Empfehlung der Woche

Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Meine Frau weint

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Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
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Kultur : Irgendwie Links: Der Abschied vom Netz ist nicht völlig unberechtigt

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Montag, 06.02.12

Wolf Schneider hat „Jehova“ gesagt, Stefan Niggemeier

“Dirk von Gehlen hat im selben Zusammenhang, aber mit umgekehrter Stoßrichtung einen wunderbaren Satz des Philosophen Hans-Georg Gadamer zitiert: Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere Recht haben könnte. Das ist, fürchte ich, das Hauptproblem der Reaktionen vieler Blogger auf Wolf Schneider und sein Buch und vieler „Shitstorms“ überhaupt: Sie diskutieren nicht, inwiefern der Andere möglicherweise unrecht hat, sondern sprechen ihm pauschal jede Ahnung ab.”

Abschied vom Netz, wie wir es kennen, Martin Weigert, Netzwertig

“Doch als wäre all dies nicht genug, droht dem Web, wie Menschen es in den vergangenen 15 Jahren kennen und schätzen gelernt haben, auch aus den eigenen Kreisen die Demontage. Denn die gewachsenen Internetkonzerne, über die wir bei netzwertig.com aufgrund ihrer Disruptions- und Innovationsfähigkeit regelmäßig und gerne berichten, verabschieden sich vom ursprünglichen Gedanken eines offenen Internets ohne kontrollierende Eingriffe durch Gatekeeper. Nicht, weil sie böse sind und Anwender ins Verderben schicken wollen, sondern weil die zugrunde liegenden Dynamiken, die kommerziellen Interessen und auch die Bedürfnisse der Nutzer dies erzwingen – eine Entwicklung, die US-Blogger und -Autor John John Battelle mit dem ebenfalls vom Menschen unbeabsichtigt verursachten Abschmelzen der Polarkappen vergleicht.“

„Die Angst vorm Netz ist nicht völlig unberechtigt“, Interview mit Sascha Lobo, Cicero

“Es sieht etwa so aus: das Netz nimmt uns etwas Wesentliches weg, und die Netzleute lachen auch noch darüber und denken sich Ideologien aus, warum sie eigentlich Recht haben. Dieses Gefühl muss man meiner Meinung nach ernst nehmen, dahinter steckt eine Angst, die nicht völlig unberechtigt ist. Denn ja: es gibt Dinge, es gibt Prozesse, es gibt Geschäftsmodelle, auch in der Kultur, die untergehen werden. Und ja, davor darf man Angst haben. Man darf bloß nicht ohne Rücksicht auf Verluste alles unternehmen, um diese schwindenden Güter zu erhalten.”

Außerdem: „Andere haben nicht mal ein Konzept“, Interview mit Christopher Lauer, Cicero

Monopol-Kapitalismus, Wolfgang Michael, Carta

“Heute ist der Apple-Konzern – in Verbindung mit der aufstrebenden Transportindustrie des Internets - auf dem besten Wege, die damalige Erfolgsgeschichte zu wiederholen. Apple beherrscht die digitale Wertschöpfungskette und wird eines Tages den Weltmarkt beherrschen. Die Politiker werden Gesetze gegen das Monopol beschließen, aber die Gesetze werden ins Leere laufen – bis der Druck so groß ist, dass man Apple entflechten muss (wie auch Google, Facebook und Amazon). Nur eines wissen wir heute noch nicht: Ob die wahre Geschichte vom Aufstieg des reichsten Mannes der Welt auf einem MacBook oder einem iPad geschrieben wird.”

Eigentumpopeigentum – oder warum Heveling recht hat, Michael Seemann

“Ich glaube also, dass wir Eigentum funktional in Zukunft nicht mehr brauchen. Es war mal eine effiziente und sogar emanzipative (verglichen mit dem vorher vorherrschenden Feudalismus) Ressourcenverteilungsstrategie, aber sie ist ganz offensichtlich überholt. Alles, wozu Eigentum gut ist wird mehr und mehr auf einem neuen Abstraktionslayer besser und effizienter abgebildet. Und so wie die Gesellschaft damals die immer mehr nur noch zu last fallenden Feudalherren loswerden musste, wird es dereinst unsere Aufgabe sein, die Eigentümer loszuwerden. Ansgar Heveling ist einer, der das begriffen hat – zumindest ahnt er es. Und er hat Angst. Zu recht."

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.