Donnerstag, 12.04.12
Borussia Dortmund – FC Bayern München 1:0 | in-depth-Analyse, RM, Spielverlagerung
“Kein Spektakel der Extraklasse, aber ein Spiel mit hoher Intensität, ohne über die Grenze zu gehen. Ohne gelben Karten endete ein enges und spannendes Spiel, in welchem die Münchner ab der zweiten Halbzeit überlegen waren und am Ende des Spiels die Dortmunder zu knacken schienen. Arjen Robben war der tragische Held dieser Partie, da er mit einem verschossenen Elfmeter, dem aufgehobenen Abseits sowie einem Fehlschuss vor dem leeren Tor wirklich jener Spieler war, welcher „den Unterschied ausmachen“ sollte. Letztendlich waren die Bayern zwar dominant, aber in ihrer Dominanz zu beharrlich, zu langsam und zu eintönig. Das Passspiel muss schneller werden und mit mehr Freude und Bewegung gespielt werden, falls man an alte Zeiten anknüpfen möchte.“
„Alles wird schamloser und nackter“, Byung-Chul Han interviewt von Rainer Hank, FAZ
“Die Piratenpartei als Partei der Transparenz setzt die Entwicklung zur Post-Politik fort, die einer Entpolitisierung gleichkommt. Sie ist die erste Partei ohne Farbe. Die Transparenz hat keine Farbe. Farben sind dort nicht als Ideologien, sondern nur als ideologiefreie Meinungen zugelassen. Als farblose Meinungspartei lässt sie das bereits Existierende unangetastet. Positiv ausgedrückt, ist die Piratenpartei in gewisser Hinsicht die zeitgemäße Partei, weil die Transparenzgesellschaft auch eine Meinungsgesellschaft ist. Hier weicht die Politik der Verwaltung gesellschaftlicher Bedürfnisse, die den Rahmen bereits vorhandener sozioökonomischer Verhältnisse unverändert lässt und darin verharrt. Die Piratenpartei ist nicht in der Lage, einen politischen Willen zu artikulieren und neue gesellschaftliche Koordinaten herzustellen. Die Liquid Democracy verkommt letzten Endes zu einer Demokratie des „Gefällt mir“-Buttons. Der Transparenz fehlt die Negativität, die das vorhandene politisch-ökonomische System in Frage stellen würde. Vielmehr stabilisiert sie das System.” // via Christoph Kappes
Jürgen Trittin, die SZ und die Kulturflatrate, Wolfgang Michal, Carta
“Mit der Verbreitung des Internets ist die Zahl der (nach jetzigem Recht) illegal vervielfältigten und weitergegebenen Werke stark gestiegen. Den Rechteinhabern ist es bislang nicht möglich gewesen, diese Praxis zu unterbinden oder eine angemessene Vergütung dafür zu erlangen. Die zur Durchsetzung des einen wie des anderen notwendige flächendeckende Überwachung wäre mit einem unverhältnismäßigen Eingriff in die Grundrechte der informationellen Selbstbestimmung und des Fernmeldegeheimnisses verbunden. Da der Gesetzgeber also einerseits auf den faktischen Wandel des Nutzerverhaltens Rücksicht nehmen muss, andererseits aber auch die gesetzlich garantierte (!) Vergütung der Urheber sicherzustellen hat, „wäre eine Kulturflatrate die einzige geeignete Maßnahme und zugleich das mildeste Mittel“. Mit einer Kulturflatrate bestünde kein Grund mehr für strafrechtliche Ermittlungen und zivilrechtliche Abmahn-Verfahren gegen Tauschbörsenbenutzer.“
How We Will Read, Clay Shirky interviewt von Sonia Saraiya, Findings
“Publishing is not evolving. Publishing is going away. Because the word “publishing” means a cadre of professionals who are taking on the incredible difficulty and complexity and expense of making something public. That’s not a job anymore. That’s a button. There’s a button that says “publish,” and when you press it, it’s done.”
Meine Kleine Geschichte der Handyfotografie, Andre Krüger, Boschblog
“Seit Beginn der digitalen Fotografie entstehen – dank entfallener Transaktionskosten für Film und Entwicklung – Unmengen an Bildern. Leicht ist es hier, den Vorwurf zu erheben, Instagram werde mit Fotos von köstlichen Mahlzeiten, niedlichen Katzen und Schäfchenwolken überflutet. Allerdings verkennt der Kritiker, dass er für das, was er auf Instagram zu sehen bekommt, selbst verantwortlich ist. Anhand von Twitter haben wir gelernt, dass der Einwand der Belanglosigkeit keine Gültigkeit hat, da jeder User für die Auswahl der von ihm abonnierten Kanäle selbst verantwortlich ist. ”