Jan Jasper Kosok

Berufsjugendlicher

07.07.2011 | 13:17

Irgendwie Links: Abmahnwahn, Social Pfand und ein nerviges Fypen

 

Donnerstag, 07.07.11


bitte haben sie verständnis dafür, dass wir sie abmahnen mussten, Wirres

“wolfgang zehrt plädiert dafür, für die von der dapd gewählte form der selbstjustiz verständnis aufzubringen. es hat durchaus etwas irrsinniges, dass der dapd-sprecher glaubt, dass die verfolgung unschuldiger und die anmassung von urheberrechten dritter für ihre gerechte sache in kauf zu nehmen ist, nur weil der bedauerlicherweise kein zuverlässig funktionierendes verfahren zur verfügung steht.”

Why Fype When You Can Hangout? Why Google Hangouts Are Better Than Facebook Skype, ReadWriteWeb

“By the end of this month one difference is going to separate Google Plus Hangouts and Facebook Skype: on Google you can video chat with more than one person if you want to. On Facebook you do not have that option, you will be limited to one-to-one video calling for the foreseeable future.”

Die Angst vor der digitalen Schraubzwinge, Meedia

“Wie wollen sich die Verlage aus der digitalen Schraubzwinge, in der sie sich wähnen, außer mithilfe von Klagen gegen Wettbewerber befreien? Möglichst mit eigenen Angeboten. Die meisten Verlage setzten auf Bezahlinhalte im Netz und als Apps. Beim Aufbau dieser Modelle stünden die Verleger aber erst "am Anfang". “

Google+ bedroht mehr Twitter als Facebook, Neunetz

“Neben dem herkömmlichen Update und der Aphorismenschleuder ist Twitter unter anderem auch ein Tool für das Verbreiten von News. Google+ könnte diese Nutzungsart Twitter streitig machen. Und das recht schnell.”

Pfandgeben.de

“Wir wollen mit Pfandgeben.de eine Plattform zur Verfügung stellen, die zwischen Pfandflaschen-Besitzern und Pfandsammlern vermittelt. Das Prinzip ist einfach: Pfandgebende können Pfandnehmende auf simple Art und Weise im eigenen Stadtteil finden und per Handy erreichen. Dadurch profitieren beide Seiten: Pfandgebende werden ihre angesammelten Flaschen los, Pfandnehmenden wird die Suche nach Pfand erleichtert.”

 

 
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Kommentare
ed2murrow schrieb am 07.07.2011 um 13:37
Zum Thema Abmahnung

Seit Abschaffung von Rabattgesetz und Zugabe-Verordnung war dem Abmahnwesen ein Großteil der Geschäftsgrundlage entzogen. Das organisatorische Drumherum (eine Schar Anwälte, die eine noch größere Schar HiWis beschäftigte, um täglich Zeitungen und Inserate auf wettbewerbswidrige Inhalte abzuklopfen) lag praktisch über Nacht brach. Mit dem Netz und den nach wie vor der Wirklichkeit nicht angepaßten Maßgaben des Urheberrechts war dann endlich ein Ersatzfeld gefunden.

Sollen wir uns deswegen beklagen oder doch freuen, dass hierzulande noch kein Hadopi franz. Musters oder gleiche Institutionen wie in Ungarn oder Italien (AGCOM) existieren?

Ich schlage eine Antwort vor: Weiß ich, dass ich definitiv keine Urheberrechtsverletzung begangen habe (und auch aufrichtig genug bin, danach zu handeln), lasse ich die nächste Kanzlei mit Ihrer Abmahung, darauf gefußt die einstweilige Verfügung (zum Unterlassen der angeblichen Verletzung) und anschließend im Hauptprozeß auflaufen. Mit (!) Kostenlast für ihre Mandanten. Diese Lektionen per Geldbörsel (und notfalls Bundesgerichtshof) sind das mindere Übel gegenüber anderswo etablierten Behörden. Die kann man zwar auch in Prozessen besiegen, aber nicht mehr beseitigen. Das sollte auch der "kleine Blogger", dem etwas an seinem Tun liegt, berücksichtigen.

Ein kleiner Wink zum Abschluß: So Dinge wie Freizeichnungsklauseln bei Blogs "Keine Abmahnung ohne vorherige Benachrichtigung" machen die Abmahner erst recht spitz. Denn solche Wendungen zeigen, dass der Freizeichnende meint, sich in der Materie auszukennen. Umso sportlicher der Einsatz, ihm das Gegenteil zu beweisen.
Jan Jasper Kosok schrieb am 07.07.2011 um 14:45
Dank Dir für die Infos.

Besten Gruß,

Jan
Richard der Hayek schrieb am 07.07.2011 um 15:40
Ich weiß über die rechtliche Lage kaum Bescheid.

Laut wiki schickt hadopi erst eine e-Mail.
Kostet das was ?
Es wäre aber humaner als sofort zahlen zu müssen.

Ich habe gehört, wenn man eine Karte oder ein Bild benutzt, reichen kleine eigene Änderungen, um das Urheberecht erlöschen zu lassen.

Sonst wäre es sehr aufwendig, sicher kein Recht zu verletzen: man müßte bei jedem (Freitag-User)-Bild groß nachforschen, ist es geschützt oder nicht.
Oder muß das deutlich genug gekennzeichnet sein ?
ed2murrow schrieb am 07.07.2011 um 16:48
Hallo Richard der Hayek,

wie jedes Rechtsgebiet ist auch das des Urheberrechts zu breit, um im Rahmen einer Antwortfunktion oder einem Blog einen Schnellsiederkurs zu geben. Ich empfehle Dir einfach, das grundlegende Gesetz selbst einmal zu lesen (es ist nicht wirklich in unverständlicher Sprache geschrieben und damit eine Ausnahme), etwa unter
www.gesetze-im-internet.de/urhg/

Es wird Dir dabei auffallen, dass jedes Werk einem Urheber zugerechnet wird, der grundsätzlich alleine darüber entscheidet, was dessen weiteres Schicksal sein soll. Und das bedeutet im Netz, dass ich mir zwar dort alles gerne ansehen kann, aber nicht einfach per copy & paste selbst verwenden darf. Das gilt auch dann, wenn ich eine Bearbeitung vornehme (was etwa auch für Übersetzungen gilt: Das ist zwar ein neues Werk, läßt aber die ursprüngliche schöpferische Leistung im Ausgangstext unangetastet). Merke: Entgegen der sog. Gratiskultur "gehört" im Prinzip jeder Inhalt irgendwem. Daher die entsprechenden Verwendungshinweise z.B. bei wikipedia.

Die zweite Crux scheint, dass praktisch jedes Land der Erde ein eigenes Urheberrecht hat. Wie ist es also, wenn ein Italiener in Deutschland einen Onlineinhalt von einer Plattform kopiert, die ihre Server in den U.S.A stehen hat und deren Redaktion auf Madagaskar sitzt, um die Datei sodann nach Frankreich mitzunehmen und auf isländische Server hochzuladen? Kompliziert und Assange fragen :) Oder im Zweifel den erkennbaren Urheber, ob er was dagegen hat, dass ....
Richard der Hayek schrieb am 07.07.2011 um 17:00
Danke.
Jan Jasper Kosok
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