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Dienstag, 25.10.11
Wozu Zeitschriften kaufen? Im Internet ist doch alles so schön kostenlos, Christoph Keese, Presseschauder.de
“Gedruckte Zeitschriften werden gewerblich und organisiert gestohlen. Alle Beteiligten behaupten, sie würden nicht stehlen, sondern lediglich Dateien ausspielen, die unbekannte Dritte hochgeladen haben. Unter dem Strich aber steht fest: Journalisten und Verlage gehen leer aus. Jede herunter geladene Datei ist ein Verkauf weniger.”
Das Bermudadreieck der Buchbranche, Marcel Weiß, Neunetz
“Die Kostenrechnung der Buchverlage für E-Books und ihre Preisfindung, so sie denn darauf fusst, ist besonders tragisch, weil die Verlage den gleichen Fehler zu wiederholen scheinen, den die Musikbranche begangen hat, und der zu Filesharing und der iTunes-Vorherrschaft geführt hat: Die Preise nicht vom Markt her denken, sondern ausschließlich von den eigenen Kosten und Profitvorstellungen. Es ist ein bisschen so, als hätte weder in der Tonträgerindustrie noch bei den Buchverlagen jemals jemand im Studium einen Marktpreis bestimmen müssen oder von Preissensitivität gehört. (Aber das ist natürlich nicht der Fall, was das Verhalten noch tragischer macht.)“
Dazu auch: Allgemeine Feststellungen zur Buchsituation, Sascha Lobo
Michael Jürgs‘ Rotz, Stefan Niggemeier
“Er nennt die Telekommunikationsüberwachung „TÜK“ statt „TKÜ“. Er schreibt, dass der Paragraph 100 a der Strafprozessordnung „Lauschangriffe unter Strafe stellt“, dabei erlaubt dieser Paragraph gerade Lauschangriffe in bestimmten Fällen; es ist das Grundgesetz, das sie eigentlich verbietet. Er staunt: „Im Internet werden jährlich zweistellige Renditen erwirtschaftet, Tendenz steigend“, was nicht nur in dieser Unbestimmtheit von außerordentlicher Sinnlosigkeit ist, sondern auch das Internet bloß auf eine Profitabilität von, sagen wir, der Axel Springer AG bringt.”
internet vs. datenschutz, Wirres
“das netz lebt und funktioniert nicht nur durch hyperlinks, sondern durch die vernetzung, mashups, widgets, werbebanner und anderen eingebetteteten scheiss. ja es finanziert sich sogar dadurch. oder anders gesagt, die überschreitung der strengen deutschen datenschutzrichtlinien ist das wesensmerkmal des netzes und wurde nicht durch facebook oder google oder wie philip hetjens sagt, von der „wirklichen datenkrake“ amazon erfunden.”
A haircut for the bold or the bald?, Ekathimerini.com
“However, it’s possible the glittering deal will turn out to be fool’s gold. A 50 percent writedown means Greek banks will have to be recapitalized and pension funds, already strapped for cash, will take a hit of some 12 billion euros. A rescue for the banks will no doubt be hatched (probably to the tune of some 22 billion euros, which the government will borrow). When added to the losses from the haircut, the deal to be agreed on Wednesday could cost Greece and its banks some 40 billion euros. The social security funds will be left in the most precarious position of all.”
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Das ist "food for thought".
Es sind die zwei Seiten des Internets, die bislang nicht trennscharf herausgearbeitet sind und immer wieder zu den "was darf's kosten?" Diskussionen führen. a) Der kulturelle Aspekt mit dem für mich dazugehörigen kostenlosen Informationsaustausch und b) der rein kommerzielle Aspekt. Solange ich mich als Teil von a) verstehe, kann ich keinerlei Anspruch auf das erheben, was ich hier produziere - nicht mal die Urheberschaft, es ist ein Hobby. Aber: nicht nur im Internet kostet Kultur etwas. Die Frage ist, womit wird es entlohnt? Steuergelder fallen aus und Werbeeinnahmen sind eher wie der Mehltau auf dem Informationsaustausch. Da muss es doch auch noch was anderes geben. Verstehe ich mich aber als Teil von b) dann tu ich nix ohne Entlohnung. Das gibt es auch im realen Leben, dass der arbeitende Finger erst dann gerührt wird, wenn die Scheine schon mal auf der ausgestreckten Hand liegen. Das Leben ist eben ein Geben und Nehmen. Liefere ich Beiträge, und seien sie auch nur klein - wenn die dem Freitag nutzen, erwarte ich im Gegenzug, dass ich auch Beiträge des Freitag lesen darf. Die Zeitschrift am Kiosk zu kaufen ist da für mich ein völlig anderes Thema - für den Freitag verständlicherweise nicht. |
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Die Kommentare unter dem Beitrag auf presseschauder.de haben mich positiv überrascht - sachlich fundiert und ganz ohne Trolle... Das geht also doch... Vielen Dank für den Hinweis auf den Beitrag!
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"sachlich fundiert und ganz ohne Trolle" :)
Christoph Keese ist Cheflobbyist der Axel Springer AG und Leiter der Aktion der Verleger für ein Leistungsschutzrecht. Diese Information fehlt auf presseschauder.de, oder sie ist nicht direkt ersichtlich (oder es ist ein anderer Christoph Keese, was ich allerdings für unwahrscheinlich halte). Das wäre auch eine Bitte an JJK: bitte wenigstens gewisse Hintergrundinformationen zu den Personen, zu deren Artikeln du leitest. So, wie du es hier machst, kann man davon ausgehen, dass du dich, der Freitag sich mit dem, was dort geschrieben steht, identifiziert. Was ja nicht undenkbar ist :) |
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@Streifzug Wenn man den Titel liest, sollte man eigentlich wissen, womit ich mich identifiziere. (;
Abgesehen davon geht es mir aber explizit darum, die Links wertfrei einzustellen. Ich möchte einfach nur dazu anregen, bestimmte Texte zu lesen, damit man dann für sich entscheidet, ob man darüber nachdenken will – oder eben nicht. Allerdings hast du mich sozusagen ertappt. Zunächst hatte ich einen klitzekleinen Kommentar hinter das zitierte geschrieben, den ich dann aber aus genannten Gründen wieder entfernte. |
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@JJK,
jaja, ich meine das schon zu ahnen :) Es ging mir auch nicht um eine Wertung (...ist ein kleines Arschloch), sondern nur um eine klitzekleine Information: "Christoph Keese ist Cheflobbyist der Axel Springer AG und Leiter der Aktion der Verleger für ein Leistungsschutzrecht". Wobei, genau betrachtet läuft es auf das Gleiche raus... |
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Ok, true. Das hätte ich natürlich machen können. Vermutlich betriebsblind.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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