch keine Antwort kommt, warum offensichtlich sachliche Fehler nicht korrigiert werden.

Das bewundern Sie? Dann muss ich sagen, tun Sie mir fast schon ein wenig leid.

Grüße
Christoph Leusch
Michael Angele schrieb am 15.12.2009 um 16:13
Lieber Herr Leusch,

ich schätze Sie sehr, aber mit Ihrer negative Fixierung auf die ZEIT tun Sie sich meines Erachtens keinen Gefallen. Gab es eigentlich schon mal einen Kommentar von Ihnen hier ohne ZEIT-Bezug (nun gut, immerhin kommt in diesem Kommentar für einmal nicht Josef Joffe vor!). Wer oder was bei den Kollegen hat Sie so traumatisiert?
Columbus schrieb am 15.12.2009 um 17:20
Lieber Herr Angele,

Dieses Thread dreht sich doch um das Vergleichen, "Der Freitag" und "ZEIT", oder nicht. Soll ich da über die SZ oder die FR oder über die taz, oder über FASOZ schreiben?

Sie selbst brachten Illies ins Spiel.

Ganz offensichtlich haben Sie nun weder die sehr knappen Quellen gelesen.

Soll ich jetzt Ihre Antwort ernst nehmen, oder war es freundlich, scherzhaft gemeint? - Ich finde, Journalismus hat immer noch etwas mit Fakten und Ehrlichkeit zu tun. Die beiden Beispiele zeigen, worum es geht und warum es für mich eben sinnlos war, weiter im Forum der ZEIT-Online mit zu machen. Mehr nicht.

Manches Mal habe ich das Gefühl, Sie halten mich für geistig minderbemittelt, wenn Sie ausgerechnet mir Fixierung vorwerfen. Ich lege Ihnen einen ausgesprochen kleinen, schnell zu lesenden, sachlichen Hinweis hin, Sie antworten mit einer Einschätzung meiner "Fixiertheit". - Noch einmal, ich habe lange bei ZEIT-Online im jetzt so nicht mehr existierenden "Community"-Teil mitgeschrieben und kenne die Print-ZEIT seit den Schultagen.

Ich weiß, ein Redakteur hat viel zu tun und das zwingt zur Oberfläche. Aber ich lege Ihnen schon handlich formatierte Knochen hin, zur Überprüfung. Sie schätzen ja die, meist mit Bildungszitaten ohne Sachzusammenhang geschmückten Ausführungen von Illies und Co. Ich wollte dezent darauf hinweisen, dass diese Herrschaften es mit den Fakten nicht so genau nehmen. Bitteschön.

Mit freundlichen Grüßen
Christoph Leusch
j-ap schrieb am 15.12.2009 um 18:17
Guten Abend, Herr Angele.

Eigentlich hatten Sie Ihre Frage ja an Herrn Leusch gerichtet, ich hoffe aber, Sie beide werden mich nicht exkommunizieren, wenn ich sie mir ganz nonchalant zu eigen mache und sie mir selbst stelle, denn viele meiner Kommentare sind nicht weniger ZEIT-lastig als die des Herrn Leusch.

Woran liegt das?

Ich war mir dessen selbst nicht so ganz bewußt, aber vielleicht interessiert mich der komparatistische Großversuch von Herrn Fricke auch deshalb so, weil es bei mir noch nicht so lange her ist, daß ich das Tischtuch zwischen mir und dem Speersort durchschnitt.

Es schmerzt noch immer, mitansehen zu müssen, wie weit es diese Institution nach unten „geschafft“ hat. Es schmerzt deshalb besonders, weil die ZEIT, neben der FAZ, das Organ war, mit dem ich von klein an aufwuchs (und: Nein, das war nicht irgendwann kurz nach dem Krieg oder „vor der Währung“, ich bin Jahrgang 82). Das Fernsehen führte bei uns ein äußerst kümmerliches Schattendasein, ich dufte am Sonntag zusammen mit meinen Eltern den Presseclub sehen, ab und zu auch die Tagesschau (Werner Veigel!), weshalb ich bis heute keinen Fernseher besitze und dem Fernsehen allgemein wohl in meiner Verachtung etwas unrecht tue.

Aber zurück zum Thema: Die ZEIT und die FAZ, das waren die ersten papierenen Drähte zwischen mir und dem Geschehen da draußen. Nach Lage der Dinge konnte aus mir nur ein geradezu manischer Zeitungsleser werden, und ich lese alles, von Daily Mail bis zu BAHAMAS, auch wenn ich nur noch die FAZ und die NZZ im Abonnement beziehe. Vor diesem Hintergrund ist Herrn Leusch hier samt und sonders beizupflichten: Der Verfallsprozeß bei der ZEIT ist für Langzeitleser, deren Koordinatensystem schon vor längerer Zeit geeicht wurde, sehr offensichtlich — weshalb ich übrigens auch denkbar ungeeignet bin, einen Blattvergleich wie Herr Fricke anzustellen. Ich wäre bis auf weiteres doch allzu parteiisch (gegen die ZEIT). Zu allem anderen sind die Narben noch zu frisch.

Viele Grüße und einen angenehmen Abend,
J. A.-P.
Michael Angele schrieb am 15.12.2009 um 23:29
Lieber J. A-P.

Danke für Ihre ausführliche Antwort. Schön, dass sie auch so ein manischer Zeitungsleser sind. Und behalten Sie das Abonnement der NZZ, ich glaube, die sind auf Menschen wie sie sehr angewiesen.

@ Christoph Leusch, war nicht böse gemeint.
Columbus schrieb am 16.12.2009 um 19:22
Lieber Herr Angele,

Ganz ehrlich, ich persönlich lese auch viel lieber über den, samt Fotoarchiv untergegangenen, Schnelldampfer "Columbus" oder bastele an "Haggis, neeps and tatties". Ich muss mir aber eingestehen, dass diese Kost nicht jedem schmecken muss, weil es schon ein wenig "abseitig" ist.

Natürlich sind Publikationsvergleiche indirekter Konkurrenten, dahingehend, wie stark die "Trendsetter" und Marktführer, ZEIT,SZ,FAZ,Welt, die Außenseiter thematisch zu Annäherungen im Stil und Auftritt zwingen, um überhaupt von mehr Menschen gelesen zu werden, eine sehr spannende Frage.

Ich finde es einerseits wichtig, eine Haltung zu haben, die sich deutlich unterscheidet von den angegebenen Medien. Andererseits sollen sich Leute ganz anderer Herkunft und Gestricktheit ja ebenfalls erwärmen können, im "Der Freitag" zu lesen. Eher so in dem Stile, was bringen den die "irgendwie Linken". Das finde ich dann sympathisch. Wenn dann noch auf möglichst hohem Niveau diskutiert wird, ist die Welt fast in Ordnung. - Die Handlungsmöglichkeiten, d.h., "öffentliche Meinung machen", damit Politik machen oder gar Kultur, sind derzeit für den "Der Freitag" so bescheiden, wie die anderer "linker Medien" oder gar anderer linker Kulturschaffender als Einzelkämpfer.

Herr J.A.-P. schrieb Ihnen viel besser dazu, als ich es in Hast und nun schnell verrauchtem Ärger konnte.

Grüße
Christoph Leusch
capsulate schrieb am 14.12.2009 um 14:58
Kurze Frage am Rande: Nach welchen Maßstäben sagt man, ob eine Zeitung links ist oder nicht? Nach welchen Maßstäben wird eine Position als links abgestempelt oder nicht?

Ist das nich Sinn und Zweck einer Debatte?

Ist der Begriff "links" so dingfest zu machen?

Und braucht ihr wirklich eine Zeitung, die euch andauernd in eurer Meinung bestätigt?

Ist es nicht schöner sich manchmal in Frage zu stellen, um mit erneuter Überzeugung an die Sache zu gehen?
weinsztein schrieb am 14.12.2009 um 15:46
Lieber Jacob Fricke,
danke, dass Sich sich diese Arbeit machen, mit der Sie eine vielversprechende Debatte angezettelt haben. Auch ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Masterarbeit.

Lieber Josef Allensteyn-Puch,
das ist ein großartiger Beitrag. Ich schließe mich Ihnen an.

Lieber Michael Angele,
nie habe ich Sie karrieregeil oder Opportunist genannt. Mit meiner quasi angeborenen Dezenz habe ich gelegentlich Kritik an Ihren jounalistischen Arbeit an an wenigen Ihrer Community-Auftritten geübt (Ihr Beitrag zum Buch von Christoph Schlingensief, die so genannte Sloterdijk-Hennecker-Debatte, Ihr Umgang mit Thomas Rothschild, an Ihrer Gereiztheit, als Sie hier born2bmild antworteten).
Sie empfehlen mir, ein Parteiblatt zu abonnieren, damit meine Scheuklappen Sinn machen. An welches denken Sie denn da? Ich bin aber doch mit dem Freitag sehr zufrieden und freue mich sehr, dass es diese Community gibt. (Ja, so was gibt's auch.)
Und ja, hier an der türkischen Ägäis lebt es sich herrlich, auch ohne ein Parteiblatt. Besuchen Sie mich doch mal, Sie sind herzlich eingeladen.
Ano schrieb am 14.12.2009 um 20:24
Ich will mich kurz zu diesem Blog äußern, weil ich mich unbehaglich fühle, wenn Liebhaber des "alten" Freitag als Orthodoxe abgestempelt werden, die sich besser ein Parteiblatt kaufen sollten.

Man kann so etwas wohl nur schreiben, wenn man den "alten" Freitag überhaupt nicht kannte.

Der "Freitag" stand für eine radikal-kritische und zugleich alltagsnahe, selten zugespitzt, sondern meist abwägend argumentierende Diskussionskultur, die immer auch das Menschlich-Konkrete, das Detail, das Widerspenstig-Irreduzible im Blick hatte. Was den Freitag einmal unverwechselbar machte -- und "unvergleichlich" mit Produkten wie der "Zeit" -- war eine ebenso eigensinnige wie behutsame Aufmerksamkeit für Dinge und Themen, die in den abgegriffenen Abstraktionen des Mediengeredes untergingen. Das ist vorbei.

Ich will nicht verschweigen, dass ich trauere um jenen "Freitag", den es nicht mehr geben wird. -- Die neue Zeitung finde ich im übrigen gar nicht schlecht. Ich lese sie mit Interesse, aber ohne Anhänglichkeit. -- Fast fünzehn Jahre lang hatte ich den "Freitag" abonniert, als ich die Kündigung abschickte.
Giuseppe Navetta schrieb am 16.12.2009 um 11:35
Die meisten Artikel im früheren "Freitag" waren journalistisch hoch anspruchsvoll, wenngleich die Zeitung im Gegensatz zur "Zeit" quantitativ viel spärlicher ausfiel - aber was hat die reine "Menge" in Litartur und Literaturverarbeitung schon für eine Bedeutung! Der Freitag brauchte sich vor der "Zeit" in keinster Weise verstecken!

Der "neue" Freiatg ist immer noch gut aufgestellt und es sollte eine Ehre und Ehrgeiz sein, diese doch eigene Tradition fortsetzen zu können und zu behaupten, ob dabei im anderen Gewand oder besserem Online-Auftritt ist ""lediglich") marketing-technisch gesehen wichtig...
Ano schrieb am 16.12.2009 um 23:31
Es sind doch nicht nur Aufmachung und Marketing, die den neuen Freitag vom alten unterscheiden! Man vergleiche etwa, um ein Beispiel zu nennen, die frühere Alltag-Seite mit dem jetzigen Zeitungsteil gleichen Namens. Der ist ganz unterhaltsam und möchte einen trendigen Eindruck vermitteln, enthält aber nichts, was man ganz ähnlich nicht auch anderswo finden könnte.Der "alte" Alltag hingegen bot fast immer Besonderes oder Eigenwilliges, manchmal auch Schräges. Man kann es auch so sagen: Die frühere Alltagsseite war ungewöhnlich und liebenswert; die neuen Seiten sind bestenfalls interessant.

Für mein Empfinden ist diese Verschiebung ziemlich repräsentativ für die Entwicklung der Zeitung insgesamt. Gewiss, es gibt auch Kontinuitäten. Ich kann mich z. B. immer noch an Ulrike Baureithels niveauvollem Wissenschafts- und Medizinjournalismus oder an Michael Jägers tiefsinnigen Reflexionen erfreuen. Aber insgesamt gibt es doch einen Trend zur zeitgeistigen Themenwahl. Man kann das übrigens schon an den Artikelüberschriften ablesen: Die konnten einmal wunderbar langatmig und sperrig sein. Heute sind sie fast immer so, wie man es auf den Journalistenschulen wohl beigebracht bekommt. Und das ist keine bloße Formsache; es "macht" auch etwas mit den Inhalten.

Ich erkenne an, dass es den neuen Freitag geben darf, soll und muss und dass er ganz bestimmt ein viel breiteres Publikum erreicht. Wenn es darum gehen sollte, diesem Publikum die eine oder andere gesellschaftskritische Botschaft unterzujubeln, soll's mir recht sein. Darüber hinaus bewundere ich Jakob Augsteins unternehmerischen Mut und wünsche der Zeitung jeden erdenklichen Erfolg. Aber es ist eben nicht mehr das Blatt, an der ich einmal hing und für die ich gelegentlich sogar vom Ersparten ein wenig gespendet habe.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 17.12.2009 um 20:06
Mal ganz kurz: Was wäre mit einem alten Freitag in neuen Schläuchen? Nix. Mit einem neuen Freitag in alten Schläuchen? Nix. Mit einem bewußten gegenwärtigen Freitag? Na, was geht ab, Alter.
vilab schrieb am 19.12.2009 um 15:16
Als ich die ZEIT abonnierte, warb sie mit dem Slogan „Wer keine Zeit hat, liest die ZEIT“. Damals hatte sie noch den Umfang des heutigen Freitag. Ihren heutigen Umfang finde ich eine Zumutung. Wer die ZEIT ganz liest, vermute ich, liest wohl kein Buch mehr, denn man will ja auch noch ein bisschen leben. Gekündigt habe ich, als nach Müller-Marein das seinerzeit durchaus liberale Profil durch die Gräfin ins Konservative verschoben wurde. Ich vermute mal, dass viele LeserInnen das gar nicht gemerkt haben und bis heute nicht merken.

Den Freitag lese ich seit Jahren. Seine Umwandlung habe ich mit Skepsis verfolgt, finde, es ist nicht so schlimm geworden, wie ich befürchtet hatte, stimme aber Herrn Koslowski zu:
„Werde das Gefühl nicht los, dass die Auswahl der Themen und die Positionen der Autoren einigermaßen beliebig geworden sind.“ Außerdem nervt es mich, dass ich für vieles auf die Online-Version oder Blogs verwiesen werde: ich will im BLATT lesen, was zu lesen wert ist. Dennoch bin ich jetzt zum ersten Mal in diese Blogs zum Zeitvergleich gegangen, weil mich dieser Vergleich interessierte.

Mein Eindruck mit Koslowski: viel Befindlichkeit, viel Rechthaberei und Kumpanei, wenig Analyse. Und schon gar nicht die Fähigkeit zu KONSTRUKTIVER Kritik. Das will ich jetzt mal versuchen.

Lieber Herr Fricke, Sie haben sich da ein Mammutprojekt vorgenommen, und das erste wird wirklich sein müssen, dass Sie es eingrenzen, schon, weil Ihre Masterarbeit wirklich vorgeht. Lassen Sie ruhig den Alltag erst mal raus, auch das, was sich online abspielt. Ich würde sogar noch mehr eingrenzen.

Beide Zeitungen sind schließlich Meinungsmedien (wie Wochenzeitungen ohnehin, aber auch ARD und ZDF und andere Medien, wenn auch verschleiert), auch wenn nur der Freitag das explizit verkündet. Das heißt, das, was interessiert, ist der Unterschied in der Meinung, wobei die Frage danach, was nun „irgendwie links“ ist, zunächst mal zweitrangig ist. Dazu wird es genügen, wenn Sie einzelne wichtige Bereiche auswählen, über die beide Medien schreiben. Wie, z.B., hat die ZEIT den Klimagipfel in Kopenhagen gesehen? Hat sie, wie der Freitag, behauptet, dort gehe es gar nicht um das Klima, sondern um die Neuverteilung der Welt? (Und ist es nicht zweitrangig, ob diese Behauptung nun „links“ ist?) Hat die ZEIT wie der Freitag schon im September festgestellt, dass der Bombenanschlag in Kunduz militärisch unangemessen war? Usw.

Ein zweiter Aspekt wird sein, worüber das eine oder andere der beiden Medien NICHT schreibt, aber natürlich nur, wenn man wenigstens vermuten kann, warum wohl nicht. Geht es möglicherweise um Unterdrückung von Informationen? Auch hier genügen einzelne Beispiele.

Ein dritter Aspekt könnte sein die Ähnlichkeit zwischen beiden Medien, die möglicherweise das Unbehagen mancher am neuen Freitag konkretisieren könnte. Auch das muss nicht vollständig sein.

Sie sehen, eine vollständige Aufzählung dessen, worüber beide schreiben, ist nicht sonderlich hilfreich, und auch nicht notwendig.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht.
Logbuch
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