Dienstag, 14.02.12
Bundesregierung hält an ACTA fest, Heise
“Die Bundesregierung hält an dem umstrittenen Urheberrechtsabkommen ACTA fest. Das Vertragswerk sei "notwendig und richtig" und bringe "keine der Gefahren mit sich, die derzeit beschworen werden", so Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Wir sehen in diesem ACTA-Übereinkommen einen wichtigen Schritt, um den internationalen Rechtsrahmen für die Bekämpfung von Produkt- und Markenfälschungen zu schaffen." Wenn jetzt neue Fragen aufgetaucht seien, sei die Regierung offen, diese klären zu lassen.”
Anglizismus des Jahres – And the winner is: Shitstorm!, SciLogs
“Das Wort bezeichnet, grob gesagt, eine unvorhergesehene, anhaltende, über soziale Netzwerke und Blogs transportierte Welle lautstarker Entrüstung über das Verhalten öffentlicher Personen oder Institutionen, die sich schnell verselbstständigt und vom sachlichen Kern entfernt. Und das Phänomen solcher netzgestützter Entrüstungswellen scheint im vergangenen Jahr stark zugenommen zu haben. Es ist sicher kein Zufall, dass der Wikipediaartikel zu Shitstorm vom Juni 2011 stammt (in seiner aktuellen Fassung stützt er sich übrigens stark auf die exzellenten Blogbeiträge, die Jurymitglied Susanne Flach im letzten und in diesem Jahr im Rahmen unseres Wörterwettbewerbs verfasst hat). Die in diesem Artikel aufgeführten Beispiele von Shitstorms stammen alle von 2010 und 2011. Auch dem Onlinemagazin t3n ist die Häufung entfesselter Kritikwellen in den sozialen Medien aufgefallen, sodass man das Jahr 2011 Anfang Februar rückblickend zu einem „Jahr der Shitstorms“ ausrief.“
Wie ein modernes Urheberrecht aussehen könnte, Marcel Weiß, Neunetz
“Trotzdem glaube ich, dass es um folgende Punkte in welcher Form auch immer kein Herumkommen gibt, wenn es um ein tatsächlich modernes Urheberrecht gehen soll: Kürzere Schutzfristen, Weg vom automatischen, umfassenden Urheberschutz, Eine Unterscheidung zwischen Privatpersonen und Urhebern mit kommerziellen Interessen und eine damit verbundene Entbündelung der verliehenen Rechte, Die Entkriminalisierung unkommerzieller Nutzung.”
Reach vs readership: It’s the advertising, stupid!, Joshua Gans, Digitopoly
“In contrast, viral pieces have the quality that they hit a much larger share of consumers. If you could guarantee advertisers a viral piece, they would have a solid option against the blanket strategy. By simply advertising with that piece that achieve the same reach than thousands of duplicate ads across sites trying to hit a consumer can do. Outlets that produce less but grab a great share of attention when they do produce offer advertisers an opportunity to target their campaigns. They’ll pay more per page view than they would with a blanket strategy and help fund a virtuous circle that can generate more quality reporting. [Of course, this is predicated on the idea that quality will generate virality which is not a given. ...]”
Filesharing-Abmahnstatistik 2011, Internet-Law
“Verschiedene Initiativen gegen das Abmahnwesen haben soeben für das Jahr 2011 eine Abmahnstatistik veröffentlicht. Danach soll die Zahl der Filesharing-Abmahnungen im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 spürbar zurückgegangen sein, nämlich um ca. 40 % auf ca. 218.000 Abmahnungen. Auch wenn mir ein Rückgang der Abmahnzahlen im Jahr 2011 durchaus plausibel erscheint, dürften die absoluten Zahlen deutlich zu niedrig gegriffen sein, nachdem andere Statistiken und Informationen für das Jahr 2010 auf eine Anzahl von 500.000n – 700.000 Abmahnungen hindeuten."