Dienstag, 29.11.11
„geistiges eigentum“ als kampfbegriff, Felix Schwenzel, Wirres
“natürlich ist der begriff des „geistigen eigentums“ ein „Kampfbegriff der Verwertungsindustrie“, der verschleiern soll, dass es nicht um den schutz von schöfpungen geht, sondern um deren verwertung. es hört sich eben für flachdenkende journalisten weniger sexy an von „verwertungsrechten“ als von „geistigem eigentum“ zu sprechen.“
Probleme beim Umgang mit dem Urheberrecht am Beispiel der Web-Plattform Pinterest, Leander Wattig
“Unser Urheberrecht stammt nun einmal aus einer Zeit, in der die reine Veröffentlichung schon eine schützenswerte Leistung war. Das ist passé. Daher wirken ja auch viele Vorschriften zunehmend hemmend. Dieser Grundkonflikt bleibt aus meiner Sicht voerst ungelöst, auch wenn bei Zur-Sprache-Bringung solcher Gedanken oft wortreich verschiedenartigste Argumente angeführt werden, warum das bestehende Urheberrecht doch irgendwie so hingebogen werden kann, dass es in unsere Zeit passt. Marcel Weiss hat die Sache vor ein paar Tagen in einem anderen Zusammenhang aus meiner Sicht treffend auf den Punkt gebracht: “Um tatsächlich das Urheberrecht, wie es im 19. Jahrhundert erdacht wurde, auch im 21. Jahrhundert durchzusetzen, müssen online Bürgerrechte beschnitten werden.” Das Problem dabei ist wie gesagt, dass fast alles künftig in irgendeiner Form online ist.“
Die Tat der Ahnungslosen? Christoph Keese stolpert durch das "Urheberrecht für das 21. Jahrhundert", Iuwis
“Keese wählt einen anderen Weg und landet prompt wieder bei der Vergütung, um die es auch an dieser Stelle in der Erklärung nicht ging. Man kann dieses Ausblenden von Vergütungsfragen als thematische Lücke der Erklärung berechtigt benennen und kritisieren. Ein Kommentator weist denn auch darauf hin. Daraus aber die Inkompetenz des Gegenübers abzuleiten ist diskursethisch schlicht unlauter. Schuld an den Problemen der Schulpraxis sind für Keese übrigens eindeutig die Schulbehörden und Universitäten, also die direkten Verhandlungspartner der Lehrmittelanbieter. Diese agieren einfach zu knauserig. Und zudem gibt es natürlich auch (wo, durch wen, in welchem Umfang?) Urheberrechtsverletzungen, die kompensiert werden müssen: „Sie [die Schulbehörden] müssen aber auch akzeptieren, dass Lehrbuchverlage erheblichen Schaden durch digitalen Missbrauch ihrer Titel an Schulen und Hochschulen erleiden und deswegen auf faire Bezahlung angewiesen sind." Für Keese spricht immerhin, dass er den Topos der "Kostenlosmentalität" außen vor lässt. Die Aussagen Christoph Keeses zu den Schrankenregelungen weisen ihn dagen als nicht zwingend heimisch im Umgang mit dem Urheberrechtsgesetzestext aus.”
Blomige Worte über Volksverhetzung, Stefan Niggemeier
“Ich verdanke Blomes Text aber auch — ganz unironisch — eine brauchbare Kurzformel für die Art von populistischem Pragmatismus, die „Bild“ heute von „Bild“ etwa in den siebziger Jahren unterscheidet — einem ideologischen Kampfblatt in einer ideologischen Zeit. Blome sagt nämlich, „Bild“ hätte „Haltung“ bewiesen. „Haltung“ ist ein schöner, großer Begriff. Wie lautet die „Haltung“, die die Position von „Bild“ in dieser Sache bestimmt, Herr Blome? Die lautet seit Anfang 2008: Rettet den Euro. Aber nicht so. Das ist wunderbar und bringt die Postideologie von „Bild“ auf den Punkt. Rettet den Euro, aber nicht so. Rettet die Umwelt, aber nicht so. Rettet den Haushalt, aber nicht so.”
Das Ende der SMS, FAZ
“Tippt ein Apple-Nutzer eine SMS, erkennt die Software, ob der Empfänger auch ein iPhone mit iOS 5 besitzt. In diesem Fall ändert sich nur die Farbe der Buttons auf dem Bildschirm, und aus der Mobilfunk-SMS wird automatisch eine Apple-SMS, die als Datenpaket verschickt wird. Die Mobilfunker sind außen vor, und Apple hat potentiellen Kunden ein weiteres Argument zum Kauf eines iPhones geliefert. Das Apple-System ist nicht nur billiger, sondern kann auch noch mehr, da die Nachricht auch Bilder oder Videos mittransportieren und an iPads verschickt werden kann. Wahrscheinlich hätten die Mobilfunker diese Funktion gerne verhindert, doch Apple ist mächtig genug, sich damit durchzusetzen."
Die FAZ ist sehr schnell. Nicht. (;